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Ostblock - Automobilbau

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AutorBeitrag

Hero-Dude


2.4.2009 19:28:21
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Hallo,

ich hab gerade auf einer Seite gelesen, dass Skoda im Jahr 1966 verpflichtet war heckgetriebene Autos zu bauen.
Gibt es dafür vernünftige Gründe, oder warum mußte das gemacht werden?

Gruss

AK 74 ZF


19.4.2009 15:53:54
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Mhm ... soweit mir bekannt ist gab es im RGW (Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe) ... der Westen sagte wohl COMIKON oder so ... bestimmte Vereinbarungen darüber welches Land schwerpunktmäßig bestimmte Produkte entwickelt und baut. Bei bestimmten Produkten, insbesondere dem Automobilbau, spielten da auch schon einmal nationale Interessen der einzelnen Länder eine Rolle und man versuchte mit diversen Vorgaben Konkurrenzverhalten "auszuhebeln".

Da der Automobilbau in den Skodawerken lange Tradition besaß und, insbesondere für die UdSSR, eine Konkurrenz darstellte versuchte man mittels Vorgaben (auch vieleicht weil eines der Heckgetriebenen Autos evtl. besonders gut war) eine bestimmte Steuerung der Produktionskapazitäten zu erreichen.

Übrigens war der Automobilbau der DDR, welcher zum Teil enorme Potenzen besaß, auch ein Opfer solcher "Steuerungen". Viele der ersten Nachkriegsmodelle der alten deutschen Automobilwerke welche in der SBZ, späteren DDR, lagen waren durchweg auf der Höhe der Zeit. Auch später projektierten DDR-Konstrukteure sehr gute Autos, welche bei der Möglichkeit des regulären Exports auch international im Westen absetzbar gewesen wären. ... Gibt da , so man sucht, inzwischen einige Seiten zu diesen Modellentwicklungen. ... Das Design des Golf I existierte ja in der DDR schon Jahre bevor er in Wolfsburg gebaut wurde. ... Wer sich dann noch wundert weshalb die DDR Jahre darauf ein größeres Los Golf I importieren konnte ... sollte mal über bestimmte "deutsch-deutsche" Verpflechtungen nachdenken.

An RGW Vorgaben ... welche die DDR trafen ... fallen mir ein :

Flugzeugbau  ... da hat man die DDR richtig böse "ausgebootet" ...
Autobau ... Behinderung des Exports des Wartburg, da Iwan dann auf seinen Ladas und Shiguli sitzen geblieben wär, Verhinderung der neuen Trabant-Entwicklungen (siehe Golf) und Verhinderung des Baus von Reisebusen ... da dies den Rumänen zugewiesen wurde
Atomforschung ... Bindung der wissenschaftlichen Ressourcen im Kernforschungszentrum "Dubna"
Versuch des Bindens von Forschungsressourcen im Bereich Halbleiter/Elektronik ... wo sich die DDR aber zum Teil erfolgreich sperrte ...

Hinsichtlich ihrer "Freunde" ging es der DDR in ihrem "Bündnis" (zwar auf niedrigeren Niveau ... aber trotzdem) ähnlich wie der BRD mit ihren "Freunden". Die wollten bzw. wollen immer unser "Bestes". ... Von Geld über Forschungs- und Entwicklungsergebnisse bis hin zu Ausgleichszahlungen, "Wirtschaftshilfe" usw.

Die Zuweisung "Heckgetriebene" PKW könnte ein Zugeständnis an die CSSR gewesen sein, da seinerzeit einige der Skodas durchaus gute Autos waren.

Man sollte aber auch in den Planvorgaben des RGW nicht nur "Schlechtes" wittern. ... Man versuchte im RGW auch mittels Vorgaben, Zuweisung von Schwerpunkten, Rohstoffen etc. eine Koordination ... Bündelung oder auch schwerpunktmäßige Zuweisung von Rohstoffen, Forschungs- und Entwicklungskapazitäten ... zu erreichen um bestimmte Synergieeffekte auszunutzen.

Hero-Dude


24.4.2009 20:16:42
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Danke für die Antwort.

Ja, über den Flugzeugbau der DDR hab ich mal einen super interessanten Bericht gesehen. Hätte das geklappt,... hätte die DDR doch das ersten strahlengetriebene Passagierflugzeug gebaut. Schade, das die damals von den Sowjets so verar...t wurden.

Das mit dem Golf und dem Design.... naja, daran glaub ich nicht. Aber die Prototypen waren schon echt gut. Aber gingen die Wartburg denn nicht in den Export... ich bin der Meinung da hätte ich mal Anzeigen in alten Automobilzeitschriften gesehen.

Bei der Gelegenheit... ein Kumpel hat sich einen (zum Glück zivilen) UAZ gekauft. Kennt sich jemand damit aus? (kleine Lapalie)  wie hoch muß der Reifendruck sein? Wo gibt es günstig SAE 30 Öl?

Gruss und Danke

Niwre


24.4.2009 22:50:12
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Hero-Dude schrieb:
Bei der Gelegenheit... ein Kumpel hat sich einen (zum Glück zivilen) UAZ gekauft. Kennt sich jemand damit aus? (kleine Lapalie)  wie hoch muß der Reifendruck sein?
Wenn Du jetzt noch verrätst, welchen UAZ und welche Reifen, könnte man ja mal nachschauen.


Wo gibt es günstig SAE 30 Öl?
Wenn Du vor Ort niemanden findest, dann bei Ebay. Unlegiert 25l um die 70Eur.

Mich interessieren ja mehr die Motorräder, bis auf ein paar Ausnahmen (Wartburg Camping...), und auch dort gab es interessante Entwicklungen, wie zB. in der BK den Zweitakt(!)-Boxermotor.

Hero-Dude


25.4.2009 10:36:00
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Hm, demnach muß es der UAZ 469 sein. Auf der Seite ist ja auch eine englische Version dabei.

Das Fahrzeug ist Baujahr 88. Kennt jeamnd vielleicht etwas zur Geschichte des Fahrzeugs?

Bei den Reifen kann ich keinen genauere Hilfe geben.
Mit der Seite haben wir aber schon eine gute Hilfe.

Mir persönlich gefällt im Ost-Automobilbau die gute alte Simson Schwalbe..... sollte damals aber recht unbeliebt gewesen sein, oder?

waldi44


26.4.2009 11:23:56
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Hero-Dude schrieb:

Mir persönlich gefällt im Ost-Automobilbau die gute alte Simson Schwalbe..... sollte damals aber recht unbeliebt gewesen sein, oder?


Nun, die Leute die ich kannte und die so einen "Vogel" ihr Eigen nennen konnten, waren recht zufrieden mit dem Ding. Schwierig und ärgerlich wurde es erst, wenn mal was kaputt ging und man keinen eigenen Liferanten zur Hand hatte. Aber das war zu DDR Zeiten ja nichts ungewöhnliches.

Sturm


26.4.2009 20:09:15
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Das beste Beispiel war doch der Import von dem "Zuk" ! Der Barkas war doch 1000 mal besser. Aber das Diktat vom Ostblock
nehmen zu müssen ,war eben so. Die Busse aus Ungarn, garnicht mal so schlecht , Autos aus Russland ...sind oft wie man so sagt "unterm Arsch  weggerosstett" . Die Motoren unverwüstlich  ....aber Spritfresser . Der Saporos auch eine Zumutung ! Schwalbe ,S50 die "Vogelserie" Star ,Spatz. Sperber ect. waren aber sehr zuverlässig . Ja ,ja es war einmal....

Niwre


27.4.2009 10:20:14
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Sturm schrieb:
Das beste Beispiel war doch der Import von dem "Zuk" ! Der Barkas war doch 1000 mal besser. Aber das Diktat vom Ostblock nehmen zu müssen ,war eben so.
Der Zuk wurde doch nur importiert, weil Barkas wegen der Exportzwänge nicht genug liefern konnte?


Autos aus Russland ...sind oft wie man so sagt "unterm Arsch  weggerosstett" . Die Motoren unverwüstlich  ....aber Spritfresser .
Der Niva rostet ja heute noch, trotz minimaler Rostvorsorge, und die Motoren erinnern manchmal stark an westliche Triebwerke (Moskwitsch 412 -> BMW).


Der Saporos auch eine Zumutung !
Das Teil ist meiner Meinung nach unterbewertet. Niemand wollte den haben, obwohl es ihn fast ohne Wartezeit gab, die Motorisierung besser war als beim Trabant und auch die Ersatzteile lieferbar waren.

Mal für die Westler - das ist ein Saporoshez (ZAZ-968):


und das ein NSU Prinz 4:


Nicht zu verwechseln. 


Schwalbe ,S50 die "Vogelserie" Star ,Spatz. Sperber ect. waren aber sehr zuverlässig . Ja ,ja es war einmal....
Von "war" kann bei der Vogelserie nicht die Rede sein, die fahren noch zu Hauf durch die Gegend und sind teilweise weit über 30 Jahre alt.

wal


27.4.2009 19:55:16
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Motor von Saporoshez erinnert an VW Kaefer.

Niwre


7.5.2009 18:42:24
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So schlecht kann's ja nicht gewesen sein: Opel erwägt Automarke Wartburg wiederzubeleben - als Billigmarke. So schlecht waren die nicht. 

waldi44


9.5.2009 13:17:33
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Im Osten wurden eben anspruchslose Autos für anspruchslose Mensche gebaut. Immerhin reichen auch heute noch wenige Werkzeuge um die alten Vehikel am Laufen zu halten und wieder zum Laufen zu bringen. Heute geht ohne Werkstatt und Computer so gut wie nichts mehr. Fortschritt oder eher Rückschritt? Das zieht sich doch durch alle Produkte des täglichen Lebens...

Hero-Dude


9.5.2009 13:57:00
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Wobei das ja alle Marken betrifft.... West und Ost.

Ich versteh aber nicht warum der Saporos so unbeliebt war. Wenn es nahezu keine Wartezeiten gab,... also da hätte ich doch zugegriffen.

wal


9.5.2009 22:38:27
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Hero-Dude schrieb:
Wobei das ja alle Marken betrifft.... West und Ost.

Ich versteh aber nicht warum der Saporos so unbeliebt war. Wenn es nahezu keine Wartezeiten gab,... also da hätte ich doch zugegriffen.



Ich hatte ein, jeder 2-3 Wochen musste ich es reparieren oder reparieren lassen. Bezonders schwach war die 30PS Version.

Niwre


10.5.2009 12:05:13
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Bei ordentlicher Pflege und Reparatur sind die Dinger nicht unzuverlässiger als andere Autos. Der Grund war, dass die einfach uncool waren. Spaltmaße wie ein Wartburg nach 'nem Unfall, eine Heizung die nur zwischen "aus" und "Tropenhitze" unterschied, nagelnder Klang... Schnell gab es viele Spitznamen (T34 deluxe, T34 Sport, Kremlwanze, Stalins letzte Rache) und Sprüche (Wer früher seine(n) <Haustier> drosch, fährt heute einen "Saporosch".) und das Ding war unten durch. Heute sind sie schon sehr selten zu sehen.

AK 74 ZF


14.5.2009 23:31:40
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@ Hero ... hier sind mal ein paar der noch vorhandenen Bilder einiger Prototypen verschiedener Trabants zu sehen.

http://home.datacomm.ch/trabiphilip/geschich/index.html

Der P 610 und sein Vorgänger ... sehen dem erwähnten "Golf"-Design schon sehr ähnlich. ... Vom von mir erwähnten Design gibt es wohl nur noch ein paar Bilder welche im Besitz eines der Konstrukteure/Entwickler/Designer sind. Ob diese irgendwo öffentlich zu sehen sind weiß ich leider nicht. ... Als einige von uns, diese und andere von Günter Mittag & Co gestoppten Projekte, vor rund 25 Jahren einmal sehen durften (als Farbgraphiken) standen den Autofans von uns die Tränen in den Augen. ... Weder die Entwicklungsingenieure, noch wir Laien ( die wir solches offiziell nicht einmal wissen sollten/durften), verstanden Warum und Weshalb diese zum Teil sehr gelungenen Autos nicht gebaut werden durften. ... RGW-Disziplin, mangelnde Ressourcen und Probleme der Produktionsumstellung kamen uns selbst damals eher "vorgeschoben" vor.

Vom 311er Wartburg gab es ein Sport-Coupe welches seinerzeit, lt. Aussagen von Designern und Besitzern (vorrangig gutverdienende Künstler), mit zu den schönsten Cabrios der Welt gehörte. ... Der 311er Kombi mit Teilglas-Panoramadach auch ein extrem schönes Auto.

Der Automobilbau der DDR hatte schon gute Konstrukteure und bei entsprechendem Export (vorausgesetzt man hätte die eingenommenen Devisen zur Reinvestition genutzt) wär dies eine hervorragende Einnahmequelle gewesen. ... Aber es sollte/durfte nicht sein.

Zumindest ein Teil der Prototypen bzw. Designentwürfe ist heute unter Freaks/Sammlern/Autokennern bekannt.
Ob dies für alle Entwürfe, welche wir damals (entgegen den Vorschriften) mal bewundern durften, zutrifft weiß ich nicht. ... Aber der "Trabant-Golf" (incl. der dazu getroffenen Aussagen) hat mir damals (so um 1983/84) sehr zu denken gegeben. ... Direkte Aussagen dazu wird man aber sicher heute weder von Sachsenring und schon garnicht von Wolfsburg bekommen. ... Somit fällt es unter "Mythen und Legenden". ...

Aber selbst die beiden Fotos vom 610/1100 und ihren Vorgänger zeigen daß man damals die Variante mit kurz abgestuften Fließheck und abflachender Front durchaus "im Auge" hatte.

Niwre


15.5.2009 00:39:28
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Trabant P1100 im Verkehrsmuseum Dresden:


Wartburg 355, selbe Ort:

Jan-Hendrik


15.5.2009 09:59:12
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*räusper*

Das "Brotkastendesign" des Golf I war nur schon damals nicht der Bringer, und ein Erfolg wurde die Klitsche eben nicht wg. revol. Design oder gar großartiger Technik, sondern weils damals schlicht das "Brot und Butter"-Auto war, halbwegs bezahlbar, auch als Neuwagen, technisch eben nicht mehr gar so garstig wie Käfer und "Nachfolge"-Modelle. Das diese "Brot und Butter"-Autos des VW-Konzern technisch immer noch nicht der Bringer sind, aber dafür ein Heidengeld kosten, das steht wiederum auf einem anderen Blatt..

Und den ollen Brotkasten 610 nu als "Golfvater" hinstellen zu wollen, naja, es ruft zumindest ein geisses Schmunzeln hervor  Ostalgie allerorten, da wird sich die "Wahrheit" halt so zurechtgebogen wie es grad paßt 

Jan-Hendrik

Niwre


15.5.2009 10:27:41
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Trabant P603:


Sieben Jahre vor der Einführung des Golf I schon mit Schrägheck und ua. mit Wankelmotoren getestet.

Wartburg 360:


Wartburg (RWG) 610:

Richtschuetze


15.5.2009 10:32:53
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Also so ganz lässt sich der Golf I nicht verleugnen!!

Niwre


15.5.2009 10:48:25
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Hier mal ein Robur D609 Prototyp, ebenfalls Verkehrsmuseum:


Robur O611


Barkas Protoyp B1100:


Und das sollte der AWO-Nachfolger werden :

Sturm


18.5.2009 22:50:36
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Boh, bei dem AWO-Nachfolger , hat man aber voll die Jawa nach gebaut !

waldi44


19.5.2009 17:36:32
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Recherchen haben ergeben das der Golf I ein geänderter Nachbau des Trabanten 603 ist.Der Trabant wurde 7 jahre entwickelt bevor der erste Golf I von Band lief. Demnach müsste die Geschichte des Golf I neu geschrieben werden. Wer es nicht glauben möchte liest bitte die Quellen.

http://www.spin.de/forum/645/-/a05

Sehe übrigens eben im n-tv den dazu gehörigen Bericht.

Niwre


19.5.2009 18:38:59
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Gibt's da neue Quellen? Der angeg. Spiegel-Artikel gibt nichts her.

Richtschuetze


20.5.2009 07:35:58
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Nun wie ein User schon in diesem Forum geschrieben hat :


Der Spiegel schreibt etwas von "wilden Gerüchten" und mehr ist dein beitrag auch nicht.

Die Frage ist ob man dem Spiegel trauen kann??

Gruss

waldi44


20.5.2009 16:58:53
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Ich sagte doch: Eben, also gestern habe ich bei n-tv einen Bericht über Trabbi und Co gesehen und sofort nach dem Trabbi 603 gegoogelt. Wer kennt schon einen Trabbi 603? Das Projekt wurde in der DDR Entwicklung auch als "P 603" bezeichnet.
Hier ist doch der Artikel:http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=50578092&top=SPIEGEL DER SPIEGEL 8/2007


http://www.trabant-museum.eu/Geschichte%20des%20Trabant.htm

So gab es Versuche, den lahmen Zweitakt-Motor durch einen zeitgemäßen Antrieb zu ersetzen und statt Duroplast das andernorts übliche Stahlblech zu verwenden. Am weitesten gedieh die Entwicklung eines P 603 genannten Modells, das zumindest optisch und motortechnisch einen großen Fortschritt bedeutet hätte. Doch 1968, als die Serienreife des P 603 in greifbare Nähe gerückt war, ließ DDR-Wirtschafts-Chef Günter Mittag, das gesamte Projekt einstampfen. (Foto unten: Trabant 603 Prototyp BJ 1968, ging leider nicht in Serie ...)

Die Entwicklungunterlagen zum "Trabant P 603" wurden im Volkswagenkonzern Wolfsburg "aufgegriffen" und es begann die Erfolgsstory des "VW-Golf 1" (Dr. Carl Hahn) - über die näheren Umstände liegt auch heute noch ein Tuch des Schweigens. Diese Entscheidung gilt heute als Wendepunkt in der Automobilgeschichte der DDR, deren Führung sich damit endgültig mit einer zweitklassigen Position in dieser Technologie abfinden mußte.

Niwre


20.5.2009 18:43:34
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Also doch wieder nichts Handfestes. Ich persönlich denke nicht, daß die Pläne gen Westen gegangen sind. Beim Konzept hat man vlt. ein wenig abgeschaut, aber sonst paßt da nicht viel. Eine nette "Legende", mehr wohl nicht.

waldi44


20.5.2009 20:12:13
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Niwre schrieb:
Also doch wieder nichts Handfestes. Ich persönlich denke nicht, daß die Pläne gen Westen gegangen sind. Beim Konzept hat man vlt. ein wenig abgeschaut, aber sonst paßt da nicht viel. Eine nette "Legende", mehr wohl nicht.

Bei Legenden ist es wie mit den Sagen: sie haben meist einen wahren Kern ! Die Ingenieure im gestrigen Beitrag waren davon überzeugt. Beweisen konnten sie es aber nicht! Das stimmt!

Richtschuetze


21.5.2009 10:48:05
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Bei Legenden ist es wie mit den Sagen: sie haben meist einen wahren Kern ! Die Ingenieure im gestrigen Beitrag waren davon überzeugt. Beweisen konnten sie es aber nicht! Das stimmt!


Ja wer weiss ob diesmal nicht mehr dran ist als nur eine Sage ,die Ähnlichkeit ist schon komisch!

Gruss

AK 74 ZF


21.5.2009 12:57:49
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Die Aussage Zusammenarbeit Sachsenring/DDR-VW Wolfsburg/BRD ... insbesondere Design/Studie eines Golf-ähnlichen Trabantmodelles ... tätigte der Entwicklungsingenier/Designer uns gegenüber Mitte der 80iger ... also Jahre vor dem "Mauerfall" ! ... Da diese Info damals als "Geheimnisverrat" gewertet und geahndet hätte werden können, und das wußte der Mann, war dies sicher eher kein Joke, sondern das eher typische Aufbegehren eines Technikers gegen die politisch-ideologische Arroganz der "Führung".

Ob die Unterlagen Teil einer gemeinsamen Entwicklungsarbeit/Studie mit VW waren oder die Unterlagen "verkauft", "abgeschöpft" (beim Thema Industriespionage sans wir "Deutschen" ja eh bissel "blauäugig") oder "nachempfunden" wurden, bin ich selbst aber weit überfragt. ... Zumindest ist die Zusammenarbeit insofern fruchtbar gewesen daß Jahre später die (zum Teil zweitklassige) Prominenz der DDR ganz zufälligerweise häufig "Golf" fuhr.

Der, zu seiner Entstehungszeit garnicht mal schlechte Trabant ... ähnliche damalige BRD-bzw. "West"-Kleinwagen waren zum Teil auch nicht komfortabler (im Gegenteil -> 60iger Jahre NSU oder diverse FIAT-Modelle ...  ... ) ... war garnicht so schlecht wie er heute dargerstellt wurde. ... Das Problem war eher, daß ein Günther Mittag (Wirtschaftsminister der DDR) der Meinung war daß der VW der DDR ohne Modernisierung auch 30 oder 40 Jahre später immer noch den Ansprüchen der DDR-Bürger genügen würde und somit den auch in der DDR propagierten "Fortschritt von Wissenschaft und Technik" ad absurdum führte.   ...

Die Lösung der DDR-Techniker ... bedingt durch das Fehlen bzw. den Verzicht auf das durch Mangel rare bzw. veredlungsintensive Stahlblech (Korrossionsschutz !) ... eine völlig neue Technologie in Form selbstgefertigter Verbundwerkstoffe zu entwickeln ist eigentlich eine Meisterleistung, welche bis heute häufig verkannt, oder weil man nachträglich die "Mangelwirtschaft" der DDR lächerlich machen will, wenig gewürdigt wird.

Gerade die Kunst deutscher Ingenieure aus der Beseitigung eines Mangels bzw. dem Ersatz teurer oder nicht vorhandener Werk-/Rohstoffe neue Werkstoffe zu entwickeln wird hier verlacht. ... Aus dümmlich politisch-ideologischen Vorurteilen heraus, weil da das Kürzel "DDR" steht.   ... Als Dipl-Ing. für Maschinenbau kann ich über solch dümmlich-bescheuerte politische Borniertheit eher nicht Lachen. ... Die Chinesen, Inder, Japaner, amerikanische, französische u.a. Technologiediebe werden uns ( und da meine ich die Gesamt-BRD) zunehmend mit ursprünglich von deutschen Ingenieuren entwickelten Technologien, Patenten und Produkten billig eindecken bis uns das Lachen vergeht.

Im Flugzeugbau geht man seit Jahren den Weg des Verwendens moderner Verbundwerkstoffe !!! ... Und da lacht keiner über die "Plastebomber" ... so man die Paralelle vom Phenolverstärkten Baumwollabfällen zu geklebten/vergossenen Aramid-/Kevlar-/Kohlenstoff- u.a. Faserstoffen ... gestattet.

Ob Trabant oder Golf I ... beides "deutsche" Autos und Zeugnisse hohen Könnens deutscher Ingenieure. Für mich übrigens egal ob BRD/DDR ... Ost oder West.

Meine zwei Trabbis (nach der Wende !) ... inzwischen "Erinnerung".  Auch wenn ich heute eher größere Autos bevorzuge ... der Trabbi, als Kulminationspunkt der "Ostalgie", ... ist und bleibt "Kult". ... Und wie bei jedem Kultobjekt gehören dazu auch "Mythen und Legenden".

AK 74 ZF - der genügend Trabbi-Witze kennt -  (Schmunzle ich sogar heute noch  )

Hero-Dude


21.5.2009 14:00:06
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Also, die Leistungen die hinter verschlossenen Türen betrieben wurden, sind echt bemerkenswert. Interessant finde ich den Barkas Prototypen. Wobei ich als "Westler" finde das Ostdesign immer sehr befremdlich und unwirklich. Hmm, wegen VW. Naja, das Konzept mit der Heckklappe hatten die Franzosen ja schon viel früher auf den Markt gebracht.... siehe Simca und ab 73 dann der Renault 5. Warum sollte VW gerade gen Osten geblickt haben und hier nach Ideen ausschau gehalten haben? Das Design vom Golf wurde doch auch nicht von VW vorgegeben sondern kommt aus Italien.... von Giogiaro oder wie der hieß. 

Niwre


21.5.2009 14:54:40
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Hero-Dude schrieb:
Naja, das Konzept mit der Heckklappe hatten die Franzosen ja schon viel früher auf den Markt gebracht.... siehe Simca und ab 73 dann der Renault 5.
Renault 5 ist viel jünger als der Trabant und welchen Simca meinst Du? Autobianchi Primula wäre ein Beispiel und wenn man ganz weit zurück geht, vlt. der Traction Avant.

Hero-Dude


21.5.2009 18:04:27
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Naja, soweit will ich auch nicht zurück... hier ein Simca Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Simca_1100

Dieses Modell verkörpert immerhin ein modernes Fahrzeugkonzept.

Ronny22


21.5.2009 18:05:28
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Niwre schrieb:
Hero-Dude schrieb:
Naja, das Konzept mit der Heckklappe hatten die Franzosen ja schon viel früher auf den Markt gebracht.... siehe Simca und ab 73 dann der Renault 5.
Renault 5 ist viel jünger als der Trabant und welchen Simca meinst Du?

Ich denke mal den 1100er.....

Niwre


21.5.2009 18:36:36
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Simca 1100 gilt aber nicht - der wurde lt. Wikipedia nach drei Jahren Entwicklung 1967 auf den Markt geworfen. Da gab es die P603 Prototypen schon lange.

Hero-Dude


24.5.2009 11:38:10
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Hmm, aber trotzdem bleibt die Frage offen, warum die VW Leute, Kontakt mit entsprechenden DDR Büros hatte! Irgendwie ungewöhnlich, wenn wir davon ausgehen, das es so war!

AK 74 ZF


28.5.2009 23:34:33
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Es gab im wirtschaftlichen Bereich durchaus gemeinsame wirtschaftliche Unternehmungen -> Joint Venture -> wo es durchaus auch um gemeinsame Entwicklungen, Wirtschaftsprojekte oder Produktionen ging. ... Ein weiteres Feld war der Bereich "Gestattungsproduktion" (heute würde man sagen "Lizenzproduktionen").

Die deutsch-deutsche Wirtschaft, von Handel bis hin zu "Joint Ventures" etc., war keine "Einbahnstraße".

So nur einmal als "allgemeine" Aussage/Info.

Hero-Dude


1.6.2009 20:35:51
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Von solchen "Joint Ventures" gab es ja offiziell einiges in den ehemaligen Ostblock Staaten.... der Lada war eine Lizenz von Fiat und Renault kooperierte schon damals mit Dacia. Schade eigentlich, das keine eigenen Entwicklungen vorangetrieben wurden.

Hero-Dude


14.6.2009 14:05:41
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Im letzten Jahr machte doch dieses Projekt vom neuen Trabant die Runde. Als als kleiner Retro-Kleinwagen sicher eine nette Idee, die speziell in der jetzigen Zeit noch mehr Freunde finden würde. Ein kleiner günstiger Wagen. Naja, woher das Geld nehmen, da sich der Markt wohl eher bereinigt.

Hero-Dude


27.6.2009 18:23:30
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Heute hab ich in einer älteren Ausgabe eines Auto-Magazins gelesen, dass man daran gedacht hat, die Marke Wartburg wiederzubeleben als günstiges Gegenstück zum Dacia.

Niwre


11.7.2009 13:22:29
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Sachsenring P240:


(Aktuell auch in der Oldtimer Praxis 8/2009.)

Niwre


15.9.2009 22:21:45
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Trabant nT:



http://www.trabant-nt.de/
http://www.welt.de/motor/iaa/article4540316/Die-Zukunft-des-Automobils-inklusive-Trabbi.html

Hero-Dude


20.2.2010 13:18:51
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Hallo,

ich habe durch Zufall Gestern eine Reportage über den Trabant auf NTV gesehen.

Zumindest wurde hier auch auf geschichtliches zur Entwicklung gesagt. Unteranderem erzählte ein Mitarbeiter von
der Entwicklung eines Trabantnachfolgers mit der zuvor erwähnten neuen Karosserieform und großer Heckklappe.
 
Er sagte auch, das irgendwann die kompletten Unterlagen zu den Entwicklungsarbeiten unauffindlich und unerklärbar
verschwunden waren. Einige Jahre später kam der Golf.....

Mittlerweile glaube ich das auch, das da was innerdeutsches gelaufen ist. ein Prototyp im VW Museum sieht auch stark
nach Wartburg aus.

Trotzdem finde ich es komisch, wie sowas passieren konnte. War bei dieser Aktion die Stasi involviert? Was ging da wohl
bei den entsprechenden Mitarbeitern der Stasi ab,.... ich meine Verrat am Sozialismus? Dem kapitalistischem Westen auch noch helfen?

Ist schon interessant.
 
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