Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 24.10.2005 bis zum 19.04.2010. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

5. Imperialismus und Erster Weltkrieg

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30.4.2006 16:34:25
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Sorry für Doppelpost, aber ich hab leider zu erst in den Industrielalisierungsthread gepostet, obwohl das dort gar nicht reingehört....

1. Imperialismus - Expansion im Industriezeitalter - Begriffe

Flottenbauprogramm: Tirpitz' Ziel war der Bau einer Risikoflotte (Die Flotte sollte im Falle eines Angriffs ein Risiko für England darstellen)

Flottenbauprogramm: Wettrüsten mit Großbritannien

Flottenbauprogramm: Eines der bekanntestes Flottenbauprogramme war das des Admiral von Tirpitz im Deutschen Reich unter Kaiser Wilhelm II.

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Zweite Marokkokrise: Durch diese Krise wurde die außenpolitische Isolation des Deutschen Reichs in Europa weiter verschärft

Zweite Marokkokrise: Krise wurde am 18. November 1911 mit dem Marokko-Kongo-Vertrag beigelegt

Zweite Marokkokrise: wurde 1911 durch die Entsendung des deutschen Kriegsschiffs SMS Panther nach Agadir ausgelöst

Zweite Marokkokrise: Panthersprung nach Agadir

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Erste Marokkokrise: Kaiser Wilhelm II. besuchte am 31. März 1905 demonstrativ Tanger, um der Forderung nach einem deutschen Mitspracherecht in Marokko zu verleihen

Erste Marokkokrise: entstand, nachdem der Abschluss eines Bündnisses zwischen Frankreich und Großbritannien den französischen Einfluss in Marokko absicherte Sudan-Vertrag

Erste Marokkokrise: 1905-1906

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Imperialismus: bedeutet eigentlich Weltreich-/Kolonialreich-Bildung nach dem Muster des Imperium Romanum der Antike

Imperialismus: ein universelles Phänomen

Imperialismus: können ökonomische, sozioökonomische, bevölkerungspolitische, sozialpolitische, nationalistische und geistig-kulturelle Motive zugrunde liegen

Imperialismus: Bestrebungen eines Staates, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen

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Rassismus: moderne Rassismus bildete sich in der Folge der Aufklärung im 18. Jahrhundert heraus

Rassismus: Form der Unterdrückung und Ausbeutung

Rassismus: negativ besetzt

Rassismus: jede Theorie und Praxis verstanden, welche Menschen auf Grund realer körperlicher (wie Hautfarbe, Gesichtszüge) oder zugeschriebener Merkmale (wie Mentalität) in "Rassen" von unterschiedlichem Status zuteilt

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Sozialdarwinismus: heute mehrheitlich als amoralisch und antisozial angesehen

Sozialdarwinismus: ein Wesensmerkmal des Rechtsextremismus

Sozialdarwinismus: Auf gesellschaftlicher Ebene wurde der Sozialdarwinismus zur Rechtfertigung von Imperialismus und Rassismus herangezogen

Sozialdarwinismus: Theorie wurde vor allem im angelsächsischen Raum und insbesondere in den USA auf ökonomischer Ebene zur Rechtfertigung des „uneingeschränkten Kapitalismus“ herangezogen

Sozialdarwinismus: durch den britischen Naturforscher Charles Darwin bekanntgewordene Evolutionstheorie aus der Biologie auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Phänomene übertragen

Sozialdarwinismus: heute wissenschaftlich diskreditierte gesellschaftswissenschaftliche Theorie

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Weltmacht: Die USA gelten heute gemeinhin als einzig verbliebene Weltmacht

Weltmacht: Als erste Weltmacht gilt das Römische Reich

Weltmacht: Fähigkeit Atombomben weltweit einsetzen zu können

Weltmacht: Faktor für eine globale Machtausübung sind bis auf den heutigen Tag unter anderem die Seestreitkräfte

Weltmacht: Kolonien als Anzeichen für eine Weltmacht

Weltmacht: Voraussetzung für eine Weltmacht gelten im allgemeinen neben der nötigen militärischen Stärke, wirtschaftliche Entwicklung, politischer Einfluss und kulturelles Engagement

Weltmacht: Staat, der eine Großmacht ist und seine Macht weltweit oder zumindest in vielen Teilen der Welt zur Geltung bringen kann

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Sendungsbewusstsein: Überzeugung anderer Menschen von der Richtigkeit der eigenen Auffassung, aus einer superioren (als überlegen gedachten), nicht in frage gestellten und nicht zur Diskussion zugelassenen Position

Sendungsbewusstsein: Anspruch und das Gefühl der Verpflichtung, das von ihm selbst Erreichte den anderen mitzuteilen

Sendungsbewusstsein: vorhandene Gewissheit, der im eigenen Raum und der eigenen Lehre und Anschauungen ausgebildete Lebensstil sei dermaßen vorbildlich und vorteilhaft, dass er daher auf andere Völker oder Gruppierungen oder auch Einzelne ausgedehnt werden müsse

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Nationalismus: oft die Überhöhung der eigenen Nation verstanden.

Nationalismus: eine politische Ideologie, die auf eine Kongruenz zwischen einer (meist ethnisch definierten) Nation und einem Staatsgebilde abzielt

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Hunnenrede: Wilhelm II. in der "Hunnenrede" die deutschen Truppen zu einem rücksichtslosen Rachefeldzug in China aufgefordert hat

Hunnenrede: "Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!"

Hunnenrede: Anlass dafür war die Verabschiedung des deutschen Ostasiatischen Expeditionskorps zur Niederschlagung des Boxeraufstands im Kaiserreich China

Hunnenrede: von Wilhelm II. am 27. Juli 1900 in Bremerhaven gehalten

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Boxeraufstand: Boxer machten die Ausländer, in zweiter Linie die chinesischen Christen für die Störungen der natürlichen Umwelt und der sozialen Harmonie verantwortlich

Boxeraufstand: Heiße Phase des Aufstandes fand in der Zeit von April bis August 1900 statt

Boxeraufstand: fremdenfeindliche chinesische Bewegung

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Deutsche Kolonien: Togoland 1884-1919, (heute Togo, Ghana-Westteil) erworben durch Dr. Gustav Nachtigal

Deutsche Kolonien: Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) 1884-1918, erworben durch Franz Adolf Eduard Lüderitz

Deutsche Kolonien: Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi, Mocambique-Ruvuma-Dreieck) 1885-1919, erworben durch Carl Peters

Deutsche Kolonien: Deutschland tritt erst im 19. Jahrhundert als Kolonialmacht in Erscheinung

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Ressource: In der Volkswirtschaftslehre werden als Ressourcen typischerweise Arbeit und Kapital als Produktionsfaktoren betrachtet

Ressource: Meist werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Rohstoffe, Boden, Energie oder Personen verstanden

Ressource: Mittel bezeichnet, das benötigt wird, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen

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Kolonie: ein auswärtiges abhängiges Gebiet eines Staates ohne eigene politische und wirtschaftliche Macht

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Expansion: bedeutet Ausdehnung

Expansion: lat. expandere: „ausweiten“

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Industriezeitalter: Bevölkerungswachstum in bisher unbekannter Höhe und die stürmisch einsetzende Industrialisierung leiten in Deutschland ab etwa 1850 eine Epoche extremen Städtewachstums ein

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Großmacht: global - Supermacht - zB USA

Großmacht: militärische Macht betrachtet, es können aber auch andere Aspekte der Macht (zum Beispiel wirtschaftliche Macht) in Frage kommen

Großmacht: Staat, der im Vergleich zu anderen Staaten mehr Macht hat

1. Imperialismus - Expansion im Industriezeitalter

und das Streben nach Weltmacht unter Wilhelm II.: krisenhafte Situationen zeichnen sich ab, die zum Ersten Weltkrieg führen sollten.

und das Streben nach Weltmacht unter Wilhelm II.: Flottenbauprogramm, einvernehmliche Ausbeutung Chinas, Bau der Bagdadbahn, Marokkokrisen, deutsche Ambitionen in Afrika.

und das Streben nach Weltmacht unter Wilhelm II.: Außenpolitik nahm immer offensivere Züge an.

und das Streben nach Weltmacht unter Wilhelm II.: Kaiser proklamierte Anspruch auf deutsche Weltmachtstellung.

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Die Kolonialpolitik Bismarcks: Bismarck erwarb trotzdem Kolonien. Aus ökonomischen und innenpolitischen Gründen. Keine Weltmachtstellung.

Die Kolonialpolitik Bismarcks: Bismarck wollte keine Konfrontation mit anderen Großmächten auf kolonialem Gebiet.

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Deutscher Imperialismus: Deutsches Reich tritt erst spät das "Wettrennen" um Aufteilung der Welt an.

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Sozialdarwinismus und Rassismus: scheinbar wissenschaftlich fundierte Rechtfertigungsideologie für Herrschaft über angelblich minderwertige Völker.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Geschichte sei durch Kampf zwischen höheren und niederen Rassen bestimmt.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Schöpferische Krafte besäße nur die weiße Rasse.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Grundprinzip: Kampf ums Dasein und Recht des Stärkeren.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Nur die Besten sollten sich durchsetzen und überleben.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Auslese der biologisch schwächeren Art.

Sozialdarwinismus und Rassismus: Weltmachtanspruch wurde in England und Deutschland durch Sozialdarwinismus verstärkt.

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zivilisatorisches Sendungsbewusstsein: Kampf gegen in Afrika übliche Sklaverei sah man sich als Wegbereiter christlich-humaner Werte.

zivilisatorisches Sendungsbewusstsein: christliche Missionisierung spielte dabei eine wichtige Rolle.

zivilisatorisches Sendungsbewusstsein: wilde Völker müssen zivilisiert werden. Fortschritt muss ihnen gebracht werden.

zivilisatorisches Sendungsbewusstsein: "Bürde des weißen Mannes".

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Rechtfertigungsideologien: Nationalismus: Nationale Einigung Deutschlands müsse durch eine Weltmachtpolitik abgerundet werden.

Rechtfertigungsideologien: Nationalismus: Mittelschicht wollte eine Weltmachstellung der Nation.

Rechtfertigungsideologien: Nationalismus: Ausweitung der liberalen Idee von Freiheit auf nationale Macht.

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Veränderungen in abhänigen Ländern: Es war Kapital gefährdet.

Veränderungen in abhänigen Ländern: Briten übernehmen in Ägypten Waffengewalt.

Veränderungen in abhänigen Ländern: Gruppen oder Regierungen brachen zusammen, so dass Europäer selber die Macht ergriffen für die Sicherheit.

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Indirekte Herrschaft: das Beispiel China: China blieb bis 1949 in einem halbkolonialen Zustand.

Indirekte Herrschaft: das Beispiel China: Boxeraufstand von Europa einmütig zusammengeschlagen.

Indirekte Herrschaft: das Beispiel China: China der Selbstständigkeit beraubt und Verträge aufgezwungen.

Indirekte Herrschaft: das Beispiel China: China ist ein treffendes Beispiel.

Indirekte Herrschaft: das Beispiel China: Auch indirekte Kontrolle fremder Mächte.

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Direkte Herrschaft und Aufteilung der Welt: Während des Prozesses der Aufteilung kam es zu Reibereien zwischen den Mächten.

Direkte Herrschaft und Aufteilung der Welt: England will Kolonialreich von Nord nach Süd, Frankreich von West nach Ost. Deutschen wollten mittelafrikanisches Kolonialreich.

Direkte Herrschaft und Aufteilung der Welt: In Afrika überschnitten sich Expansionslinien der Deutschen, Franzosen und Engländer.

Direkte Herrschaft und Aufteilung der Welt: Fremde Gebiete einfach annektiert.

Direkte Herrschaft und Aufteilung der Welt: Welt wurde fast vollständig zwischen aufgeteilt.

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Mächterivalitäten in Europa: Kolonialpolitik sollte zwischenstaatliche Reibungen in Europa nach außen ablenken.

Mächterivalitäten in Europa: Erhebliche Spannungen zwischen den Staaten waren die Folge.

Mächterivalitäten in Europa: Versuch altes Machtgleichgewicht wiederherzustellen oder gewonnen Macht zu sichern.

Mächterivalitäten in Europa: Frankreich und Österreich Verlierer der Reichseinigungskriege.

Mächterivalitäten in Europa: England wuchs mit Deutschland ein erstzunehmender Rivale.

Mächterivalitäten in Europa: Mächtegleichgewicht von 1815 war nach Gründung des Deutschen Reiches gestört.

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Wirtschaftliche und soziale Veränderungen: neue Absatz und Investitionsmärkte.

Wirtschaftliche und soziale Veränderungen: erfolgreiche Kolonialpolitik, Ablenkung von inneren Problemen.

Wirtschaftliche und soziale Veränderungen: Kolonien gegründet um Ressourcen auszubeuten.

Wirtschaftliche und soziale Veränderungen: Ausbreitung der Wirtschaft erschien zwangsläufig.

Wirtschaftliche und soziale Veränderungen: Optimismus und Fortschrittsglaube, da sich Gesellschaft rasant ändert.

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Ursachen des Imperialismus: 2. Machtbestrebungen und Expansionskräfte, hervorgerufen durch das internationale Mächtesystem.

Ursachen des Imperialismus: 1. öknomische und soziale Veränderungen innerhalb der Gesellschaft.

Ursachen des Imperialismus: 2 Ursachen für Expansion der Großmächte.

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30.4.2006 16:39:27
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2. Der Erste Weltkrieg - die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" - Begriffe

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Novemberrevolution: formellen Abschluss fand die Revolution am 11. August 1919 mit der Verabschiedung der neuen Weimarer Reichsverfassung

Novemberrevolution: erzwang am 9. November 1918 die Abdankung des Deutschen Kaisers Wilhelm II.

Novemberrevolution: erfasste in wenigen Tagen ganz Deutschland

Novemberrevolution: Revolution begann als Matrosenaufstand in Wilhelmshaven und Kiel

Novemberrevolution: von 1918 führte am Ende des Ersten Weltkriegs zur Umwandlung des Deutschen Reiches von einer konstitutionellen Monarchie in eine parlamentarisch-demokratische Republik

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Oberste Heeresleitung: Macht der 3. OHL ging so weit, dass das Deutsche Reich 1917 und 1918 faktisch eine Militärdiktatur war

Oberste Heeresleitung: Oberster Befehlshaber des Heeres war zwar laut Gesetz Kaiser Wilhelm II., jedoch entschied die aus Generälen bestehende OHL recht unabhängig

Oberste Heeresleitung: höchste Kommandoebene der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg

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Das Dreiklassenwahlrecht galt auch bei Kommunalwahlen in Teilen Preußens, was u.a. dazu führte, dass Alfred Krupp in Essen allein die Abgeordneten der ersten Abteilung wählen konnte.

Das Dreiklassenwahlrecht war indirekt.

Das Dreiklassenwahlrecht war öffentlich und mündlich, somit nicht geheim.

Das Dreiklassenwahlrecht unterteilte die Wähler direkt nach ihrem Steueraufkommen in drei Klassen.

Das Dreiklassenwahlrecht galt für Preußen, Braunschweig, Waldeck und Sachsen (hier bis 1909).

Das Dreiklassenwahlrecht ist ein Klassenwahlrecht, das 1849 von Friedrich Wilhelm IV. zur Wahl der Zweiten Kammer (Landtage) eingeführt wurde und bis 1918 in Kraft blieb.

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Mittelmächte: resultierte aus der zentral-europäischen Lage der beiden Hauptverbündeten Deutschland und Österreich-Ungarn

Mittelmächte: Militärbündnis während des Ersten Weltkriegs

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Burgfrieden: Burgfriedenspolitik, insbesondere der bis dahin auch als systemoppositionell geltenden Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) unter den Parteivorsitzenden Friedrich Ebert und Hugo Haase während des 1. Weltkriegs im Deutschen Reich

Burgfrieden: Stillhalten potenzieller Oppositionsparteien innerhalb eines kriegführenden Staates gemeint

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Hereroaufstand: Am 12. Januar 1904 erhoben sich die Herero zu einem Aufstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft.

Hereroaufstand: kostete durch Überfälle, Kampfhandlungen, Krankheiten oder Vertreibung mindestens 24.000 Herero das Leben

Hereroaufstand: 1904 in Deutsch-Südwestafrika

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Faschoda-Krise: Für die III. Französische Republik war die Faschoda-Krise neben dem Panamaskandal und der Dreyfus-Affäre die dritte große Krise innerhalb von 10 Jahren

Faschoda-Krise: Konflikt, der 1898 zwischen Großbritannien und Frankreich stattfand

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Verdun: im Kampf um den Festungsgürtel der Stadt die blutigste Schlacht an der Westfront (neben der Schlacht an der Somme) zwischen Franzosen und Deutschen begann, die Schlacht um Verdun

Verdun: erlangte im Ersten Weltkrieg traurige Berühmtheit

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Stellungskrieg: blutigen Höhepunkt in den Schützengräben des 1. Weltkriegs

Stellungskrieg: Sicherung der Fronten durch ausgedehnte Systeme von Feldbefestigungen, weshalb es sich bei vielen Stellungskriegen um Grabenkriege handelt

Stellungskrieg: defensive Form der Kriegsführung, die von statischen Frontverläufen geprägt ist

Stellungskrieg: im Gegensatz zum Bewegungskrieg

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Hegemonie wird in Anschluss an Antonio Gramsci "ein Typus von Herrschaft benannt, der im Wesentlichen auf der Fähigkeit basiert, eigene Interessen als gesellschaftliche Allgemeininteressen zu definieren und durchzusetzen" [1] (vgl. Universalismus und Partikularismus).

Hegemonie (griech. Oberbefehl, Führerschaft) ist die Vorherrschaft bzw. Überlegenheit einer Institution bzw. eines Staates, einer Organisation usw. insbesondere in politischer und militärischer sowie auch in wirtschaftlicher, religiöser und kultureller Hinsicht etc.

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Entente:
* 1891-93 das russisch-französische Bündnis
* 1904 das anglo-französische Abkommen
* 1907 das russisch-englische Abkommen

Entente: Triple entente bildete die drei großen Gegner der Mittelmächte im 1. Weltkrieg

Entente: Entente das 1907 um Russland erweiterte Dreierbündnis, die so genannte Triple entente (Dreierverband)

Entente: kolonialen Fragen regelt

Entente: Entente cordiale (franz. herzliches Einverständnis)

Entente: am 8. April 1904 zwischen Großbritannien und Frankreich geschlossene Abkommen

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Die Mittelmeerentente sollte England an den Dreibund heranführen.

Die Mittelmeerentente ist ein Mittelmeerabkommen von 1887 - 1896, Orient-Drei-Bündnis zwischen England - Italien - Österreich-Ungarn. Beistandspakt für den Fall, dass die bestehenden Verhältnisse auf dem Balkan und im übrigen Mittelmeerraum bedroht werden.

Die Mittelmeerentente ist ein freundliches Übereinkommen.

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Der Dreikaiserbund zerbrach aufgrund der Bulgarischen Krise 1885/86.

Der Dreikaiserbund setzte das zwischenzeitlich auseinander gebrochene Dreikaiserabkommen von 1873 fort und war Teil von Bismarcks Neuaufbau seines Bündnissystems nach dem Berliner Kongress von 1878.

Der Dreikaiserbund war ein 1881 abgeschlossenes geheimes Neutralitätsabkommen zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland.

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Der Rückversicherungsvertrag verpflichtete beide Parteien zu wohlwollender Neutralität im Kriegsfall.

Der Rückversicherungsvertrag war als Teil des Systems der Aushilfen in Bismarcks komplizierten Versuch, einen Krieg in Europa zu verhindern, eingebunden.

Der Rückversicherungsvertrag war ein 1887 abgeschlossenes geheimes Neutralitätsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und Russland.

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Der Dreibund rundete Bismarcks Neuaufbau seines Bündnissystems nach dem Berliner Kongress 1878 ab.

Der Dreibund ist das geheime Defensivbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien bezeichnet, das am 20. Mai 1882 durch den Beitritt Italiens zum Zweibund entstanden war.

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Der Zweibund war nach dem Zusammenbruch  des Bismarck'schen Bündnissystem das einzige Bündnis, das für Deutschland tatsächlich Bestand hatte.

Der Zweibund erreichte bereits 1881 sein Ziel und Russland schloss mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn den Dreikaiserbund.

Der Zweibund war auf fünf Jahre geschlossen und sollte sich automatischer um drei Jahre verlängern, wenn kein Einspruch von einer der Parteien vorläge.

Der Zweibund trat vertragsgemäßg ein, wenn eine andere angreifende Macht russische Unterstützung erhielte.

Der Zweibund verpflichtete die Vertragspartner, sich bei einem russischen Angriff gegenseitig mit der gesamten Kriegsmacht beizustehen.

Der Zweibund war Teil von Bismarcks Neuaufbau seines Bündnissystems nach dem Berliner Kongress von 1878.

Der Zweibund war ein geheimer Defensivvertrag, der am 7. Oktober 1879 zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn abgeschlossen wurde.

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Der Berliner Kongress hatte als Folge die dauerhafte Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Russland.

Der Berliner Kongress war eine Versammlung von Vertretern der damaligen Großmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland und dem Osmanischen Reich, die auf Einladung von Otto von Bismarck vom 13. Juni bis 13. Juli 1878 in der Reichskanzlei in Berlin zusammentraten.

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Schlieffen-Plan: Zwischenzeitlich sollte Frankreich durch die neutralen Staaten Belgien und Niederlande angegriffen werden und in einer schnellen Zangenbewegung über Paris nach Südosten niedergezwungen werden

Schlieffen-Plan: Schlieffens Plan sah dagegen im Wesentlichen eine schnelle deutsche Mobilmachung vor und rechnete mit einer wesentlich längeren Mobilmachungszeit in Russland

Schlieffen-Plan: wurde nach seinem Autor Alfred Graf von Schlieffen benannt

Schlieffen-Plan: militär-strategische Blaupause des Generalstabs im Deutschen Kaiserreich

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Erster Weltkrieg: Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg weltweit auslöste, und der Folgen, die noch heute spürbar sind, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“

Erster Weltkrieg: Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich und Bulgarien verstärkt, während auf alliierter Seite die Staaten Japan, Italien, Portugal, Rumänien und die USA in den Krieg eintraten

Erster Weltkrieg: wurde zunächst zwischen den Mittelmächten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn auf der einen Seite und den Entente-Mächten Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen

Erster Weltkrieg: über 9 Millionen Menschenleben forderte

Erster Weltkrieg: ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien geführt wurde

2. Der Erste Weltkrieg - die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"

2.1 Konflikte zwischen den Weltmächten

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Krise auf dem Balkan: scharfes deutsche Ultimatum an Russland. Keine Lösung wird gefunden. Spannungsgeladene Situation bleibt bestehen.

Krise auf dem Balkan: Deutsches Reich wollte letzten Bündnispartner nicht verlieren. Daher Rückendeckung für Österreich.

Krise auf dem Balkan: Österreich annektierte Serbien. Proteste aus Russland, das Russland als Beschützer von Serbien empfand.

Krise auf dem Balkan: Reich wird in Wirren auf Balkan verwickelt.

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Einkreisung Deutschlands? Aggressive deutsche Außenpolitik fördert jedoch das Bündnis der drei Ententepartner wider Willen. Zweite Marokkokrise 1911. Militärische Drohgebärden.

Einkreisung Deutschlands? Einseitige Schuldzuweisung an die drei Allierten. Es wird von einer "Einkreisung Deutschlands gesprochen.

Einkreisung Deutschlands? Scheitern der deutschen Politik der "freien Hand".

Einkreisung Deutschlands? Auch deutsch-russische Bündnisversuche hatten sich zerschlagen.

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Kontakte zwischen Deutschland und Großbritannien: Deutsche Flottenpolitik und wirtschaftliche Durchdringung des Osmanischen Reiches ließen britisch-deutsche Beziehungen abkühlen.

Kontakte zwischen Deutschland und Großbritannien: Deutschland ging jedoch davon aus, dass es "freie Hand" besäße und reagierte hinhaltend.

Kontakte zwischen Deutschland und Großbritannien: Briten hatten mehrere Male diplomatische Fühler ausgestreckt um Spielraum mit Deutschland auszuloten.

Kontakte zwischen Deutschland und Großbritannien: Deutsche Weltpolitik unter Wilhelm II. ließ die drei Entente Partner sich annähern.

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Russisch-britische Verständigung: Erweiterung der "Entente cordiale" zur "Triple Entente" = lockerer Zusammenschluss von Frankreich, Großbritannien und Russland.

Russisch-britische Verständigung: Konkurrenz in Afghanistan und Persien. Abbau von Spannung.

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Entente cordiale: England überlässt Frankreich Marokko, was seinerseits britische Herrschaft in Ägpyten anerkennt.

Entente cordiale: Franzosen richten Augenmerk auf Marokko. Hier sind Briten wirtschaftlich engagiert.

Entente cordiale: Interessenüberschneidung in Ägypten und Marokko.

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Großbritannien - Frankreich: Interessenausgleich: sogenannte "Entente cordiale" führt zu gegenseitigen Interessenabgrenzung in Nordafrika.

Großbritannien - Frankreich: Interessenausgleich: Briten und Franzosen haben rivalisierende Interessen, vermeiden jedoch Krieg und kommen zu friedlicher Übereinkunft.

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zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Großbritannien hat zunehmende Rivalität mit Frankreich und Russland und denkt über Annäherung an Deutschland nach.

zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Gegen Ende 19. Jahrhundert: Deutsch-Österreich-Italien versus Frannkreich-Russland.

zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Russland nähert sich nun Frankreich an.

zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Daher keine Verlängerung des Rückversicherungsvertrages.

zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Bündnissystem Bismarcks war dabei hinderlich.

zum Neuen Kurs der Weltpolitik: Wilhelm II. will Deutschlands Weltmachstellung erreichen.

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Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Orient-Dreibund England, Österreich und Italien verpflichtet die Türkei gegen russische Angriffe zu verteidigen.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: 1887 Rückversicherungsvertrag Deuschland mit Russland, nach vorangegangener Balkankrise.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Abschluss des Drei-Kaiser-Bündnis 1881 soll Annäherung von Russland an Frankreich verhindern.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: deutsche Position gegen Russland durch Zweibund mit Österreich gestärkt. Später zu Dreibund mit Italien erweitert.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Nach Berliner Kongress - Verschlechterung deutsch-russisches Verhältnis

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: defensives Bündnissystem soll Bismarcks Ziele erreichen.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Frankreich - Revanche, Russland - Osterreich - Konflikt - könnte Deutschland mit gegen Russland hineinziehen.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Gefahr eines Zweifrontenkrieges.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Befürchtungen andere Großmächte zerstreuen und Bestand des Reiches im Herzen Europas sichern.

Deutschlands Außenpolitik - von der defensiven Bündnispolitik: Bismarcks Außenpolitik hatte eher defensiven Charakter.

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2.2 Deutsches Hegemonialbestreben oder Präventivkrieg?

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Das Ende 1918: Meuterei von Matrosen signalisiert politischen Zusammenbruch des Kaisereiches am 9. November 1918, kurz bevor der Waffenstillstand am 10. November unterzeichnet wurde.

Das Ende 1918: Oberste Heeresleitung drängt auf Waffenstillstand.

Das Ende 1918: Deutsche Front zerbröckelt und Truppen ziehen sich auf Deutsches Gebiet zurück.

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Burgfriede und beginnende Parlamentarisierung: Überwindung des verhassten Dreiklassenwahlrechts angestrebt.

Burgfriede und beginnende Parlamentarisierung: Durch Krieg gewonnen Spielraum wollten Sozialdemokratie, Liberale und andere bürgerliche Kräfte nutzen um Kompetenzen des Parlamentes zu erweitern.

Burgfriede und beginnende Parlamentarisierung: System war auf Arbeiterschaft angewiesen, wenn Krieg gewonnen werden sollte.

Burgfriede und beginnende Parlamentarisierung: SPD: "Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich".

Burgfriede und beginnende Parlamentarisierung: SPD schließt mit kaiserlicher Regierung Burgfrieden.

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Kriegsziele: Allierte verstanden Krieg der "Demokratie gegen die Autarkie".

Kriegsziele: Herrschenden Kräften wurde klar, dass bestehende Strukturen nur bei einem Sieg des Krieges gerettet werden konnten.

Kriegsziele: SPD, liberale Fortschrittpartei ist für Machterhaltung.

Kriegsziele: Dies spaltete Gesellschaft. Konservative, Nationalliberale waren für Machterweiterung.

Kriegsziele: Soll Machtstellung in Europa gesichert werden oder Macht erweitert werden?

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Kriegswirtschaft: Engpässe bei Lebensmittelversorgung, durch britische Seeblockade.

Kriegswirtschaft: Schwierige Lage bei den Mittelmächten.

Kriegswirtschaft: Freie Wirtschaftsformen nach und nach durch Zwangs und Planwirtschaft ersetzt.

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Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Moderne Kampfmittel (Tanks, Flugzeuge, Giftgas, Flammenwerfer, Trommelfeuer, usw.), Beeinträchtigung der Zivilbevölkerung (Handelsblockade, Arbeitseinsatz, Kriegswirtschaft)

Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Volle Aktivierung aller vorhanden Ressourcen. Erster Weltkrieg entwickelt sich zum Totalen Krieg.

Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Stellungs-, Graben-, Abnutzungskrieg.

Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Bald standen sich Zweibund und Entente gegenüber.

Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Es ging Schlag auf Schlag.

Vom Kriegsausbruch zum Stellungskrieg: Russland beschließt einzugreifen. Trotz britischer Vermittlung.

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Der Blankoscheck: (2) Russland "ausmanövrieren". Lediglich lokalisierter Krieg auf Balkan. Wenn Russland Serbien zu Hilfe eilt, muss Deutschland einen Verteidungskrieg führen. Schuld bei Russland.

Der Blankoscheck: (1) Weltmachtpläne durch bewaffnetes Vorgehen vorantreiben. Ausweitung der Machtbasis in Mitteleuropa.

Der Blankoscheck: Warum?

Der Blankoscheck: Deutsche Regierung gab Österreich volle Rückendeckung und Bündnistreue.

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Der Mord von Sarajewo: Hoffnung des deutschen Reiches Großbritannien hält sich aus der Sache heraus, wurden zu nichte gemacht durch britisch-russiche Marinekonvention.

Der Mord von Sarajewo: Deutschland würde bei einem Krieg gegen Russland Frankreich mit einbeziehen.

Der Mord von Sarajewo: Es hängt von Deutschland ab.

Der Mord von Sarajewo: Österreich kann alleinigen Krieg gegen Serbien und Russland nicht riskieren.

Der Mord von Sarajewo: Österreichs Thronfolgerpaar wird ermordet von serbischen Untergrundlämpfer - Attentat.

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