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Nazigold in Argentinien?

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waldi44


15.10.2009 14:34:47
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Im Jahre 1947 überwiesen argentinische Banken auf das Privatkonto des Staatschefs Juan Peron 320 Millionen Dollar in Gold. Im selben Jahr unternahm das Ehepaar Peron eine Europareise, die sogenannte "Regenbogentour". Dabei soll Frau Peron, auch als "Evita" bekannt, nach Gerüchten bis zu 800 Millionen Dollar auf ihr Konto in Bern eingezahlt haben. Nach Perons sturz im September 1955 soll Juan Peron angeblich bis zu 400 Tonnen Gold auf den Schwarzmarkt versilbert haben um sein Exil finanzieren.
Woher stammte das Geld und das Gold? Lediglich die Herkunft von 200 Kg konnte nachgewiesen werden. Das stammte aber aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ustaschagold.
Das Meiste um diese Geld und Gold beruht allerdings auf Gerüchte und Halbwahrheiten. Wahr ist zB, dass U-530 und U-977 noch nach Kriegsende Argentinen angelaufen haben.
Gerüchte wollen wissen, dass Gold und Geld an Bord waren. Wahr wird wohl eher sein, dass man sich einfach nur in einem freundlich gesinnten Land gefangen nehmen lassen wollte. Richtig ist auch, dass Argentinien während des Krieges der deutschen Botschaft rund 8.000 argentinische Pässe übergeben wurden. Sicher nicht umsonst.
Wahr ist auch, dass ettliche Nazigrössen in Argentinien Privatkonten besassen. Göring transferierte über die Schweiz nach Argentinien etwa 20 Millionen Dollar, Goebbels 1,8 Millionen und Ribbentrop immerhin noch 500.000 Dollar. Die NSDAP überwiess an innländische Helfer etwa 3 Millionen Dollar und an die Deutsche Botschaft gingen 4,2 Millionen Dollar für die unterschiedlichsten Zwecke.
Nach Schätzungen der Operation "Safehaven" wurde deutsches Vermögen in Argentinien im Jahre 1946 auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Goldtransfere konnten nicht nachgewiesen werden auch in den Untersuchungen von 1997 - 1999 nicht. Auch der massenhaften Aufnahme gesuchter Nazigrössen wurde widersprochen. Lediglich 180 gesuchte Nazis wollte man aufgenommen haben. 63 deutsche Spione wurden nach Kriegsende in Argentinien der Prozes gemacht, der 1947 mit Freisprüchen endete.
Währen des Krieges planten Nazigrössen, einen grosses Vermögen heimlich per U-Boot nach Argentinien zu schaffen. Gold, Edelsteine, Dollars- insgesamt 40 Kisten sollten es werden. Diese Behauptung stammt von dem aufgeflogenen deutschen Agenten Hoppe alias "Herold". Tja und zwei U-Boote, siehe oben, sind ja auch tatsächlich in Argentinien angekommen .
Alles nur Gerüchte, Vermutungen, Spekulationen?

Scherzkoks


15.10.2009 16:59:10
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Benutzt die Schweiz nicht auch heute noch "Nazi-Gold" um ihre Währung zu stützen?   

Rainer


31.1.2010 02:04:52
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waldi44 schrieb:
Alles nur Gerüchte, Vermutungen, Spekulationen?
Hallo,
so lange keine seriösen Quellen angegeben werden,
ja.
Gruss
Rainer

Nomen Nescio


31.1.2010 15:13:10
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Rainer schrieb:
waldi44 schrieb:
Alles nur Gerüchte, Vermutungen, Spekulationen?
so lange keine seriösen Quellen angegeben werden,
ja.
Aber auch als es Quellen gab, wurden sie fast immer abgewiesen.

Ein etwas anderes Beispiel betrifft zwar nicht das Nazigold, sondern die Weimaranleihe. Die BRD erkennte sie an, und bot dem Inhaber zwei Möglichkeiten. Abwerten lassen und fast sofortige Auszahlung oder warten bis Ende des 20. Jhdts. Als einer dann um die Jahrhundertwende Auszahlung verlangte und die Papieren einschickte, bekam er sie zurück. Ungültig gestempelt. Denn er konnte nicht beweisen, daß diese Schuldscheine bereits vor WK II Eigentum seiner Familie waren. Wie kann man das, wenn die Familie in KZs ermordet wurde und Papiere usw fast alle vernichtet sind.

Da gelassen, daß es schwer ist wirklich zu unterscheiden wer Erbe ist. Da sind Bankleute seehr formell. Keiner darf es haben, außer Erben. Oft kann man nicht beweisen, daß fast die ganze Familie starb oder ermordet wurde, und daß nur eine Kusin(e) im zigsten Grad erst Erbe ist.
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