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Die Japanisch-Chinesischen Kriege und das Massaker von Nanking

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AutorBeitrag

TheBlackman


12.3.2006 18:01:22
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So für alle die das Thema interessiert und die die historischen Umstände, durch die das Handeln eines John Rabe oder die Entstehung der Einheit 731 möglich wurden, kennenlernen wollen hab ich hier mal ein paar Informationen zusammengestellt. Ich weise darauf hin, dass diese allerdings nur eine kurze Übersicht geben sollen. Alle Details darzustellen würde den Rahmen sprengen.

Aber beginnen wir mal:


Erster Japanische-Chinesischen Krieg (1. August 1894 - April 1895)

Erster Japanisch-Chinesischer Krieg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Der Erste Japanisch-Chinesische Krieg fand vom 1. August 1894 bis in den April 1895 statt.

Wegen Streitigkeiten um den politischen Status Koreas kam es 1894 zum Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg. Die offizielle Kriegserklärung erfolgte am 1. August 1894 durch das Kaiserreich China, nachdem Japan den Königspalast in Seoul in seine Gewalt gebracht hatte.

Die modern ausgerüstete und gut ausgebildete japanische Armee besiegte die Chinesen in einer Serie von Kämpfen rund um Seoul und Pyongyang. Ein Großteil der chinesischen Flotte wurde zerstört und die japanischen Truppen drängten weiter in die Mandschurei.

Nach dieser anhaltenden Niederlage unterzeichnete China im April 1895 den Vertrag von Shimonoseki.

Die Niederlage Chinas zeigte deutlich die Schwächen der veralteten kaiserlichen chinesischen Armee auf. Daraufhin wurden in China die Stimmen nach einer Beschleunigung des Modernisierungsprozesses immer lauter. Nach Kriegsende wurde Taiwan eine Kolonie Japans, Korea ein offiziell unabhängiger Staat, jedoch faktisch abhängig von Japan und schließlich 1910 nach der Annexion durch Japan Kolonie.


Hintergründe

Schon vor dem Ausbruch des Krieges rangen das Kaiserreich China und Japan um die Vorherrschaft in Korea, das unter der Joseon-Dynastie traditionell ein Vasallenstaat von China war. Der politische Status der Halbinsel war umstritten. Zur Zeit der Meiji-Restauration versuchte Japans Regierung, Expansionspolitik in dieser Region soweit wie möglich zu verhindern. Korea wiederum wollte seine Abgeschiedenheit und die Tributpflichtigkeit zu China, für die es als Gegenleistung dessen Schutz erhielt, bewahren.

Im Jahre 1875 erlaubte die chinesische Qing-Dynastie Japan, Korea als unabhängigen Staat anzuerkennen. Die Bevölkerung in Korea war geteilt in Konservative, die enge Beziehungen zu China wollten, und in Reformisten, die Korea modernisieren und engere Beziehungen zu Japan wollten.

Nachdem 1894 ein pro-japanischer Reformist ermordet worden war, begann eine koreanische Sekte, die Donghak, eine Revolution. Diese wurde von der Regierung mit chinesischer Hilfe unterdrückt. Die Rebellen fügten der koreanischen Armee aber empfindliche Niederlagen zu, worauf die Regierung Koreas China um Unterstützung bat, um den Aufstand zu beenden. China schickte 2000 Mann und informierte Japan nach den Bedingungen des Vertrags von Tientsien von 1885 davon. Dieser Vertrag legte fest, dass, wenn einer der beiden Staaten militärisch (oder sonst irgendwie bedeutsam) in Korea agierte, dieser den anderen informieren und ihm eventuell erlauben musste, eine vergleichbare Anzahl an Einheiten in das jeweilige Gebiet zu schicken. Japan sandte daraufhin ebenfalls Truppen, die auf der Seite der projapanischen Reformer kämpfen sollten. Sie besetzten den Palast in Seoul. Nachdem Japan auch noch eine neue koreanische Regierung eingesetzt und China damit provoziert hatte, kam es am 1. August 1894 zur Kriegserklärung.


Verlauf


Eine Chinesische Gebirgstruppe vor dem Abmarsch zum Kriegsschauplatz

    * 8. Juni 1894: Japanische Soldaten, insgesamt etwa 5000, greifen auf Seiten der Reformer in den Donghak-Aufstand ein und besetzen den Palast in Seoul.
    * 25. Juli: Die Feindschaft der Länder bricht in ein Gefecht aus, als sich 4 japanische Kriegskreuzer und 3 chinesische Kriegsschiffe aus Busan begegnen. Beide Seiten behaupten später, der Gegner hätte zuerst angegriffen. Sieger der Auseinandersetzung sind die japanischen Schiffe, von der chinesischen Seite erreicht nur ein Kreuzer die Basis in Wei-Hai-Wei.

Während die Japaner ihn verfolgen, treffen sie ursprünglich britische Handelsschiffe, die chinesische Truppen befördern. Der japanische Kapitän Heihachiro Togo befiehlt einen plötzlichen Angriff auf die Flotte, bei dem die Schiffe samt Rettungsbooten versenkt werden und 1000 Soldaten und 200 Matrosen umkommen. Nur 300 Männer werden von neutralen Schiffen gerettet oder können zu einer nahen Insel schwimmen. Nachdem China ein paar Tage lang erfolgslos nach den japanischen Schiffen gesucht hat, wird der chinesische Flottenadmiral Ting angewiesen, seine Aktionen einzuschränken, um eventuelle weitere Konflikte mit japanischen Truppenbewegungen zu vermeiden.


    * Die Kriegserklärung zwischen China und Japan erfolgt etwa eine Woche später - am 1. August 1894.
    * 15. September: Die japanischen Truppen siegen bei Pjöngjang. Die chinesischen Soldaten werden dadurch und durch vorherige japanische Siege bei Seoul zum Rückzug nach Norden gezwungen. Der erste Teil der japanischen Armee dringt ebenfalls nach Nordwesten in die Mandschurei vor.
    * 17. September: In der Seeschlacht von Yalu vor der Mündung des Yalu ist zwei Tage später wieder die japanische Flotte überlegen. Die chinesische Flotte verliert 8 von 12 Kriegsschiffen.
    * Am 24. Oktober landet der zweite Teil der japanischen Armee auf der Liaotung-Halbinsel (westlich von Korea gelegen), wo sie einen Überraschungsangriff auf sich zurückziehende chinesische Schiffe verübt.
    * Am 21. November 1894 erobert Japan Port Arthur (heute: Lüshunkou), einen wichtigen Hafen.
    * 2. Februar 1895: Fast alle aus den Seeschlachten intakt verbliebenen chinesischen Kampfschiffe werden von der japanischen Flotte in Wei-Hai-Wei eingeschlossen und vernichtet. Der Oberbefehlshaber, Admiral Ting, begeht Selbstmord. Wei-Hai-Wei selbst fällt während des rauen Winters.
    * Bis zum März ergeben sich die restlichen chinesischen Truppen in der Mandschurei. Am 6. März vereinigen sich die beiden japanischen Armeen und schlagen in Tienchuangtai die chinesischen Truppen vernichtend.
    * Das japanische Heer marschiert gegen Peking.
    * Nach der Besetzung der Shandong-Halbinsel und der Einnahme der Mandschurei ersucht China um Frieden, Japan willigt ein, im April 1895 wird ein Friedensvertrag geschlossen.



Folgen

Gewinner des acht Monate dauernden Krieges war Japan, die chinesischen Truppen wurden vielerorts vernichtend geschlagen und China kapitulierte. Die Verluste betrugen etwa 5.000 Tote auf japanischer und 10.000 Tote auf chinesischer Seite.

Der Friedensvertrag von Shimonoseki am 17. April 1895 legte folgendes fest:

    * Japan erhielt die Pescadores-Inseln in der Nähe von Taiwan, welches damals Formosa hieß, Taiwan selbst und die Liadong-Halbinsel (Taiwan wurde im zweiten Weltkrieg von den Alliierten wieder an China zurückgegeben).
    * China erkannte Südkorea als unabhängig an (ab 1898 stand Korea dann unter russischem Schutz, doch zuvor erhielt Japan die Schutzherrschaft) und musste hohe Geldsummen (30.000.000 Kuping-Tael) als Entschädigung an Japan zahlen und einige Handelshäfen für das Land öffnen (unter anderem der Handel mit Reis war für Japan vorteilhaft).

Japan hatte Europa bewiesen, dass es ab nun eine ernst zu nehmende Macht war. Korea galt ab diesem Zeitpunkt als eigener Staat, war aber genau genommen ein japanisches Protektorat. Unter der Aufsicht Tokios wurden die sogenannten „Kabo-Reformen“ durchgeführt. In China wurden angesichts der Niederlage Stimmen laut, die die Modernisierung und eine Reform des chinesischen Heeres forderten, wie sie in Japan in den Jahrzehnten zuvor bereits geschehen war. Die europäischen Länder versuchten, im politisch und militärisch geschwächten China Fuß zu fassen, um den japanischen Einfluss zurückzudrängen. Vornehmlich auf dem Verhandlungsweg wurde erreicht, dass

  1. Russland die Liadong-Halbinsel, auf der Port Arthur lag, zugesprochen bekam,
   2. Deutschland Kiautschou durch seine Truppen besetzte,
   3. England Kowloon (gegenüber von Hong Kong) auf 99 Jahre pachtete und außerdem den Hafen Weihaiwei in Besitz nahm (unter der Bedingung, ihn nur so lange zu besetzen, wie Russland die Kontrolle über Port Arthur innehaben würde).


In den 1930er Jahren kam es zum Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg, als Japan seine kolonialen Interessen weiter auf Ostasien ausdehnte.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Japanisch-Chinesischer_Krieg

TheBlackman


12.3.2006 18:13:14
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Der Mukden-Zwischenfall

Der Mukden-Zwischenfall am 18. September 1931 war der Auftakt der Mandschurei-Krise zwischen Japan und China.
Inhaltsverzeichnis


Hintergrund

Japan interessierte sich, nachdem es im ersten Japanisch-Chinesischen Krieg Korea als Einflussbereich gewonnen hatte, für die an Rohstoffen reiche Manschurei. Diese wurde jedoch bis zum Jahr 1900 von Russland besetzt. Infolgedessen kam zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 im russisch-japanischen Krieg mündeten. Japan konnte den Krieg für sich entscheiden und Russland musste sich aus der Mandschurei zurückziehen, die wieder an China zurückgegeben wurde.

Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, mit der es Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea brachte und von dort nach Japan verschiffte. Zum Schutz der Bahnlinie wurde von Japan die Guandong-Armee in der Mandschurei stationiert.

Schon am 4. Juni 1928 verübten expansionistische japanische Offiziere einen Sprengstoffanschlag auf den chinesischen Machthaber in der Mandschurei Marschall Chang Tso-lin, der dabei getötet wurde. Die Offiziere hatten gehofft, dass in der Mandschurei Chaos ausbricht, was Japan zum Eingreifen in der Mandschurei bewegt hätte. Die Lage blieb jedoch ruhig, der Nachfolger Tso-lins erhielt japanische Unterstützung, so lange er die faktische Autonomie der Mandschurei gegen den Einfluss der Kuomintang verteidigte. Am 29. Dezember 1928 erklärte der Führer der Mandschurei seine Loyalität gegenüber der nationalchinesischen Regierung.

Die Chinesen versuchten durch offene Konkurrenz den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Japans in der Mandschurei zu bekämpfen. So wurden Eisenbahnlinien gebaut, die parallel zu japanischen verliefen. Im Frühherbst 1931 verschärften sich die Spannungen zwischen Japan und China, nachdem ein japanischer Spion ermordet worden und es zu Zusammenstößen zwischen Chinesen und Koreanern, die nach der Annexion Koreas durch Japan japanische Staatsbürger waren, gekommen war. Außerdem waren viele Japaner davon überzeugt, dass eine weitere Expansion während der wirtschaftlichen Krise Ende der 1920er-, Anfang der 1930er-Jahre einen Ausweg aus dieser darstellen würde.


Verlauf

Am 18. September 1931 um 22 Uhr verübten zwei Offiziere der Guandong-Armee, einer davon war vermutlich der Spion und spätere Kommandeur der 14. Division der Guandong-Armee Doihara Kenji, bei der Stadt Mukden (奉天) einen Sprengstoff-Anschlag auf die Südmandschurische Eisenbahn. Der Explosion folgte ein Feuergefecht zwischen Japanern und Chinesen.

Für den Anschlag wurden die Chinesen verantwortlich gemacht, dies diente als Vorwand für die weitere Entsendung japanischer Truppen in die Mandschurei. Ohne den Befehl dazu aus Tokio erhalten zu haben griffen die japanischen Truppen die chinesische Garnison in Mukden an und eroberten die Stadt.


Folgen und Bewertung des Vorfalls

In Folge des Mukden-Zwischenfalls wurde die Mandschurei von japanischen Truppen besetzt und im März 1932 der japanische Satellitenstaat Mandschukuo gegründet. Im japanischen Parlament wurde das Vorgehen kritisch betrachtet, da aber einige Kritiker ermordet oder ihre Stimmen unterdrückt wurden, kam es zu keinem parlamentarischen Eingreifen.

Auf eine Anregung Japans hin wurde die sogenannten Lytton-Kommission (so benannt nach ihrem Vorsitzenden, Lord Victor Alexander George Robert Bulwer-Lytton) vom Völkerbund eingesetzt, um den Zwischenfall zu untersuchen. Sie sollte in der Mandschurei volle Bewegungsfreiheit besitzen, war jedoch nicht weiseungsbefugt gegenüber den japanischen und chinesischen Truppen in dieser Region.

Von einigen Historikern wird der Zwischenfall mit dem Reichstagsbrand verglichen. Er bildete den Auftakt zur militärischen Expansion Japans, die zum Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges und somit des Zweiten Weltkrieges in Asien führte.

Im Yasukuni-Schrein werden als Täter auch heute noch die chinesischen Truppen angegeben.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mukden-Zwischenfall

TheBlackman


12.3.2006 18:21:13
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Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke



Der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke am 7. Juli 1937 führte zum Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs. Japanische und chinesische Soldaten lieferten sich 15 Kilometer südwestlich vom Pekinger Stadtkern an der Marco-Polo-Brücke (auch Lugou Qiao nach der chinesischen Bezeichnung) über den Yongding-Fluss an diesem Tag ein Feuergefecht.

In Japan ist der Zwischenfall unter dem Namen Roko-Brücken-Angelegenheit (jap. 盧溝橋事件, Rokokyo-jiken) oder Roko-Brücken-Zwischenfall (jap. 盧溝橋事変, Rokokyo-jihen) bekannt.

In China werden die Bezeichnungen Zwischenfall des 7. Juli (chin. 七七事變, Pinyin qī qī shì biàn) und Lugouqiao-Zwischenfall (chin. 蘆溝橋事變, pinyin lú gōu qiáo shì biàn) gebraucht.

Verlauf


Chinesische Soldaten verteidigen die Brücke


Auslöser für den Zwischenfall war, dass die Guandong-Armee, die für zahlreiche Zwischenfälle mit der chinesischen Armee verantwortlich war, einen ihrer Soldaten vermisste und Einlass in die chinesische Garnisonsstadt von Wanping verlangte oder sich diesen militärisch beschaffen würde. Dies wies die Kuomintang-Verwaltung der Stadt aber zurück.

Wie so oft bei militärischen Zwischenfällen beschuldigten sich dann beide Seiten, den ersten Schuß abgegeben zu haben. Tatsache ist, dass die Japaner sich mit militärischen Mitteln den Zugang erkämpften. Nach einem Ultimatum beschoß die Artillerie Wanping ab Mitternacht des 8. Juli und japanische Panzer rückten über die Brücke vor. Mit nachgerückter Unterstützung konnten die Chinesen am nächsten Tag die Brücke komplett zurückerobern. Daraufhin bot die japanische Seite Verhandlungen an.

Zwei Tage nach der Verlustmeldung tauchte der vermisste Soldat wieder auf und die Japaner setzten die chinesische Seite davon in Kenntnis. Die Chinesen gingen davon aus, dass die Aktion nun als abgeschlossen galt. Die Japaner verpflichteten sich Peking und Tianjin nicht zu erobern, wenn die Kuomintang sich zu folgenden Maßnahmen verpflichtete:

    * Die Kuomintang musste alle antijapanischen Bewegungen und Organisationen unterbinden
    * Die Kuomintang musste die volle Verantwortung für den Zwischenfall übernehmen
    * Song Zheyuan, Kommandant der 29. Armee, die die Region verteidigte, musste sich persönlich entschuldigen

Der verhandelnde General der 38. Division Zhang Zizong erklärte sich zu den ersten beiden Punkten bereit, wollte jedoch nicht für Song entscheiden und reiste ab. Daraufhin eröffneten die Japaner einen Angriff auf Peking, dem die chinesischen Verteidiger nichts entgegen zu setzen hatten. Am 29. Juli kapitulierte Peking und einen Tag später Tianjin.


Auswirkungen

Die Japaner setzten ihren Vormarsch von Norden und Süden in China fort und auch die Nationalregierung unter Chiang Kai-shek erklärte am 7. August den Japanern den Krieg.

Eine Provokation ist nicht auszuschließen, wird aber für unwahrscheinlich gehalten. Nach Meinung von Historikern war es nur eine Frage der Zeit bis sich in dieser Region ein solcher Vorfall ereignete, weil gleichzeitig sowohl chinesische als auch japanische Truppen dort stationiert waren.

An dem Ort des Zwischenfalls wurde ein Museum errichtet, das den Krieg aus der Sichtweise der kommunistischen Partei schildert.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenfall_an_der_Marco-Polo-Br%C3%BCcke

TheBlackman


12.3.2006 18:29:06
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Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg (7.Juli 1937 - 15. August 1945


Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg fand vom 7. Juli 1937 bis zum 15. August 1945 statt.

Er war eine umfassende Invasion der Japaner in China und markierte den Eintritt Japans in die Kriegshandlungen, die heute als Zweiter Weltkrieg bezeichnet werden.

Die Bezeichnungen für den Krieg sind unterschiedlich: In der Volksrepublik China und der Republik China ist Antijapanischer Krieg (chin. 抗日戰爭, kàngrì zhànzhēng) die offizielle Bezeichnung des Krieges. Die Bezeichnung wird aber auch in anderen südostasiatischen Ländern für den eigenen Widerstand gegen die japanische Besatzung verwendet. Der Krieg wird in China aber auch als Krieg des Widerstands (抗戰, kàngzhàn) bezeichnet.

In Japan ist der Krieg als Japanisch-Chinesischer Krieg (jap. 日中戦争, Nitchū Sensō) oder auch als HEI, Operation C oder Invasion in China bekannt.

In der westlichen Welt ist auch die Bezeichnung Zweiter Sino-Japanischer Krieg verbreitet.


Hintergrund

Nach dem ersten japanisch-chinesischen Krieg von 1894/1895 hatten die Japaner Korea annektiert. Japan interessierte sich weiter für die rohstoffreiche Mandschurei. Dies stand jedoch russischen Interessen entgegen und so kam es 1904 zum Russisch-Japanischen Krieg, den die Japaner für sich entscheiden konnten. Als Folge musste Russland die Mandschurei aufgeben und Japan baute die Südmandschurische Eisenbahn, die von der Guandong-Armee beschützt wurde und Rohstoffe in Richtung Korea transportieren sollte.

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 hatte auch Japan schwer getroffen. Als Lösung für die Wirtschaftskrise sahen viele Politiker und Militärs eine Intensivierung der kolonialen Bestrebungen. Dies richtete sich vor allem in Richtung Mandschurei. Korea und Taiwan waren bereits in das japanische Kolonialreich eingegliedert worden.

Um einen Vorwand für den Einmarsch in die Mandschurei zu erzeugen, sprengte die Guandong-Armee bei der Stadt Mukden die Strecke der Südmandschurischen Eisenbahn und machte China dafür verantwortlich. Dieser Vorfall wird als Mukden-Zwischenfall bezeichnet. Daraufhin wurde die Mandschurei durch die Japaner besetzt. Größere Gegenwehr von Seiten der Chinesen gab es nicht, da sich das Land mitten im Chinesischen Bürgerkrieg zwischen Guomindang und Kommunisten befand. Japan errichtete den Marionettenstaat Mandschuko, um die besetzten Gebiete zu verwalten. Die japanische Armee und die Flotte unterstanden direkt dem Kaiser, hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend der Kontrolle durch das Parlament und die Regierung entzogen und gingen in China auf eigene Faust vor. Durch die Erfolge konnte das Militär diese Politik im Nachhinein rechtfertigen und gewann so immer stärkeren Einfluss auf die japanische Politik.

China wehrte sich mit einem Handelsboykott gegen Japan und weigerte sich, die Fracht japanischer Schiffe zu löschen. Dies hatte zur Folge, dass die japanischen Exporte auf ein Sechstel zurückgingen. Dies heizte die Stimmung in Japan an. Vor allem ein Zwischenfall, bei dem 1932 in Shanghai fünf japanische Mönche misshandelt wurden (ein Mönch erlag später seinen Verletzungen), wurde von den japanischen Medien aufgegriffen und schürte den Zorn in der japanischen Bevölkerung. Am 29. Januar bombardierte Japan daraufhin China und es kommt zur ersten Schlacht um Shanghai. Dabei handelt es sich um das erste Flächenbombardement gegen eine Zivilbevölkerung. Schätzungen sprechen von etwa 18.000 getöteten Chinesen und 240.000 Obdachlosen. China sah sich gezwungen, den Handelsboykott aufzuheben. Um Shanghai wurde eine demilitarisierte Zone errichtet. Im Mai 1933 vereinbarten die beiden Parteien einen Waffenstillstand und China musste den Staat Mandschuko anerkennen.

Als der Völkerbund gegen das japanische Vorgehen protestierte, trat Japan aus dem Völkerbund aus. Dies war der erste Vorfall, bei dem sich zeigte, dass der Völkerbund keine ausreichende Macht besaß, bewaffnete Konflikte zu beenden oder zu verhindern.

1936 unterzeichneten Japan und das Deutsche Reich den Antikominternpakt, der sich gegen die kommunistische Internationale (Komintern) richtete. Dieser Pakt hatte vor allem symbolische Bedeutung, da beide Staaten isoliert wurden. 1937 traten Italien und während des zweiten Weltkriegs weitere Staaten dem Pakt bei.

Es kam immer wieder zu Übergriffen der Japaner auf die chinesische Zivilbevölkerung. Die Chinesen erwarteten von Generalissimo Chiang Kai-shek, damals stärkster Mann in China, ein Einschreiten. Dieser konzentrierte sich aber auf den Kampf gegen die Kommunisten und ließ die Japaner gewähren. Seine Motive sind unter den Historikern umstritten. Einige werfen ihm vor, die japanische Armee gefürchtet zu haben, andere vermuten Kollaboration mit den Japanern. Erst als er von seinen eigenen Kommandanten Zhang Xueliang und Yang Hucheng entführt wurde (Zwischenfall von Xi'an), gab er der Forderung nach und unterzeichnete ein Waffenstillstandsabkommen mit den Kommunisten.


Verlauf


Chinesische Soldaten auf dem Weg zur Front, 1939

Am 7. Juli 1937 kam es zum Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke, bei dem sich japanische und chinesische Soldaten Feuergefechte lieferten. Ob dieser Vorfall von Japan provoziert wurde, ist umstritten. Mit diesem Vorfall begann der zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Die Japaner rechneten mit einem schnellen Sieg, doch die zweite Schlacht um Shanghai dauerte unerwartet lange und forderte zahlreiche Opfer. Etwa 200.000 japanische und eine unbekannte Zahl chinesischer Soldaten waren dabei in einen erbitterten Häuserkampf verwickelt. Die Verluste waren auf beiden Seiten sehr hoch, auf Seiten der Kuomintang werden sie auf etwa ein Drittel der kampffähigen Soldaten geschätzt. Japan konnte die Schlacht erst Mitte November für sich entscheiden, als die Japanische 10. Armee in der Hangzhou Bucht landete und die chinesischen Truppen einzukesseln drohte.

Am 5. November 1937 unterbreitete die japanische Regierung der chinesischen Regierung das Angebot, den Zwischenfall beizulegen, wenn sich China in Zukunft an die drei vom japanischen Außenminister Hirota Kōki 1934 formulierten Prinzipien hielte. Die Prinzipien waren: 1. Unterdrückung aller antijapanischer Aktivitäten, 2. Anerkennung Mandschukos und eine freundliche Beziehung zwischen Mandschuko, China und Japan, 3. Gemeinsamer Kampf gegen den Kommunismus. Die Kuomintang weigerte sich zunächst, in Verhandlungen einzutreten, und änderte diese Haltung erst am 2. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Japaner Shanghai jedoch bereits erobert und die chinesischen Truppen befanden sich im Rückzug. Daher war die japanische Regierung nicht mehr bereit, den Konflikt unter den zuvor genannten Bedingungen beizulegen, sondern stellte deutlich härtere Forderungen, nämlich die Demilitarisierung Nordchinas und der Inneren Mongolei, die Zahlung einer Entschädigung und den Aufbau von politischen Strukturen, die das Zusammenleben von Mandschuko, Japan und China regeln sollten. Diese Bedingungen wies die chinesische Regierung zurück.


Getarnte und schlecht ausgerüstete chinesische Soldaten wehren einen japanischen Angriff mit über 50.000 Soldaten am Salween Fluß nahe Burma ab

Um den 8. Dezember erreichten die japanischen Truppen Nanking, die Hauptstadt der Kuomintang. Sie schlossen die Stadt ein und ließen Flugblätter abwerfen, die die Verteidiger zur Übergabe aufforderten. Die Japaner bombardierten Nanking bei Tag und bei Nacht. Um 17 Uhr am 12. Dezember befahl der chinesische Stadtkommandant den Rückzug der Truppen. Der Rückzug verlief ungeordnet. Die Soldaten entledigten sich ihrer Waffen und Uniformen. Zum Teil überfielen sie Zivilisten um an zivile Kleidung zu gelangen. Die Panik ergriff auch die Bevölkerung und so versuchten Soldaten und Zivilisten zum Jangtsekiang zu fliehen. Dabei wurden sie sogar von eigenen Truppen beschossen. Am Jangtsekiang standen kaum Transportmittel zur Verfügung, so dass ein Abtransport der Truppen kaum möglich war. Bei den panischen Versuchen die Boote zu besteigen ertranken viele Menschen in dem kalten Fluss.

Am 13. Dezember besetzten die japanischen Truppen Nanking. In dem darauf folgenden, drei Wochen andauernden Massaker von Nanking wurden vermutlich mehr als 300.000 chinesische Zivilisten ermordet. Chiang Kai-shek ließ die Hauptstadt in das entfernte Chongqing verlagern. Chongqing stand jedoch nicht unter seiner Kontrolle, sondern wurde von Bandenchefs beherrscht. Die Japaner bombardierten die Stadt ununterbrochen, bis es den Sowjets gelang, eine halbwegs effektive Luftabwehr einzurichten. Danach flogen sowjetische und chinesischen Piloten sogar vereinzelte Gegenangriffe bis nach Taiwan.


schreiendes Kleinkind nach einem Bombenangriff auf Shanghai, 28. August 1937

Viele chinesische Kommandanten fürchteten einen Angriff der japanischen Truppen und räumten daher ihre Gebiete. Da die chinesische Industrie und das Militär unterentwickelt waren und der Bürgerkrieg eine einheitliche Führung und Entwicklung unterdrückte, war es der chinesischen Armee nicht möglich, die japanischen Truppen in einer großen Feldschlacht anzugreifen. Stattdessen versuchte man in der ersten Phase des Krieges, Industrie und große Truppenteile zu evakuieren, um so Streitkräfte aufbauen zu können, mit denen man den japanischen Truppen entgegen treten könnte. Mit kleineren Angriffen, Häuserkämpfen in den Städten und unter Ausnutzung des großen Gebietes wurde versucht, den Vormarsch der Japaner zu bremsen. Ab 1938 wurde die Taktik des magnetischen Krieges eingesetzt. Dabei sollten die japanischen Truppen an bestimmte Positionen (die als Magnet dienen sollten) gelockt werden, wo sie leichter angreifbar wären oder wo zumindest ihr Vormarsch verlangsamt werden konnte.

Im Januar 1938 verkündete die japanische Regierung nach dem endgültigen Scheitern von Verhandlungen, dass man die nationale chinesische Regierung auslöschen werde. Japan entschloss sich zu einer Offensive in Richtung Wuhan. Um diese Offensive zu ermöglichen, sollten zunächst die wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte im Norden erobert werden. Um die Stadt Xuzhou, einen wichtigen Knotenpunkt, zu erobern, versuchten die japanischen Soldaten zunächst, die chinesische Garnisionsstadt Tai'erzhuang zu erobern. Doch die chinesischen Truppen ließen die Japaner in eine Falle laufen und kesselten die japanischen Truppen in der Schlacht um Tai'erzhuang ein. Nach chinesischen Angaben fielen etwa 30 000 japanische Soldaten. Dies war die erste größere Niederlage der Japaner in diesem Krieg. Zwar konnte die Stadt in einem zweiten Anlauf am 19. Mai erobert werden und auch die Schlacht um Xuzhou ging siegreich für die Japaner aus, aber der Mythos von der Unbesiegbarkeit Japans war gebrochen. Die chinesischen Truppen hatten es versäumt, den Überresten der japanischen Truppen nachzustellen, ansonsten hätte eine erneute Offensive gegen die Städte wohl noch länger gedauert. Die japanische Regierung verhängte im April 1938 die Mobilmachung.


Curtiss P-40 Kampfflugzeuge der Flying Tigers, 1942

Am 9. Juni 1938 ließ Chiang Kai-shek die Staudämme des Gelben Flusses aufbrechen und so das Land überfluten. Er hoffte, dass dies den japanischen Vormarsch bremsen würde. Da die Zivilbevölkerung nicht gewarnt wurde, kam es zu etwa 890 000 Toten in der eigenen Bevölkerung, 4 000 Dörfer und 11 Städte wurden zerstört sowie etwa 12 Millionen Menschen obdachlos. Dadurch veränderte sich sogar der komplette Flussverlauf, bis die Deiche am 15. Mai 1947 repariert wurden. Die Überflutungen schafften es aber die japanische Kampagne gegen Wuhan für Monate zu unterbrechen.

Am 25. Oktober eroberten die Japaner Wuhan unter großen Verlusten. Kurz darauf gelang die Eroberung Kantons, ohne auf größeren Widerstand zu stoßen. Der japanische Generalstab hatte gehofft, dass China sich nun geschlagen geben würde. Diese Vorstellung war jedoch weit von der chinesischen Strategie entfernt. Da die Kapitulation nicht erfolgte, wurde den japanischen Strategen bewusst, dass der Krieg deutlich länger als geplant andauern würde.

Die Japaner hatten weder den Willen noch die Möglichkeiten, China zu verwalten. Deshalb setzten sie im März 1940 eine Marionettenregierung unter Wang Jingwei in Nanking ein, um die japanischen Interessen zu vertreten. Wang Jingwei war zuvor der Vizegeneral Chiang Kai-sheks gewesen, jedoch am 18. Dezember 1938 aus Chongqing geflohen. Angesichts der Brutalität der Japaner war das Marionetten-Regime in der Bevölkerung extrem unpopulär.

Die kommunistische Partei unter Mao Zedong war 1935 vor der Kuomintang im Langen Marsch nach Yan'an geflohen und baute dort nun eine neue Basis auf. Im Gegensatz zu der üblichen kommunistischen Strategie schloss man sich auch mit den Großgrundbesitzern und den Mittelständlern zusammen. Milde Reformen trugen dazu bei, auch die arme Landbevölkerung auf die Seite der Kommunisten ziehen. Es wurde eine Antijapanische Universität gegründet, in der Maos Lehren unterrichtet wurden, aber auch eine militärische Ausbildung erfolgte. Die Kommunisten führten einen intensiven Guerilla-Krieg, auf den die Japaner mit der Zerstörung von Dörfern und der Tötung von Mitgliedern der kommunistischen Partei reagierten. Offene Schlachten wurden mit Ausnahme der Hundert-Regimenter-Offensive und der Schlacht um Pingxingguan weitgehend vermieden. Vermutlich versuchten sowohl die Kuomintang als auch die Kommunisten, ihre Truppen und Ausrüstung für den Einsatz im Bürgerkrieg zu schonen.

Die Kuomintang litt zudem unter extremer Korruption auf allen Ebenen. Unter anderem wurden Waffen und Nahrungsmittel veruntreut, was die ohnehin miserable Truppenmoral und Ausrüstung weiter verschlechterte.


Wang Jingwei, der Vorsitzende der durch Japan eingesetzten chinesischen Regierung, zusammen mit einer deutschen Gesandtschaft

1940 erreichten die Kämpfe eine Pattsituation. Japan hielt den östlichen Teil Chinas besetzt und litt unter Guerilla-Attacken. Den Rest Chinas teilte sich die Kuomintang unter der Führung von Chiang Kai-shek) mit Mao Zedongs Kommunistischer Partei.

1941 zerbrach die Einheitsfront, nachdem es immer wieder zu Kämpfen zwischen Kuomintang und Kommunisten gekommen war. Die Japaner verfehlten indessen trotz der Eroberung Burmas und der Sperrung der Burmastraße nach Chongqing ihr Ziel, Chongqing vom Nachschub abzuschneiden. Zwar wurde eine nationalchinesische Gegenoffensive in Burma vereitelt, doch die Alliierten richteten stattdessen von Indien aus die Assamstraße nach Chongqing ein.

Die USA tendierten anfänglich dazu, Japan zu unterstützen. Nach Berichten über japanische Kriegsverbrechen und dem Panay-Vorfall sowie der Beeinträchtigung der amerikanischen Öl-Interessen in China schlug die Stimmung jedoch um. Amerika verhängte ein Stahl- und Öl-Embargo über Japan und unterstützte die nationalchinesische Fraktion militärisch mit den Flying Tigers. Das Embargo machte es für die Japaner unmöglich, ihre Aktionen in China fortzusetzen und führte in der Folge zum Angriff auf Pearl Harbor.

Nach diesem Angriff erklärten China und die USA Japan offiziell den Krieg. Dieser weitete sich nun auf den ganzen pazifischen Raum aus, was Japan zwang, auch auf anderen Kriegsschauplätzen zu kämpfen.

Die chinesische Kriegserklärung erfolgte offiziell erst am 8. Dezember 1941, da es sonst anderen Ländern nicht möglich gewesen wäre, China zu unterstützen, ohne die Neutralität zu verletzen. Das von den Japanern in Nanking eingesetzte Marionettenregime unter Chiangs Vize Wang Ching-wei erklärte 1943 seinerseits den USA und Großbritannien den Krieg. 1944 gingen die Japaner nochmals zur Offensive über und schufen eine fragile Landverbindung zwischen ihren Eroberungen in Nord- und Südchina.

Der amerikanische General Joseph Stilwell, der in China gelebt hatte und deswegen Chinesisch sprach, wurde der Kuomintang zur Unterstützung zur Seite gestellt und versuchte, die nationalchinesische Armee neu zu organisieren. Er stieß dabei jedoch immer wieder auf Probleme mit den Kommandanten der Kuomintang. Die USA lieferten Geld und Waffen, die jedoch zu großen Teilen verschwanden. Erst 1945 begann eine nationalchinesische Gegenoffensive.

Kuomintang und Kommunisten gewannen zunehmend die Kontrolle über die ländlichen Gebiete, während Japan die Städte und die Hauptverkehrswege an der Ostküste besetzt hielt.

Am 8. August 1945 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg und marschierte mit über einer Million Soldaten in der Mandschurei ein (Siehe Operation Auguststurm).

Im Sommer 1945 gingen die Kriegsparteien davon aus, dass sich der Krieg noch mindestens ein Jahr hinziehen würde, bis die USA ihn durch den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki schlagartig beendeten. Japan kapitulierte am 15. August 1945 und die japanischen Truppen in China ergaben sich offiziell am 9. September 1945. Zur Entwaffnung der Japaner waren bereits am 28. August nationalchinesische Truppen nach Burma und Indochina geschickt worden. Bis 1946 war beispielsweise Vietnam nördlich des 16. Breitengrades besetzt.

TheBlackman


12.3.2006 18:43:05
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Internationale Unterstützung

Die Beziehungen zwischen Deutschland und China waren vor dem Krieg sehr gut. Deutsche Militärberater (z.B. Hans von Seeckt) unterstützten die Modernisierung der chinesischen Armee und bildeten Truppen aus, die die späteren Elitetruppen der chinesischen Armee waren. Ein Großteil der Waffen wurde aus Deutschland importiert. Zu Beginn des Krieges hoffte China, dass Deutschland Japan Einhalt gebieten oder zumindest sich bemühen würde die militärischen Maßnahmen abzuschwächen. Doch Deutschland hielt sich aus dem Konflikt heraus, da es sich immer näher zu Japan stellte. So erkannte Deutschland Ende 1937 Mandschuko als Staat an.


Durch deutsche Militärberater zum Kampf gegen die Kommunisten ausgebildete Elitetruppe der Kuomintang

Die Sowjetunion unterstützte die chinesischen Truppen, da man die japanische Expansionspolitik in Asien fürchtete. So war Russland bereits 1904/1905 beim Russisch-Japanischen Krieg mit einer eigenen Expansionspolitik in Asien durch Japan abgewiesen worden. 1938/1939 kam es zu einem bewaffneten Grenzkonflikt in der Mandschurei zwischen Japan und der Sowjetunion. Selbst der nationalchinesische Regierung der Kuomintang stellte man Panzer, Flugzeuge und Piloten unter der Bedingung zur Verfügung, dass diese nicht gegen die Sowjetunion eingesetzt werden. Von 1937 bis zum Hitler-Stalin-Pakt 1939 lieferten die Sowjets über eine Luftbrücke von Alma Ata nach Lanzhou 985 Flugzeuge, 82 Panzer, 1317 Geschütze u.v.a.m. Bis 1940 waren unter dem Kommando von P.N. Anissimow 3665 Sowjetsoldaten u.a. als Piloten, Bodenpersonal und Luftabwehr im Einsatz. Die Sowjetunion unterstützte auch auf politischer Ebene China und versuchte, im Völkerbund Sanktionen gegen Japan zu bewirken.


Chiang Kai Shek mit seiner Frau und Lieutenant General Joseph Stilwell

Großbritannien versuchte sich wegen der Probleme in Europa aus einem Konflikt mit Japan herauszuhalten. Die USA unterstützen die Kuomintang ab 1941 militärisch mit den Flying Tigers. Die Flying Tigers waren eine Einheit freiwilliger US-Piloten, die den chinesischen Truppen Luftunterstützung bot. Claire Chennault, ein Major a.D. des US Army Air Corps, leitete die Gruppe und rekrutierte 100 Piloten und 200 Mann Bodenpersonal von den US-Streitkräften und besorgte 100 Curtiss P-40 Kampfflugzeuge. Es wurde auch geplant eine Bombereinheit zu formieren. Diese Pläne waren aber überholt, als es zum offenen Krieg zwischen Japan und den USA kam.

Während des zweiten Weltkrieges wurde China offiziell von den Alliierten unterstützt und die USA errichteten Flugbasen auf chinesischem Gebiet, von denen später unter anderem Japan bombardiert wurde. Die USA unterstützten China von 1941 bis 1945 mit über 5 Milliarden US-Dollar. Die Bürgerkriegsparteien lagerten aber viele Waffen ein, da man sich auf einen Entscheidungskampf im Bürgerkrieg vorbereitete.

Das US-Finanzministerium stand den Geldzahlungen wegen der hohen Korruption skeptisch gegenüber, nur aufgrund Chiang Kai-Sheks Drohung einen Separatfrieden mit Japan abzuschließen, wurden die Zahlungen gewährt.




Kriegsverbrechen


Nanking 1937: Selbstorganisiertes Beerdigungsteam


Die Japaner begingen während der Besetzung Chinas schwere Kriegsverbrechen. Nach der Besetzung Nankings kam es zu einem Massaker, bei dem nach Schätzungen bis zu 300 000 Menschen ermordet wurden. Es wurden Dörfer geplündert um die Truppen zu ernähren und auch niedergebrannt, vor allem in der Phase als die Chinesen stärker auf Guerillamethoden setzten.

Die Japaner zwangen Frauen aus China, Korea und weiteren Ländern als Prostituierte in den Kriegsbordellen zu arbeiten. Diese Frauen wurden euphemistisch Trostfrauen genannt.

Mit der Einheit 731 unterhielt Japan eine Einrichtung für die Forschung an biologischen- und chemischen Waffen, die schwere Kriegsverbrechen beging. So wurden chinesische Kriegsgefangene und Zivilisten für Menschenversuche missbraucht und biologische Waffen in mehreren Fällen eingesetzt. Japan setzte auch Senfgas und Arsenverbindungen ein.

Es kam aber auch zu Verbrechen der Chinesen an der eigenen Bevölkerung im Rahmen des andauernden Bürgerkriegs.

Die Kuomintang zwangsrekrutierte Männer im kampffähigen Alter. Da man befürchtete, dass diese fliehen könnten, wurden diese anneinandergefesselt und jedes kleine Vergehen mit drakonischen Strafen belegt. Die Armee verlor durch Unterversorgung an Nahrungsmitteln 1,5 Millionen Mann, diese war unter anderem auch durch Korruption des Offizierskorps zurückzuführen.


Zahlen/Folgen




Die Chinesen kehren nach Liuchow zurück, Juli 1945



Am 9. September 1945 kapitulierten die japanischen Einheiten in China, nach dem Japan bereits am 14. August 1945 kapituliert hatte.

So wie es die Alliierten 1943 auf der Kairo-Konferenz beschlossen hatten, fielen die Mandschurei und Taiwan zurück an China und Korea wurde ein unabhängiger Staat. Nur die Ryukyu-Inseln (heute Okinawa) erhielten nicht die versprochene Unabhängigkeit zurück.

Die Kuomintang kämpften in 22 Schlachten, in denen auf jeder Seite mehr als 100.000 Soldaten beteiligt waren, und in über 40.000 kleineren Gefechten. Die Kommunisten kämpften in 111.500 Gefechten unterschiedlicher Größe. Die Japaner verzeichneten rund 1,1 Millionen Gefallene, Verletzte und Vermisste. Die Chinesen verloren 3,22 Millionen Soldaten, 9,13 Millionen Zivilisten starben im Kreuzfeuer und 8,4 Millionen Zivilisten starben bei nicht-militärischen Zwischenfällen. China erlitt einen finanziellen Schaden von 383 Milliarden US-Dollar; dies entspricht dem mehr als 50-fachen des Bruttosozialprodukts Japans zu dieser Zeit. Der Krieg verursachte eine Anzahl von 95 Millionen Flüchtlingen.

Am 29. September 1972 wurde in Peking ein gemeinsames Kommunique von Japan und der Volksrepublik China unterzeichnet. Mit dem Kommunique wurden Beziehungen zwischen Japan und der VR China eröffnet und beide Staaten erklärten einen Verzicht auf Reparationen.

Der Bürgerkrieg ging nach der Kapitulation Japans weiter und in Folge dessen starben viele Menschen in Kämpfen oder an Hunger und ähnlichen Problemen, weil keine geregelte Verwaltung existierte.

Die Sowjetunion, die in Vereinbarung mit China im Jalta Abkommen in die Mandschurei einmarschiert war, baute in den besetzten Gebieten massiv die Industrie ab und half der kommunistischen Partei, sich der zurückgelassenen Waffen der japanischen Einheiten zu bedienen. Die kommunistische Partei war während des Krieges von 100.000 Mitgliedern (1937) auf über 1,2 Millionen (1945) angewachsen und konnte die Kuomintang bis 1949 besiegen und nach Taiwan vertreiben.

Bis heute gibt es in der chinesischen Bevölkerung tiefe anti-japanische Ressentiments. Dies ist unter anderem eine Folge der japanischen Vergangenheitsbewältigung, so werden Kriegsverbrechen bis heute geleugnet oder heruntergespielt und beteiligte Einheiten mit Ehrenmahnmalen ausgezeichnet.

Im April 2005 kam es zu Ausschreitungen gegen japanische Einrichtungen, weil Japan Schulbücher einführen wollte, die die japanischen Kriegsverbrechen als „Zwischenfall“ verharmlosten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Japanisch-Chinesischer_Krieg

TheBlackman


12.3.2006 18:46:51
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Das Massaker von Nanking


Das Massaker von Nanking (chin. 南京大屠杀/南京大屠殺 Nánjīng dàtúshā; jap. 南京大虐殺 Nankin daigyakusatsu), auch als Vergewaltigung von Nanking bezeichnet, war ein Kriegsverbrechen der damaligen japanischen Besatzer, bei dem vermutlich bis zu 300.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und 20.000 (manche Quellen: 80.000) Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden.

Das Massaker fand nach der Besetzung Nankings am 13. Dezember 1937 durch japanische Truppen im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg statt.


Die japanischen Truppen erreichten Nanking um den 8. Dezember und schlossen die Stadt ein. Sie liessen Flugblätter abwerfen, die die Verteidiger zur Übergabe der Stadt aufforderten. Einige in der Stadt verbliebene Ausländer hatten ein Internationales Komitee für die Sicherheit von Nanking gegründet. Als Vorsitzender wurde der deutsche Geschäftsmann John Rabe gewählt. Seine Wahl wurde wohl deswegen begünstigt, weil man sich ausrechnete, dass ein Deutscher und ein NSDAP-Mitglied mehr Einfluss auf die Japaner nehmen konnte, da Japan und Deutschland 1936 den Antikomintern-Pakt unterzeichnet hatten. Das Komitee bestand zum größten Teil aus Geschäftsleuten und Missionaren. Viele Journalisten und Ausländer verließen das eingeschlossene Nanking. Die Japaner bombardierten Nanking bei Tag und bei Nacht. Dies schwächte die Moral der chinesischen Truppen. Um 17 Uhr am 12. Dezember befahl der chinesische Stadtkommandant den Rückzug der Truppen. Der Rückzug verlief ungeordnet. Die Soldaten entledigten sich ihrer Waffen und Uniformen. Zum Teil überfielen sie Zivilisten, um an zivile Kleidung zu gelangen. Die Panik ergriff auch die Bevölkerung, und so versuchten Soldaten und Zivilisten zum Jangtsekiang zu fliehen. Dabei wurden sie sogar von eigenen Truppen beschossen. Am Jangtsekiang standen aber kaum Transportmittel zur Verfügung, so dass ein Abtransport der Truppen kaum möglich war. Bei den panischen Versuchen, die Boote zu besteigen, ertranken viele in dem kalten Fluss. Viele Soldaten in Zivil befanden sich aber noch in der Stadt und es wird angenommen, dass das auch ein Grund für die späteren Vorfälle war.

Am 13. Dezember besetzten die japanischen Truppen Nanking.



Vorgänge

Viele Reporter und westliche Staatsbürger hatten Nanking verlassen, als die Stadt von den japanischen Truppen eingeschlossen wurde. Deswegen drangen wenig Nachrichten aus der Stadt. Die in der Stadt gebliebenen Reporter unterlagen einer strengen Zensur durch die japanischen Streitkräfte. So verschwiegen besonders die zahlreichen japanischen Reporter die Greueltaten, auch wenn nach dem Krieg viele ihr Schweigen brachen.

Die genauen Vorgänge und Opferzahlen sind bis heute umstritten (siehe Die heutige Bewertung).

Es wird berichtet, dass die japanischen Soldaten viele Zivilisten und Kriegsgefangene töteten. Besonders junge Männer suchten die Soldaten zusammen, da man sie verdächtigte in der chinesischen Armee gekämpft zu haben. Zeugen berichteten, dass viele Menschen am Ufer des Jangtsekiang erschossen oder mit Bajonetten erstochen wurden.

Nach Zeugenberichten kam es zu zahlreichen Vergewaltigungen von Frauen und Kindern. Es kam auch zu massiven Plünderungen und Brandschatzung.



Reaktion

Nachrichten drangen auf Grund der Zensur und des Mangels an unabhängigen Reportern kaum aus Nanking. Doch besonders das Internationales Komitee für die Sicherheit von Nanking versuchte die westliche Welt von den Vorgängen in Kenntnis zu setzen. Nachdem John Rabe im Februar 1938 von Siemens aus Nanking abgezogen wurde und wieder in Deutschland war, hielt er einige Vorträge über das Massaker und kontaktierte sogar Adolf Hitler. Er wurde daraufhin kurzzeitig von der Gestapo verhaftet.

Neben dem U.S.S. Panay Vorfall sorgten die Berichte über die japanischen Grausamkeiten für ein Umschwenken in den Beziehungen Japans zu den USA. Dies führte dazu, dass die USA ein Handelsembargo gegen Japan verhängten und später mit den Flying Tigers, einer freiwilligen Truppe, in den Krieg eingriffen. Besonders das Handelsembargo wird heute als Grund für den japanischen Angriff auf Pearl Harbor angesehen.




Die heutige Bewertung

Der Umfang des Massakers ist bis heute noch umstritten und eine symbolische Krise in Ostasien. In den japanischen Kriegsverbrecher-Prozessen wurde von „mehr als 200.000 Opfern“ und von „mehr als 100.000 Opfern“ gesprochen. In nationalistischen Kreisen in Japan wird hingegen von einer deutlich niedrigeren Anzahl an Opfern ausgegangen. Die verschiedenen Opferzahlen leiten sich her aus Beobachtungen japanischer Soldaten, Reportern sowie chinesischer und westlicher Bewohner Nankings während des Massakers (die alle nur grobe Schätzungen liefern konnten), Aufzeichnungen über Beerdigungen (bei denen nicht zwischen Soldaten und Zivilisten unterschieden wurde) und unterschiedlichen Ansichten darüber, welches Gebiet und welcher Zeitraum dem Ereignis zugerechnet werden sollen.

In China war nach der Normalisierung der chinesisch-japanischen Beziehungen 1972 aus wirtschaftlich-politischen Gründen eine öffentliche Debatte über das Massaker unerwünscht. Erst nach der Machtübernahme von Jiang Zemin änderte sich dies.

In Japan wurde die Debatte seit den 1970er Jahren heftig geführt. Anfangs bestritten Revisionisten aus dem nationalistischen Lager das Auftreten eines Massakers überhaupt und bezeichneten die Berichte darüber als chinesische Propaganda. Sie verloren jedoch ihre Glaubwürdigkeit, nachdem sich herausstellte, dass einer ihrer führenden Vertreter, der Historiker Tanaka Shōmei, massiv Aufzeichnungen gefälscht und verändert hatte. Auch Aufzeichnungen der japanischen Armee und Augenzeugenberichte japanischer Soldaten bewiesen zweifelsfrei, dass sich in Nanking ungeheuerliche Grausamkeiten ereignet hatten. Seit Beginn der 1990er Jahre dreht sich die Diskussion im wesentlichen (abgesehen von einigen unverbesserlichen Revisionisten) nur noch um die letztendlich unentscheidbare Frage nach der Zahl der Opfer und darum, wie viel Platz das Ereignis in Geschichtsbüchern einnehmen soll.

Immer wieder gibt die Bewertung des Massakers in japanischen Schulbüchern Anlass zu Protesten in China. Zuletzt kam es am 9. April 2005 sogar zu Ausschreitungen gegen japanische Einrichtungen, weil die japanische Regierung Schulbücher zugelassen hatte, die das Massaker als „Zwischenfall“ verharmlosten. Dabei gibt es aber Vorwürfe, dass die Proteste von der chinesischen Regierung gelenkt wurden.

Eine im August 2005 herausgegebene Studie, durchgeführt unter Mitarbeit der Tokioter Universität, fand, dass die meisten Chinesen mit Japan zuvorderst das Nanking-Massaker in Zusammenhang bringen.

Besonders konservative Kreise in Japan beschuldigen China, das Massaker als Druckmittel in politischen Verhandlungen zu benutzen.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nanking

TheBlackman


12.3.2006 18:56:58
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Damit ihr die genannten Orte auch geographisch einordnen könnt, hier noch eine Übersicht der japanischen Eroberungen in China bis 1940:

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