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Margot, die Klassenbeste

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AutorBeitrag

waldi44


18.1.2006 12:57:53
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Margot, die Klassenbeste
Die verschollenen Zeugnishefte Margot Honeckers sind wieder aufgetaucht, darin sind nur Einsen und Zweien



16 Jahre nach der Wende sind Schulzeugnisse von Margot Honecker aufgetaucht. In einem Koffer, den ein Berliner Kommunist für sie aufbewahrte. Die sechs blauen Hefte verschwanden schon vor Jahrzehnten aus dem Stadtarchiv Halle (dort besuchte sie von 1933-1941 die Schule). Es wird vermutet, daß Margot Honecker als ehemalige DDR-Schulministerin sie selbst entfernte, damit niemand etwas über ihre Noten erfährt. Dabei hätte sich die Frau von Erich Honecker nicht zu schämen brauchen: Sie war eine Musterschülerin. Anfangs hatte sie lauter Zweier, später kamen immer mehr Einser hinzu, ihr Betragen war stets "lobenswert". 1937/38 gab es einmal eine Vier in Rechnen. Das Entlassungszeugnis (Ostern 1941): Mit sechs Einsern und elf Zweiern war sie Klassenbeste.

Hoth


18.1.2006 13:41:20
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Na, bei so viel lobenswerten Einsatz im faschistischen Schulsystem und auch in den nationalsozialistischen Fächern könnte man ja fast Systemnähe-bzw. sympathie vermuten! Vielleicht sind die Zeugnisse deshalb nicht aufgetaucht. Die Swing-Jugend swingt und schwänzt, die Edelweißpiraten verkloppen sogar noch Hitlerjungen und klein Margot macht auf Nazischulklassenbeste! Was sollte denn da vielleicht der sozialistische Mensch der DDR von ihr denken! 

The Real Blaze


18.1.2006 23:30:41
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Man muß ihr doch keinen Vorwurf machen gut in der Schule des Dritten Reiches gewesen zu sein. War halt leicht verständlich diese  Völker und Rassenkunde... Außerdem hat sie als kluge Schulabgängerin sicher auch gewußt, daß nur gute Noten ihr bessere Chancen geben. Als sie Ostern 1941 von der Schule abging, war  sie sicher auch im Glauben, daß Deutschland den Krieg gewonnen hat. Und wenn es tatsächlich einen Sieg gegeben hätte, hätte NS-Margot auch keinen Honecker kennengelernt, der da mit Milke im Roten Reich war und niemals zurückgekommen wäre. Sie hätte ein völlig anderes Leben geführt.

Hoth


19.1.2006 08:12:51
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Völlig richtig, Blaze, nur darum gings ja gar nicht. Zumindest mir nicht. Sondern um das Verstecken der Zeugnisse zu DDR-Zeiten. Darauf bezog sich zumindest mein ironisch gemeinter Post. Leider gibt es ja im neuen Forum den Ironie-Smylie nicht mehr. Dachte der Augenzwink-Smylie würde reichen. 

Wilden


19.1.2006 15:04:58
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Ich finds mal wieder interessant, wer so alles aus meiner Heimatstadt stammt.

Margot Honecker (geb. Feist) stammt aus dem halleschen Stadtteil Glaucha, das einzige Altbau-Stadtviertel, dass zu DDR-Zeiten saniert wurde, und zwar kurz vor einem Besuch der Dame. Die Rückkehr in ihre Heimatstadt führte die Volksbildungsminsterin übrigens auch an meine damalige Schule, wo sie beim Appell eine ewig lange Rede hielt.

Ebenfalls Hallenser war übrigens auch Reinhard Heydrich, dessen Vater eine berühmter Opernsänger war.

PD47


22.1.2006 10:44:26
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The Real Blaze schrieb:
 hätte NS-Margot auch keinen Honecker kennengelernt, der da mit Milke im Roten Reich war und niemals zurückgekommen wäre. Sie hätte ein völlig anderes Leben geführt.

Honni war nicht in Russland sonsern erlebte das Kriegsende im Zuchthaus "Brandenburg Görden".

Margot Honecker wurde am 17. April 1927 in Halle/Saale geboren. Sie besuchte die Volkshochschule. Aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen erhielt sie 1941 das Angebot, eine Lehrerausbildung zu absolvieren, lehnte aber unter dem Einfluss ihres aus dem KZ entlassenen Vaters ab und wurde Telefonistin.
siehe: http://www.mdr.de/doku/343083-hintergrund-703409.html  )


Sie war also 14 Jahre alt. Wer will ihr da unterstellen, besonders gut in der Schule gewesen zu sein um sich damit mit dem faschistischen System zu identifizieren?
Männer, ich fand die Frau auch nicht sehr symphatsch aber man sollte doch schon die sprichwörtliche "Schule im Dorfe lassen" und seinen Hass nicht gar so primitiv zur Schau stellen.

Gruß  PD 47

bani


22.1.2006 11:07:01
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PD47 schrieb:
... und seinen Hass nicht gar so primitiv zur Schau stellen.

Gruß  PD 47



Ach komm - wo das manche doch sooooo gern machen ...

"Uns Erich" in Rußland - also sowas hab ich auch noch nicht gehört!

waldi44


22.1.2006 13:09:15
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PD47 schrieb:

Honni war nicht in Russland sonsern erlebte das Kriegsende im Zuchthaus "Brandenburg Görden".


Stimmt und zwar in dem selben Haus und der selben Etage wie ich ! Als der mal zu Besuch kam, wurde Arbeitsruhe angesagt und wir mussten uns mucksmäuschenstill verhalten und durften dafür den ganzen Tag in den Betten rumlümmeln!
Aber auch so ein Klischee: Alle deutschen Kommunisten oder was sich dafür hielt, war den Krieg über bei den Russen. ...
Thälmann zB. sass in Buchenwald ...

bani


22.1.2006 13:13:50
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Korrektur Waldi:

Thälmann STARB in Buchenwald ...
Gesessen hat er auch in 'nem Zuchthaus ...

waldi44


22.1.2006 13:30:35
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Stimmt! Dort war er wohl nur einen Tag- aber Buchenwald kennt eben jeder !

Wilden


22.1.2006 14:59:25
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PD47 schrieb:
The Real Blaze schrieb:
 hätte NS-Margot auch keinen Honecker kennengelernt, der da mit Milke im Roten Reich war und niemals zurückgekommen wäre. Sie hätte ein völlig anderes Leben geführt.

Honni war nicht in Russland sonsern erlebte das Kriegsende im Zuchthaus "Brandenburg Görden".
Sicher. Habe von ihm mal über eine Flucht aus einem Zuchthaus gelesen...

The Real Blaze


22.1.2006 15:23:40
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huch da habe ich ihn einfach in Stalins Reich gesteckt(Erich)...NS Margot hätte deshalb trotzdem keinen Zuchthäusler geheiratet  

Wilden


22.1.2006 15:29:07
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waldi44 schrieb:
Stimmt! Dort war er wohl nur einen Tag- aber Buchenwald kennt eben jeder !
Nichtmal einen Tag. Nur wenige Stunden.

waldi44


2.7.2006 23:25:33
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Warum und wozu hielt sich Hitler eigentlich bis zum Schluss solche Menschen wie Elser und Thälman und weshalb war Margots Vater im KZ?

Mario


3.7.2006 17:27:57
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Vielleicht als Faustpfand? Andere habe ja auch tausende Juden als Schacherobjekt genutzt ( Himmler ), wenn auch aus "kurzsichtigeren" Grunden!
Thälmann für die Kommunisten und Sozialdemokraten, gut, warum mußte dann Breitscheid sterben ?
Elser für die kirchliche und bürgerliche Fraktion ?
Thälmann wäre bestimmt ein ordentliches Pfund gewesen, wenn Väterchen Stalin mitgespielt hätte, was ich aber nicht glaube, da Thälmann seinen Neigungen im Nachkriegsdeutschland sicher entgegengestanden hätte. Alles nur Hypothese!!!

In diesem Sinne
Tschaudi

Wilden


6.7.2006 13:13:51
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Mario schrieb:
Vielleicht als Faustpfand? Andere habe ja auch tausende Juden als Schacherobjekt genutzt ( Himmler ), wenn auch aus "kurzsichtigeren" Grunden!
Thälmann für die Kommunisten und Sozialdemokraten, gut, warum mußte dann Breitscheid sterben ?
Elser für die kirchliche und bürgerliche Fraktion ?
Thälmann wäre bestimmt ein ordentliches Pfund gewesen, wenn Väterchen Stalin mitgespielt hätte, was ich aber nicht glaube, da Thälmann seinen Neigungen im Nachkriegsdeutschland sicher entgegengestanden hätte. Alles nur Hypothese!!!

In diesem Sinne
Tschaudi
Moment. Breitscheid ist beim alliierten Bombenangriff auf die wirtschaftlichen Außenanlagen von Buchenwald verschüttet worden und kam dabei ums Leben.

Warum hielt sich Hitler solche Gefangene? Keine Ahnung. ist das Kapitel von seinen Biographen mal behandelt worden? Ich tipp mal drauf das Hitler gar nicht mehr an Thälmann und Co gedacht hat.
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