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kunst im wilhelminischem kaiserreich

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AutorBeitrag

murph


13.4.2006 22:57:47
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wir haben ein geschichtsprojekt, in dem wir die kunst in der wilhelminischen kaiserzeit präsentieren sollen.
da ich aus anderen quellen erfahren hab, dass das 19 jhd das jahrhundert der künstler gewesen war, willte ich fragen,
wieviel die leute damals im verhältnis für kunst ausgegeben haben?
und worauf man nie verzichten kann: worüber auf jeden fall reden?
das ist, was ich habe:
-missbrauch der kunst
-missbrauch des nationalgefühls (1933-1945)  (ist ja damals auf kaisers mist gewachsen)
-impressionismus
-kubismus
-letzter abschnitt vor der "neuen musik"

merlin61


13.4.2006 23:44:42
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-missbrauch des nationalgefühls (1933-1945)  (ist ja damals auf kaisers mist gewachsen)
Um mit den Themen Kaiser und Nationalgefühl auf dessen ("mutmaslichen") Missbrauch im III.Reich zu kommen,
muss man für meinen Geschmack aber schon ganz schön wild an der Deutschen Geschichte herumkonstruieren.

Vor allem dann, wenn man dabei auch berücksichtigt, ab wann ein Nationalgefühl als solches empfunden wurde.
Die Ereignisse im Jahr 1871 könnten aber bei der Auflösung dieses Rätsels evtl. hilfreich sein - vermute ich mal



P.S.
Von 1871 bis in die Jahre 1933 - 1945 ... UND danach, ist aber noch einiges mehr passiert,
was nicht wenig zu einem Nationalgefühl beigetragen hat - oder dies auch nur in Frage stellt.

bani


14.4.2006 08:48:48
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was willste bei der heutigen Schulbildung auch erwarten!

Möchte nicht in ein Geschichtsbuch von heute reinsehen - dagegen dürften unserer DDR-Bücher reine Orakel gewesen sein ...

murph


14.4.2006 09:27:37
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ich weiß, das zwischendurch auch noch andere leute regiert haben in der weimarer republik, aber das ist keine antwort auf meine frage...
kann aber mal kucken, wie direkt andere das sehen. als ich meine geschichtslehrerin gefragt habe, ob dass so sei, hat sie nicht widersprochen.
(heutige schulbildung: ein lehrer streicht mir "anliegende häuser" an begründung: falsches deutsch, das wort anliegend gibt es nicht!---und da soll ich was lernen-hans-geiger-gymnasium-kiel

bani


15.4.2006 00:07:20
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Und ich hab unsere Lehrer damals für bescheuert gehalten ... 

Jan-Hendrik


15.4.2006 11:19:27
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Mein Geschichtsleerer wollt mir ja auch damals erzählen , das man nur als Adliger Offizier bei der Kaiserliichen Marine werden konnte 

Nachdem ich ihm bewiesen habe das er sch... erzählt hatte hatte ich in der Endnote automatisch 1-2 Punkte weniger ...

In der Abschlußprüfung konnt ich mich wenigstens dafür rächen 


Jan-Hendrik

waldi44


15.4.2006 11:57:01
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Das mit den adligen Offizieren stimmt im Prinzip schon, aber eben nur im Prinzip. In der Realität kam man mit dem Aufkommen des Dampfschiffes gar nicht mehr umhin auch bürgerliche in den Offiziersrang aufsteigen zu lassen.
So viele Adlige mit Dampfmaschinenkenntnisse hatte man nun wohl doch nicht. Auch die Artillerie verlangte zunehmend   hand-werkliche und mathematische Kenntnisse, mit denen die Herren von Adel auch so ihre Probleme hatten.
Deshalb entstand so um 1860 die Klasse der "Deckoffiziere". ZT. waren das auch Maate oder Obermaate und die kamen bekanntlich aus den niederen Volksschichten.
Die Ränge der Seeoffiziere aber blieben lange Zeit wohl doch dem Adel oder doch den gehobeneren Kreisen (hmm, "gehobene Kreise" waren damals wohl alles Adlige, oder?) vorbehalten, wobei es auch da Ausnahmen gegeben haben mag. Deckoffiziere wurden von ihren "Kameraden", den Seeoffizieren meist als minderwertige Offiziere angesehen. Man war meist auch getrennt untergebracht und speisste auch getrennt! Es gab Deck- und Oberdeckoffiziere, wobei sich das "Ober" werder auf den Beruf "Ober", noch auch das "Oberdeck" bezig .
Auch die Mähr, dass Deckoffiziere besonders potente Männer waren, ist nicht bewiesen !

Jan-Hendrik


15.4.2006 11:58:50
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Viele "Bürgerliche" sind doch grade deshalb zur Marine gegangen WEIL sie dort eine Chance auf eine Offizierskarriere hatten ...

Jan-Hendrik

waldi44


15.4.2006 12:13:05
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Nunja, vielleicht irritieren solche Namen wie: v. Seydlitz, v. Tirpitz, v. Spee.

bani


15.4.2006 12:31:01
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waldi44 schrieb:
... Auch die Mähr, dass Deckoffiziere besonders potente Männer waren, ist nicht bewiesen !



Aber Waldi - sonst würden sie ja wohl nicht so genannt werden! 

Um Offizier zu werden, mußte man übrigens nirgendwo adlig sein!
Selbst in Gardeverbänden war das keine Vorraussetzung.

Ich errinne hier nur an den Reichsstatthalter von Bayern, Franz Ritter von Epp.
Der wurde im WK I sogar Kommandeur des königl. bay. Leib Inf.-Rgt.!
Und seinen "Ritter von" erhielt ja erst zusammen mit MMJO ...
Vorher war er auch nur Franz Epp - und das hat seiner Karriere in keiner Weise geschadet!

Andi


15.4.2006 12:51:03
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bani schrieb:
Ich errinne hier nur an den Reichsstatthalter von Bayern, Franz Ritter von Epp.
Der wurde im WK I sogar Kommandeur des königl. bay. Leib Inf.-Rgt.!
Und seinen "Ritter von" erhielt ja erst zusammen mit MMJO ...
Vorher war er auch nur Franz Epp - und das hat seiner Karriere in keiner Weise geschadet!

Sachen gibt's 

murph


19.4.2006 21:44:11
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Vielen Dank für die Offiziersinformationen!
Wir haben doch glatt das Thema in der Stunde angesprochen, und auch sie war der  Meinung, das nur Adlige Offiziere werden konntren :-D

bani


19.4.2006 22:00:53
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Die gute soll mal nicht nur ihre Pflichtlektüre lesen sondern sich vielleicht mal 'ne Rangliste aus der Kaiserzeit vornehmen!

Die würde sich wundern, bei wie vielen Namen da ein Titel fehlt!
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