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Re: Das MFS-Geheimdienst wie jeder andere?

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AutorBeitrag

Wilden


12.6.2006 13:37:16
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logo schrieb:
85% aller MA des MFS waren gegen Innen gerichtet, das ist nun mal Fakt.
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Wie wäre es mit einer Beweisführung zu diesem Fakt...

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6.6.2006 09:26:36
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Nachdem es am Stammtisch heiß her ging, bis zu Beleidigungen möchte ich hier (wo es hingehört) das Thema  MFS neu aufgreifen !
Menschen wie andere auch meinte @waldi, @AK 74 hat dort sogar Persönlichkeiten festgestellt , die Ihm angenehm sind !
Natürlich hat dies auch mit persönlichen Wahrnehmungen zu tun.
Was sind aber die Fakten, das Wort Rote Gestapo hat sich das MFS redlich Anfang der '50iger verdient, ihre Verhörmethoden unterschieden sich nicht  von der braunen Gestapo, die Unterbringung der Häftlinge auch nicht von Sondergefängnissen, Arbeitslagern bis Zuchthäusern. Der Unterschied machten die '60iger Jahre wo die Verhörmethoden subtiler wurden, da ja keiner mehr weglaufen konnte hatte man alle Zeit der Welt phsychologische Verhör- und Zersetzungsmethoden zu verfeinern. Das MFS war zu 85 % gegen die eigene Bevölkerung ausgerichtet, sogar die HVA spielte dort hinein, da der Klassenkampf keine Grenzen kannte und ehemalige innere Klassenfeinde mit Hilfe westdeutscher Quellen auch noch nach Ausbürgerung weitergeführt und Zersetzt wurden.
Menschen wie andere auch in der DDR?
Schon seit Mitte der '50iger erhielten MFS Angehörige ihre eigenen Wohnquartiere meistens in der Nähe der Arbeitsstätten, ihre eigene Versorung vom Arzt , Frisör bis KFZ Werkstatt, von der Kaufhallenversorgung ganz zu Schweigen.
Für höhrere Dienstränge fielen natürlich auch Grundstücke ab, Wassergrundstücke schöne Lagen etc. ! Später wurden Ausreisewillige dazu gezwungen zu verkaufen, natürlich an MFS Offiziere zum "angemessenen" Preis, später wähnten sie sich im völligen Recht , da ja im Grundbuch eingetragen (soweit zur Siegerjustiz).
Die MFS'ler wähnten sich selber als elitäre Elite, sozusagen als Speerspitze der Revolution, dies liessen sie auch jeden spüren der Ihnen zu Nahe kam. Dies spürte auch die Bevölkerung und stellte sich im eigenen Benehmen darauf so ein, das jeder potentielle Fremde auch ein MFS Angehöriger mit revolutionärer Wachsamkeit sein könnte.
Dies spürte man in jeder Sequenz des DDR Lebens, staatsfeindliche Hetze war nicht nur ein Totschlagargument, sondern ein Straftatbestand !
Nun bin ich mal gespannt was aus diesem thread wird!
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Jan-Hendrik


6.6.2006 09:30:27
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http://www.jf-archiv.de/archiv/38aa8.htm

 

Jan-Hendrik

Mastercloser


6.6.2006 10:28:05
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Definitiv war das MfS kein Geheimdienst wie jeder andere. Das fängt schon damit an, daß das MfS im Gegensatz besispielsweise des VS oder BND polizeilichen Rechte hat (also Personenkontrollen, Festnahmen, eigene Untersuchungsabteilungen und Haftanstalten etc).
Das geht auch weiter über Öffentlichkeitsarbeit. Der VS verfasst regelmäßig Berichte über seine Arbeit.

Das MfS hatte wichtige politische Funktionen, also die Absicherung der Interesssen der SED und des Staates (war in der DDR m.E. dasselbe). Also Enflussnahme, Desinformation usw..

Soll erst mal reichen. Von anderen Dingen, psychologische (und in den Anfangsjahren auch körperliche) Folter einmal völlig abgesehen.

waldi44


6.6.2006 10:42:43
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Die DDR ist untergegangen, das MfS aufgelöst. Die meisten  Akten, so vorhanden liegen offen, die Täter sowie die Opfer reden jetzt!
Was meinst Du, was alles ans Tageslicht käme, wenn man das vom BND, seinem Vorläufer und seinen Schwesterorganisationen sagen könnte? Da würde sich mancher über das Gebaren dieser demokratischen Organiosation wundern aber selbst das wenige, das ab und zu durchsickert offenbart, dass es bei den Geheimdiensten allgemein etwas anders zuging/zugeht, als sich deren Auftraggeber Hochtragend auf die offiziellen Fahnen ihrer Länder geschrieben haben.
Das MfS war ein Organ, dass sich die Herrschenden der DDR unter anderem dazu geschaffen haben, ihr eigenes Volk unter Kontrolle zu halten. Was aber ist daran verkehrt, darauf hinzuweisen, das auch in diesem Ministerium Menschen Arbeiteten wie Du und ich?
Bei Diskussionen um Organisationen im 3. Reich wird das IMMER angemahnt, die Mitarbeiter des MfS aber werden pauschal als Verbrecher abgestempelt. Das könnte man durchaus als Einäugigkeit deuten.

Richtig hätte ich es gefunden, wenn man nach der Wende bestimmte Mitarbeiter für ihr Handeln stärker zur Rechenschaft gezogen hätte, vor allem jene brutalen Schläger, die im Wendejahr vor laufenden Kameras auf die Demonstranten eingeschlagen und eingetreten hatten.
In jedem Fall als Richtig kann ich deine Behauptung unterschreiben:"Natürlich hat dies auch mit persönlichen Wahrnehmungen zu tun." und was das anbelangt; "@AK 74 hat dort sogar Persönlichkeiten festgestellt , die Ihm angenehm sind !", so frage ich mich/dich, warum das so verwunderlich sein soll, gerade bei Ak74?

klabautermann


6.6.2006 11:09:42
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Mastercloser schrieb:
Definitiv war das MfS kein Geheimdienst wie jeder andere.


Richtig.
Andere Geheimdienste stürzen demokratisch gewählte  Regierungen,planen Attentate auf nicht genehme
Politiker und liefern auf Bestellung Falschinformationen um Angriffskriege zu begründen.

Klar,hatte politischen Auftrag den Staat DDR,SED abzusichern.Das ist wohl die Aufgabe von Geheimdiensten,die im Staatsauftrag arbeiten.Schlussfolgerung Desinformation,Einflussnahme.....
Wir haben heute auch Geheimdienste.....


Zu körperlicher bzw.psychologischer Folter,würde ich mir lieber die Aussagen von Waldi 44 anhören.
Sicherlich glaubhafter,als Nachgeplappertes.
Klabautermann

Mario


6.6.2006 11:19:38
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Mein Senf dazu:
logo: Schmeiß BND, MAD, VS zusammen, und du bist bei den selben Zahlen wie MfS: 85% Inlandstätigkeit, der Rest Ausland, nur mit dem für mich erstaunlichen Unterschied, dass bei den 15 % Auslandsdienst sicher nich mal 25 Prozent Ergebnis von HVA bei rüberkommen!
Es war halt so, daß Memfis halt ein "All Inclusive-Dienst" war, und nicht drei Dienste mit drei Wasserköpfen, die dann auch noch gegeneinander arbeiten!
Eigene Versorung für MfS war halt über die eigene Versorgung der bewaffneten Organe, sprich MHO ( Militärhandelsorganisation ) geregelt, gabs in allen geschlossenen Einheiten, egal ob NVA, VP, Zoll , GT oder halt MfS. Die kleinen Kreisdienststellen hatten sowas natürlich nicht, da gabs dann nur die Kantine. Da der "Tschekist" in erster Linie Angehöriger der bewaffneten Organe war, mußte auch der Haarschnitt sitzen. Dienst war bis 17.00 Uhr, da 18.00 Uhr Ladenschluß im Osten und die meisten Betriebe erst gegen 16.00 Uhr Feierabend hatten, hat man halt Frisöre als Zivilmitarbeiter bei MfS eingestellt, die hatten dann ihren "Salon" in der Dienststelle, was war daran schlecht In größeren Firmen Deutschlands gab es das auch und soll es heute noch geben!
Und wenn alle MfS-Offiziere die Hütten der Ausreisewilligen genommen hätten, dann hätte man die Firma aber erheblich vergrößern müssen, bei dem Anteil gutsituierter Ausreisender, egal warum auch immer. Aber von den MfS-Leuten, ich rede eigentlich immer nur von den Offiziellen und Uniformträgern, die bis zur Wende in den letzten Altbauhütten gewohnt haben, weil auch die Wohnraumlenkung von"Mesfisto" ( Fürsorgepflicht des Dienstherren! Eigentlich ein Begriff aus dem "Westen", der heute noch nicht mal so richtig mit Leben gefüllt ist, außer man sche.... den kleinen Beamten vor den Koffer, aber das ist ein ganz anderes Thema ) es nicht geschafft hat, für "alle" die neuesten Neubauwohnungen zu beschaffen, von den Leuten redet heute keiner mehr, die wollte auch keiner hören.
Ich erinnere mich nur an die Wendezeit, als die Bürger von Neustrelitz an der Wache der VP-Schule erschienen und die unterirdische Schwimmhalle nutzen wollten, die unter dem Paradeplatz installiert war. Leider konnte man den Leuten nur einen kleinen Ernstfallbunker zeigen!!!
So das wars erst mal, die Arbeit ruft.

In diesem Sinne
Tschaudi

Mastercloser


6.6.2006 12:23:40
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Mario schrieb:
Ich erinnere mich nur an die Wendezeit, als die Bürger von Neustrelitz an der Wache der VP-Schule erschienen und die unterirdische Schwimmhalle nutzen wollten, die unter dem Paradeplatz installiert war. Leider konnte man den Leuten nur einen kleinen Ernstfallbunker zeigen!!!

Na, da ich auch die Schule absolviert habe, kann ich mit Gewissheit sagen, daß da keine war. 
Aber schön, diese Gerüchte.

Im übrigen geht es hier nicht um bessere Versorgung oder eigene Friseure, das ist sowas von unwichtig.

Edit:

Natürlich gab es in der NVA einen eigenen Abwehrdienst, somit hatte das MfS also kein Alleinstellungsmerkmal.

Mastercloser


6.6.2006 12:33:02
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klabautermann schrieb:
Zu körperlicher bzw.psychologischer Folter,würde ich mir lieber die Aussagen von Waldi 44 anhören.
Sicherlich glaubhafter,als Nachgeplappertes.

Oh, Klabautermann. Woher willst du wissen, was nachgeplappert ist und was nicht?

Mir sitzt gerade jemand gegenüber, der war in der HVA, Abt. 18. Kannst jetzt selber rausfinden, was der gemacht hat.
Vorweg, als Mitarbeiter der HVA hatte er natürlich nix mit dem angesprochenen Thema zu tun, konnte mir aber doch einige Dinge dazu sagen.

Mastercloser


6.6.2006 12:43:24
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waldi44 schrieb:
Was aber ist daran verkehrt, darauf hinzuweisen, das auch in diesem Ministerium Menschen Arbeiteten wie Du und ich?
Bei Diskussionen um Organisationen im 3. Reich wird das IMMER angemahnt, die Mitarbeiter des MfS aber werden pauschal als Verbrecher abgestempelt. Das könnte man durchaus als Einäugigkeit deuten.

Das ist absolut richtig, viele waren nur in der internen Verwaltung beschäftigt, KFZ-Wesen oder meinetwegen auch als Friseure.
Ich denke, nur wenige waren wirklich "an der Front".

waldi44 schrieb:
Richtig hätte ich es gefunden, wenn man nach der Wende bestimmte Mitarbeiter für ihr Handeln stärker zur Rechenschaft gezogen hätte, vor allem jene brutalen Schläger, die im Wendejahr vor laufenden Kameras auf die Demonstranten eingeschlagen und eingetreten hatten.

Ich glaube, daß waren ohnehin nur arme Würstchen, genauso wie die Grenzer.

Vielmehr hätten verantwortliche Offiziere zur Rechenschaft gezogen werden, die durch ihr Tun direkt das Leben von Menschen beeinflusst haben, beispielsweise der Nichtzulassung zum Studium o.ä..

Niwre


6.6.2006 12:46:50
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Mastercloser schrieb:
klabautermann schrieb:
Zu körperlicher bzw.psychologischer Folter,würde ich mir lieber die Aussagen von Waldi 44 anhören.
Sicherlich glaubhafter,als Nachgeplappertes.

Oh, Klabautermann. Woher willst du wissen, was nachgeplappert ist und was nicht?

Mir sitzt gerade jemand gegenüber, der war in der HVA, Abt. 18. Kannst jetzt selber rausfinden, was der gemacht hat.
Vorweg, als Mitarbeiter der HVA hatte er natürlich nix mit dem angesprochenen Thema zu tun, konnte mir aber doch einige Dinge dazu sagen.

Oh, erzaehl mal. Haben die 18er in den letzten zwei Jahren nicht nur den ueblichen Sabotagevorbereitungskram gemacht? Und was hat er denn schoenes erzaehlt? Ansonsten bringt der Beitrag nicht viel...

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6.6.2006 13:03:20
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Es ist schon schön, wie heil doch die Welt war und wie gut die Verdrängung klappt!
Natürlich ist es für uns heute nebensächlich, wenn man nicht auf Arzt-,Frisör-, KFZ u.a. Terminen warten brauchte, wenn man alles , meistens sofort bekam, nur für DDR Normalverbraucher war es eben anders, weil anders wahrgenommen.
Natürlich waren alles auch arme Würstchen, besonders die in der internen Verwaltung tätigen. Für den normalen DDR Verbraucher waren das aber herausragende Stellungen auch wenn man nur Koch war beim MFS, hat man bedeutend besser gelebt, als jeder andere. Auch diese Leute lebten Ihren Klassenauftrag, tschekistischer Wachsamkeit aus, was über Orden und Prämien, sowie persönlichen Aufstieg sich ausdrückte. Im Gegenteil gerade diese Leute müllten das MFS so zu, das sie ab 1987 gar nicht mehr alles auswerten konnten, was die "einfachen" Hauptamtlichen lieferten an Volksmeinungen vom Knepientisch, über S-Bahn Gespräche etc..
Ein Gas Wasser Installateur beim MFS hat ca. 1.950,- Mark netto/mntl. erhalten (1986) ein Gas Wasser Installateur bei der PGH mit Ausschüttung 1180, - Mark/netto/mntl.. Ein Hauptmann des MFS bezog 1850,- mntl. Rente, ja geil wie andere Bürger eben auch......
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Jan-Hendrik


6.6.2006 13:10:13
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Na das war doch der Clou des Sozialismus 

Dem Volk Gleicheit predigen und dabei selbst "gleicher" als der Rest leben . Das man natürlich die zum Machterhalt notwendigen Büttel an diesem "gleicher sein" partizipieren lassen mußte versteht sich ja von selbst .

Und zur  Verdrängung : interesant das hier seitens der "aktiven" Kreise wieder mal die Variante der "Dauerbanalisierung" instrumentalisiert wird , schließlich habens "die Anderen" ja auch so gemacht , oder "wir waren doch bloß kleine Lichter" ....
 Erinnert mich irgendwie an Gespräche mit einem "Werksleiter " in Polen , der mir noch Stolz seinen Gummiknüppel zeigte , mit dem Kommentar das er ja damit Anfang der 80er die "Konterrevolutionäre" bekämpft hat 


Jan-Hendrik

AK 74 ZF


6.6.2006 14:40:28
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  ... Ich hoffe doch hier geht nicht noch wer mit dem Hut rum um Spenden zur Aufbesserung des Gehalts von MAD, VS und BND -MA zu sammeln. .... Sind ja im Vergleich zum MfS doch eher überbezahlte Dilletantenvereinigungen.

Daß die MfS-MA etwas besser bezahlt waren wie andere Empfänger von Lohn/Gehalt hatte -> lt. Aussage eines MfS-MA in unserer Politschulung (gab da leichte Unstimmigkeiten da es sich rumgesprochen hatte daß unsere Kameraden, bei selben Studium und auf der selben Stube, aber auch im gleichen Schlammloch !!!, liegend mehr Dienstbezüge bekahmen wie wir) -> folgenden Grund : Zum einen Entgelt für die extrem hohen Dienstbelastungen (wobei es die in der NVA auch gab) und zum anderen auch ein Salär welches verhindern sollte daß es aus monetären Gründen Ansatzpunkte für Abwerbung gibt.

Ansonsten kann ich nur meine Sicht darlegen. Und da ist meine Erfahrung daß es sich bei den meisten MA des MfS um gute handverlesene, zuverlässige und anständige MA handelte. Daß im GD-Bereich nicht mit Wattebällchen geworfen wird ... sollte ja nun auch dem drolligsten Gutmenschen hier klar sein. ... Die DDR wurde, insbesondere in den 50er/60ern auch massiv mittels GD-Mittel und Methoden angegriffen. Und das ging über Mord- und Totschlag, Spionage, Diversion und Sabotage bis hin zu terroristischen Angriffen. Da wurde notfalls auch auf das Leben unbeteiligter DDR-Bürger, von Seitens terroristischer Gruppierungen (Bsp. KGU-> Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit), keine Rücksicht genommen. ... Einige vergessen hier daß damals "Kalter Krieg" herrschte und auch von Seitens des Westens nicht gerade mit "Wattebällchen" geworfen wurde.
Die Geschichte hat, wie der berühmte Thaler/Taler, zwei Seiten. Bis in die 60er Jahre ... eigentlich bis zum Ende der DDR ... war man in der BRD der Meinung daß die DDR kein Existenzrecht hätte und man ihr die Existenz nicht nur absprechen sondern sie auch beseitigen müsse. Bis 1989 war da der Russe vor ... und nach dem totalen Schwächeanfall und rasantem Niedergang der UdSSR (unter  Gorbatschow) ging ja die DDR dann auch recht schnell Koppheister. Übrigens werden einige der krampfhaften Abnabelungs-/Rettungsversuche der DDR-Regierung heute noch unter "Reformunfähigkeit" abgehakt. ... Man hätte bei einigen Sachen schon gern ... nur ging es nicht ... und einige der Herrn Politoberen wollten auch nicht ... und ohne UdSSR im Rücken wär auch nichts gegangen. Zumindest nicht mit einem gleichsprachigem und an sich abgeteilten Nachbarstaat wie der BRD. ... Spätestens seit dem Straußschen Milliardenkredit (oder warns bescheidene Milliönchen ) wußten einige Verantwortliche daß nichts mehr ging. Und die wußten auch daß sich in der UdSSR was zusammenbraut. Der totale Niedergang/Verfall der UdSSR blieb auch der DDR nicht verborgen. ... Der normale Bürger sah nur Glasnost/Perestroika und das "Sputnik"-Verbot. ... Einige Verantwortlichen (auch im MfS) sahen da schon ganz andere Probleme kommen. -> Die Jungs waren richtig gut !!! ... Selbst das ZK und Politbüro wollte deren"böse Prognosen" teilweise nicht hören, da sie nicht in die "heile Welt" der alten vergreisten Männer paßten. ... Aber das Thema ist eh gelaufen -> DDR ist tot. (Übrigens nicht von der BRD "besiegt", sondern selbst an ihren "inneren Verletzungen" gestorben.)

Waldi hat es angesprochen .... auch BND, MAD, VS haben mehr Dreck am Stecken als mancher hier ahnt oder wahrhaben möchte. ... Sicher heute auch diffizieler und "demokratischer" als in den Anfangsjahren. ... BND-Gründer General Reinhardt Gehlen war ja schon immer ein Musterbeispiel eines geborenen "Demokraten". ... Als ehemaliger Offz. und General der Abwehr der Wehrmacht (Abt. Fremde Heere/Ost) wußte er ja nicht wie seine Akl-Kdos ihre Akl-Ergebnisse einbrachten. ... Ging alles urdemokratisch zu. ... Und auch beim Aufbau des BND griff er nur auf bewährte "Demokraten" zurück.

Nun ja ... außer daß hier die üblichen Klischees bedient werden ... wird wohl aus dieser Diskussion auch nicht viel werden.

Ich zumindest habe unter meinen guten Freunden und Kameraden (und die sind handverlesen ... Freund/Kamerad ist eine Ehrenbezeichnung die nur sehr wenige bei mir erlangen !) so einige ehemalige MA des MfS. ... Gute anständige Männer mit tadellosem Anstand, ordentlicher Moral und gutem Charakter..

AK 74 ZF



klabautermann


6.6.2006 14:46:21
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Schade Jan-Hendrik,
nachdem es schon am Stammtisch wohl nicht ohne Aufgeregtheiten beim Thema zuging,lieferst Du hier genauso Argumente,die eine sachliche Diskussion unmöglich machen.
Kann man denn über so ein Thema nicht schreiben,ohne von Dir in eine Schublade gesteckt zu werden bzw.das man persönlich wird?
Klabautermann

Jan-Hendrik


6.6.2006 14:57:38
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Wo bin ich denn persönlich geworden 

Nur weil mir die permanente Relativierung auf die Nüsse geht bin ich doch wohl nicht zum Schweigen verurteilt ? Oder ist Dir der Sinn eines Diskussionsforums nicht klar ??

Jan-Hendrik

klabautermann


6.6.2006 15:05:39
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Und zur  Verdrängung : interesant das hier seitens der "aktiven" Kreise wieder mal die Variante der "Dauerbanalisierung" instrumentalisiert wird , schließlich habens "die Anderen" ja auch so gemacht , oder "wir waren doch bloß kleine Lichter" ....



Jan-Hendrik

Was Dir auf die Nüsse geht,ist nicht mein Problem.Bleib sachlich.
Die Funktion eines Diskussionsforums ist mir schon klar.....kritische,sachliche Auseinandersetzung mit Meinungen und Erfahrungen anderer USER zum Beispiel-die nicht von Dir in"aktive Kreise","Dauerbanalisierer etc. eingeordnet werden möchten.
klabautermann

Jan-Hendrik


6.6.2006 15:11:33
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Habe ich mit dem von Dir zitierten Teil irgendein Mitglied angesprochen ? Wohl kaum ...

Es dürfte doch wohl deutlich sein das damit die Vereinigungen der Ex-Stasiler und ihrer Handlanger innerhalb der SEDPDS gemeint sind , oder ? Diese setzen sich ja schließlich aktiv & öffentlich für diese Banalisierung ein .

Wenn hingegen Forenmitglieder dieses Verhalten adaptieren , so müssen sie halt damit leben , also sich den Schuh entweder anziehen oder halt nicht 

Jan-Hendrik

klabautermann


6.6.2006 15:19:40
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Klasse Begründung:
Schlag-tot-Argumente.Wer anderes zum Thema beiträgt.....!
klabautermann

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6.6.2006 15:51:38
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Hier kann natürlich verglichen werden, aber war das MFS wie jeder andere Geheimdienst?
Ich sage nein, denn für mich war der zu sehr nach Innen gerichtet, also gegen das eigene Staatsvolk!
Das die HVA ein sehr effektiver wenn nicht der effektivste Geheimdienst überhaupt war, kann ich nicht bestreiten.
Nach Innen war er aber so effektiv, das sich das normale Volk gar nicht traute gegen den Staat oder gar gegen die Gesetzmäßigkeiten des Sozialismus etwas zu sagen, schon gar nicht in einer unbekannten Öffentlichkeit ! Die permanent erscheinende Überwachung jedes Einzelnen erzeugte in diesem Staate DDR, eine dauernde Zurückhaltung der eigenen Meinung in der Öffentlichkeit und damit eine bestimmende "Volkslethargie" aller "man kann ja sowieso nichts ändern etc.pp".
@AK ZF 74 , der kalte Krieg ist nur eine altbekannte Zugnummer zur Banalisierung des MFS ! Die Zusammensetzung, Ausbildung und Terrorausübung des Apparates als Prototyp war schon in der Gruppe Ulbricht theoretisch und in Persona vorhanden und wartete "voll von Brudererfahrung" auf den Einsatz und Mraschbefehl der Freunde.
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klabautermann


6.6.2006 16:00:30
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Der Kalte Krieg als banale Zugnummer.......
Ein Reinhard Gehlen, der mit Hilfe der Amis bereits 1945/46 seine Fremden Heere/Ost weiter belebte?
Da lagen doch wohl genug Erfahrungen vor...
klabautermann

Hoth


6.6.2006 16:10:31
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klabautermann schrieb:

Der Kalte Krieg als banale Zugnummer.......
Ein Reinhard Gehlen, der mit Hilfe der Amis bereits 1945/46 seine Fremden Heere/Ost weiter belebte?
Da lagen doch wohl genug Erfahrungen vor...
klabautermann

Mit solchen "Vergleichen", statt auf die faktisch und sachlich richtige Argumentation von logo einzugehen und meinetwegen die Dich störende Aussage zu entrkräften, tust Du genau das, was Du weiter oben den anderen vorwirfst. Statt Diskussion Totschlag-Argumentation. Wenn Dir das Thema MfS so am Herzen liegt, dann diskutiere auch darüber. Über die Org. Gehlen kannst Du dann ja einen neuen Thread eröffnen.

Im übrigen ist der "Vergleich" der Aufgaben und des Hintergrundes der Ulbricht-Leute mit denen eines Gehlen völlig fehl am Platze.

klabautermann


6.6.2006 16:26:54
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Ja richtig Hoth,
Aufgaben und Hintergrund war garantiert anders angesiedelt.
Ich bin der Meinung zum Kalten Krieg gehörten wohl zwei Parteien,die vieles als Reaktion -und Gegenreaktion organisierten.
klabautermann

The Real Blaze


6.6.2006 19:43:49
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hmmm wie war das eigentlich mit den Auslandeinsätzen, als man zum Beispiel diesen Fußballspieler auslöschte? Wurde dieser als Systemverräter eingestuft und mußte deshalb sterben? Was hat man noch so im Ausland getrieben, die PLO und andere sogenannte Befreiungsorgas unterstützt? War irgendein Land der Welt kommunistisch geworden(bis auf China und N Korea, war doch sicher auch das MfS dort unterwegs, oder? An welchen Geheimdienst hat sich die Stasi beim Aufbau orientiert KGB oder Gestapo?

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6.6.2006 20:01:27
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Also klabautermann ziemlich dünn das Geläuf auf dem Du Dich begibts, die Stasi ist eben kein Mittel gewesen um sich im anzeichnenden kalten Krieg zu bewähren, sondern ein bewußtes eingesetztes Mittel zur Bekämpfung einer Gegenrevolution im Inneren. Die "Vorkämpfer" hatten schon in der Weimarer R. ihre Struktur nach der Tscheka ausgerichtet, wie Teddy stolz berichtete. Welche Aufgaben ein Mielcke nach seiner Flucht in die UdSSR bekam kannst Du Dir nur mit ein bischen Phantasie ausmalen. Das diese Ausbildung nicht für ein Gegenspiel des Chefs Fremde Heere Ost eingesetzt wurde, sondern für ein eventuellen Sowjetdeutschen zukünftigen Staat, beweisen nicht nur die Erfahrungen beim Aufbau der Stasi, sondern auch die Erfahrungen beim Aufbau der Geheimdienste in den anderen sozialist. Staaten allen voran Polen, CSSR und Ungarn. Alles nach gleichen Mustern , alles mit gleichen Konsequenzen und alle gegen das eigene Volk gerichtet!
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waldi44


6.6.2006 22:34:43
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The Real Blaze schrieb:
hmmm wie war das eigentlich mit den Auslandeinsätzen, als man zum Beispiel diesen Fußballspieler auslöschte? Wurde dieser als Systemverräter eingestuft und mußte deshalb sterben? Was hat man noch so im Ausland getrieben, die PLO und andere sogenannte Befreiungsorgas unterstützt? War irgendein Land der Welt kommunistisch geworden(bis auf China und N Korea, war doch sicher auch das MfS dort unterwegs, oder? An welchen Geheimdienst hat sich die Stasi beim Aufbau orientiert KGB oder Gestapo?

Gehört das nicht mit zu den Aufgaben eines Geheimdienstes? Erst macht man ihm den Vorwurf, nur nach innen gerichtet zu sein und nun wird das Gegenteil angeprangert. Wozu hätte die DDR sonst einen Geheimdienst gebrauchen können und wo er in die "Schule" gegangen war ist ebenso uninteressant wie zu wissen, woher wohl die Organisation Gehlen oder der BDN ihre Erfahrungen her hatten, es sei denn , man will daran etwas beweisen.

Jan-Hendrik schrieb:
Nur weil mir die permanente Relativierung auf die Nüsse geht bin ich doch wohl nicht zum Schweigen verurteilt ? Oder ist Dir der Sinn eines Diskussionsforums nicht klar ??

Jan-Hendrik

Oh, daran werde ich dich zu gegebener Zeit erinnern !

The Real Blaze


6.6.2006 23:08:45
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wo er in die "Schule" gegangen war ist ebenso uninteressant

Warum soll das Uninteressant sein? Genau das ist höllisch interessant, wo man in die Schule gegangen ist. Um etwas aufzubauen, orientierte man sich auf vorangegangenes(Gestapo) oder existierendes(KGB) und auf versierte Leute die damit Erfahrung hatten(die Ehemaligen von wo auch immer...)
Um also einen funktionierenden Geheimdienst aufzubauen kann man doch nicht auf völlig unerfahrene Nobodys setzen. In der NVA und in der Bundeswehr waren die Veteranen am Wiederaufbau der Armeen eingesetzt, warum soll das bei den Geheimdiensten anders gelaufen sein??? Da waren sicher auch mächtig viel "Umgedrehte" im Aufbau eingesetzt, was anderes ist wohl kaum vorstellbar.

Mastercloser


7.6.2006 01:20:08
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Niwre schrieb:
Oh, erzaehl mal. Haben die 18er in den letzten zwei Jahren nicht nur den ueblichen Sabotagevorbereitungskram gemacht? Und was hat er denn schoenes erzaehlt? Ansonsten bringt der Beitrag nicht viel...

Jup, haben sie. Er war für die Aufklärung der Warnämter zuständig. Da hat er mir dann erzählt, wie so was vor sich ging, Überwachung (durch MfS-Leute, die eigens zu diesem Zweck in die BRD einreisten) und Anwerbung von Informanten, Aufklärung der Ämter an sich (Verantwortungsbereiche, Telefonlisten etc.).

Die Abt. 18 wurde ja erst 87 gegründet, vorher war er in einer KD in Thüringen. Da war er für den Bereich "Kirche" zuständig, Überwachung von Pastoren und so. Allerdings hat er sich in diesem Punkt nicht sehr ausgelassen, wird wohl schon wissen, warum.

Falls Interesse besteht, kann ich ihn ja morgen noch genauer fragen.

AK 74 ZF


7.6.2006 16:42:35
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Nun Logo da springst Du eindeutig zu kurz und reduzierst das MfS nur auf den Zweig der "politischen Polizei". Und das ist eben "unhistorisch". Wie hier schon angesprochen waren im MfS alle drei Bereiche -> Auslands-Akl, Spionage-Abwehr und "Staatsschutz"/VS (um mal den westdt. Terminus zu verwenden) in einem Ministerium konzentriert.

Und die Anfänge des Aufbaus des MfS lagen sehr wohl im Polizeilichen. Das MfS ging aus einem speziellen Referat der Kriminalpolizei hervor welches sich mit der Abwehr von gegen die Volkswirtschaft der DDR gerichteten Sabotage-/Diversionsakten beschäftigte.

Der "Kalte Krieg" ... und da auch (unter vielen anderen !!!) die Männer der Organisation Gehlen waren sehr wohl einer der Gründe das MfS so auf- und auszubauen. Übrigens gab es vor Mielke ( den ich an sich auch nicht unbedingt mag ... der aber auch bestimmte Fähigkeiten/"Führungsqualitäten" besaß) noch zwei andere Chefs des MfS (Zaisser, Wollweber) welche vorher ihre Erfahrungen einbrachten und das MfS mit prägten.

Wie gesagt ... sachliche Diskussion wird hier (leider) eh nicht zustande kommen. ...

Übrigens ... da das Beispiel hier schon fiel. Freund, seit Kindertagen,  von mir war auf der Linie II (Spionageabwehr) in einer KD. Verheiratet mit Frau und Kleinkind erhielt er, nach längerem Kampf, endlich eine Wohnung. In dieses Rattenloch zu ziehen hätten sich sicher über 90 % der ehemaligen DDR-Bürger geweigert !!! Von Plumpsklo auf dem Hof (zwei Etagen baufälliger Treppen tiefer) und Kakerlaken in der Bude (von einer darüberwohnenden Kreisbekannten Assi-Schlampe eingeschleppt) bis hin zum stark riechendem Treppenhaus ... absolute Härte. Der Vater seiner Frau war übrigens Mj. beim MfS ... Aber selbst das reichte nicht zur "Vorteilsnahme" ! ... ... Ein Privileg hatte er -> "Dienen bis zum Umfallen" ohne Rücksicht auf seine Belange, Person oder auch Familie. Nur mal so zum Klischee "Priviliegien" für MfS-MA. ... Aber keine Sorge ... der Junge ist nach der Wende ziemlich gut im Versicherungsgewerbe aufgestiegen ... da erfährt man mehr und gründlicher über "Menschen und Bürger" als selbst zu MfS-Zeiten. Soviel wie ihm da heute, übrigens meist ungefragt und freiwillig, mitgeteilt wird möchte er an sich garnicht wissen !!! ...

Hoth .. die Angriffe durch alle möglichen Spionage- und "Kampforganisationen", in der Anfangsphase des "Kalten Krieges" gegen die damals noch junge DDR, waren schon mit ein Grund dafür daß das MfS so stark ausgebaut wurde und sich so zu einem sehr autarkem Ministerium entwickeln konnte. -> Ich seh da schon Zusammenhänge zwischen Aktion und Reaktion. Die deutsche Teilung und die, durch die Besatzungsmächte aufgezwungenen Vorgaben hinsichtlich politischer Entwicklung -> im Westen Pro-Amerikanisch (als Hauptmacht) und im Osten durch die Interessen der Sowjets-> taten da ein übriges zu. Übrigens gibt es zu dieser Entwicklung viele Paralellen auch in anderen Staaten. Abgesehn davon daß ich diese Vergleiche nicht ganz mag (da die Geschichte des MfS einige DDR-eigene Aspekte/Besonderheiten besaß) gibt es da Paralellen zur Entwicklung sowohl in Dtl. als auch in der ehemaligen UdSSR. ... Das MfS der DDR war, trotz Anleihen aus der Sowjetunion (KGB/Tscheka) ein typisch deutscher Dienst. Preußisch exakt, gründlich, effektiv und mit allen Vor- und Nachteilen dt. "Behörden" (von A wie "Ablage" über K wie "Kartei" oder "Kaderweg" bis hin zu Z wie "Zentralismus"). ... Was ihm von den inzwischen im Zwielicht stehenden westdeutschen GD unterscheidet war die außerordentlich straffe Führung, hohe Disziplin und Ordnung und der selbstlose Einsatz seiner MA. ... Das machte  einen großen Teil der weltweit anerkannten Effizienz des MfS erst möglich. ...

Daß das MfS sich, aus einer völlig überzogenen Sicherheitsphilosophie heraus, immer mehr auch nach innen wandte ... bzw. es nicht schaffte seine Arbeit den Bürgern "symphatisch" zu machen ... ist auch Tatsache. ... Nun ja, selbst mit einen richtig gutem "Marketingkonzept" ... der größte Teil der DDR-Bürger hatte an sich mit dem MfS sehr wenig zu tun bzw. selten Berührung und an sich war das MfS den meisten Bürgern eher diffus unbehaglich, da man nichts richtig drüber wußte. ... Dieses (teilweise selbst geförderte oder gern genutzte) Klischee des allgegenwärtigen, alles Wissenden und notfalls auch Gnadenlosen "Schild und Schwertes der Partei" wird heute bitter bezahlt. Daß sich heute noch (nachträglich) viele ehemalige DDR-Bürger verfolgt fühlen/fühlten ... ist auch eine Frage des Images. Und da tut ja die "Gauk-/Birthlerbehörde" auch so einiges für. ... Eine (neue) deutsche Behörde welche um ihr Dasein, ihre Existenzberechtigung, Budget und Planstellen sowie finanzielle Mittel kämpft. ... Und das über 16 Jahre nach dem Ableben des MfS. ... Zudem werden da inzwischen ehemals verfolgte oder angeblich verfolgte "Bürgerrechtler" inzwischen selbst zu Verfolgern, Spitzeln und Rufmördern. ... Vom Saulus zum Paulus oder eigentlich eher umgekehrt.

AK 74 ZF

P.S. Real ... die Geschichte mit dem Fußballer Lutz Eigendorf (glaub ehemals BFC Dynamo) halte ich eher für eine ziemlich überzogene Story. Hinsichtlich dieser Räuberpistole ist meiner Meinung nach inzwischen mehr Räuberlatein und Verschwörungstheorie unterm Volk als die wahren Fakten überhaupt hergeben. ... Da wird sehr viel behauptet und nichts richtig bewiesen. Je schlechter die Beweislage desto krüder , reißerischer und angeblich wahrer wird die Story. Und da es "alle" Glauben möchten wird der Glaube zur Wahrheit erhoben. ... Als oller Heide hab ich es eh nicht so mit dem Glauben.

The Real Blaze


7.6.2006 19:38:45
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Das MfS der DDR war, trotz Anleihen aus der Sowjetunion (KGB/Tscheka) ein typisch deutscher Dienst. Preußisch exakt, gründlich,

Also wenn ich es so verstehe , wurde die Stasi von KGB Leuten auf die Beine geholfen und von linientreuen DDR Deutschen dann weiter entwickelt. Waren diese ersten Stasileute also ausnahmslos völlige Neulinge, oder hatten die schon beim KGB oder gar der Gestapo mitgemacht?

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7.6.2006 19:56:47
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Da spring ich bestimmt nicht zu kurz !
85% aller MA des MFS waren gegen Innen gerichtet, das ist nun mal Fakt.
Desweiteren hätte es noch nicht einmal einen kalten Krieg bedurft, wie ich schon beschieb, die Konzeptionen für einen Geheimdienst gegen das eigene Staatsvolk standen schon fest, bevor die Unterschriften unter der Kapitulationsurkunde trocken waren. Übrigens wie in Ungarn, CSSR und Polen genauso. Zufall? Nein System !
Der Unterschied der Interpretation macht es, der MFS ging aus einem Referat der Kriminalpolizei hervor, weil es dem untergeordnet war ! Es war aber innerhalb der Kripo völlig autark, sonst hätte mein Vater bei seinem Vehör (in Akte) unterschreiben müssen, das er relevante Aussagen gegenüber der Kripo nicht zu machen habe (mein Vater war damals FDJ Sekretär, es gab eine Republikflucht mit mitnahme von FDJ Eigentum).
Die Leiher von Diversions und Sabotageakte haben wir doch schon in den '60igern nicht mehr geglaubt in der Schule und die Elternlachten sich zu Hause tot, über kartoffelkäfer, Material und Werksabotage, man brauchte eben einen Schuldigen für die Misswirtschaft!
Nun in Berlin, Magdeburg und Jena,das ich kenne und für das ich sprechen kann sah die Wohnungsvergabe anders aus, Lichtenberg 2000 Wohnungen um Magdalenenstraße gebaut 1954-58, weitere 900 in den Jahren 1966-69, weitere 1500 1970-1978, sowie 850 1982-1984 für das MFS (Quell.WGLichtenberg) Zwischen 1980-1984 2100 Wohnungen in der Alfred-Kowalke Straße für Bezverwaltung und Kreisverwaltungen. 1000 wohnungen in Hellersdorf 1984-1988, 1956-1959 1800 Wohnungen in Oberspree(Quelle: WG Treptow), sowie 500 in Johannisthal 1980-1982 (Abhörzentrale) In Hohenschönhausen Bautätigkeit seit 1954-1988 insgesamt 2750 Wohnungen (HOWOGE). Nur ein kleiner Auszug aus Berlin und die Versorgung der MFSer von Anfang an!
Im Übrigen wurde keiner an die wand gestellt, verdient hätten es einige allemal, trotzdem wurde es ja bei der Gauckgründung an die Wand gemalt,als menetekel!
Das es ein Geheimdienst gibt der so "effektiv" gescheitert war und dann noch vor aller Öffentlichkeit aufgelöst wurde, sogar durch eine Behörde ist einmalig und unfassbar für diese Leute und deshalb sehr zu würdigen!
Die Bürgerechtler in eine Stufe mit den Verbrechern des MFS zu stellen, ist schon sehr merkwürdig......sie haben nämlich nichts gemeinsam !
Das ihre miese Maske fällt, ist das einzige was diese Leute zu "erdulden" haben, in Rumänien waren es andere Dinge, dieses "böse" Übel haben sie den Bürgerrechtlern zu verdanken !
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7.6.2006 20:02:16
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The Real Blaze schrieb:

Das MfS der DDR war, trotz Anleihen aus der Sowjetunion (KGB/Tscheka) ein typisch deutscher Dienst. Preußisch exakt, gründlich,

Also wenn ich es so verstehe , wurde die Stasi von KGB Leuten auf die Beine geholfen und von linientreuen DDR Deutschen dann weiter entwickelt. Waren diese ersten Stasileute also ausnahmslos völlige Neulinge, oder hatten die schon beim KGB oder gar der Gestapo mitgemacht?

Dies ist so korrekt, mir ist auch nicht bekannt das irgendeiner mal bei der Gestapo war, aber alle führenden Offiziere haben ihre Ausbildung bei der GPU/KGB gehabt. Der Vergleich mit der Gestapo drängt sich nur auf, weil die Methoden bis Anfang der '60iger die selben waren!
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The Real Blaze


7.6.2006 20:28:24
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Achso...also andere neue Leute, aber die Methoden der Gestapo benutzt, dann weiterentwickelt und modifiziert. ...Oder die Methoden der Gestapo ähnelten sich eben auch der KGB Methoden, aber niemand außer der Stasi selbst konnte da wohl bis ins Detail vergleichen. Fragt sich eben nur ob das Lehrmethoden waren, oder Methoden aus der Opfersicht...

Hoth


7.6.2006 21:44:30
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Also AK74, bei allem Respekt und so sehr ich Deine sonstigen Posts auch schätze, aber Dein Bemühen in allen Ehren eigene nichtvorhandene negative Erfahrungen mit dem MfS(sicher auch aufgrund Deiner milit.-beruflichen Entwicklung in der DDR und daher völlig nachvollziehbar und akzeptabel) und Deine Verteidigung durchaus charakterlich "sauberer" Männer in den Reihen des MfS, aber man sollte hier nicht ständig pers. oder gar emotionale Eindrücke, die nie das Ganze überblicken und von tausend Faktoren abhängig sind, mit dem Großen und Ganzen verwechseln.

Insofern unterstelle ich Dir in Deinem schon fast emotional anrührenden Posts zu diesem Thema durchaus keine bewußte Relativierung, (der arme Offz. der KD, wahrscheinlich junger Ltn.,  und seine von Dir geschilderte "Wohnungsnot" war, wenn es denn so war, ganz sicher kein Allg.bsp. dieser Organisation, auch wenn diese Story sehr "anrührend" ist), aber eine der heute schon üblichen sentimentalen Ausblendungen der Gesamtproblematik.

Als nächstes ist dann wohl nur noch die Richtigkeit des Parteienzwangs"zusammenschlusses" von SPD und KPD und die Richtigkeit der Einparteiendiktatur in der DDR zu erwarten, den Ossis unter der verlogenen und lächerlichen Kategorie "Diktatur des Proletariats" bestens bekannt.

Natürlich muß man auch die Geschichte und die Aktivitäten des MfS im gesamtpolitischen Rahmen seiner Zeit sehen, mit Gegenwirkung und Eigenwirkung. Aber man darf nicht Wurzeln und Ziele vergessen, auf die logo hier schon mehrfach hingewiesen hat.

Man darf also nicht ausblenden, daß die bewaffneten und geheimdienstlichen Organe der DDR nicht eigenständig entstanden, sondern ausschließlich mit Billigung, unter Anleitung und nach Prinzipien der Sowjets. Und damit die Bildung eines ostdt. Geheimdienstes erfolgte, nach dem Muster des am meisten menschenverachtenden, menschenunterdrückenden und menschenmordenden Staates der Welt und seiner entsprechenden Dienste und Organisationen. Nicht mit dem Ziel eine gutorganisierte Auslandsspionage zu installieren, daß kam erst viel später und realtiv eigenständig, und dies traute sich der russ. Geheimdienst 1945 sehr gut selber zu, sondern eine stabile "sowjetfreundliche" Besatzungszone als Puffer zu den Westmächten und als äußerste Linie des sowj. Einflußgebietes zu gewährleisten. Mit den bekannten zehntausendfachen Folgen und Opfern in der Zeit bis in die 50-iger jahre hinein.

Hier also stets die schon vor der dt. Kapitulation geplante Installierung eines Überwachungs-und Unterdrückungsapparates nach sowj. Vorbild auszublenden, die natürlich zunächst auch aus Gründen einer hohen polit. Brisanz in bewährter tschekistischer konspirativer Manier nicht gleich als "Geheimpolizei" stattfand, sondern versteckt unter dem Mantel der Polizei erfolgte, hier die zivile Kripo, ist einfach nicht statthaft.

Und wenn man dann noch über die vielen "guten Menschen" in diesem Apparat liest, die dennoch Mitglied einer vor allem nach Innen und zur Sicherung der Macht der SED-Diktatur ausgerichteten Politik waren, dies nicht nur wußten, sondern auch bedingungslos akzeptierten, denn aus diesem "Klassenauftrag" wurde intern ja kein Geheimnis gemacht, ganz im Gegenteil, permanent eingeprägt, fragt man sich wirklich, wer zigtausendfaches Leid über viele Menschen der DDR gebracht hat.

Da nützt der abgedroschene Hinweis auf den kleinen Mitarbeiterstab der HVA gar nichts. Die Jungs im NVA-Forum kennen sich doch bestens aus, es wäre also ein leichtes zu erhellen, wieviel haupt-und nebenamtliche Mitarbeiter nebst IM für die innere Überwachung zuständig waren und wieviele Mitarbeiter Markus Wolff unter sich hatte. Diese kleine elitäre Truppe des MfS, die sich durchaus ehrenvoll und unbestritten erfolgreich in der langen historischen Tradition eines der ältesten Berufe der Menscheitsgeschichte sieht und auch heute nahezu geschlossen ideologisch treu zu ihrer Vergangenheit steht, ist überhaupt nicht mit dem restlichen riesigen Macht,-Überwachungs-und Unterdrückungsapparat des MfS in der DDR zu vergleichen. So sehr sich auch die MfS-Relativierer bemühen beide Seiten in einen Topf zu werfen, gut umzurühren und Harmlosigkeit und Rechtschaffenheit für sich in Anspruch zu nehmen. Wie glücklich die Mitarbeiter der HVA über diese Versuche sind mag ich nicht zu beurteilen. Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, daß ein ehemaliger "Kundschafter des Friedens" zwar weiter loyal zur Truppe hält, aber mit den Bespitzlern und Denunzianten nichts zu tun haben will. Aber wer weiß, vielleicht verschwindet ja auch diese Sichtweise hinter der dunklen Agentenbrille und dem verstaubten Parteibuch.

Kein Mensch käme heute auf die Idee Gestapo oder gar SS so zu verniedlichen und zu verharmlosen, obwohl es unbestritten auch unter diesen Polizisten und Beamten eine große Zahl anständiger, gewissenhafter und ehrlicher Menschen gab, die sogar zigfach Leben gerettet oder dies unter Gefahr zumindest versucht haben. Es kommt letztlich immer darauf an, wem oder was man gedient hat und gegen wen man wie vorgegangen ist.

Und natürlich sind daher solche Macht-und Terrorstrukturen in dikatorischen Gesellschaften absolut vergleichbar, und ähneln sich stets auch stark, auch wenn es unseren ehemaligen "Kämpfern an der unsichtbaren Front" nicht gefällt. Ganz im Gegenteil, genau diese Leute vergleichen diese Strukturen sogar mit denen in einer Demokratie. Und zum Erstaunen so mancher gar nicht mal abwegig und in Teilen ähnlich aussehend. Wie sehr ähneln sich also Strukturen von Diktaturen? Das wird jeder noch einfacher feststellen und werten können.

Kein Mensch, der ernsthaft und bemüht ist sachlich die Sache zu betrachten wird abstreiten, daß es in MfS, in SED, Volkspolizei und NVA und was da noch so alles herrschte, genügend Menschen gab, die auch aus ehrlichen, idealistischen Gründen oder aus richtig empfundener polit. Motivation heraus ihren Dienst nach besten und mit nach ihrer Meinung und den damaligen ideologischen Kriterien reinem Gewissen taten. Man braucht sich doch aber deshalb nicht vorzumachen, das das eine vom anderen zu trennen war. Jedenfalls nicht in den milit. Organe und schon gar nicht beim MfS. Selbst der karrieregeilste und intellegenteste oder der naivste und idealistischste Mensch konnte aus diesem polit.-ideologischen Rahmen nicht ausbrechen. Und natürlich war deshalb der bespitzelte und denunzierte Kirchenmann für diese Leute damals ein auszumerzender Klassenfeind, und wenn nicht im Kopf, dann wenigstens in den Meldungen nach oben usw., usf.

Dennoch ändert das am Gesamtsystem des MfS nichts, das natürlich heute in seiner ganzen menschenverachtenden Dimension offen vor uns liegt, und der Auswirkung auf Staat und Volk. Und gerade deshalb ist es einfach unglaublich, daß hier das MfS von einigen auf schon kurios anmutende Einzelbsp. reduziert wird, bis hin zum angeblich praktisch "obdachlosen" Offz. einer KD oder dem gern gesehenen Friseur in KD und BV.

Und hierbei blende ich die Zeitschiene mal völlig aus, denn auch hier müßte man abstufen. Und hier gibt es eine ganze Reihe ehemaliger MfS-ler, die schon deutlich vor der Wende erkannten, wem und wozu sie dienten und wohin dies letztlich führen wird. Das waren vor allem diejenigen, die besonnen und ruhig reagierten, weil sie erkannten, daß hier nichts mehr zu retten ist. Schlimm ist der ganze Rest, der bis zum Schluß aus ideologischen, egoistischen oder reinen machtpolitischen Bestrebungen versucht hat, das Ganze aufrecht zu erhalten. Man kann letztlich nur froh sein, daß die andere Seite selbst beim MfS überwog.

Um auf die Frage des Threads zurückzukommen, daß MfS, in seiner für demokratische Verhältnisse praktisch völlig unkontrollierten und ungehinderten Arbeitsweise, der gigantischen Machtfülle, in seiner Zielsetzung und in dem Ausmaß und Umfang seiner Mittel und Mitarbeiter, war in keinster Weise ein  "Geheimdienst wie andere auch". Sondern vor allem und zuallererst Träger und Speerspitze einer Ideologie und in der Tat "Schwert und Schild" einer Diktatur der volksfremden Parteiführung.

Jan-Hendrik


7.6.2006 22:05:21
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Bernd , des ist absolut einer Deiner Spitzenposts ! 

Jan-Hendrik

waldi44


8.6.2006 13:11:49
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Irgendwie reden wir aneinander vorbei! Keiner will das MfS als Unterdrückungsapparat verharmlosen oder gar verniedlichen. War der Ursprung der Frage nicht die Frage nach den Menschen (Mitarbeitern) des MfS und wie man mit ihnen nach der Wende und noch heute verfahren sollte?
Bisher gab es nur pauschale Verurteilungen ALLER Mitarbeiter des MfS, egal ob in der Küche oder in der Kfz Werkstatt tätig und dagegen zB. wehre ich mich. Ebenso wie verlangt wird bei der Be- Aburteilung der Ereignisse des 3. Reiches nicht zu pauschalisieren, so kann man das im Umgang mit den neueren Erergnissen auch erwarten.
Es wird immer so getan, als liefen damals 17 millionen Menschen in der DDR mit der Faust in der Tasche herum und sannen nur darauf die DDR zu verlassen oder zu schädigen. Das war zu Zeiten der DDR nicht so und auch nicht zu Zeiten des 3. Reiches.
Es gab immer Menschen, die an das was sie taten bzw was ihnen gesagt oder gelehrt wurde, glaubten - ob es nun der Nationalsozialismus war oder die schlichtere Form , der Sozialismus.


Ich hab mal einen uralten Film gesehen, in dem es darum ging, dass zwei Freunde aus den Ereignissen des 2. Wk und der 3. Reiches zwei grundverschiedene Schlussfolgerungen gezogen haben. Als sich der eine entschloss aus der DDR zu fliehen, wurde er vom anderen denunziert und verhaftet.
Auf die Frage seines Freundes:"Warum?", antwortete er: "Ihr könnt immer nur zerstören und kaputt machen. Ich will mal was neues aufbauen!".

Mario


8.6.2006 20:08:19
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Wenn ich das immer höre: "rieisigen Macht-Uberwachungs und Unterdrückungsapperat blablasülz uswusf.", da kommt mir jedesmal das Essen vonne Jugendweihe wieder hoch!!! Wie Erich in seinen besten Tagen vor dem ZK. Jeder hat den Geheimdienst, den er sich leisten kann, oder will, oder muss!
Es war ein "Geheimdienst" der DDR, mit allen seinen Facetten. Es war der Dienst "der" DDR, nicht irgendeiner Demokratie ( was das mit der Bundesrepublik zu tun haben soll, ist mir schleierhaft aber wer weiss ) oder einer Bananenrepublik, nein, der DDR. Was dieser Staat von seinem Geheimdienst forderte, wurde erfüllt, punktum. Wenn das Heinz BND,VS oder MAD nicht schaffen werden sie auch abserviert, so einfach ist das, siehe Reporteranzapfen!!!
Ich will nicht wissen, was alles auf den Tisch kommt, wenn sich dieses Land weiterentwickelt!
Und das das MfS aus der K entwickelt wurde, na und. Und wenn man sich halt alter Kader vom KGB oder sonstwo bedient hat, na und, wer tat das nicht. Wer ohne Sünde, der werfe den ersten Stein.
Wie gesagt, der Anfang des Threads ging um die Leute. Und wenn die alten Kader von HVA oder den anderen Abteilungen heute noch schwelgen in Erinnerungen, na und, machen die alten Landser von damals heute auch noch.
Das einzig Schlimme an der ganzen Sache ist: Es kann keine richtige Aufarbeitung in diesem Land geben! Denn es wird immer die Täter und Opfer geben und dann die alles besser wissenden Gauck/Birthler- Mitarbeiter, die nach Papierlage entscheiden, ihre Rolle in der untergegangenen DDR aber mehr oder weniger verdrängen. ( Normalerweise dürfte ja Frau Merkel nicht mal nach USA fliegen, denn die Mitgliedschaft in der FDJ als Jugendorganisation der kommunistischen SED wäre ja eigentlich ein Grund, sie an der Grenze zurückzuschicken!!! ) Siehe Frau Birthler: Studieren auf Kosten anderer in der DDR konnte sie, aber die Kosten zurückgezahlt, da der Staat ja so verabscheuungswürdig war, das hat sie auch nicht ( Nur mal so, weil mir bei der Ollen immer der Kaffee hochkommt ) Die Kosten für deren Studium würde ich am liebsten heute noch pfänden.

In diesem Sinne
Tschaudi 

Jan-Hendrik


8.6.2006 20:32:13
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Ulkig ...nu sind wer schon beim "Geheimdienst wie jeder andere auch" ...

Huch , im allgemeinen ist das Hauptziel eines Geheimdienstes eigentlich nicht die eigene Bevölkerung und vorzugweise deren Knechtung 

So was fällt eigentlich eher in die Richtung AUsreißer ala KGB & Gestapo ...

Aber naja , schönreden kann man sich bekanntlich alles 

Jan-Hendrik

AK 74 ZF


8.6.2006 23:52:48
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Heißen VS, MAD und Teile des Staatsschutze nicht "Inlandsgeheimdienste". ... Arbeiten sie nicht konspirativ und teilweise mit ziemlich üblen Mitteln

Ein ehemaliger Elite-Soldat der BuWe hat mir mal seine Meinungen und Erfahrungen zum MAD geschildert. ... Tut mir ja Leid , auch wenns mir jetzt wieder als "Verniedlichung" angekreidet wird, so übles und teilweise auch dilletantisches hab ich von unserer VO (Abt. 2000) nicht erlebt oder gehört.

Ich lebte ja nun nicht im Nimmerland oder auf Wolke 7 (Hoth ich hab sehr wohl ein paar Erfahrungen mit dem MfS gemacht ... blieb bei diversen Dienststellungen nicht aus) aber so schön demokratisch und träumerisch schön wie hier einige die BRD im Vergleich zur DDR darstellen (teilweise Leute die die DDR maximal als Gast bereist haben) ist sie ja nun auch nicht.

Obwohl ... ähnlich wie in der DDR, der Normalbürger an sich selten wirklich mit den GD (ob nun Auslands- oder Inlandsdienste) zu tun hat. ... Übrigens konnte man auch in der DDR am Stammtisch sitzen und Witze erzählen. Ganz so schnell, wie hier einige erzählen oder glauben, ging es mit den § "Staatsfeindliche Hetze" nun auch nicht. ... Es sei denn man betrachtet den großen Zaun/Mauer als Gesamtumfriedung ... dann haben wir in der DDR ja alle gesessen. Teilweise an sich ganz gemütlich.

Die Vorstellung das alle jeden Tag mit geballter Faust in dfer Tasche auf Arbeit gingen ... abstrus bis lächerlich.

Nun gut ... hier kommt eh nix bei raus

Meld mich erstmal wieder weilchen ab ...  guck immer mal rein ... und zum MfS selbst frag ich lieber die welche dabei warn.

AK 74 ZF

FDF-Funktionär abgehaun incl. FDJ-Eigentum ? ... So ich das interpretiere ... mit FDJ-Eigentum ... heißt das Diebstahl. Und das ist ja an sich kriminell. Dieses noch in Verbindung mit Republiksflucht (auch Straftatbestand) war sicher doppelt teuer.

Hoth


9.6.2006 00:31:36
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Mario schrieb:
Wenn ich das immer höre: "rieisigen Macht-Uberwachungs und Unterdrückungsapperat blablasülz uswusf.", da kommt mir jedesmal das Essen vonne Jugendweihe wieder hoch!!! Wie Erich in seinen besten Tagen vor dem ZK. Jeder hat den Geheimdienst, den er sich leisten kann, oder will, oder muss!
Es war ein "Geheimdienst" der DDR, mit allen seinen Facetten. Es war der Dienst "der" DDR, nicht irgendeiner Demokratie ( was das mit der Bundesrepublik zu tun haben soll, ist mir schleierhaft aber wer weiss ) oder einer Bananenrepublik, nein, der DDR. Was dieser Staat von seinem Geheimdienst forderte, wurde erfüllt, punktum. Wenn das Heinz BND,VS oder MAD nicht schaffen werden sie auch abserviert, so einfach ist das, siehe Reporteranzapfen!!!
Ich will nicht wissen, was alles auf den Tisch kommt, wenn sich dieses Land weiterentwickelt!
Und das das MfS aus der K entwickelt wurde, na und. Und wenn man sich halt alter Kader vom KGB oder sonstwo bedient hat, na und, wer tat das nicht. Wer ohne Sünde, der werfe den ersten Stein.
Wie gesagt, der Anfang des Threads ging um die Leute. Und wenn die alten Kader von HVA oder den anderen Abteilungen heute noch schwelgen in Erinnerungen, na und, machen die alten Landser von damals heute auch noch.
Das einzig Schlimme an der ganzen Sache ist: Es kann keine richtige Aufarbeitung in diesem Land geben! Denn es wird immer die Täter und Opfer geben und dann die alles besser wissenden Gauck/Birthler- Mitarbeiter, die nach Papierlage entscheiden, ihre Rolle in der untergegangenen DDR aber mehr oder weniger verdrängen. ( Normalerweise dürfte ja Frau Merkel nicht mal nach USA fliegen, denn die Mitgliedschaft in der FDJ als Jugendorganisation der kommunistischen SED wäre ja eigentlich ein Grund, sie an der Grenze zurückzuschicken!!! ) Siehe Frau Birthler: Studieren auf Kosten anderer in der DDR konnte sie, aber die Kosten zurückgezahlt, da der Staat ja so verabscheuungswürdig war, das hat sie auch nicht ( Nur mal so, weil mir bei der Ollen immer der Kaffee hochkommt ) Die Kosten für deren Studium würde ich am liebsten heute noch pfänden.

In diesem Sinne
Tschaudi 

Etwas alberneres, oberflächlicheres und verniedlicherendes zu diesem Thema und zum Mfs insbesondere habe ich außer im NVA-Forum lange nicht mehr gelesen. Du hast leider wirklich nichts begriffen, aber auch nicht unbedingt verwunderlich. Erstaunlich jedoch zumindest, daß man mit solchem Gedankengut in einem demokratischen Polizeiapparat trotzdem Dienst tun kann. In meiner Einheit gab es selbst unmittelbar nach der Wende jedenfalls solche Ansichten nicht, aber vielleicht und hoffentlich ist dieses Bekenntnis ja dennoch zumindest Ausdruck der Achtung einer demokratischen Offenheit. Aber wohl eher nicht, sondern rein das Ausnützen der sich bietenden Möglichkeiten. Als Dienstherr hätte ich da jedenfalls so meine Zweifel, aber das ist ein anderes Thema.

Nur am Rande, ohne den gesamten Unsinn zu interprätieren, die DDR konnte sich diesen in der Tat molochartigen, eigenständigen, faktisch unkontrollierten und riesigen Überwachungsapparat eigentlich nicht leisten, so wenig wie zig andere Dinge auch nicht. Aber was tun die Herren des Politbüro einer Diktaturpartei nicht alles um an der Macht zu bleiben. Da gewährt man eben dem kriminellen Polizistenmörder und jagdgeilen Möchtegern-Göring , Herrn Armeegeneral M. aus W. die nötigen Vollmachten. Und hatte danach natürlich weder mit dem Grenzregime oder allem anderen zu tun. Lieber ließ man dann den einfachen Grenzer im Todesschützen-Prozeß im Stich, nur um sich zu retten.

Das Schlimme ist nicht, daß es keine Aufarbeitung gibt, die gibt es nämlich, das Schlimme ist nicht, daß die Mitarbeiter der HVA heute noch stolz auf ihre in der Tat erfolgreiche Spionagetätigkeit sind, sondern daß es tatsächlich Zehntausende Opfer und Täter gibt. Und das diese Täter weiter frei herumlaufen und sogar ihren ideologischen Dreck weiter verbreiten können. Wenn Du das ignorierst hast Du wirklich nichts verstanden.

Und das hier die pers. Laufbahnen einer Frau Merkel und anderen mit dem Thema vermischt werden, muß entweder Naivität oder Absicht unterstellen, denn das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Immerhin lautet der Thread nicht "Ächtet alle Ossis, egal wen"!, sondern anders. Und Frau Merkel hat ganz bestimmt nichts mit dem MfS zu tun und daher geht dieser lächerliche Einwurf völlig am Thema vorbei. Den von Dir angerissenen absurden Vergleich von Erinnerungen von Landsern zu Mitarbeitern des MfS mal wirklich außen vor.

Ich denke jedenfalls nicht, daß Deine Mitgliedschaft bei den Pionieren oder in der FDJ erfragt und negativ bewertet wurde, noch Auswirkungen auf Deine Beamtenlaufbahn hatte. Falls doch, wärst Du der erste mir bekannte Fall.

Natürlich ist es verständlich, daß zu so einem Thema Emotionen aufkommen. Was überrascht ist die Tatsache der Verschiebung der Gesichtspunkte. War unmittelbar nach der Wende das Thema MfS vor allem im Osten Reizthema bis zur Brandrede und totalen Ächtung des Einzelnen, ohne jede Differenzierung, wird heute dagegen schon wieder dieses Thema im Osten glorifiziert und diese Orga als Sinnbild von, wie schrieb AK74 so bezeichnend, ...so übles und teilweise auch dilletantisches hab ich von unserer VO (Abt. 2000) nicht erlebt oder gehört beschrieben. Also faktisch der uralte dt. Wille nach Disziplin, Struktur, Organisation und Führung, frei unter dem Motto, nicht nur unter dem Kaiser, sondern auch zu DDR-Zeiten herrschten noch diese typisch dt. Prinzipien und war alles besser.

Das ist dann allerdings nicht mehr nur Verniedlichung, sondern simple und absurde Geschichtsklitterung und Bsp. dafür, daß diese Menschen nicht nur nicht bereit sind Geschichte zu werten, sondern auch mit ihrer Freiheit und den Möglichkeiten heute tatsächlich nichts anfangen können und sich hinter den natürlich vorhandenen Unzulänglichkeiten einer Demokratie verstecken wollen. Statt "Staat und Partei wird´s schon richten", ist eben heute der Staat schuld, daß es mir so dreckig geht. So einfach ist das eben heute noch für Hunderttausende von Stralsund bis "Karl-Marx-Stadt".

Man kann also über die Unzulänglichkeiten, ja auch Ungerechtigkeiten der bundesdeutschen Staatsführung und Demokratie trefflich und zu Recht streiten, aber man sollte nicht die Frechheit besitzen, diese Unzulänglichkeiten tatsächlich mit der SED-Diktatur oder gar anderen Staatsformen zu vergleichen und diese damit zu rechtfertigen.

AK, ich weiß nicht, wen Du damit meinst, der die BRD hier rein "träumerisch" dargestellt hat. Ok, auch wenn es Dir schwer fällt, aber demokratisch war sie nun einmal seit der Gründung grundsätzlich immer, im Gegensatz zum Ostblock und der DDR sowieso, aber wenn zumindest ich hier etwas eher träumerisch herauslese, dann sind es die "ehrenhaften und charakterfesten" Mitarbeiter des MfS. Und Dein Zorn auf Fr. Birthler sei dahingestellt, aber immer noch besser so eine Frau verwaltet die zehntausende Meter Akten als Herr Glos o. a. Und hier blendest Du eben völlig aus, daß diese Frau, man mag denken über sie wie man will, aber nicht zum Selbstzweck oder aus Zufall da sitzt wo sie sitzt, sondern tatsächlich diese zigtausenden vorhandenen Akten verwaltet und noch tausende nichtidentifizierte Quellen mehr.

Insofern stellst Du Dich leider mit diesem Abschnitt völlig ins Abseits:

Daß das MfS sich, aus einer völlig überzogenen Sicherheitsphilosophie heraus, immer mehr auch nach innen wandte ... bzw. es nicht schaffte seine Arbeit den Bürgern "symphatisch" zu machen ... ist auch Tatsache. ... Nun ja, selbst mit einen richtig gutem "Marketingkonzept" ... der größte Teil der DDR-Bürger hatte an sich mit dem MfS sehr wenig zu tun bzw. selten Berührung und an sich war das MfS den meisten Bürgern eher diffus unbehaglich, da man nichts richtig drüber wußte. ... Dieses (teilweise selbst geförderte oder gern genutzte) Klischee des allgegenwärtigen, alles Wissenden und notfalls auch Gnadenlosen "Schild und Schwertes der Partei" wird heute bitter bezahlt. Daß sich heute noch (nachträglich) viele ehemalige DDR-Bürger verfolgt fühlen/fühlten ... ist auch eine Frage des Images. Und da tut ja die "Gauk-/Birthlerbehörde" auch so einiges für. ... Eine (neue) deutsche Behörde welche um ihr Dasein, ihre Existenzberechtigung, Budget und Planstellen sowie finanzielle Mittel kämpft. ... Und das über 16 Jahre nach dem Ableben des MfS. ... Zudem werden da inzwischen ehemals verfolgte oder angeblich verfolgte "Bürgerrechtler" inzwischen selbst zu Verfolgern, Spitzeln und Rufmördern. ... Vom Saulus zum Paulus oder eigentlich eher umgekehrt.

Denn diese Unterstellungen und Rechtfertigungsversuche sind nicht nur aberwitzig, sondern absurd. Natürlich ist es "schade", wie Du schreibst, daß auch das MfS nicht in der Lage war, den Überwachungsapparat positiv zu vermarkten und zu verkaufen. Insofern hast Du natürlich Recht, das "Schwert und Schild der Partei" war "nett", kam aber einfach nicht "kundengerecht" rüber. 

Natürlich blendest Du hier locker aus, daß es aber eben dennoch eine große Zahl von DDR-Bürgern gab, die direkt etwas mit dem MfS zu tun hatten und die noch weit größere Anzahl, die nicht "direkt betroffen" waren, aber dennoch vom MfS erfaßt und überwacht worden sind. Insofern versucht sich nur einer hier vom Saulus zum Paulus zu wandeln, eine ideologisch motivierte und letztlich menschenverachtende Organisation. Und das kann nicht unwidersprochen hingenommen werden.

Wie ich auch schon im vorigen Post deutlich machte, kann man natürlich nicht alle Mitarbeiter eines Apparates und schon gar nicht eines so großen allg. und pauschal verantwortlich machen und verurteilen. Und natürlich wird und braucht man hier auch nicht auf einen Nenner zu kommen. Aber man darf eben nicht dauernd Zielstellung, Strukturen, Aktivitäten und vor allem Wirkung völlig ausblenden, zu relativieren und zu verharmlosen versuchen.

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9.6.2006 09:12:08
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AK 74 ZF schrieb:
AK 74 ZF

FDF-Funktionär abgehaun incl. FDJ-Eigentum ? ... So ich das interpretiere ... mit FDJ-Eigentum ... heißt die Diebstahl. Und das ist ja an sich kriminell. Dieses noch in Verbindung mit Republiksflucht (auch Straftatbestand) war sicher doppelt teuer.

Richtig, mein Vater damals FDJ Sekretär wurde sofort vom MFS vernommen und mußte auf Nachfragen der Kripo Informationen zurückhalten, da der geflohene Funktionär auch Akten mitnahm. Später bei seiner Verhaftung 1953 hat die Stasi das einfach umgedreht und als staatsfeindliche  Handlung ausgelegt .
Im übrigen war ich gestern in Prenzlauer Berg Museum bei einer Fußballausstellung.
Dort sind zig IM Berichte und Operationsvorgänge ausgestellt wo DDR Fußballfans bespitzelt wurden die die Deutsche Nationalmannschaft und Vereine bei Spielen im sozial. Ausland begleiteten. Einige sind inhaftiert worden wegen der "Straftatbestände" staatsfeindliche Verbindungsaufnahme oder staatsfeindliche Hetze. Ist schon interessant was die hier so umstrittende Birthler-Behörde ausgegraben hat und mit was sich so die Stasi alles beschäftigte.....
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klabautermann


9.6.2006 13:01:47
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Hier noch ein wenig Gesprächsstoff für die sachliche und "neutrale", historische Diskussion zum Thema:
Die Akten der Staatssicherheit sind weitgehend offengelegt worden, sie dienen leider weniger der historischen Forschung als der politischen Verfolgung. Es wäre ein Mindestgebot der Gleichbehandlung, auch die Akten von Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Militärischem Abschirmdienst aufzudecken - wenigstens bis zum Jahr 1990. Es wird ja niemand ernsthaft behaupten wollen, diese Dienste hätten weniger Leichen im Keller. Ost- wie West-Geheimdienste waren Instrumente im Kalten Krieg, und der wurde von beiden Seiten geführt.

Absolut fehl am Platz sind Vergleiche zwischen Staatssicherheit und Gestapo. Eine solche Rhetorik dient der Verharmlosung des Faschismus und der Dämonisierung der DDR. Wer so etwas betreibt, muß sich sagen lassen, daß es die West-Dienste waren, die zum Tummelplatz der alten Nazis geworden waren, anstatt diese vor Gericht zu bringen, wie es in der DDR geschehen ist.  Die bundesdeutsche-offizielle Darstellung beschränkt sich nur darauf, von der Staatssicherheit das Zerrbild einer terroristischen Vereinigung zu zeichnen.
So lange die Archive der BRD-Dienste nicht ebenfalls geöffnet werden, kann von einer ernsthaften Aufarbeitung dieser Geschichte-MfS-Geheimdienst wie jeder andere?- nicht die Rede sein und gibt jedem "Bildleser" die Chance sich als Hobbyhistoriker mit  Null-Ahnung zu profilieren.
klabautermann

AK 74 ZF


9.6.2006 16:38:24
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Keine Sorge Hoth ... ich steh öfters mal im "Abseits". Bin ich inzwischen gewöhnt.

Was die BSTU und deren Machenschaften betrifft ... mir für meine Person ziemlich egal. ... Ich habe keine "Stasi-Akte".  Fand schon der MAD nicht lustig. Da wurden doch glatt im Rahmen der Wende einfach Akten vernichtet bzw. "bereinigt". Bis auf den normalen militärischen Werdegang und die Beförderungen war nichts drin. ... Wurden übrigens auf einen regulären Befehl hin vernichtet. Gab auch in der "Wende" Männer mit Rückrat, Weitsicht und Verantwortung !

Hoth ich billige nicht alles was in der DDR bzw. dem "Sozialismus" geschah. Dürftest Du glaub ich wissen.
Aber solange man so undifferenziert und Vorurteilsbelastet gegen die ehemaligen MA des MfS vorgeht ...  haben sie meine Solidarität und Kameradschaft sicher. ... (Diese Art "Gesamtverurteilung" gab es ja schon einmal. ... Und auch da mache ich Unterschiede und bin gegen Pauschalurteile.)

AK 74 ZF

Hoth


9.6.2006 23:51:42
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Nun ja, AK74, zumindest was Pauschalisierung betrifft sind wir uns sicher einig.

Mario


10.6.2006 19:48:16
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@Hoth
Auch wenn es jetzt vielleicht wie Rückzug aussieht:
Ich billige weiss Gott nicht alles, was damals bei uns geschah, im Gegenteil. Auch ich hatte meine Erfahrungen mit der grauen Hand. Aber ich war vielleicht einer der wenigen?, bei denen es ohne Groll abging, außer daß ich statt beim Wachregiment, wie gemustert, in Eggesin gelandet bin, auf "Fürsorge" von "Mefisto" hin. Das war meine einzige mir bekannte Begegnung mit den Leuten, andere Sachen will ich gar nicht wissen.
Das Problem ist jedoch meiner Meinung nach das, daß man bei dem Thema, wie oben angesprochen, immer nur aus einem Blickwinkel die Sache betrachtet, selbst wenn man versucht, objektiv zu sein. Aber vielleicht werden sich spätere Genationen, zumindest die der damals noch nicht geborenen, mal versuchen, diese Themas wertungsfrei anzunehmen.
Und was meintest du mit " auch nicht weiter verwunderlich"? Kennen wir uns so gut Ich glaube nicht!

In diesem Sinne
Schönen Abend noch
 

Hoth


10.6.2006 20:33:32
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Ich sehe Deine Antwort überhaupt nicht als "Rückzug". Wovor und weshalb denn auch. Auch ich bin gegen einseitige Blickwinkel, vor allem von Leuten, die nicht dabei waren. Aber ich bin eben auch gegen Glorifizierung, Verschleierung, Verharmlosung, Relativierung, Leugnen etc. Und das eben nicht nur beim Thema Wehrmacht, sondern auch bei Themen zur ehemaligen DDR. Und dies gerade dann, wenn man sich ein "eigenes Bild machen konnte". Das dies auch nicht allumfassend sein kann ist klar, aber mit klarem Blick und offenen Augen konnte man auch damals erkennen, was los war, selbst wenn man nicht unmittelbar betroffen war, und heute, wenn versucht wird reinzuwaschen oder zu verwischen, ob nun emotional begründet oder mit anderen "handfesteren" Hintergründen.

Wie auch immer, es gibt wohl keinen Geheimdienst der Welt, der so gut durchleuchtet, offengelegt, abgewickelt und aufgearbeitet wurde, nchdem er sich selbst aufgelöst hat. Allein anhand der vorliegenden Akten und Dokumente kann man sich sachlich und nüchtern ein umfassendes Bild und Wissen zum Thema MfS aneignen, wenn man denn will. Das die eine Seite übertreibt ist zwar durchaus nachvollziehbar, aber nicht richtig, daß die andere Seite trotz dieser Fakten versucht zu leugnen und zu lügen ist die Kehrseite von Demokratie und müßte eigentlich verboten sein. Und das ist der entscheidende Punkt.

Hier wird vor allem von Ehemaligen gezielt, trotz aller tatsächlich auch physisch vorliegenden Dokumente und Fakten, die tatsächliche Hauptaufgabe dieses Macht-und Terrororgans geleugnet und relativiert, wird mit dem kleinen und effizienten Ableger der Auslandsspionage vernebelnd und glorifizierend vermischt und dadurch versucht, eine unter den Aspekten des damaligen kalten Krieges durchaus nachvollziehbare "Alibifunktion" zu suggerieren. Frei nach dem Motto, "es war doch alles für den Frieden und nur weil die Bösen drüben....."

Hierbei wird natürlich völlig ausgeblendet, daß z. B. die Auslandsspionage in keinster Weise etwas mit einem Unterdrückungs-und Überwachungssystem zu tun hat und dies auch innerhalb des Mfs völlig unterschiedlich Bereiche waren. Dies alles wird jedoch verschleiernd bunt durcheinander gewürfelt, und gipfelt dann in der verlogenen "Verallgemeinerung", daß dieses Organ praktisch ausschließlich aus "Kundschaftern für den Frieden" bestand und sich tatsächlich nur sauber, edel, gerecht und aufopfernd rein dem Kampf gegen antisozialistische und konterrevolutionäre Kräfte widmete. Innen wie Außen natürlich.

Und solche Phrasen und Lügen darf man nicht einfach so unwidersprochen stehenlassen.

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13.6.2006 09:10:10
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Gib mir Zeit bis nach der WM !
Alles sauber recherchiert , die Besetzung der Referate mit wieviel Hauptamtlichen Mitarbeitern usw. !
Das jeder MA von der HVA natürlich revolutionäre Wachsamkeit auch nach Innen und besonders nach Dienstschluß haben mußte, zeigt einfach die Prämien- und Beförderungsstruktur des MFS.
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böser ossi."22"


27.1.2010 20:07:31
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Kaum jemand hat Ahnung und alle reden mit!!!Kamerad AK74ZF bemüht sich umsonst und wenige begreifen was!

waldi44


27.1.2010 20:34:46
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böser ossi."22" schrieb:
Kaum jemand hat Ahnung und alle reden mit!!!Kamerad AK74ZF bemüht sich umsonst und wenige begreifen was!

Das Forum hat mehr als nur ein Mitglied ! Dennoch denke ich auch, dass ein Grossteil (wieviel wage ich nicht zu beurteilen) der Arbeit des MfS nach innen gerichtet war. Die Frage ist: War es der Schild oder das Schwert ? Allerdings, welcher Geheimdienst tut das nicht?

AK 74 ZF


29.1.2010 17:24:32
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Eigentlich schon ziemlich alter Thread 

Hinsichtlich des MfS ist es ja nicht so daß ich da alles undifferenziert gut finde. In Diskussionen mit Freunden und Kameraden welche beim MfS gedient haben fliegen auch schon mal die Fetzen. Und auch in der NVA gab es durchaus Bereiche wo man sich mit den Genossen vom MfS nicht immer unbedingt grün war. ... Ich denke aber daß man das MfS  sehr differenziert ... und mit inzwischen rund 20 Jahren doch auch mit etwas emotionalen Abstand und Gelassenheit sehen sollte.

Übrigens interessieren mich beim MfS nicht unbedingt alle Bereiche. Sicher weiß ich (grob) was Postüberwachung, Fu/FM-Akl, Observierung u.a. Abteilungen ungefähr gemacht haben ... aber ist nicht unbedingt im Mittelpunkt meines eher militärhistorisch ausgerichteten Interesses.

Was die Diskussion "Geheimdienst wie jeder andere" betrifft nur mal kurz etwas zum Nachdenken. ... Über die Arbeit der Postkontrolle des MfS (in Zusammenarbeit mit Post und Zoll) regt sich ja jeder bis heute fürchterlich auf und es gibt da sehr häufig "emotionale Entgleisungen".

Vor ca. 3 Wochen ging als Information bzw. kurze Meldung/Bericht durch die Medien daß auch die GD der BRD sämtlichen "innerdeutschen" Postverkehr flächendeckend überwacht und Briefe geöffnet haben. ... Nun war dies sicher (irgendwie) durch die Gesetze der BRD geregelt, und somit "Rechtsstaatlich" ... aber im Prinzip genau derselbe Fakt (hinsichtlich Vorgehen, Umfang, Arbeitsweise) wie bei der Postkontrolle des MfS der DDR. ... Nur nahm man von dieser Meldung kaum Notitz und sie ging ganz einfach in den derzeitigen Nachrichten, von Afghanistan über "Nachtscanner" bis "Zensur im Internet", unter. ... Interessiert irgendwie keine "Sau".

Aber irgendwelche vor über 20 Jahren, aus diversen Gründen/Überzeugungen, eventuelle Tätigkeit als IM, heute frei gewählter Abgeordneter ... sorgt in diversen Zeitungen/Meldungen wieder für die irrsten emotionalen Entgleisungen bis hin zu "Strafforderungen".  ...

Nun gut ... was solls ... ich muß erstmal abklären ob es, halbwegs ohne größeres persönliches Risiko, möglich ist von der hirn- und sinnlosen Aktion des Herrn Westerwelle "Fördermittel/Prämien für ausstiegswillige Taliban" zu profitieren. ... Handtuch zum Turban auf den Kopf binden .. fünfmal Allah al Akhbar rufen ... sich pro forma zum "Deutschen Taliban" erklären ... und dann nach Zusage von Fördermitteln den Ausstieg erklären und die Ausstiegsprämie abkassieren. ... Eventuell könnte man ja über einen gemeinnützigen Verein "Ausgestiegene deutsche Taliban e.V." noch über längere Zeit von Fördermitteln profitieren ? ... Aber sicherheitshalber erstmal fragen wie das läuft ... nicht daß an Stelle des Geldes der Ausstiegsprämie auf dem Konto die Kameraden vom SEK in der Bude stehn.

Überwachung, "Gläserner Bürger", "Nacktscanner", "Datenvorratsspeicherung von Telefon- Internetverbindungen", "Amtliches und polizeiliches Führungszeugnis", Datenbanken des BKA, Abgleich der Einwohnermeldedaten mit der GEZ(stapo), DNA-Datenbanken, Sammlung persönlicher Daten und Erstellung von Personen-/Einkaufsprofilen mittels Payback-Karten, SchuFA, Weitergabe von Personendaten deutscher (und EU-)Bürger an US-Behörden u. a. Möglichkeiten und "Sicherheitsmaßnahmen" usw. ... alles natürlich streng entsprechend der Datenschutzgesetze der BRD und zum Schutz des Bürgers. ...  Abbau der bürgerlichen Freiheiten zwecks weiterer Erhöhung der Sicherheit der Bürger. ... Lt. Umfrage der "Bild" ist die Mehrzahl der Bürger, nach den letzten Sicherheitspannen auf den Flughäfen, für "Nacktscanner" und die Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen gegen den Terrorismus. ... Also wenn olle Mielke dies wüßte ... der würd sicher feuchte Augen kriegen.
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"Nun gut, was solls ? Ich hab nichts zu verbergen !" sagt ein Kollege von mir immer. ... Pech nur wenn es einmal zu Verwechslungen oder Fehlinterpretationen kommt. ... Sicher ... ist eher selten ... aber kein System funktioniert Fehlerfrei. ... Und deutsche Beamte und Behörden, einmal von der Leine gelassen und der festen Meinung sie hätten endlich einen großen Fisch an der Angel ... drehn ganz schön am Rad. ... Und das ist in dieser BRD nicht unbedingt anders als damals in der DDR. ... Ich hatte heute das "Vergnügen" eines sehr unhöflichen und arrogant-rotzfrechen Telefonates mit einer Behördenangestellten. ... Ich war übrigens der freundliche Anrufer ! ... (Beschwerde sicher sinn- und zwecklos ... noch dazu wo die Behörde ja offiziell im Recht ist.  ) Also so richtig Vertrauen in Behörden, Ämter und Dienste hab ich nicht !

Nun denne ...

Nomen Nescio


29.1.2010 18:10:20
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AK 74 ZF schrieb:
Vor ca. 3 Wochen ging als Information bzw. kurze Meldung/Bericht durch die Medien daß auch die GD der BRD sämtlichen "innerdeutschen" Postverkehr flächendeckend überwacht und Briefe geöffnet haben. ... Nun war dies sicher (irgendwie) durch die Gesetze der BRD geregelt, und somit "Rechtsstaatlich" ... aber im Prinzip genau derselbe Fakt (hinsichtlich Vorgehen, Umfang, Arbeitsweise) wie bei der Postkontrolle des MfS der DDR. ... Nur nahm man von dieser Meldung kaum Notitz und sie ging ganz einfach in den derzeitigen Nachrichten, von Afghanistan über "Nachtscanner" bis "Zensur im Internet", unter. ... Interessiert irgendwie keine "Sau".
Ach, nirgendwo in der Welt wird hört die Polizei soviel Telefons ab wie bei uns. Vermutlich ist damit gemeint prozentual, denn wenn das absolut wäre... 
Auch da ist alles gesetzlich geregelt. Dennoch... Regelmäßig passiert es, daß der Staatsanwalt eine Schlappe erleidet, weil man die Gesetze verletzt hat.
Weil man bei uns auf Polizei sparen will, hoffen Politiker so ein Alternativ gefunden zu haben. Nein also !! 

Niwre


29.1.2010 19:58:38
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AK 74 ZF schrieb:
Vor ca. 3 Wochen ging als Information bzw. kurze Meldung/Bericht durch die Medien daß auch die GD der BRD sämtlichen "innerdeutschen" Postverkehr flächendeckend überwacht und Briefe geöffnet haben. ...
Vor drei Wochen? Das hatten wir schon Mitte letzten Jahres Foschepoth: Postzensur und Telefonüberwachung in der Bundesrepublik Deutschland (1949-1968).

Nomen Nescio


29.1.2010 20:14:07
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Wenn wir nicht aufpassen, wird in einigen Jahren alles in Europa durch die Amrikaner überwacht. Sie bekommen ja schließlich auch schon eine Kopie von allen Banktransaktionen in der EU. 

Das Dumme ist, daß sie nicht eine wichtige Lehre aus Pearl Harbor gezogen haben: Sammle nicht mehr Nachrichten als man verarbeiten kann. Denn durch den dicken Brei geht sonst wichtiges verloren.

Niwre


29.1.2010 20:32:05
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Nomen Nescio schrieb:
Wenn wir nicht aufpassen, wird in einigen Jahren alles in Europa durch die Amrikaner überwacht.
Witzbold: http://en.wikipedia.org/wiki/Echelon_(signals_intelligence)

Die Israelis sind auch nicht doof, ihre Kommunikationstechnik an große Firmen zu verschleudern.

waldi44


1.2.2010 00:52:29
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Tja und wie geht noch mal die Geschichte mit dem Stein und dem ersten Wurf .....
Und irgendetwas war da doch auch noch mit einem Splitter und Balken in  irgendjemandes Auge ....

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7.2.2010 14:53:17
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böser ossi."22" schrieb:
Kaum jemand hat Ahnung und alle reden mit!!!Kamerad AK74ZF bemüht sich umsonst und wenige begreifen was!




Woher willst Du das wissen ?


Im Übrigen macht es sich ganz schlecht das MFS mit den heutigen Gegebenheiten zu vergleichen. Ein Internet gab es damals nicht, im Verhältnis zu Bevölkerung wenig Telefone. Nicht flächendeckend , sondern alle Telefonanrufe nach "Drüben" wurden überwacht, aufgezeichnet und ausgewertet. Alle Briefe wurden geöffnet die an Personen geschrieben wurden , die jemals schon auffällig geworden sind, ansonsten Rastermethode.
Und es gibt den Widerstand gegen heutige ausufernde Sicherheitsbestimmungen, die Piratenpartei ist nur ein Teil davon! Dies ist auch der gravierende Unterschied, die sich damals für Bürgerrechte einsetzten wurden dermassen unter Druck gesetzt mit allen was MFS und Staat einsetzen konnten, das es eben 40 Jahre dauerte dies abzustellen. Ich denke im jetzigen System würde das bedeutend schneller gehen wenn man richtig wählt....
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