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Die Versenkung der Lusitania

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AutorBeitrag

Nomen Nescio


5.1.2009 18:38:25
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Die Überlebenden berichteten übereinstimmend, dass es kurz hintereinander zwei Explosionen gegeben hatte. Von zentraler Bedeutung war daher in der Vergangenheit die Quelle dieser zweiten Explosion. Vor allem wurde über die Zahl der auf das Schiff abgeschossenen Torpedos spekuliert. Hätte Schwieger zwei Torpedos abgefeuert, wäre dies bei den kurzen Abständen nur in Form eines sog. Zweierfächers möglich gewesen. Damit wäre die Behauptung falsch gewesen, er habe wissentlich ein sinkendes Passagierschiff ein zweites Mal beschossen. Laut Schwiegers Aussage und dem Kriegstagebuch von U 20 wurde jedoch nur ein Torpedo geschossen. Ferner wartete er den Untergang des Schiffes erst gar nicht ab... Zum Unglückszeitpunkt fuhr die Lusitania fast volle Fahrt und die Kessel waren sehr heiß. Nach der ersten Explosion, dem Torpedotreffer, im ersten Kesselraum ergoss sich 11 Grad Celsius kaltes Wasser in den Kessel, was zwangsläufig zu einer zweiten Explosion führen musste.
(...)
Gegen diese These spricht jedoch, dass die zwei Überlebenden aus Kesselraum 1 knapp zehn Tage nach dem Torpedoangriff unter Eid aussagten, dass ihr Kessel einige Minuten intakt und ihr Raum wasserfrei geblieben war. Ähnliches bestätigte ein Überlebender aus Kesselraum 2.[4]

Diese beiden Explosionen wurden von den Überlebenden wahrgenommen. Die zweite Explosion war so stark, dass sie den Kiel des Dampfers durchschlug. Des weiteren kam ein sofortiger Stromausfall hinzu, der das Schließen der Schotts unmöglich machte. Bullaugen, welche zu Dutzenden offenstanden, beschleunigten den Untergang zusätzlich.
Die Deutschen hatten damals Recht. Der Passagierdampfer Lusitania transportierte Munition und andere Sachen für das Englische Heer.


What must be remembered is that DEFINITELY aboard the ship, in the enlarged forward hold, was a total of

1,248 cases of LIVE 3" shrapnel shells

(four shells per case) destined for use by the Royal Artillery, as well as two consignments of unrefrigerated "butter" and "cheese" that together weighed nearly 90 tons and were both destined for the Royal Navy Weapons Testing Establishment in Essex.
http://www.lusitania.net/deadlycargo.html

waldi44


5.1.2009 18:45:23
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@Nomen Nescio : Dieses Thema hatten wir schon mehrmals durch. Im Zweifelsfall schau bitte mal im Archiv- oben links unter den Buchempfehlungen!
http://forumarchiv.balsi.de/marine/90757/index.html und hier http://forum.balsi.de/index.php?topic=5437.0

Nomen Nescio


5.1.2009 19:18:12
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Das man dies sehen kann, ist aber eine Neuigkeit.

Taucher haben vor etwa 1,5 Monat die Munition erstmals nach oben gebracht. Und damit wurde bewiesen, daß die Lusitania tatsächlich Munition an Bord hatte.
Darum steht auf die Seite der Lusitania bei "Latest News" einen Link. Wird den Link angeklickt, dann sieht man auf einem Foto die nach oben gebrachten Kugeln.
http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=97350149

Wolfshund


1.8.2009 10:59:46
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Nun das Wissen über die Munitionsladung ist deutscherseits ja schon länger bekannt und lagerte in der Revisionsecke.  Da kann man schon von einer totalen Schuldentlastung deutscherseits jetzt reden und die US Proteste als bewußte Kriegspropaganda hinstellen. Die Waagschale der deutschen Kriegsschuld wegen der US Kriegserklärung tendiert gegen Null. Zu Kriegszeiten wurde ohnehin ja schon Schadensersatz gezahlt. 

waldi44


1.8.2009 11:18:25
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Wolfshund schrieb:
Nun das Wissen über die Munitionsladung ist deutscherseits ja schon länger bekannt und lagerte in der Revisionsecke. 

LAGERTE! Aus dieser Ecke ist die Behauptung schon LANGE raus und wurde zur historischen Wahrheit. Durch die Bergung der Munition wurde sie nun auch noch greifbar!

Was die Kriegseintrittsfrage anbelangt, so ist es doch ganz einfach: Kriegsführende Parteien suchen immer Verbündete im Kampf gegen den jeweils anderen und die Verbündeten suchen ihrerseits immer eine Erklärung, warum sie sich dieser oder jener Partei angeschlossen haben, noch dazu, wenn man dem Wähler und zB. dem Parlament gegenüber verantwortlich ist.
Anders als im Deutschland der Kaiserzeit und später im 3. Reich konnte man nicht folgenlos Niederlage und Versagen an Niederlge und Versagen reihen. Churchill musste das schmerzvoll am eigenen Leibe erfahren, als er ABGEWÄHLT wurde und um das zu verhindern wird eben getrickst und gelogen, dass sich die Balken biegen oder eben Schiffe untergehen. Was wiederum allen Verschwörungsteoretikern Tür und Tor öffnet.

Walter23


1.8.2009 12:12:47
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Moin

Was die konkrete Versenkung betrifft, so meine ich, dass wir hier schonmal was dazu hatten.

Es gibt ja die "Theoretiker", die die Frage in den Raum stellten, dass es von Churchill kaum
eine "Falle" gegenüber dem Dt. Reich gewesen sein kann, weil so genau konnte man das Ereignis
ja nicht gezielt herbeiführen und deshalb die Tatsache, dass eine Absicht die Lusitania
quasi als Köder auszulegen falsch ist. Dies lässt jedoch außen vor, dass es nicht das einzige Schiff
mit einer solchen Fracht war und es letztlich nur eine Frage der Zeit war, bis eine Versenkung
eines Schiffes mit der Folge von us-amerikanischen Toten eintritt. Siehe auch dazu den Film der
Letztens des öfteren Lief und zeigt, dass die Admiralität sich der U-Boot-Gefahr sehr bewusst war
und dennoch keine konkreten Gegenmaßennahmen ergriffen hat.
(ob wollen/können etc. mal ganz außen vor)

Gruß

Walter

P.S. Bzgl. der Ladung von Schiffen gibt es doch meist entsprechende Papiere also wie schon hier zu
lesen ist der Fund an sich nur eine Bestätigung von prinzipiell lange bekannten Tatsachen.

Scherzkoks


2.8.2009 20:17:10
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Ich hatte vor einiger Zeit einen Flim über die Lusitania gesehen. Dort wurde erzählt, dass die Englische Regierung irgendwann (einpaar Jahrzehnte nach dem 2Wk.) zugab, dass sich Muni an Bord der Lusitania befunden hat.
Außerdem existieren noch ähnlich Fälle von brit. Lazarettschiffen, welche ohne das die Deutschen davon gewusst hatten Nachschub transportiert hatten.  Deutsche U-Bootkommandanten haben einige dieser Schiffe versenkt. Beide Seiten haben also die Regeln gebrochen nur das die Engländer es propagnadistisch ausgeschlachtet haben. So viel zur feinen englischen Art... 
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