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Deutsche retteten Friedrich II.

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waldi44


18.9.2006 16:43:28
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Als die Zeit des 3. Reichs sich seinem Ende näherte, klammerte man sich im Führerbunker nicht nur an dubiose Wunderwaffen und Geisterarmeen, sondern blickte auch in die Geschichte zurück und suchte dort nach Hoffnung und Auswegen. Eine solche Hoffnung fand sich dann auch tatsäch im Ausgang des 3. Schlesischen Krieges auch 7. Jähriger Krieg (1756-1763) genannt, als Preussen (Friedrich II.)geschlagen(Kunersdorf) quasie schon zertückelt und entmachtet durch einen Wink des Schicksals doch noch als Sieger hervorging.
Wie Preussen damals lag das Grossdeutsche Reich, wie Friedrich II. selbst eingestehen mußte, «in der Agonie und erwartete die letzte Ölung». Weder die Verluste an Soldaten noch die an Ausrüstungen konnten ausreichend ersetzt werden. Den preußischen Staat rettete schließlich ein radikaler Umschwung in der russischen Außenpolitik vor seiner völligen Vernichtung. Ähnliches erwartete man vom erwarteten baldigen Ableben des amerikanischen Präsidenten Roosevelt.
Sein Nachfolger, Harry Truman, war ein ausgesprochener Antikommunist, wie auch die Ereignisse nach 45 während des "Kalten Krieges" zeigten und man hoffte dass die Antihitlerkoalition schon vor dem Zusammenbruch ihr vorzeitiges Ende finden und man die Wehrmacht an der Seite der dann mit Deutschland Verbündeten Westmächte, im Kampf gegen den Bolschewismus wiederfinden würde. Eine Hoffnung, die nicht erfüllt wurde, wenn auch Roosevelt "rechtzeitig" verstarb!

Bei genauem Hinsehen wird man auch feststellen, dass die Umstände trotz einiger oberflächlicher Ähnlichkeiten doch grundverschieden waren.
Als am 5.Januar 1762 die Zarin Elisabeth starb, wurde Peter III., ein begeisterter Bewunderer des Preußenkönigs, ihr unmittelbarer Nachfolger und er ließ sofort(schon in der folgenden Nacht!) die Kampfhandlungen gegen Preußen einstellen, und am 5. Mai 1762 wurde zwischen Rußland und Preußen Frieden geschlossen. Rußland gab ohne Entschädigung alle seine Eroberungen in Deutschland auf. Ferner wurde vereinbart, ein Bündnis zwischen Rußland und Preußen herzustellen, mit dem Peter III. seine dynastischen Ziele in Holstein mit preußischer Unterstützung durchsetzen wollte. Friedrich stimmte bedenkenlos zu und versprach, dafür 20.000 Mann zur Verfügung zu stellen.
Aufgrund der neuen Konstellation schied auch Schweden im Kampf gegen Preussen aus und Friedrich konnte nun auch in Ostpreussen neue Truppen rekrutiern. Interessanterweise wurden aus Soldatenmangel auch Ausländer und Kriegsgefangene in die preussische Armee gepresst, worauf sich ihr Ruf schnell verschlechterte und man eher von Raub- und Mordgesindel als von preussischen Soldaten sprach.
Dieser Zustand der relativen Ruhe und der Aufrüstung wurde durch die Nachricht der Ermordung des Zaren Peter III. Jäh unterbrochen. Besonders bedrohlich war der Umstand, dass die russischen truppen preussisches Gebiet noch nicht vollständig verlassen hatten. Seine Frau Katharina bestieg den Thron und nach anfänglichem Zögern bestätigte sie den von ihrem Mann mit Preussen geschlossenen Friedensvertrag.
Preussen war nun entgültig gerettet!
Wer waren nun diese beiden?

Seit 1741 regierte in Russland Zarin Elisabeth, eine Tochter Peter des Grossen. Da sie aber kinderlos geblieben war, rief sie den Sohn ihrer Schwester, Peter Ulrich Herzog von Holstein-Gottrop als Thronfolger nach Russland. Tja, so ging das damals ! Ausserdem beschaffte sie ihm auch noch gleich eine deutsche Ehefrau. Rundumservice also Zarenthron und Ehefrau ...
Sophie Auguste hiess die Glückliche und war die Tochter den preussischen Feldmarschalls Christian August Prinz von Anhalt-Zerbst. 1745 wurde die damals 17 jährige, die nun Katharina hiess, mit dem Thronnachfolger verheiratet.
Als Peter III. den Thron bestieg war er bei den meisten Russen unbeliebt und machte sich immer unbeliebter. Er sprach kaum russisch und kehrte bei jeder Gelegenheit den Deutschen hervor, was immer man damit in der Literatur auch meint. Auch schien es mit der Liebe zu seinem Eheweib nicht weit hergewesen zu sein, das im gegensatz zu ihm, bei den Russen sehr beliebt war. Bald stand die Frage im Raum: Er/sie oder ich!
Da nun der einseitige Friedensschluss mit Preussen bei vielen Russen nicht gut ankam und er sowieso wenig Anhang in Russland hatte, wurde er am 17. August 1762 von den Orlow- Brüdern und einigen ihrer Freunde ermordet.
Sein Tot wurde als Folge einer Krankheit dargestellt.

Deutsche hatten also Preussen gerettet aber 1945 waren keine in den regierungen der Antihitlerkoalition zu erkennen!


wal


18.9.2006 20:27:45
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Sehr geehrte waldi44, ich habe nicht ganz gut verstanden, was wollte Peter III mit Holstein?
 War Russland zu wenig fuer ihm?
Ich habe gelesen, dass er ein Krieg gegen Daenemark vorbereitete. Die Russen waren damit empoert und brachte ihm um.
Aber, vielleicht wurde diese Geschichte  von Bruder Orlov & Co ausgedacht? Sie brauchten einen Vorvand.
Er war unpopular in Russland. Aber warum hatte sein Sohn Paul eine andere Meinung. Er wurde auch ermorded. Bis jetzt das ist ein Geheimnis.

waldi44


19.9.2006 10:15:25
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Einer der Vorfahren Peters war ein Halbbruder des Königs von Dänemark und Peter ja eigentlich auch ein waschechter Holsteiner. Worum es da im einzelnen ging müsste man erst nachforschen bzw nachlesen.....

Anmerken möchte ich noch, dass Peter eine Enkel von Zar Peter I. war, also seine Mutter, Anna Petrowna, eine Tochter Peters des Großen. Auch scheinen sich die Chronisten nicht ganz einig in der Bewertung der Person Peter III. zu sein und auch seine Ermordung lässt noch einige Fragen offen.

SIEGMAR


28.9.2006 12:59:34
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  Das Hauptproblem war eigentlich, daß sich WC einfach weder totsaufen noch totpaffen wollte, obwohl er es lange versucht hat.



 
In England und Frankreich gab es zwar eine durchaus deutschfreundliche Gruppe. Aber diese konnten sich kaum Gehör verschaffen oder wurden von den Deutschenhassern benutzt (Heßflug u.ä..  Der König wäre ja schon dagewesen... .

In den usa waren die Freunde Deutschlands zwar sicher zahlreicher als diejenigen, die unbedingt einen Krieg mit uns wollten. Aber die eigentlich eher neutral dazwischen stehenden, die wohl in der Mehrheit waren, hatten sich durch die Propaganda eher zu Befürwortern einesw Krieges gewandelt.  Eine Regierungsübernahme durch Freunde DEUTSCHLANDS war wohl völlig ausgeschlossen.

Und in Rußland haben wir einfach zu wenig getan, um die Opposition zu stärken (Stichwort Wlassow).






Weder die englische noch die französische Führung hatte sich offenbar  Gedanken darüber gemacht, was mit ihren Ländern nach einem Sieg der Allierten geschehen würde.

Stalin war es völlig egal wieviele Menschen dieser Krieg kostete, solange noch genügend Soldaten für seine Pläne übrigblieben.

Und die usa glaubten allen ernstes sie könnten, so wie nach 1914, die Positionen DEUTSCHLANDS und Japans einfach übernehmen. Daß sie sich dabei eben übernommen haben, bemerken einige intelligentere us-amis (zu denen nicht unbedingt die politische Führung gehören muß) erst heute.



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