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Die schiefe Schlachtordnung

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AutorBeitrag

waldi44


13.2.2010 19:36:32
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Mal so von Wiki übernommen, weil soweit ok und warum alles doppelt schreiben :http://de.wikipedia.org/wiki/Schiefe_Schlachtordnung

Erstmals wurde sie in der Schlacht bei Leuktra im Jahr 371 v. Chr. im Konflikt zwischen Sparta und Theben eingesetzt. Dabei wurden mit dieser Kriegstaktik 10.000 Spartaner von 7.000 Thebanern geschlagen.
Die Schiefe Schlachtordnung wurde später von Alexander dem Großen übernommen und mittels der Makedonischen Phalanx und einer überlegenen Reiterei perfektioniert. Caesar gelang mit der Anwendung der Schiefen Schlachtordnung der Sieg in der Schlacht von Pharsalos über ein zahlenmäßig weit überlegenes republikanisches Heer und beendete damit den Bürgerkrieg gegen Pompeius.

Auch Friedrich der Große gewann am 5. Dezember 1757 die Schlacht von Leuthen durch einen Scheinangriff und eine Schiefe Schlachtordnung, indem er auf seinem rechten Flügel 20 Bataillone im Abstand von 50 Metern insgesamt etwa 1000 Meter zurückversetzt positionierte.
Bei der Schiefen Schlachtordnung (ein Zusammenprall der Gegner auf breiter Front wird vermieden) wird ein verstärkter Flügel nach vorne geschoben, während der andere, notgedrungen geschwächte, nur hinhaltend kämpft und die Feindberührung verzögert oder vermeidet. Entscheidend ist allerdings, dass der Gegner diese Absicht erst bemerkt, wenn es zu spät für Umgruppierungen ist, da er sonst einfach den bedrohten Flügel verstärkt oder den Spieß herumdreht und den zurückhängenden schwachen Flügel angreift.

Tja und manchmal kann man es machen wie man will bzw. soll und es ist doch verkehrt.

Friedrich der Große nannte die schiefe Schlachtordnung "Schrägangriff" und er wandt viel Zeit und Energie an der Perfektionierung dieser Schlachtordnung, musste er doch oft mit weit unterlegenen Kräften Schlachten schlagen und viele, wenn auch nicht alle, gewann er. Ab 1747 arbeitete er an dieser Taktik und 1751 wurde sie im Manöver erprobt, erfuhr aber bis 1755 weitere Neuerungen, so dass spätestens 1756 die Masse der preussischen Armee mit dieser Taktik vertraut war. 1756, also gerade rechtzeitig zum Siebenjährigen Krieg.
Allerdings stellten die Ereignisse seinen Glauben an diese Taktik sehr auf die Probe. 6. Mai 1757 kam es zur Schlacht bei Prag, die anfänglich nicht sehr erfolgreich für die Preussen verlief. Das schwierige Gelände brachte die Schlachtordnung durcheinander schlussendlich aber siegte Friedrichs "Schrägangriff" beim zweiten Versuch. Die Östereicher verloren 5.000 Gefangene, den größten Teil ihrer Bagage, 60 Kanonen und 12.000 Mann an Toten und Verwundeten. Der Verlust auf preußischer Seite belief sich auf 12.500 Mann.
Am 18. Juni 1757 fand im böhmischen  Kolín eine weiter Schlacht mit einem preussischen "Schrägangriff" statt, der aber völlig in die Hosen ging. Die Generale von Manstein und Tresckow, die sich mit ihren Truppen eigentlich dem gegner "versagen" sollten, liessen sich zum Angriff verleiten und durchkreuzten Friedrichs Schlachtplan und -ordnung. Die Verluste der Preußen in der Schlacht betrugen 13.733 Mann und 1.667 Pferde sowie 45 Geschütze, die der Österreicher betrugen 8.114 Mann und 2.745 Pferde.
In der Schlacht bei Roßbach in der Nähe von Reichardtswerben im Kurfürstentum Sachsen (heute Sachsen-Anhalt) am 5. November 1757  besiegte der preußische König Friedrich der Große die Franzosen  unter dem Prinzen von Soubise und die mit ihnen koalierende Reichsexekutionsarmee unter dem Kommando des Reichsgeneralfeldmarschalls Prinz von Sachsen-Hildburghausen. Die Franzosen und die Reichsarmee ver-
loren über 10.000 Mann an Verlusten bei , überwiegend an Gefangene, standen kaum 100 preußische Gefallene und nur 500 Verwundete gegenüber. Bedeutenden Anteil am Sieg hatte die Kavallerie  unter dem Kommando des jungen Generalleutnants von Seydlitz. Dem massierten Angriff von 6.000 preußischen Kürassieren konnte die französische Front nicht lange widerstehen.
Hier kam also weniger die schiefe Schlachtordnung als die kavalleristischge Überlegenheit zum tragen. In der Schlacht bei Zorndorf aber währe ihm seine eigene Taktik beinahe zum verhängnis geworden. Er hatte
vor der Schlacht ausdrücklich verlangt, dass sich der rechte Flügel dem Feind versagen sollte. Als dann der linke Flüpgel zurück wich, hielt sich Seydlitz an seinen Befehl und nur durch den persönlichen Einsatz des Königs konnte eine Zerschlagung des linken Flügels verhindert werden. Dennoch erkannte Seydlitz die Gunst der Stunde und folge dann den mehrfach ergangenem Befehl zum Eingreifen, in dem er nun im Rücken der weit in die preußischen Linien vorgedrungenen russischen Hauptmacht stand. Dann gab er im zugleich günstigsten und äußersten Augenblick den Befehl zum Angriff. Absicht oder Zufall?
Kolin und Zorndorf gaben Friedrich zu denken. Zum einen gab es eine Beinaheniederlage, weil der sich versagende Flügel angriff, zum anderen gab es auch eine Beinaheniederlage, weil der sich zu versagende Flügel sich tatsächlich "versagte"! Friedrich kam zu dem Schluss, dass sich der versagende Flügel näher an der Front befinden und gut sichtbar sein musste, so dass er als ständige Bedrohung erkennbar war und somit für den Feind eine Umgruppierung verbot, da  in seiner Flanke eine unberechenbare Bedrohung bestand.
Allerdings musste Friedrich nach dem Siebenjährigen Krieg seine "Schrägangriff" den neuen Gegebenheiten einer verbesserten Artillerie anpassen.






 
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