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Führer versus Meister

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AutorBeitrag

Nomen Nescio


15.4.2009 17:50:42
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In einem Buch über Goebbels lese ich gerade, daß das Epitheton "Führer" für Hitler erst etwa 1931 benützt wurde, und dann durch Goebbels obligatorisch gemacht wurde.
Davor würde er mit Meister angesprochen worden. War das schon üblich, als Hitler Vorsitzende der NSDAP wurde, oder ist das erst später Brauch geworden?

IM


15.4.2009 18:15:55
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Das ist nicht ernst gemeint, oder doch ?

waldi44


15.4.2009 19:23:47
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Öh, Meister Hitler oder Meister Führer ? Heil Meister ?
Wem bist du denn da aufgesessen Nomen Nescio ? Offiziell wurde Hitler so ab 1934 auch öffentlich tituliert, aber intern, meine ich wurde er schon immer mit "Führer" angesprochen. Ansonsten war er Herr Hitler, aber sicher nicht "Meister Hitler"!

Nomen Nescio


15.4.2009 20:23:25
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Titel des Buches war "DR JOSEPH GOEBBELS", Fritz Molden 1971 Wien-München-Zürich. Der Schreiber war Viktor Reimann.
Ich fand zufällig eine Niederländische Übersetzung beim Ramsch.

In der Einleitung steht

In de beginjaren van de NS-Beweging werd Hitler door zijn getrouwen "Meester" genoemd. Deze betiteling had aanvankelijk min of meer de kracht van "Führer". De relatie (meester-leerling) had iets artistieks ...
Hitler "führte" (leidde, gidste) de Partij al sinds hij in juli 1921 haar eerste voorzitter werd en alle volmachten kreeg. De naam "Führer" werd pas eind 1931 aanvaard en vervolgens door Goebbels tot wet voor de Partij en later de staat verheven.
In den Anfangsjahren der NS-Bewegung wurde Hitler durch seine Getreue "Meister" genannt. Diese Benennung hatte anfänglich mehr oder minder die Bedeutung von "Führer". Die Beziehung (Meister-Schüler) hatte was artistisches ...
Hitler "führte" (leitete, war Führer) die Partei schon seit er Juli 1921 ihr erster Vorsitzende wurde und alle Vollmachten bekam. Der Name "Führer" wurde erst Ende 1931 angenommen und anschließend durch Goebbels zum Gesetz erklärt für die Partei und später für den Staat.

Übrigens dachte ich, daß es vor Hitler einen anderen Vorsitzenden gab. Und hieß die Partei nicht zuerst anders???

@IM

Das ist nicht ernst gemeint, oder doch ?
JA

@Waldi

Ansonsten war er Herr Hitler, aber sicher nicht "Meister Hitler"!
Ich vermute, daß man einfach sagte "Meister".

waldi44


15.4.2009 23:26:17
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Ich tippe auf einen Übersetzungsfehler oder einer Fehlinterpretation! In keiner einzigen meiner Quellen, deren ich einige habe, ist jemals und zu keinem Zeitpunkt von "Meister" die Rede! Natürlich ist ein Führer auch der "Meister" auf seinem Gebiet. Vielleicht war das so gemeint?

Nomen Nescio


15.4.2009 23:52:09
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waldi44 schrieb:
Ich tippe auf einen Übersetzungsfehler oder einer Fehlinterpretation!
Ich nicht. Denn eindeutig wird jedenfalls gesagt, das erst ab 1931 von "Führer" Rede ist.

Weil es für mich auch eine Neuigkeit ist, dachte ich, ich schreibe es mal hier.
Bin neugierig ob einer da mehr Bescheid weiß. Werde jedenfalls meine Bücher über Hitler mal wieder neu lesen. Vielleicht, das irgendwann irgendwo darüber geredet wird.

uwys


16.4.2009 19:21:46
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Meines Wissens stammt die Bezeichnung Führer von rudolf Hess, dieser hatte diesen Namen während der Haftzeit in Landsberg/Lech für Hitler "erfunden"!
Von eioner Anrede mit Meister hab ich auch noch nie etwas gehört!

PeterMeffert


23.9.2009 10:08:30
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Es wurde hier die Frage gestellt, wer vor Adolf Hitler Vorsitzender der Partei war und welchen Namen die NSDAP vorher hatte. Antwort: ursprünglich war der Eisenbahner Anton Drexler Vorsitzender  der Deutschen Arbeiterpartei, die dann in NSDAP umbenannt wurde. Der Titel "Meister" für Adolf Hitler ist mir auch noch nicht untergelaufen. Miguel Serrano bezeichnet Adolf Hitler jedoch als Avater. Der Begriff "AVATER" steht für göttliche Offenbarung, d. h. ein von der Menschheit dieses Planeten herbeigerufenes, hochentwickeltes Wesen, welches spezifische Energien oder Lehren in der Welt verankert hat. Gruß Peter>Meffert

GR162


23.9.2009 18:05:32
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Meister finde ich gut,noch besser aber das Niederländische Meester. Das erinnert mich so schön an Brösels Werner.Oder aber an nen bösen Zauberer der sich mit Meister anreden läßt.Hitler war ja auch nen böser Zauberer.

Meester Hitler wollen mer ne Flasche Bölkstoff zischen ? Ein bischen was hat der Meester ja auch vom Röhrich 

Ne mal ernst jetzt.

Sorry aber von Meister hab ich noch nie gehört und erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich. Führer,Reichskanzler oder Herr Hitler sind mir geläufig.

Gruss Sascha

Nomen Nescio


23.9.2009 19:19:47
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GR162 schrieb:
Meister finde ich gut,noch besser aber das Niederländische Meester. Das erinnert mich so schön an Brösels Werner.Oder aber an nen bösen Zauberer der sich mit Meister anreden läßt.Hitler war ja auch nen böser Zauberer.
Zu so einem würden wir nicht schnell "meester" sagen. Eher ein ehrfürchtiges "Heer" (Herr).

PeterMeffert


24.9.2009 09:55:41
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Adolf Hitler hatte in seiner Jugend den Nicknamen Wolf In Erinnerung daran wurde die Autostadt in Niedersachsen Wolfsburg genannt. Namensgeber: Dr. Robert Ley. Auch für Führerhauptquatiere wurde der Name "Wolf" benutzt. Wie z. B. die WOLFSSCHANZE im Ort Gierloz (Görlitz) 8 Kilometer nordöstlich von Ketrzyn (Rastenburg), WERWOLF diese Anlage befand sich in Mala Michalowska 15 Kilometer nordöstlich von Winneza (Ukraine) und WOLFSSCHLUCHT 2 Margival, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Soisson in Frankreich. Über die Führerhauptquatiere direkt könnte man - wenn Interesse besteht gesondert berichten. Gruß PeterMeffert

Jan-Hendrik


24.9.2009 10:04:33
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In Erinnerung daran wurde die Autostadt in Niedersachsen Wolfsburg

Wo hast denn den Schmarnn her?

Die Wolfsburg, auf die der heutige Name fußt, gabs schon zu Zeiten, wo Onkel Adolfs Ur-ur-ur-ur-Ahnen nicht mal ein Fliegenschiß waren 

Übrigens stammt der Stadtname 'Wolfsburg' von den Britten, net von de Adeletten 

Zu deren Zeiten hieß der Laden noch schlicht "Stadt-des-KdF-Wagens"...

Schon erschreckend, welche Märchen heutzutage kursieren...und wer solchen Schiet auch noch glaubt 

Jan-Hendrik

SIEGMAR


22.1.2010 05:44:28
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hehehe

das habe ich auch schon so einige Male zu Wolfsburgern gesagt, halt weil es so schön paßt.

Niiiicht alle, nein, wirklich nicht alle, nehmen das mit Humor!!!


.

alarich


22.1.2010 21:36:59
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Das mit dem Meister ist natuerlich absoluter Schwachsinn,und dient doch nur dazu Hitler noch laecherlicher zu machen.
das faengt beim Teppichbeisser an und hoert mit Schaum vorm Mund auf,jetzt noch Meister.Da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.Die Buecher ueber A.H.z.B. von seinem Luftwaffen Adjudanten Nicalaus v.Below sprechen eine ganz andere Sprache.Wenn der Mann so laecherlich,oder sogar irre war,dann haette er nicht ein ganz Volk hinter sich bringen koennen.Da muss noch etwas ganz anderes gewesen sein.Nur ein Beispiel: Hitler kam 1933 an die Macht,schon 1936
wurde Deutschland Veranstalter der Olympischen Spiele,die Deutschland vom olympischen Komitee zugesprochen worden waren.Diese Spiele wurden zu einem absoluten Triumph der Neuzeit.Nicht nur das die deutsche olympische Mannschaft
zum ueberragenden Gesamtsieger wurde,war auch das ganze Drum und Dran ein bisher nie dagewesenes Spektakel.
Wie konnte es eine Regierung,unter Hitler, schaffen ein Volk in nur 3 Jahren derart zu motivieren und aufzubauen das es zu einem derartigen Fanatismus der solche Leistungen hervorbrachte im Stande war.Ich persoenlich finde hierzu keine Aussage.Abgesehen davon nehme ich eher an das Hitler,oder wer auch immer sich den Titel der Fuehrer oder Mein Fuehrer
ausgedacht hatte,sich von Mussolinis und Francos Titel,Duce und Caudillo die so etwas aehnliches bedeuten,hat inspirieren lassen.
Gruss Alarich

Walter23


23.1.2010 01:18:49
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Moin

alarich schrieb:
[..]
,schon 1936
wurde Deutschland Veranstalter der Olympischen Spiele,die Deutschland vom olympischen Komitee zugesprochen worden waren.
[..]

Wurde der Austragungsort nicht schon vor 1933 entschieden?

Ich würde da eher sagen, dass "Autobahn, Olympiade und andere Kleinigkeiten"
dem Regime von 1933 eher quasi in den Schoß gefallen ist - Natürlich lag die Art
der Ausführung in deren Händen, aber "Erfunden" haben sie es nicht, jedoch
wird dieses Regime zu seiner 'Glanzzeit' so gesehen als Urheber in Verbindung
gebracht.

1937 Gab es ja eine "Gegenolympiade" ;-)

Gruß

Nomen Nescio


23.1.2010 01:40:16
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alarich schrieb:
Wie konnte es eine Regierung,unter Hitler, schaffen ein Volk in nur 3 Jahren derart zu motivieren und aufzubauen das es zu einem derartigen Fanatismus der solche Leistungen hervorbrachte im Stande war.
Schau mal, wie es noch heute in Nord-Korea geschieht. Wie es früher in kommunistischen Ländern in Europa geschah. Notfalls werden Zuschauer aus dem Ärmel geschüttelt.
Daneben... AH hatte doch den Menschen die versprochene Arbeit geschenkt. Warum sollten sie dann nicht begeistert sein. Ach ja, daß asoziale Menschen verhaftet wurden... Die müßten zweifelsohne darum gefragt haben. Und wenn nicht, Fehler wurden leider immer gemacht. Aber das waren ja Ausnahmen.

waldi44


23.1.2010 11:41:32
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Richtig: Die Vergabe der Olympischen Spiele erfpolgte schon 13. Mai 1931 und war ein "Kind" der Weimarer Republik, ebenso wie die Planung der  Autobahnen und noch einiges mehr. Hitler und seine Gefolgsleute vollbrachten viel weniger als ihnen immer nachgesagt wurde. Die Nazis brauchten bloss zugreifen und im Zweifelsfalle konnte man ein Scheiter sogar immer noch der Weimarer Republik in die Schuhe schieben und alle Erfolge für sich, also Hitler und den Nationalsozialisten verbuchen! Das wirkt in manchen Fällen ja bis heute nach.
Komisch aber auch interessant, dass diesbezüglich immer so wenig nachgefragt oder recherchiert, sondern einfach übernommen und behauptet wird, wo es sich doch heutzutage so einfach überprüfen lässt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sommerspiele_1936

SIEGMAR


25.1.2010 00:19:27
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Es wird wohl noch mal 10 Jahre dauern, bis man endlich wirklich über Adolf Hitler forschen wird, unvoreingenommen und ergebnisoffen.
Dann wird es so einige Überraschungen geben, vor allem für die, die zwar bei Stalin oder mao, absoluten verrückten Mördern, gute Seiten sehen, die sogar den insulanten und ihren gallischen Helfern allen Ernstes  glauben, daß sie, die fast die gesamte Erde unterjocht hatten, 1939 in den Krieg zogen, um ein kleines Land davor zu bewahren besetzt zu werden, aber bei adolf eben das absolut Böse sehen.

Nur was man alles so herausfinden wird, und ob das meinen politischen Freunden alles gefallen wird, vermag ich auch nicht zu sagen. Ich denke mal einige Führer des Dritten Reiches bieten Raum für große Überraschungen, in alle Richtungen...


.

alarich


25.1.2010 00:49:59
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Hallo,
es ging mir mit meiner Frage doch ueberhaupt nicht um das Jahr der Vergabe und ich habe auch nicht behauptet das A.H.
die olympischen Spiele fuer Deutschland an Land gezogen hat.Es ging mir schlicht und ergreifend darum,wie es moeglich war das eine Regierung und ein nationales olympisches Komitee,in nur 3 Jahren in der Lage waren,die deutsche Sportjugend derart zu begeistern oder zu fanatisieren,das dieser Triumph ueberhaupt moeglich war.Ganz abgesehen von der organisatorischen Leistung usw.,die hier aber nicht zur Debatte steht.
Alarich

Nomen Nescio


25.1.2010 11:54:27
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alarich schrieb:
Es ging mir schlicht und ergreifend darum,wie es moeglich war das eine Regierung und ein nationales olympisches Komitee,in nur 3 Jahren in der Lage waren,die deutsche Sportjugend derart zu begeistern oder zu fanatisieren,das dieser Triumph ueberhaupt moeglich war.
Eine totalitäre Regierung kann sehr viel erreichen. Sie kann sagen «Ihr braucht Euch um nichts zu kümmern, nur eine Sache ist wichtig... die Leistung».

waldi44


25.1.2010 12:10:46
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Tja, wie wohl? Sieht man sich die Weltjugendspiele und ähnliche Veranstaltungen der ehemaligen, im Grunde bettelarmen DDR an, fragt man sich das auch und solche Veranstaltungen gab es im gesamten Ostblock. Brot und Spiele eben, nur dass es bei denen oft nicht mal mit dem Brot klappte.
Hinzu kam ja bei den Nazis, dass sie ja tatsächlich auch was vorweisen konnten, auf wessen "Mist" auch immer es gewachsen war. Ausserdem nutzten sie die neuen Medien um sich und den Olympischen Geist landesweit und volksnah zu verkaufen.
Ausserdem ging es ja für die Menschen tatsächlich aufwärts und die Zukunft schien erstrebenswerter als in all den Jahren des Krieges und Nachkrieges vorher. Warum sollte man sich da nicht freuen und Sport begeistert(e) damals wie heute!

alarich


25.1.2010 21:47:48
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Du sagst es Waldi,aber die DDR hat wesentlich laenger als 3 Jahre gebraucht um international mithalten zu koennen.
Natuerlich gab es die vielen Jahre,wo Ost und West noch gemeinsam in einer Mannschaft antraten,doch meine ich das kann man nicht vergleichen.Fuer mich ist dieser olympische Sieg ein solches Phaenomen, das ich einfach nicht begreifen kann,
denn so totalitaer wie Nomen schreibt,ging es in diesen 3 Jahren ja noch gar nicht zu.Zumindest nicht nach aussen hin.
Zwar weiss ich das besonders oder ueberhaupt in Berlin,keine Zigeuner mehr auf den Strassen zu sehen waren,z.Z. der olympischen Spiele,denn die wurden eingefangen und kamen nach Marzahn in ein spezial Lager auf den sogenannten Rieselfeldern.Das hat mir der leider verstorbene Otto Rosenberg,Vater von Marianne R.,  erzaehlt,als die Fam.mal wieder zusammen war.Otto R. selbst ein Vollblut Zigeuner war damals Leiter der Sinte und Roma Union Berlin.
Gruss Alarich

Walter23


25.1.2010 22:08:08
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Moin

alarich schrieb:
[..]
es ging mir mit meiner Frage doch ueberhaupt nicht um das Jahr der Vergabe und ich habe auch nicht behauptet das A.H.
die olympischen Spiele fuer Deutschland an Land gezogen hat.
[..]

In meinen Augen liest sich das =>

alarich schrieb:
[..]
ein Beispiel: Hitler kam 1933 an die Macht,schon 1936
wurde Deutschland Veranstalter der Olympischen Spiele,die Deutschland vom olympischen Komitee zugesprochen worden waren.
[..]

irgendwie so -

Da wäre eine Betonung, dass hier "aus der Wirtschaftskrise heraus" (so wohl der Eindruck für die meisten Menschen)
eine solche Veranstaltung mit Weltgeltung 'blendend' über die Bühne zu bekommen, eindeutig unmissverständlicher.

Nichts für Ungut

Besten Gruß

Ostpreuße


25.1.2010 22:13:18
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alarich schrieb:
Du sagst es Waldi,aber die DDR hat wesentlich laenger als 3 Jahre gebraucht um international mithalten zu koennen.

Ich denke, das kann man nicht wirklich miteinander vergleichen. Das Dritte Reich war wesentlich größer als die DDR. Die DDR - wirtschaftlich gesehen - war wie ein von einem Organismus abgetrenntes Körperteil. 17 Millionen von 70 Millionen Einwohnern. Ein Bein allein ist auch nicht wirklich lebensfähig. Die ganze Schwerindustrie war im Ruhrgebiet konzentriert. In der SBZ gab es vor allem Feinmechanik, Optik usw., keine Schwerindustrie und keine Rohstoffe (Steinkohle usw.).

Hinzu kam die Deindustrialisierung. Die Russen haben im Rahmen der Reparationen (die übrigens nur von Ostdeutschland getragen wurden und kaum bekannt sind) 2000-3000 der besten Betriebe demontiert, dazu 10.000 km Eisenbahnnetz. Hinzu kamen Entnahmen aus laufender Produktion aus Betrieben, die zu sowjetischen Aktiengesellschaften umgewandelt wurden (bekannteste ist die Wismut). Man hat also ein verstümmeltes Land zusätzlich ausbluten lassen. (Gut - bei dem Flurschaden, den unsere Altvorderen in Rußland angerichtet hatten, ist das auch kein Wunder.) Die Reparationen waren letztendlich auch der Grund für den Aufstand vom 17. Juni.

Gruß Falk

waldi44


25.1.2010 22:41:35
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Die DDR steht stellvertretend für den gesamten Ostblock und der wiederum war deutlich grösser als das ehemalige 3. Reich ! Gemeinsam aber waren es alle totalitäre Staaten - Klatschen und Begeisterung waren Pflicht! Allerdings gebe ich zu, dass der Vergleich etwas hinkt, denn, so meine ich, die Begeisterrung für Olympia war damals echt und brauchte nicht (nicht nur) befohlen werden.
Aber irgendwie auch logisch und erklärbar. Wie schon gesagt, das Leben war wieder lebenswert geworden, man hatte eine Perpektive, ein Zukunft die Hoffen liess und man war damals doch patriotischer eingestellt als heute und freute sich eben auch, dass Deutschland in der Welt wieder anerkannt war als gleichberechtigter Staat auf den Weg zur Grossmacht. Krieg und Holocaust waren in weiter Ferne und kaum erahnbar, greifbar hingegen die Olympiade...

Nomen Nescio


26.1.2010 00:00:11
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Noch ein Punkt, Waldi.
Damals waren Sportler noch Amateur. Waren die Leistungen ja kaum zu vergleichen mit was denen von 1970 und danach.
Da war es also leichter um die Spitze zu erreichen. Obwohl... Jesse Owens Rekord blieb so'n 20 Jahre bestehen. 

Ein gutes Beispiel ist Fanny Blankers-Koen. Hausmutter von zwei jungen Kindern, die zufällig auch noch Athletik als Sport betrieb. Sie gewann mehrere Goldmedaillen in London 1948. Denkst Du, daß das heute noch möglich ist?
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