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Deutscher Patriotismus und seine Folgen für....

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waldi44


25.4.2007 14:43:19
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...die deutsche Luftschifffahrt.

Am 4. August 1908 startete LZ 4, gebaut mit Staatsgeldern, vom Bodensee aus zu einer Probe- bzw Demonstrationsfahrt. Ein Motorschaden zwang Graf Zeppelin, der sich ebenfalls an Bord befand, zu einer unvorhergesehenen Zwischenlandung bei Echterdingen, nahe Stuttgart. Dort lag das Schiff zwecks Reparatur, als ein Unwetter aufzog.
Durch statische Entladungen kam es zur Funkenbildung mit anschliessendem Brand, der das Luftschiff völlig zerstörte. Selbst Graf Zeppelin war so Erschüttert, dass er glaubte am Ende seiner Träume angelangt zu sein. Aber dann! Lassen wir David Lloyd George, dem zukünftigen britischen Premierminister, der sich gerade in Stuttgart befand, zu Worte kommen:
"Enttäuschung war ein völlig unzulängliches Wort für den aus Kummer und Verzweiflung geborenen Schmerz, von dem die zusammengerängt dastehenden Deutschen , die die Katastrophe miterlebt hatten, erfasst wurden. Die Menge stimmte mit geradezu fanatischem Patriotismus 'Deutschland, Deutschland über alles an."
Es blieb nicht beim Absinden der Nationalhymne. Schon am Tag nach dem verheerenden Brand gingen die ersten Geldspenden bei Zeppelin ein. Es wurde ein wahrer Geldstrom aus allen "Geldtöpfen" des Reiches bis hin zum Inhalt von Kindersparschweinen und wer kein Geld hatte, schickte Naturalien und sogar selbstgestrickte Socken!
Auf diese Art kam für die damalige Zeit die ungeheuerliche Summe von 6.250.000 Mark zusammen.
Er baute weitere vier Luftschiffe, von denen er hoffte, dass sich das Heer für sie interessierte. Tatsächlich war sein Bestreben immer gewesen, ein militärisch brauchbares Luftschiff zu bauen. Nach anfänglichen Erfolgen, weigerte sich das Militär aber die von Zeppelin gebauten Schiffe zu kaufen, so dass er auf Schulden sitzen blieb.
Das schliesslich führte dazu, dass er sich umorientieren musste und nun auch die zivile Luftfahrt in Visier nahm. Man gründete die Delag und begann weitreichende Pläne zu schmieden. So kam es auch, dass der Ausbruch des 1. WK dem ehemaligen Kavalleriegeneral und Beführworter der militärischen Luftfahrt, sehr ungelegen kam:"Wir wollten mit den Luftschiffen auf die Meere hinaus und einen Weltverkehr eröffnen."


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