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Eine türkische Geschichte...

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AutorBeitrag

waldi44


14.7.2008 13:29:46
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Dieser Beitrag erreichte mich heute per Mail und ich finde, er ist es durchaus Wert veröffentlicht zu werden.


.....mein Name ist Elbrus und bin neu in diesem Forum....eigentlich war ich auf der Suche nach Vorlagen und Motiven üfr meine Sticktätigkeiten und bin dann irgendwie zu euch gestoßen...eigentlich durch ein Google-Bild-Bildchen wo ein Kosake drauf ist.....und habe mir die Fragen und eventuelle Antworten
zu diesen Thema durcheglesen.

Ich selbst stamme aus dem Kaukasus bin aber in Türkei geboren sowie meine Eltern auch.
Meine Grosseltern sind jedoch gebürtige Kaukasier und kommen direkt aus dem Elbrus gebiet und zwar das Gebiet der Karacays dem heutigen Russland.

Eine Teil unserer Grosseltern(familie) musste durch den androhenden Zerfall des Osmanischen Reiches auswandern weil wir als Moslems mit dem  Osmanische Reich mitgekämpft hatten und dadurch das das "Unternehmen Barbarossa" und "Unternehmen Elbrus" von der deutschen Seite aus in einem Desaster endete (und das lag bestimmt nicht an den bestehenden Kampfeswillen der deutschen Kameraden möchte ich hierbei betonen-Dolchstosslegende träfe eher zu) ..wie gesagt musste auch der andere Teil meiner Sippe auswandern bevor die Roten kamen..ein Teil wurden dann in den Kämpfen um Berlin oder auch in der Normanie zusammengeschossen und ein anderer Teil ist auf umwegen in der Türkei gelandet (mit vielen anderen deutschen Kameraden...die in der Türkei vielrorts versteckt wurden).

Ich erzähle das um somit zu verdeutlichen das ich einen relativ guten Kenntnisstand über dieses Thema habe und wollte hiermit eine kleine Erläuterung zu dem Thema welches eigentlich bis 2005 zurückliegt  abgeben :

Die Völker im Kauskasus hatten früher Pistolen (Pischtols ausgesprochen) welche mit Schiesspulver funktionierte wie alle Handfeuerwaffen damals auch.....

Nach einiger Zeit (1850 */- 10 Jahre) kamen Patronen heraus die dem heutigen Schrottflinten gleichen nur mit einer längeren Hülse, welches dann in diesen Pistolen (die ja jetzt die Form einer altertümlichen Pistolen hatte aber so funktionierte wie ein Schrotgewehr...also aufgeklappt die Patrone von hinten ins Rohr eingeschoben und dann zugeklappt war sie wieder Schussfhig.

Da wir anfänlich ein Reitervolk waren - und erst später auf Mercedes C oder S -Klasse umgestiegen sind - mussten wir ja auch das Pferd lenken können und somit hatten wir ja die eine Hand (meistens die linke Hand) nicht frei nun aber wie Laden ?
Deswegen hatte man die Patronenhalterung an die Brust aufgenäht so das man während des Reitens die abegfeuerte Patrone mit dem Mund herausnehmen ( und wenn möglich wieder in die Brushalterung wieder rein - denn man war ja sparsam ne ) mit dem Arm die Brust-Halterung kurz nach oben anschieben soweit das man mit dem Mund die Patrone herausziehen und in den aufgeklappten Hinterlader wieder einsetzen konnte um diese wieder abzuscheissen und so ging das dann weiter.

Als dann die Repetiergewehre und Trommel-Revolver herauskamen (Winchester und Co) und diese dann in dem Osmanisch-Russischen Krieg dann auch in diese Gebiete einzug kamen - denn damals hatte der Zar Nikolaus einen Krieg gegn das Osmanische Reich begonnen mit eigentlich zahlenmässigeren Soldaten welches das Osmanische Reich durch die Ausstattung der eigenen Soldaten mit derm erst sehr neu herausgebrachte und heimlich vom Osmanischen Reich aufgekauften Winchester-Repetiergewehr (die in den Cowboy-Filmen oft zu sehen ist) auszugleichen versucht hatte und als Ergebniss das Osmanische Reich den Krieg gewann, da die Soldaten des Zaren während sie in einer Minute aufzuladen versuchten schon von den Osmanischen Truppen mindestens 5x erschossen wurden...wonach der Zar Nikolaus sich den Kopfschuss gab.

Alsbald wurden diese Patronen-Halterung als Zierde benutzt vor allem von den Adligen Kaukasiern die es damals zu Haufen in diesem schmalen Streifen gab...zu welcher auch meine Sippe gehört.
Durch die Kolabaration mit den Zaren von einigen Nachbarvölkern und Otschaften und Fürstentümern hatten die Russen auch diese Art von Kleidung mitübernommen welches der Zar als offizielle Kleidung für sich und für seine Leibgarde benutzte.

Nachdem diese Brust-Patronen-Halterung als solches ausgedient hatte kamen eher Stifte aus edlem Holz oder  Elfenbein welches am sichtbaren Enden (die aus der Halterung herausragten) mit Gold oder Silberverzierung eigestülpt wurden.

Auch zu Zeiten des Sultans wurden diese Art von Uniform von Speziellen Wachheiten als Uniform getragen,die offizielle Wacheinheit des Jordanischen Königs tragen ebenfalls heute noch diese (im heutigen Sprachgebrauch) Trachten,welches man beim Tode des Jordanischen Königs (Senior) sehr gut sehen konnte.

Ich selbst habe diese "Trachten" für viele Foklore-Gemeinden genäht und ich mache diese heute immernoch mit den Schrottgewehr-Patronen....welches von den jeweiligen Kunden wieder hearusgenommen werden um sich irgendwelche Holzstifte einzuschieben..naja...was solls.

...ich wollte nicht stören und wollte auch nicht aufdringlich sein aber ich hoffe das ich eventuell weiterhelfen konnte.

Falls Du ein wenig historischen Hintergrundwissen gekoppelt mit einem gewissen "Reiserlebniss"sammeln möchtest würde ich Dir das buch "Elbrus" empfehlen.
Das ist von einem deutschen Offizier geschrieben worden der als angehöriger der Wehrmacht direkt vor Ort im Kaukasus war und seine Erlebnisse mit aufgeschrieben hatte.
Da ist auch mein Volk der Karatschais und auch meine  Familie miterwähnt...bitte um Nachsicht wenn ich Dir nicht sagen kann welche  .

Wie gesagt ich entschuldige mich für die Belästigungen aber den historischen Teil könntest Du ruhig
als Antwort auf die Fragen ins Forum miteinbringen.
Da ich nicht wusste wie musste ich Dich direkt anschreiben anstatt diese Thema auf dem Forum zu beantworten.

Mit freundlichen Grüssen
Elbrus

Juli 2008 

Hallo Elbrus

Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag und sei gewiss, es war keine Belästigung deinerseits. Schade, dass man heute den Begriff Türkei nur mit Gastarbeiter und Dönerbude verbindet und dabei die Waffenhilfe der Türken im 1. WK und die Hilfe vor allem nach dem 2. WK vergisst. Wobei letzteres eine etwas zweischneidige Angelegenheit ist. Ich meine, die türkischen Menschen hatten es in ihrer Geschichte auch nicht leicht, von damals bis heute und es gibt eine ganze Reihe Gemeinsamkeiten, die es durchaus Wert sind, hin und wieder erwähnt zu werden.
In diesem Sinne nochmals vielen Dank für deinen Beitrag!

Der Husar


14.7.2008 14:23:30
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Erstens: wessen Zähne sollen das beim Ritt ausgehalten haben?
Zweitens: das müssen mindestens Pferdezähne gewesen sein oder Zähne aus Metall!
Drittens: so gute Zähne hatten die dort damals nicht - wenn überhaupt welche, waren sie froh



Horrido!

Nicole

waldi44


14.7.2008 16:30:53
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Nun, ich denke, es handelt sich bei der Beschreibung um junge Leute so zwischen 20 und 30 und ich denke, die hatten auch damals noch gute Zähne. Ich kann mir denken, welche Bilder dir vorschweben, so alte zahnlose "Eingeborene", wie man sie auch heute noch allenthalben im Fernsehen sieht, aber wie gesagt, diese Leute haben meist, so wie ihre Zähne, die besten Jahre hinter sich....
Im Übrigen sollten sie die Patronen ja nicht zerbeissen, sondern nur entnehmen !

Die werden wohl nicht gemeint sein! Da dürfte es sogar mit dem "Entnehmen" hapern...

Elbrus


17.7.2008 16:27:36
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Grüss Gott Ihr Mannen.....Hallo waldi44....

danke für das Einstellen meiner e-mail... da ich nun mich langsam in dieses Forum eingeübt habe kann ich auch jetzt  die betreffenden
Funktionen anklicken um meinen bescheidenen Beitrag dazuzuleisten. Nochmals danke für die Geduld.

Die beiden Völker ...also Volksstamm der Deutschen und die der Türken hat eine annäherend 1000 jährige Geschichte.

Selbst zu Zeiten der Krezzüge wurden in Anatolien (also  1100 n.Chr.+/- 10 Jahre) alle Kräfte von den Türken bzw. Seldchuken bekämpft
(die Osmanen kamen erst knapp 200 Jahre danach) die irgendwie und aus welchen gründen auch immer nach Jerusalem wollten.
Alle wurden unter grossen Aufwand und Anstrengungen bekämpft alle bis auf die der Deutschen (die eigentlich noch weniger an Gefolgschaft hatten als die der Kreuzzügler davor...und nicht alle hatten nur Kinder im Schlepptau).

Leider hatten die Urväter der "Krauts" unter der Führung König Barbarossa nichts anderes zutun als im nächstgelegenen Fluss beim  Übergang zu ertrinken  ...naja.....und mit den schweren Rüstungen....


was auch viele nicht wissen das eine garnison von AKINCI...also berittene Osmanische Einheiten eine Garnison in Potsdam hatten oder beim Durchritt nach Litauen in Wannsee ihre Pferde tränkten.

Die Spandauer Zitadelle war zeitlang unter dem Schutz der Osmanischen Einheiten...erst als Napoleon die gegend überrannt hatte beschloss man der Sache nachzugehen und entsandte mit den Preußen "Totenköpfen" einen kleinen Reiterheer die Napoleon dann in Waterloo dem beinah-Sieg über die Engländer ein jehs eEnde setzte.


Im ersten Weltkrieg war ja in der Zusammenarbeit der beiden Völker wohl klar ...die Gemeinsamkeit der beiden Reiche lag nicht nur im militärischen Sinne sondern auch das gleiche Spielchen um die beiden Völker und Nationen zu enthronen und später auch zu entkulturiesieren und deren Gesellschaften zu entzüchtigen.

Im zweiten Weltkrieg hatte die Deutsche Seite einen hohen Zulauf von Sultantreuen die sich aus ihren Vesrtecken rauskamen und diurch die Bewegung dann wieder Stimmung in den Adern aufkam. Auch aus der Türkei - enttäuscht über den Verrat ATATÜRKS und die politischen Verhältnisse die sich  gegen alle traditionellen Türken richtete (um es milde auszudrücken) sind viele auf Umwegen nach Deutschland....man brauchte ihnen auch nicht grossartig das Kämpfen beizubringen und viele von denen (als Überbleibsel aus dem ersten WK)  konnten noch sehr gut Deutsch und das R können wir ja heute noch so gut ausrrrollen wie der Gefreite selbst...muhahahaaa  gekommen.....

Aber naja...der Schluss war traurig genug für alle beteiligten....aber das empfindet man erst wenn man wider zu Hause ist und Blümchen giesst....falls man je wieder Heim gekommen ist.


Tschauie....

"Sei so wie Du aussiehst ...oder sehe so aus wie Du bist!"










Elbrus


17.7.2008 16:43:57
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Der Husar schrieb:
Erstens: wessen Zähne sollen das beim Ritt ausgehalten haben?
Zweitens: das müssen mindestens Pferdezähne gewesen sein oder Zähne aus Metall!
Drittens: so gute Zähne hatten die dort damals nicht - wenn überhaupt welche, waren sie froh



Horrido!

Nicole


Hallo Hussar !   Ich muss bischen unglücklich ausgedrückt haben....die Patronen waren ja nicht so fest eingesteckt das sie nicht rauskamen und man hat diese mit den Lippen festgehalten und dann rausgezogen.

Zum Thema Zähne kann man eines Sagen das unsere Leute durch ihre Nahrung eigentlich recht super Zähne hatten auch wenn diese Raucher waren. Denn damals hatten die Leute eine andere Gewohnheit zu essen ...und in den Bergen schön viel Kräuter und Schafskäse und Joghurt.

Mein Opa verstarb in den 60ern und meine Mutter hatte noch gesehen wie die Beisserchen noch blitzeblank waren ...aber wenn Du dann meine Tanten oder die Leute vergleichst die nicht mehr "von der alten Schule" sind dann wirst Du merken das die qualität des Körpers sehr stark nachgealssen hat (auch in Deutschland...)....und in Türkei ist das Thema mit den Zähnen erst durch das aufkommen und zugänglich machen des Weissbrotes aufgetreten.


Du kannst  die Leute in den Städten mal mit den auf dem Land vergleichen (auch in Deutschland) ....sind gewaltige Unterschiede und beide ptzen sich die Zähne !

Und ich glaube während eines Gefechts war der Adrenalinspiegel so hoch das da kaum Beachtung geschenkt werden konnte wie man zubeisst.....

In Galipolli-Schlacht hat sich ein  türkischer Soldat über seine Waffe aufgeregt das diese nicht mehr schiesst und wurde erst durch seinen Kameraden daraufhingewiesen das die Waffe völlig in Ordnung ist aber durch den feindlichen Beschuss der Zeigefinger abgeschossen wurde
und der ärmste es garnicht bemerkt hatte.

Dieses als kleine Beispiel im Bezug auf Adrenalinspiegel.....

Elbrus


17.7.2008 16:46:01
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Hallo nochmals .....




aber ich kann mir schon vorstellen das nach der Schlacht  einige Reiter so ausgesehen haben könnten wie die auf dem Bild welches waldi44 eingestellt hat....
 
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