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Die Römer und die Germanen - Kämpfe im 3. Jh. nach!!! Christus

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AutorBeitrag

Balsi


14.12.2008 10:18:27
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oha... ist alles falsch was wir lernten?
Kalefeld

bani


14.12.2008 11:16:01
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Hm, die römische Ressistance in Germanien ... 


Warum nicht - es gibt in der Geschichte immer wieder Sachen, die neu geschrieben werden müssen!
Wie oft wurden allein "in letzter Zeit" (mal "etwas" grob umfaßt    ) Funde gemacht, die das Alter der Menschheit immer weiter nach hinten verschoben ...
Selbst Afrika als Wiege der Menschheit ist am Wanken!

Sowas wird es immer wieder geben.
Nur ist es relativ selten, daß dabei so eine Menge an aussagekräftigen Beweisen vorhanden ist!

Richtschuetze


14.12.2008 13:32:22
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Nun ich habe immer gelernt das die Römer bei einer Schlacht die sie gewonnen haben die Waffen mitgenommen haben (was auch logisch wäre) hier sollen sie diese liegen gelassen haben??

Desweitern ist doch bekannt das die Römer auch nach der Schlacht im Teutoburger Wald versucht haben auf rechts rheinisches Gebiet zu kommen und da Fuß zu fassen!! (gut das sie Prügel bekommen haben! )

So ganz verstehe ich die Sensation nicht!

Gruss

Painter


15.12.2008 10:31:38
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Hallo,

das die Römer bzw. Ihre Legionen nicht in wesentlichem Umfang
das damalige Germanien besetzen konnten, ist für mich eine der
wesentlichen Grundpfeiler für das entstehen unserer Nation.

Wenn es den Römern gelungen wäre, Germanien zu besetzen so hätte
das die Versklavung der hiesigen Bevölkerung bedeutet ( Rom war
eine Sklavenhalter-Gesellschaft).

das Bauernland währe an "verdiente" römische Legionäre aufgeteilt worden, evtl. "Kriegsgefangene" wären im "Triumpfzug" durch
Rom geführt worden und im Colleseum bestialisch ermordet worden.

Um sich Ihren Luxuriösen Lebensstil leisten zu können, waren die Römer
eben auf Sklaven bzw. die Ausbeutung der unterdrückten Völker
wie z.B. Gallien und immer anderer Völker angewiesen.

Da die Expansionpläne Roms aber am Rhein Ihr Ende fanden,
bedeutet die Niederlage im Jahre 9 nach Christi, auch die Niederlage
des gesammten Römischen-Reichs, was zwar durch den Bau des LIMES
noch eine weile verzögert werden konnte. Sicherlich wurde weiter versucht auf germanisches Gebiet vorzudringen, aber letztendlich
konnte Rom die rechtsrheinischen Gebiete niemals kontrollieren, und
so  musste das Ende der Expansion zum Untergang führen.

Das Niedersachsenlied:
1.
Von der Weser bis zur Elbe von dem Harz bis an das Meer,
stehen Niedersachsens Söhne eine fest Burg und Wehr.   
Fest wie unsere Eichen halten alle Zeit wir stand,
wenn Stürme brausten übers deutsche vaterland,
"" Wir sind die Niedersachsen sturmfest und erdverwachsen,
   Heil Herzog Wittekinds Stamm""
2.
Wo fiel`n die römschen Schergen? wo versank die welsche Brut?
In Niedersachsens bergen, an Niedersachsens Wut.
Wer warf den römischen Adler nieder in den Sand ?
Wer hielt die Freiheit hoch im Deutschen Vaterland?
""Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen,
   Heil Herzog Wittekinds Stamm"" 


mfg Painter

Richtschuetze


15.12.2008 12:24:22
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das die Versklavung der hiesigen Bevölkerung bedeutet ( Rom war
eine Sklavenhalter-Gesellschaft).


Genauso sehe ich das auch!! Gut geschrieben Painter!


Gruss

steffen04


15.12.2008 15:04:06
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ist heute Spiegel-Titelgeschichte, einige Verweise auf neue Publikationen.

Und um mal eine meiner Fast-Schwiegermütter zu zitieren, deren Tochter nach Bielefeld zum Promovieren ging: "Die leiden doch heute noch drunter, dasse damals die ollen Römer vatrieben haben".

Salve aus Germania Superior

Steffen

Nightwish


15.12.2008 18:51:10
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Man kann es natürlich auch so sehen, dass Deutschland durch die Nicht-Okkupation zur 'Verspäteten Nation" wurde, an wesentlichen kulturellen Errungenschaften Roms nicht teilhaben durfte und so in der Rückständigkeit verharrte. Im übrigen gab es auch so germanische Sklaven im römischen Reich und bei einer vollständigen Besetzung wäre es nicht zu einer vollständigen 'Versklavung' gekommen.

Painter


15.12.2008 20:09:43
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Hallo,

@ nightwish

jetzt muß ich aber nach den "Kulturellen Errungenschaften" der Römer fragen ?

waren es vieleicht:
die Tatsache, fremde Völker versklavt und ausgeplündert zu haben,
die sexuellen Freizügikeiten der Römischen Aristokratie, (Caligula,Nero)    das Denken in Familienclans (Vorläufer der Mafia) (Töchter wurden zwangs-verheiratet) ?
Die Sitte seine Feinde nicht als Menschen zu betrachten und in der
Arena zur Volksbelustigung zu Masakrieren ?

die Demokratie jedenfalls ist Griechichen Ursprungs, auch die Germanen wählten Ihre Herzöge!!!
Der Römische Senat wurde nur von Römischen Bürgern gewählt, also
nicht von Germanen (auch nicht von den damaligen Kölnern)!!
und war an Koruptheit nicht zu Überbieten !!! (siehe die zalreichen Bürgerkriege)
Die zalreichen Aufstände in den von Rom kontrollierten Gebieten
sprechen für sich, warscheinlich waren diese Leute z.B.in
der Provinz Syrien ( Festung Marsalla)
nur undankbar weil Sie noch keine Wasserleitung via Aqedukt wie in Rom hatten.
Was sagte man über den Römischen Statthalter in Syrien:
der berümte Pontius-Pilatus (der aus der Bibel)
"Er kam nach Syrien, als armer Mann in ein Reiches Land, und ging als
Reicher Mann aus einem Armen Land "
 
In Germanien hatten Frauen eine wesentlich stärke Stellung als in Rom
(siehe Nibelungen-Saga) fast schon Gleichberechtigung !!
 
Das Deutschland eine, wie du es nennst "verspätete Nation" wurde,
lag an der Zersplitterung, am Ende des 30-jährigen Krieges.
Nach dem Untergang Roms bzw. Westroms war das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" seit Karl dem Großen, bzw. nach seinem Tod unter seinen Nachfolgern  die Europäische Macht schlechthin und ein
straff geführtes Staatswesen !

MORITURI te SALUTANT! (Die Todgeweiten Grüßen dich)

Richtschuetze


16.12.2008 08:40:41
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Ich sagte eben auf die Aussage meines Geschichtslehrers wie groß doch die Kultur der Römer war , was hat das mit Kultur zutun wenn man wehrlose Menschen wilden Tieren zum "Frass" vorwirft und versucht der ganzen (bekannten) Welt seinen willen auf zu zwingen!!


Wie schon gesagt ich kann mich da Painter nur anschliessen!!

Gruss

steffen04


16.12.2008 16:42:13
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Das aktuelle Geo Epoche widmet sich auch den Germanen. Scheint grad en vogue zu sein.

waldi44


28.12.2008 22:22:05
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So wie es in der Tierwelt eine Evolution gibt, so gibt es sie auch in der menschlichen Moral. Wertevorstellungen ändern sich. Manchmal dauert es Jahrtausende, manchmal Jahrhunderte, mitunter nur Jahrzehnte und manchmal, eher selten ändern sich die Moralvostelleungen innerhalb kürzester Zeit.
Erkenne ich da ein gewisses Bildungsdefizit ? Ist jetzt nicht böse gemeint, aber gerde diesbezüglich werden ganze Bibliotheken mit dicken und dicksten Büchern gefüllt. Allerdings haben damit auch ganz andere Leute so ihre Probleme. Zum Beispiel solche, die heute nicht verstehen können, wir "Recht" im 3. Reich "plötzlich" zu Unrecht werden könnte. War es nicht Filbinger, der ganz verdutzt meinte: Was damals rechtens war, kann doch heute nicht Unrecht sein!? (Sinngemäss)
Waren die Germanen vielleicht besser als die Römer? Auch sie brachten Menschenopfer dar und führten Kriege untereinander und gegen andere Völker. Die Kulturellen Errungenschaften eines Volkes werden nicht nach seinen Spielen beurteilt. Dann stünden ja die Spanier mit ihrem Stierkampf heute am untersten Rand der Bewertungsscala. Auch Mayas und Inkas werden als kulturell hochstehende Kulturen bezeichnet und kannten Massenmenschenopfer und auch Spiele auf Leben und Tod.
Die Demokratie der Griechen funktionierte auch nur solange, wie es sich um Stadtstaaten handelte. Unter Alexander war Schluss mit "Lustig". Bei den Römern ging das auch bedingt und man sollte nicht vergessen, dass sich ein Riesenreich wie das Römische in Krisenzeiten und die waren in Rom an der Tageordnung, nicht von streitenden und palavernden Senatoren geführt werden konnte. Deshalb gab es in Rom die Tribune. Diese/dieser übernahm für ein halbes Jahr die alleinige Regentschaft. Quasi eine Diktatur auf Zeit.
Im Grunde ein Provisorium, dass mit der Krönung(oder Machtergreifung) Augustus' beendet wurde, ebenso wie der jahrelang anhaltende Bürgerkrieg nach der Ermordung Caesars. Als Vorbildlich kann man die Regierungen des Römischen reiches nicht nennen. Hat ja auch keiner, aber seine kulturellen Errungenschaften und sein griechisches Erbe erheben es meiner Meinung weit aus der Masse der anderen Völker zu jener Zeit hinaus.
Tja und die Herzogwahl bezeichnest du als demokratisch? Da wurde auch nach politischen Gesichtspunkten gewählt und gemauschelt. Da wurde auch alles versprochen und meist auf Kosten der Unterlegenen und Geld oder Land floss auch in alle Richtungen. Das Volk wurde auch nicht gefragt- weniger als unter römischer Zeit.
Andere Völker schufen auch Grossreiche und konnten diese auch nur mit Gewalt aufbauen und halten. England, Frankreich, Russland und nicht zuletzt Deutschland. Die Mittel waren stets die selben. Warum sich also ausgerechnet über die Römer aufregen?
Jede Zeit hatte ihre eigenen Moralvorstellungen. Manche lassen sich mit heutigen Vorstellungen vergleichen und beurteilen, manche eben nicht. Stierkampf heute ist Tierquälerei und ich juble jedes mal, wenn ich sehen kann, wie ein Stier so einen Typ auf die Hörner nimmt und den Arsch oder die Eier aufschlitzt . Die Spanier sehen das anscheinend anders und vor zwei- dreihundert Jahren hätte sich kein Mensch darüber aufgeregt, so wie sich vor 2.000 Jahren niemand über die Gladiatorenkämpfe aufregte- ausser die Hauptdarsteller selbst!

byron


29.12.2008 15:23:24
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Eine grosse Erungenschaft der Römer, die nicht als Erbe der Griechen gilt aber sich doch auf deren  philosophischen Axiome basiert , war das Römische Recht ( Corpus Iuris Civilis).

Es wurde von  fast  allen europäischen Nationen übernommen und ist heute noch die Grundlage des zivilen Rechtes.

Es ist wahr, die Moral ändert sich mit der Zeit, da alles fliesst. Auf siese Änderung hat das Chrinstentum eine gewaltige Rolle gespielt.

Guten Rutsch an alle

Richtschuetze


31.12.2008 11:22:43
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Waren die Germanen vielleicht besser als die Römer

Waldi das sagt ja keiner aber die Germanen sprachen untereinader die selbe Sprache (wenn auch mit vielen Dialekten) sie hatten die selben Rituale/Gebräusche/Götter es war Ihre Heimat die Heimat Ihrer Väter/Großväter die Römer genauso wie die Franzosen Jahre später waren Mörder und Eroberer die nichts aber auch garnichts hier zu suchen hatten!

Was verbindet den ein Volk mehr als die selbe Sprache und Gebräusche???

Gruss


P.S Gefahr von Aussen macht Einigkeit von Ihnen!!!

P.P.S Und nicht vergessen die Römer haben mehr Schlachten gegen die Germanen verloren als diese Eine!!!

waldi44


31.12.2008 15:20:30
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Leute! DAS war der Lauf der Geschichte. Das konnte nicht anders laufen, ob da nun  einer die Sklavenhaltergesellschaft mag oder nicht. Zu ihrer zeit war sie die forschrittlichste aller Gesellschaftsformen und als sie sich überlebte kam eine neue. Das war bei den Ägyptern so, bei den Griechen, Chinesen, Römern....bei allen Grossreichen und die Germanen kamen eben zu spät. Als die Germanen geschichtsträchtig die Welt betraten ging die Zeit der Sklaverei zuende. Übrigens meine ich, dass es auch bei den germanen Sklaven gab. In nicht so ausgeprägter Form wie bei den Römern, aber Kriegsgefangene und Schuldner, waren wohl auch Sklaven und die spätere Leibeigenschaft war oft auch nicht besser. Sklaven gab es bis in die Neuzeit hinein und in verschiedenen afrikanischen und orientalischen Staaten soll es sie trotz Verbot noch heute geben.
Römisches Recht gilt noch heute und Latein haben auch nicht die Germanen erfunden. Kein Mensch schreibt heute in Runenschrift. Tja, die gemeinsame Sprache hinderte die Germanen aber nicht, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen und der wohl bekannteste davon war der von Arminius, der vom Germanen Marbod(suebischer Volksstamm der Germanen) ermordet und somit die erste "Reichsgründung" verhindert wurde.
Nicht zu vergessen, der Thread beginnt um die Zeit 300 u.Z. und da ging es mit Rom schon lange bergab und seine Armee bestand fast nur noch aus Söldnern und Hilfsvölkern. In der Varusschlacht war das noch anders, aber da hat Varus als Feldherr eben einen(wohl mehr als einen!) Fehler gemacht und sich in den germanischen Hinterhalt locken lassen. Eigentlich, um mal Bezug auf manche gegenwärtige Diskussion zu nehmen, eine hinterhältige Tat von Arminius, der sich das Vertrauen Varus's erschlich und ihn so unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in's Verderben lockte.
Die einen würden das eine patriotische Tat nennen, die anderen schnöden Verrat.

Richtschuetze


31.12.2008 15:41:44
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gemeinsame Sprache hinderte die Germanen aber nicht, sich gegenseitig die Köpfe


Die Römer aber genauso wenig!!!


Die einen würden das eine patriotische Tat nennen, die anderen schnöden Verrat


Nun Arminius war ja kein Römer sondern Germane also war es so gesehen kein Verrat!


Leute! DAS war der Lauf der Geschichte

Waldi das bestreitet ja auch keiner Du hast ja recht aber das ändert nichts an der Tatsache das die Römer hier in Germanien geraubt ,gemordet und geplündert haben und nicht als Befreier oder Wohltäter an zu sehen sind!!


Gruss

AK 74 ZF


2.1.2009 22:13:37
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Nun ja ... heute erklären uns ja "schlaue Leute", mit politischem Hintersinn, daß es die Germanen so ja nicht gegeben hätte, sondern daß dies ja alles Einzelstämme ohne Volkszusammenhalt waren. ... Nun im Sinne des Begriffes Volk unter der Sicht eines erst viel später definierten Begriffes Nation mag dies stimmen.

Aber dann gab es auch keine "Römer". Selbst der Begriff "Italier" oder "Italiener" wäre dann, auf Grund des Völkermischmasches bzw. regional verschiedener Bevölkerungsteile des damaligen und heutigen Italien, eher falsch. Und dies trifft dann auch auf Gallier/Kelten, Griechen, "Briten", "Franzosen", Slawen usw. usf. zu.  Fast alle heutigen europäischen Völker entstanden aus Stammesverbänden, verschiedenen Volksgruppen etc.

Zumindest ist die "Germanenforschung", abseits einiger Politspinner welche durch Diskreditierung der Germanen denken nachträglich noch das III.Reich zu verhindern oder ad surdum zu führen, sich einig daß es verschiedene gemeinsame Merkmale der den Germanen zuzuordnenden Stämme gibt. Von sprachlichen Gemeinsamkeiten, rassisch-ethnischen (womit da nicht der Nazi-Rassenbegriff gemeint, ist sondern ethnologisch-biologisch-genetische Verwandschaften) bis hin zu kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten. In bestimmten Fällen einiger Grenzstämme ist man sich bei einigen Stämmen heute garnicht mehr so sicher ob sie den Kelten oder Germanen zuzuordnen sind. Der Begriff "Kelto-Germanisch" bringt zwar Keltologen wie auch Germanologen bis kurz vor den Herzinfarkt, aber durch Wanderbewegungen und Vermischungen (von manchen Keltologen strikt abgelehnt ... in der damaligen Lebenspraxis vermutlich normaler als heute angenommen) sowie der von den Römern völlig willkürlich erfolgten Zuordnung bestimmter Stämme zu den Kelten oder Germanen, ist dieser zumindest für einige Stämme nicht von der Hand zu weisen.

Das deutsche Recht, und da lese man mal in älteren Ausgaben des BGB zur Rechtsgeschichte, basiert nur teilweise auf dem römischen Recht. Denn gerade dies war ja etwas was die freien Stämme zutiefst ablehnten. Im deutschen Recht haben sich sehr viele alte Gewohnheitsrechte der germanischen Stämme, zum Teil bis heute, erhalten. Eine der ältesten deutschen schriftlich überlieferten Rechtsschriften, der Sachsenspiegel des Eike von Repkow http://www.brandenburg1260.de/sachsenspiegel.html, obwohl erst im Hochmittelalter um 1230 entstanden, enthält auf jedem Fall noch viele Bestandteile des alten germanischen Gewohnheitsrechtes. ... Auch die "Merseburger Zaubersprüche", Sagen und Geschichten -> man denke nur an Frau Holle oder "Die wilde Jagd" -> und verschiedene heute noch gepflegte Volksbräuche zeugen von unserem germanischen Erbe.

Im übrigen war ich nach der Wende, beim Sichten verschiedener westdeutscher Schulbücher zum Teil völlig erschüttert, daß man die Schlacht im Teutoburger Wald (angeblich um Neonazis keine verherrlichenden Geschichten zu bieten) in einigen dieser Schulbücher garnicht oder nur am Rande behandelte. ... Da die Anschaffung von Schulbüchern, wie auch der Lehrplan, keinen einheitlichen Regelungen unterliegen gab/gibt es da sicherlich eine völlig unterschiedliche Behandlung dieses Themas.

Im DDR-Geschichtsunterricht ging man seltsamerweise mit diesem Thema völlig unverkrampft um, so daß der Freiheitskampf der Germanen gegen die Römer eines der interessantesten Geschichtsthemen meiner Schulzeit waren. Und die Schlacht im Teutoburger Wald ... war da so ziemlich das was man heute ein "Highligt" nennt. ... Ich hab noch ein zusätzliches Geschichtslesebuch für die 5. Klasse von 1954, welches selbst heute noch mehr als lesenswert ist. Man gab sich bei diesem Thema, wahrscheinlich auch wegen des als "Klassenkampf" gedeuteten Freiheitskampfes der Germanen gegen römische Unterdrückung, echt Mühe. ... Untermauert wurde dieses Thema, zumindest in meiner Schule, durch Lesegeschichten, große Rollbilder, Modelle des Limes (in Folge der Schlacht), Modelle römischer Heerlager, Museumsbesuch (Dessau hat da eine gute Sammlung aus germanischer Zeit) sowie dem Lesen des zweiteiligen Romans Herniu und Herman und Herniu und der blinde Asni von Ludwig Renn.

Das Thema "Germanen" ist bis heute ein Steckenpferd geblieben ... ich hab da unzählige Bücher aus unterschiedlichen Epochen zum Thema und verfolge auch heute noch die Forschung zu dieser Wurzel unseres Deutschen Volkes. ... Da ich noch losen Kontakt zu Kollegen meiner Ex (studierte Keltologin) im Landesmuseum für Vorgeschichte pflege hab ich da ab und an auch mal noch das eine oder andere Gespräch mit Fachleuten. ... Wiewohl man manch Museumsratte überzeugen muß daß Geschichte auch etwas fürs Volk und nicht nur für Wissenschaftler ist.

Traurig übrigens daß man von englischen Geschichtssendern zigmal bessere Filme über die verschiedenen germanischen Stämme sehen kann als diese halbseidene Knoppsche Klippschulserie dem Durchschnitts-BRD-Bürger vorgeführt hat. ... Hab da Einzelserien über Wandalen, Sachsen, Franken, Markomannen, Allemannen, Goten usw. !!! ... Incl. daß dort sehr gute Aussagen über die Bedeutung dieser Germanenstämme für die europäische Geschichte enthalten sind. ... Aussagen welche sich so zum Teil in Deutschland kaum jemand trauen würde so zu formulieren.

Übrigens ... auch wenn eher populärwisssenschaftlich ... und locker-flockig ... geschrieben ... so kann ich das Buch "Die ersten Deutschen - Über das rätselhafte Volk der Germanen" von S. Fischer Fabian, bei Amazon gebraucht für wenig Euronen zu haben, wärmstens empfehlen, da es bestimmte Fragen der Entwicklung und auch Eigenheiten des Deutschen Volkes aus den germanischen Wurzeln heraus (wieweil man auch die Slawen und andere "Zutaten" nicht unterschlagen sollte) auf eher humorvolle und verständliche Art erklärt.
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Ach ja ... Cäsars "Gallischer Krieg" und Tacitus "Germania", die germanisch-deutschen Sagen und Lieder ( in der DDR-Schulbildung -> Niebelungenlied/Siegfriedsage, Hildebrandtslied und Walther von der Vogelweide waren neben dem Thema "Germanen und Römer" im Geschichtsunterricht Standardstoff im Deutschunterricht) bis hin zur Edda setz ich so bissel als Grundwissen voraus. ...

Hoffe war nicht allzuweit am Thema ... 3. Jhdt -> als Germanen zum Teil schon über den Limes strömten -> vorbei. ... Da das römische Reich zu der Zeit aber noch stand -> bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451 u.Z.) kämpften Römer und Germanen ja zusammen gegen die Hunnen ... nachdem sie sich vorher gegenseitig die Köppe eingeschlagen hatten -> sind Vorstöße römischer Einheiten, wahrscheinlich in Allianz mit germanischen Stämmen, tief in germanisches Gebiet nicht auszuschließen.

Man entschuldige die Länge ... dafür schreib ich ja hier inzwischen selten 

waldi44


2.1.2009 23:19:57
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AK 74 ZF schrieb:

Man entschuldige die Länge ... dafür schreib ich ja hier inzwischen selten 

Leider !

Natürlich hast du recht, dass das römische Gestzt heute nur noch fragmentarisch gültigkeit hat, sind doch inzwischen ettliche Jahrhunderte vergangen. Unsere Gesetzgebung hat sich, anders als die bei den radikalen Islamisten, eben auch weiter entwickelt- ob immer zu unserem Vorteil bleibt dahingestellt. Tja und ob die Frage der Homogenität der germanischen Stämme mit einem einfachen "JA" beantwortet werden kann, wage ich mal zu bezweifeln.
Grob unterteilt gab es ja die West- und Ostgermanen und ettliche germanische Stämme werden von bestimmten Kreisen heute einfach ignoriert, weil sie zu slavisch erscheinen. Ähnliches hast du ja auch erwähnt.

Hm, ich werde mal meine Uraltmanuskripte aus der Kiste holen und schaun, ob sich das eine oder andere verwenden lässt. Hatte früher nämlich mal einen "Römerfimmel" und die Germanen kamen darin  auch vor....

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3.1.2009 17:47:46
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Sehr guter Beitrag @AK74ZF ! Ähnliches ist mir auch in den Sinn gekommen, nur hatte ich keine Zeit um dies Niederzuschreiben! Die ganzen Familienfeiern vom 23.-01.01. ........
Anführen möchte ich noch aus den DDR Geschichtunterricht den Unterschied zwischen römischen Recht und der Rechtsprechung/Entscheidungsfindung  durch den Thing. Der Thing sprach Recht aus einer Versammlung der Freien , nicht durch Recht eines einzelnen Richters der Recht per Gesetz sprach.
Sklaven gab es bei den Germanen nicht, sondern diese Menschen (auch Kriegsgefangene) waren Unfreie . Diese Unfreien hatten eigene Wohnung und wurden völlig anders behandelt als Sklaven. Sklavenhandel, nämlich mit Kriegsgefangene kam erst mit dem Kontakt des Römischen Reiches auf.
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waldi44


3.1.2009 23:26:43
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Natürlich gab es zwischen Unfeien und Sklaven gewisse Unterschiede, aber es gab auch unter den Sklaven und den Unfreien Unterschiede und diese Unterschiede waren in ihrer Dieststellung begründet. Haussklaven oder Unfreie, die unmittelbat mit ihrem Herrn zu tun hatten waren immer anders statuiert, als zB. Staatssklaven oder Bedienstete niederer Art.
Staatssklaven waren die  armen Schweine, die in den Bergwerken und auf den Galeeren eingesetzt wurden - überlebensdauer zT. wenige Monate, ähnlich, bezugnehmend auf das Forum, wie in deutschen Arbeitslagern (Dora uä.).
Haussklaven, wie auch herrennahe Unfreie hatten alle Chancsen ihrer Zeit, siehe Arminius! Man denke auch an die Kolonen, deren Status den des Unfreien und des hörigen Bauern weit übertraf, aber Rom eben nicht überlebte - es folgte die Leibeigenschaft!
Sklaven wie auch Unfreie wurden in der Regel nicht zu Kriegsdiensten eingesetzt- aber keine Regel ohne Ausnahmen!

Jürgen Fritsche


20.12.2009 22:03:58
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waldi44 schrieb:
Tja, die gemeinsame Sprache hinderte die Germanen aber nicht, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen und der wohl bekannteste davon war der von Arminius, der vom Germanen Marbod(suebischer Volksstamm der Germanen) ermordet und somit die erste "Reichsgründung" verhindert wurde.

Moin, Waldi,

Arminius wurde bekanntermaßen im Jahre 21 von cheruskischen Verwandten erschlagen.

Der Markomanne Marbod hatte damit nicht zu tun. Er hatte auch gar nicht mehr die Möglichkeit dazu, denn er wurde in seinem böhmisch-mährischen Reich bereits im Jahre 18 durch Katualda gestürzt, mußte nach Rom fliehen und wurde in Ravenna bis zum seinem Tod im Jahre 37 unter Asyl gestellt.

Hingegen hatte im Jahre 19 der chattische Führer Gandestrius Rom angeboten, Arminius durch Gift beseitigen zu lassen, was von Rom jedoch (offiziell) kategorisch abgelehnt wurde: Rom schlage seine Feinde offen, nicht durch Gift.
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