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Wiedervereinigung in den 50er Jahren

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AutorBeitrag

Hero-Dude


2.9.2007 15:18:52
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Hallo,

Stalin hatte doch im Jahre 53 den Vorschlag für eine deutsche Wiedervereinigung gemacht.
Vorausgesetzt das Deutschland ein neutrales Land wird. Die westl. Alliierten hatten aber abgelehnt.

Gibt es genauere Infos hierzu, welche Hintergründe Stalin hatte, oder was er plante?

Danke!

Jan-Hendrik


2.9.2007 15:37:20
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Gebe er mal bei einer Suchmaschine seiner Wahl den Suchbegriff Stalinnote ein 

Jan-Hendrik

waldi44


23.9.2007 17:57:19
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An dieser Stalinnote scheiden sich die Geister der Historiker. Die einen halten das für einen Versuch, die Westanbindung Deutschlands zu unterminieren um später dann eventuell ganz Deutschland einzukassieren. Andere hingegen meinen, dass Stalin es durchaus Ernst gemeint hat und sogar noch weitergehende Vorstellungen hatte, nämlich ein neutrales Mitteleuropa von Norwegen bis Italien.
Die Frage, wer nun Recht hat, ist im Grunde bis heute ungeklärt und ungeklärt sind auch die Folgen einer eventuellen neutralisierung Deutschlands.

W.T


5.12.2007 07:14:46
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Hallo, wie hätte so ein widerverinigtes Deutschland aussehen sollen? Wie die Demokratische Bundesrepublik mit einem Kapitalistischen Wirtschaftssystem? Wie sehe es mit einem eigenen Heer aus?

Vincent


8.1.2008 06:00:45
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Man sollte den Einfluss der Westalliierten nicht überbewerten, schliesslich scheiterte eine Wiedervereinigung Deutschlands unter neutralen Bedingungen, wie von den Sowjets angeboten, schon an Adenauer, der - das Spiel Moskaus sicher durchschauend - Westdeuschland lieber in ein Westbündnis integriert sehen wollte ... ihm war schlicht der Beitritt zur NATO wichtiger, als die/eine Wiedervereinigung. Der Lauf der Geschichte gab ihm letztendlich Recht (Stichwort: 9. Nov. 1989)!


CIAO!

Niwre


8.1.2008 10:52:00
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Vincent schrieb:
ihm war schlicht der Beitritt zur NATO wichtiger, als die/eine Wiedervereinigung. Der Lauf der Geschichte gab ihm letztendlich Recht (Stichwort: 9. Nov. 1989)!
Die Argumentation funktioniert auch andersrum (Stichwort Polen, Ungarn, Tschechien...).

uwys


9.1.2008 19:06:05
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stalin wollte den anderen teil deutschland auch unter seine fittiche bekommen!
es sollte eher ein anschlus der bundesrepublik an die DDR sein als ein freies deutschland zu schaffen!

AK 74 ZF


10.1.2008 18:41:48
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Ja ja ... und das ostmärkische Österreich war Teilrepublik der Sowjetunion. (Böser Spaß ... meine österreichischen Freunde wissen wie es gemeint ist.)

Die Frage ob und wie da was "ernst" gemeint war ist zumindest historisch interessant. ... Für mich zumindest steht fest, daß die heute gern verbreitete Ansicht die "Russen" oder die DDR wär an der über 40jährigen Deutschen Teilung allein Schuld, so nicht stimmt. Ich zumindest halte den Herrn Adenauer für einen Verräter am Deutschen Volk der bei dieser Teilung, durch seine Westorientierung und US-Hörigkeit gewaltige Mitschuld trägt.

Inwiefern ein neutrales Blockfreies Deutschland möglich gewesen wär ist heute Spekulation. Zumindest die Österreicher sind mit dieser Lösung ganz gut zurechtgekommen.

Es ist ganz gut möglich daß der Machtmensch Stalin, welcher ja durchaus auch ein verschlagener Fuchs war, wußte daß ein zu großes Imperium zu Instabilitäten neigt. Ein soweit vorgeschobener Posten wie die DDR ... noch dazu mit einem völlig unzuverlässigem "Verbündeten" wie Polen dazwischen ... ist militärisch und vor allem ökonomisch doch ein großer Aufwand. Daß die Geschichte in einer friedlichen "Wiedervereinigung" endete, so man diesen Kuhhandel zwischen Kohl und Gorbatschow so nennen will, steht auf einem anderen Blatt. Wär die UdSSR nicht, auf Grund ihrer eigenen Instabilität, zerfallen wären wir hier heute noch DDR und hätten sowjetische Besatzungstruppen im Lande. Und daran hätte dann auch der Herr Adenauer Mitschuld ! Das Adenauer zugesprochene Zitat : "Lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb !" zeugt zumindest davon daß ihn die "Brüder und Schwestern im Osten" weit weniger wert waren als sein ruhiger Liegestuhl mit Blick auf das französisch besetzte Rheinufer. ... Staune ja daß das Saarland zurück durfte. ...

Übrigens ... zum Saarland hätte ich da schon eine Frage. ... Wie kam es daß die Franzosen diesen über 1000 Jahre alten Zankapfel nun doch an Deutschland zurück ließen. Nur der Entscheid der Bürger wirds doch auch nicht gewesen sein ? Frankreich hat ja ab und an auch so eine Art "Großmachtallüren" ... "Grande Nation" und da bin ich doch etwas verwundert daß sie das Saarland zurück gelassen haben. ... Oder war das ein Ausgleich für den Verrat  bzw. (vorrübergehenden) Verzicht auf die sowjetisch (weiterbesetzten) Gebiete der DDR ?

Anschluß der BRD an die DDR. Welch Blödsinn. ... Ein starkes neutrales Freies Deutschland wär schon ein Traum. Oder aber, für die USA, Engländer u.a., ein Alptraum, da es sich nicht so gut ausplündern und für fremde Interessen weltweit mißbrauchen lassen würde.

AK 74 ZF

P.S. ... übrigens ... wir "Ossis" sind unsere Besatzungstruppen los. Im Westen seh ich immer noch Ami-Besatzer mit Waffen auf deutschem Boden. Und die ziehn uns im Moment von einem ihrer Konfliktherde in den nächsten ! ... Aber sind ja "Freunde". (So nannte man die Sowjets offiziell in der DDR auch !)

uwys


10.1.2008 19:02:46
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@AK 74 ZF
auch wenn ich dir in manchem recht geben muss, so war mir als "Wessi" doch lieber das ich auf der richtigen seite des zaunes stand ( zumindest aus meiner sicht)
im übrigen wollte stalin das sich die BRD an das system der DDR anschließt!
dann wäre der rest deutschlands genau so frei gewesen wie der osten, danker herr adenauer das sie das verhindert haben!
da nehme ich lieber unsere "freunde" die amis in kauf!

waldi44


11.1.2008 15:48:14
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uwys schrieb:
im übrigen wollte stalin das sich die BRD an das system der DDR anschließt!

Hm und woran kann man das erkennen? Welche sowjetischen Bedingungen zur Wiedervereinigung lassen darauf schliessen?

AK 74 ZF schrieb:
Die Frage ob und wie da was "ernst" gemeint war ist zumindest historisch interessant. ... Ich zumindest halte den Herrn Adenauer für einen Verräter am Deutschen Volk der bei dieser Teilung, durch seine Westorientierung und US-Hörigkeit gewaltige Mitschuld trägt.

Inwiefern ein neutrales Blockfreies Deutschland möglich gewesen wär ist heute Spekulation. Zumindest die Österreicher sind mit dieser Lösung ganz gut zurechtgekommen.



Adenauer wollte immerhin einen eigenen Rheinstaat gründen- mit den Franzosen, ähnlich wie unter Napoleon. Als das nicht klappte, wurde er tatsächlich US hörig. Schliesslich waren sie es, die ihn wieder zum Bürgermeister gemacht hatten und die Briten, die ihn absetzten. Wer blieb da noch übrig als "Freund", sieht man von den verhassten Russen mal ab?
Irgendwie scheint mir bei dem "Alten" sowieso etwas nicht zu stimmen. Sieht man sich mal seinen Werdegang im 3. Reich an, so wundert man sich nur, wie er das überleben konnte. Mit Pension und Entschädigung.....

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11.1.2008 17:52:44
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Nach "Jahrzehnten"  endlich mal einer Meinung mit AK74ZF !
@uwys , AK74ZF hat Dir doch den Fingerzeig gegeben, Österreich ! Übrigens gibts noch einen Fingerzeig , Finnland wobei das Wort Finnlandisierung auch einen falschen Klang bekam, denn der Bürger war genauso frei wie ein Deutscher.
Wenn wirklich etwas dran gewesen wäre an der Stalinnote dann, wäre es wie Österreich oder Finnland gekommen, 100% !
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Nightwish


11.1.2008 20:46:42
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Die umstrittene Stalinnote. Ein heikles Thema...

Nur einige Gedanken, ich bin selbst indifferent:

Die Frage ist doch, wie denn ein 'neutrales' Deutschland auf Dauer hätte bestehen können bzw. ausgesehen hätte. Der Aufschwung im Westen wurde nicht unwesentlich von den Westmächten gefördert. Diese Hilfe wäre dann sicher weggefallen. Vielleicht wäre Deutschland ähnlich isoliert gewesen wie nach dem Ersten Weltkrieg. Auch keine schöne politische und wirtschaftliche Aussicht. Auch nicht für unsere westlichen Nachbarn, die zu fürchten hatten, dass sich die Geschichte zum dritten Mal wiederholt. Im Osten war die Sowjetunion, zumindest militärisch, bis an die deutsche Grenze herangerückt. Eine potentielle Bedrohung die ein vereintes neutrales Deutschland damals kaum hinnehmen hätte können.  Dies müssen die Westmächte ähnlich gesehen haben. Denn ein neutrales Deutschland, mit einer noch zu definierenden militärischen Komponente, hätte einer Invasion durch die SU nichts entgegensetzen können und wäre damit 'manipulierbar' gewesen. Ähnlich Finnland evtl., wobei Deutschlands Bedeutung höher anzusetzen ist und somit Versuche der Einflussnahmen - des Westens wie des Ostens - sehr wahrscheinlich gewesen wären...

Österreich ist scheinbar gut gefahren. Aber Österreich spielte schon seit langer Zeit keine gewichtige politische Rolle, geschweige denn eine wirtschaftliche, wie Deutschland mit seinem wesentlich größeren Potential. Ferner wurde Deutschland als Kriegstreiber fokussiert. Auch waren die Zerstörungen nicht so stark wie in Deutschland. Insofern kann Österreich 'froh sein', so weg gekommen zu sein... Wie es darüber hinaus mit Demontagen nach dem Krieg aussah weiß ich leider nicht, jemand anderes?

Zum Saarland: Weit umstrittener als das Saarland war das Elsass - und das blieb bekanntlich bei Frankreich...

waldi44


11.1.2008 21:29:18
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@Nightwish:"... seit langer Zeit keine gewichtige politische Rolle..." und wo bitte liegt darin der Nachteil?

Nightwish


11.1.2008 21:46:22
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Das war nicht als Nachteil gemeint. Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass das ein Grund für ein geringeres Interesse (der Siegermächte) an Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, gewesen sein könnte. Insofern ein Vorteil  für Österreich.

Aber generell ist die Frage nach dem politischen Gewicht in Hinblick auf Vor-/ oder Nachteil eine Frage der politischen Ziele bzw. des Selbstwertgefühls.

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12.1.2008 11:06:04
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@Nigtwish, mittlerweise ist nachgewiesen worden das die Hilfe des Westens für Deutschland (Marshallplan etc.) nur unwesentlich zum Aufschwung im Westen Deutschlands Teilhabe hatte. Länder wie Großbritanien, Frankreich oder Belgien hatten viel mehr Marshallplanhilfe erhalten und konnten keine Wirtschaftwunder etablieren. Wirtschaftwissenschaftler gehen heute davon aus, das Deutschlands Aufschwung aus dem totalen Aufbruch der alle Bereiche der Gesellschaft durchgedrungen hatte, resultierte. Die völlig erneuerte und damit leistungsfähigere Industrie, die Währungsumstellung und eine damit verbundene Leistungsorientierung der Wirtschaft, sowie der unermüdliche Einsatz der Bevölkerung zum Aufbau waren die tragenden Komponenten des Aufschwungs, die Hilfen aus dem Westen sind daneben nur als Marginalien anzusehen.
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Jan-Hendrik


12.1.2008 11:15:16
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Mir wäre ein freies, besatzerloses Deutschland ohne Mitgliedschaft in der NATO am liebsten 

Jan-Hendrik

waldi44


12.1.2008 14:48:44
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logo schrieb:
 Wirtschaftwissenschaftler gehen heute davon aus, das Deutschlands Aufschwung aus dem totalen Aufbruch der alle Bereiche der Gesellschaft durchgedrungen hatte, resultierte. logo

Tja, wenn du die ominöse "Stunde Null" meinst, so solltest du wissen, dass es sie in Deutschland nie gab.
Vielleicht sollten wir Europäer uns auch mal Gedanken darüber machen, ob ein europäisches Verteidigungsbündniss für uns nicht sinnvoller wäre, als ein Nordatlantisches, zumal der Nordatlantik neuerdings ganz andere Ufer hat, als noch vor fünfzig Jahren....

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13.1.2008 10:05:21
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Ich meine nicht die "Stunde Null", sondern der innovative Aufbruch einer ganzen Gesellschaft, weil es anders gar nicht ging ! Baute man in Großbritanien auf seine fast unzerstörte Wirtschaft weiter, so baute man in Deutschland aus fast keiner Wirtschaft eine völlig komplett neue mit neuer innovativer Ausrichtung, der es gelang innerhalb von knapp 10 Jahren Großbritanien (einschlß. Kolonien ) im Wirtschaftswachstum zu überholen.
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waldi44


13.1.2008 15:25:03
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logo schrieb:
, so baute man in Deutschland aus fast keiner Wirtschaft.....
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Also logo, ich meine gerade zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands bei Kriegsende andere Meinungen gelesen zu haben. Auch die Produktionszahlen sprechen eine andere Sprache. Da wo nichts mehr prodoziert wurde, geschah da oftmals, weil der Nachschub an Material oder Rohstoffen fehlte oder weil die Werke von Feind erobert wurden.
Als die Verkehrsverbindungen wieder funktionierten, sprang auch die Wirtschaft sehr schnell wieder an und ich meine fast, dass das mit einem Wunder nichts zu tun hat.
Vieles war kaputt, aber vieles nur oberflächlich und da der Westen weitgehend von Demontagen verschont geblieben war, sah das durchaus nicht so trostlos aus, wie manche es  gern darstellen um ein um so grösseres Wirtschaftswunder aus deutscher Kraft propagieren zu können oder weil sie sich von der Optik leiten lassen. So wie es politisch keine "Stunde Null" gab, so gab es sie auch ökonomisch nicht!
Weitaus trostloser, weil von den Russen, zusätzlich zu den Kriegszerstörungen, ausgeplündert und das noch über Jahrzehnte nach Kriegsende, sah es in der SBZ und selbst der späteren DDR aus, zumal ich irgendwo gelesen zu haben glaube, dass man vor Kriegsende noch bewusst technisches Gerät(Maschinen/Anlagen) in die späteren Westbesatzungszonen ausgelagert hatte und sie somit vor dem Zugriff der Russen bewahrte!

Walter23


13.1.2008 16:30:58
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Moin

So genau habe ich mich mit dem Thema "Wirtschaftswunder" zwar nicht befasst,
aber die ("nur" teilweise) Zerstörung von Anlagen und Infrastruktur war wohl
Fakt.

Andere Länder mit weitaus weniger Zerstörung hatten dennoch längere Zeit eine
Mangelwirtschaft, so ist die uns heute so bekannte "englische Küche" z.T. darin
begründet. Länger als in der BRD gab es dort ein Sparen an Nahrungsmitteln.

Weiterhin ist auch Fakt, dass wenn Produktionsanlagen zerstört sind (ob komplett
oder "nur" teilweise) ein Neuaufbau nötig ist und hier wohl auch die Investition
in neuere Anlagen "erleichtert" wird.


Bzg. der Demontage von Anlagen in der SBZ später DDR
Ein (verst.) Großonkel von mir war während des Krieges Bagger/Kranführer. Nach
Kriegsende wurde das Gerät welches er bedient hat in Berlin auf Wagen verladen,
welche gen Osten gingen. Da er wohl früh genug "geschaltet" hat und wohl mancher
Verwalter/Organisator der Roten Armee (?) gutmütig und/oder leichtgläubig war, konnte
er sich mit der Ausrede, dass er nochwas Wichtiges holen müsse gerade noch absetzen.

Während im "Westen" wohl das Wissen (Patente/Fachleute) abgezogen wurde und im
"Osten" nur "Reste" von den Westalliierten dagelassen wurde, wurden wohl auch etliche
(Fach-)Arbeitskräfte mit den Anlagen/Maschinen abgezogen.

Soweit mein/e "Wissen"/"Theorie" dazu

Gruß

Walter

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14.1.2008 12:46:06
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Also ich weíß ja nicht was Du gelesen hast @waldi, aber von wirtschaftlicher , übergangsloser schnell anspringender Wirtschaft war überhaupt nicht zu sprechen ! Hohe Arbeitslosenzahlen bis zum Anfang der '50iger, einhergehend mit hohen Fachkräftemangel ( Zuviel männli. Kriegstote, Gefangene etc.) zeigen ein deutlich anderes Bild auf. Reibungslos lief es erst ab ca. 1953, dann aber mit voller Wucht und mit vielen Neuinnovationen in den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Technik.
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SIEGMAR


17.2.2008 08:51:21
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Adenauer ist für mich als ex-cduler nach wie vor ein verräter an DEUTSCHLAND.

Der beste Kanzler den wir nach 1945 hatten war wohl Ehrhard.

Die Stalinnote wäre sicher wert gewesen besser behandelt zu werden, als man das getan hat. Zumal Deutschland dann wohl auch etwas größer gewesen wäre als das Bonner Deutschland heute.


Der Westen hat nichts zum deutschen Wirtschaftswunder beigetragen.
Ich meine mal gelesen zu haben, daß die us-amis uns gezwungen haben einen Teil unserer damals billigen Kohle auf dem Weltmarkt zu verkaufen, so daß wir teure Kohle dazukaufen mußten. Weiß da jemand näheres?


Der Hauptgrund für den Aufschwung waren
die Bedürfnisse der Bürger da sie sich während des Krieges eben einschränken mußten,
das Fehlen eines "Sozialsystemes" wie heute,
geringe gesetzliche Auflagen,
die Möglichkeit Schulden zu machen (siehe Paul C. Martin),
15 Millionen Heimatvertriebene, die eben ganz unten waren,
funktionierende Kohlegruben (bin ich meinem Onkel Albert schuldig )
und der hohe Ausbildungsstand in DEUTSCHLAND.

.

Nightwish


19.2.2008 18:21:56
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logo schrieb:
@Nigtwish, mittlerweise ist nachgewiesen worden das die Hilfe des Westens für Deutschland (Marshallplan etc.) nur unwesentlich zum Aufschwung im Westen Deutschlands Teilhabe hatte. Länder wie Großbritanien, Frankreich oder Belgien hatten viel mehr Marshallplanhilfe erhalten und konnten keine Wirtschaftwunder etablieren. Wirtschaftwissenschaftler gehen heute davon aus, das Deutschlands Aufschwung aus dem totalen Aufbruch der alle Bereiche der Gesellschaft durchgedrungen hatte, resultierte. Die völlig erneuerte und damit leistungsfähigere Industrie, die Währungsumstellung und eine damit verbundene Leistungsorientierung der Wirtschaft, sowie der unermüdliche Einsatz der Bevölkerung zum Aufbau waren die tragenden Komponenten des Aufschwungs, die Hilfen aus dem Westen sind daneben nur als Marginalien anzusehen.
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Die von dir genannten Punkte sind sicher nicht unwesentlich für den Aufschwung gewesen. Die Deutsche Bevölkerung wollte einen Neuanfang - auch wenn es die Stunde Null  so nicht gab - und hatte vielleicht auch den Komplex der Welt zeigen zu müssen, dass sie aus den Ruinen neues schaffen kann. Oder den Minderwertigkeitskomplex den es mit positiver Aufbauarbeit zu tilgen galt. Während hingegen die Staaten auf Seite der Sieger eher erschöpft waren und sich auf ihren Lorbeeren ausruhten.

Zwar gab es in Deutschland extreme Zerstörungen, aber die Kernindustrien bzw. die kleineren Werkstätten mit ihren Bohrern, Drehbänken, Sägegattern waren  durchaus intakt. Auch war man in Deutschland recht schnell in der Lage Zerstörungen in der Infrastruktur zu beseitigen, da es z.B. im Bereich der Reichsbahn erfahrene Bautrupps gab, die im Krieg speziell für solche Aufgaben gebildet wurden. Waren die Schäden/ Zerstörungen zu groß, gab es natürlich die neuesten Maschinen und Hallen. Naja, und da hast du auch recht, die deutschen Ingenieure waren auch recht innovativ. All dies war aber nur durch die Hilfe des Marschall-Planes möglich. Dieser ist auf keinen Fall zu vernachlässigen!

Großbritannien war schon während des Krieges kurz vor dem Kollaps und konnte nur gestützt durch die USA am Leben erhalten werden. Auch änderte sich Großbritanniens politische Rolle nach '45 wesentlich. Damit auch die koloniale Position. Und damit wiederum kamen steigende Kosten für den Import zum tragen.

@ Siegmar

Verräter? Weshalb? Wegen der Stalinnote und der Westorientierung?

Ich weiß nicht, ob die Amerikaner uns 'gezwungen' haben, aber sie brauchten deutsche Kohle und deutschen Stahl für den Krieg in Korea und ihre restliche Rüstung. sie haben diese Bereiche also gefördert. Letztlich führte dies aber zum Erstarken der deutschen Montanindustrie.

Wer ist denn dein Onkel? Albert Speer?

Hm, ich weiß nicht, ob das mit dem Ausbildungsstand stimmt. Viele der ausgebildeten Kräfte waren gefallen oder in Gefangenschaft. Die jüngeren Generationen waren direkt eingezogen worden und hatten evtl.  Notabi und oftmals keine handwerkliche/industrielle Ausbildung. In wie weit in der Nachkriegszeit eine geregelte Ausbildung stattfand weiß ich aber nicht. Allerdings fällt mir da ein weiterer Faktor ein, der wesentlich zum Aufschwung führte: Der Einsatz von Gastarbeitern  .  Im übrigen ist das deutsche Sozialsystem als das Dritte Reich.

Wieso schreibst du Deutschland eigentlich immer in Großbuchstaben?

SIEGMAR


19.2.2008 21:52:09
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  Mein Onkel hat ab 1946 unter Tage gearbeitet im Saarland und ist auch heute noch stolz darauf...


Und die Gastarbeiter kamen erst ins Land, als die Mächtigen keine Lust mehr hatten ihre Unternehmen zu modernisieren und den Deutschen Arbeitern höhere Löhne zu zahlen.

Nightwish


19.2.2008 22:21:21
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Mein Onkel hat ab 1946 unter Tage gearbeitet im Saarland und ist auch heute noch stolz darauf...

Ahso 


Und die Gastarbeiter kamen erst ins Land, als die Mächtigen keine Lust mehr hatten ihre Unternehmen zu modernisieren und den Deutschen Arbeitern höhere Löhne zu zahlen.

Wie meinst du das? Und wann soll das gewesen sein?

waldi44


20.2.2008 11:11:07
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Nightwish schrieb:

Wieso schreibst du Deutschland eigentlich immer in Großbuchstaben?

Vielleicht wegen GrossDEUTSCHLAND ? Ich dachte, die, damals noch Gastarbeiter, kamen wegen dem Arbeitskräftemangel nach Deutschland? Naja, lasse mich gerne aufklären!

Nightwish


20.2.2008 12:48:38
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Vielleicht wegen GrossDEUTSCHLAND ?

Möglicherweise...


Ich dachte, die, damals noch Gastarbeiter, kamen wegen dem Arbeitskräftemangel nach Deutschland?

Ja, der Meinung bin ich auch. Deshalb dachte ich, ich frage nochmal nach!

SIEGMAR


29.4.2008 12:05:00
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Arbeitskräftemangel gab es doch bei uns nur deshalb, weil wir, bzw. unsere Führenden, nicht gewillt waren, die Unternehmen zu modernisieren (automatisieren).
Während die Japaner da recht schnell mit angefangen hatten, mußten wir uns erst sehr spät erklären lassen, wie man so etwas macht!!!!!
Und warum?
Weil wir ausreichende Mengem an billigen Arbeitskräften zur Verfügung hatten.

Nightwish


11.6.2008 21:31:49
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@  Siegmar


Und die Gastarbeiter kamen erst ins Land, als die Mächtigen keine Lust mehr hatten ihre Unternehmen zu modernisieren und den Deutschen Arbeitern höhere Löhne zu zahlen.


Arbeitskräftemangel gab es doch bei uns nur deshalb, weil wir, bzw. unsere Führenden, nicht gewillt waren, die Unternehmen zu modernisieren (automatisieren).
Während die Japaner da recht schnell mit angefangen hatten, mußten wir uns erst sehr spät erklären lassen, wie man so etwas macht!!!!!
Und warum?
Weil wir ausreichende Mengem an billigen Arbeitskräften zur Verfügung hatten.

Du widersprichst dir in zwei Beiträgen mit fünf Sätzen dreimal selbst!

Außerdem hast du meine Fragen noch nicht beantwortet. Wie war das mit deutschland?

SIEGMAR


29.6.2008 20:03:38
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tschuldigung.
Bin im Moment nicht so oft da.


Nun die Gastarbeiter wurden ins Land geholt, weil unsere Unternehmen eben nicht in Modernisierung investieren wollten.
Eigentlich ein einfacher Zusammenhang.
Außerdem waren sich alle mächtigen Gruppen in DEUTSCHLAND damals einig, daß man Ausländer brauche (Gewerkschaften, Arbeitnehmer, Politik ja sogar die Kirchen. Daher gab es ja auch keinen widerstand. Und das einfache Volk, das eher skeptisch war, wurde in Sendungen wie "Ein Herz und eine Seele" lächerlich gemacht.



Dazu solltet Ihr Euch auch mal Material über die Ursachen für das Verschwinden von Sklaverei beschaffen und über den Zustand von Gesellschaften, in denen Sklaven ein normaler Bestandteil der Wirtschaft sind.
Teilweise meint man die Gesellschaft des Bonner DEUTSCHLAND beschrieben zu sehen.
Wobei in unserem Zusammenhang lediglich die freie Verfügung der Wirtschaft über günstige Arbeitskräfte wichtig ist.
Insgesamt haben solche Sklavenhaltergesellschaften natürlich noch andere Probleme  ;DSiehe Spartakus zu erwarten, die ich jetzt aber gar nicht meine.
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