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Kratt Melder

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AutorBeitrag

KrattMelder


16.4.03 01:22:11
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Hallo Leutz,
mein Opa war Kratt Melder und war bei der Operation Taifun dabei(Wer hat seine Hausaufgaben gemacht?)! Taifun war der Kodename für die letzte große Aktion gegen den Russen, die Zangenbewegung gegen Moskau, die aber nur halb fertig wurde, da der Russische Gegenangriff kam. Mein Opa war irgendwo im Norden stationiert und wurde Opfer eines Scharfschützen, der zugegeben nicht gut zielte, zwar traff er den Helm bzw Kopf meines Opa, doch die Kugel traff genau auf die Kante des Deutschen Stahlhelmes und meinem Großvater blieb der Tot erspart. Er sah einen Mündungsblitz und einen bruchtal einer Sekunde später spürte er einen Aufprall und auf einmal war ihm nicht mehr kalt(-42C°), er hatte auch keinen Hunger mehr, doch er packte noch einmal zu MP40 und schoss auf den Busch und sah es rappeln, er veruschte immer wieder aufzustehen, doch er viel jedes mal um, er konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten, jedes mal viel er um, Versuch für Versuch...
Irgendwann kamen dann Kollegen und wollten ihn weg bringen, es waren drei an der Zahl und ein Halbkettenfahrzeug. Mein Opa lag auf dem Boden, zwei Kameraden hinten und ein Fahrer vorne! Der Fahrer sagte plötzlich: "Passt auf Jungs, hier liegen Panzermienen", und auch wenige Sekunden später fuhr er genau auf eine drauf, der Fahrer wurde, laut meines Opas, sofort in der Luft auseinander gerissen und ein Kamerad bekam den brennenden Tank mit, zwar versuchte mein Großvater noch den brennenden Mann mit seiner Jacke zu löschen, doch es nützte nichts mehr, der dritte rannte und holte Hilfe, doch irgendwas fiel jedes mal auf die Lippe meines Großvaters! Als mein Opa dann auf einer Liege ins Lazerett gebracht wurde, sagte man ihm, dass seine Nase miiten im Gesicht hinge, überall lagen Offiziere, Soldaten, teilweise SS Männer und ein Arzt meinte: " Jüngsken, gleich tut es weh," und steckte meinem Opa ein Koppel in den Mund nähte ihm mit ein paar stichen die Nase wieder an, anschließend wurde er mit einem Stück Brot in einen Zug nach Hause verschifft wo er auch ankam!
Eine harte Geschichte, die sich einmal zugetragen hat!
Als "Belohnung" bekam mein Opa ein Verwundeten Abzeichen in Schwarz...
Wenn Ihr mehr Fragen habt, dann fragt! Ich habe noch viel viel mehr Storys auf Lage

Quintus


16.4.03 05:36:24
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Na, da ist ja Dein Opa gleich zwei mal hintereinander dem Tod von der Schippe gesprungen!
Und:
Ich habe noch viel viel mehr Storys auf Lage
Na dann schieß mal los! Interessant! Solche Tatsachenberichte findet man natürlich in keinem Geschichtsbuch. Habe selbst Unmengen von Tatsachenberichte ehemaliger Soldaten und Offiziere (explizit über WK I und den Kriegen davor - z.B. Boxeraufstand in China etc.) hier...
Aber sag mal, zitierst Du es jetzt aus Deiner Erinnerung über Erzälungen Deines Großvaters, oder hat er irgendwelche Aufzeichnungen (z.B. Tagebuch) hinterlassen?

KrattMelder


16.4.03 14:12:08
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Eigentlich zitiere ich alles aus meinem Gedächtnis, da mein Opa keinen Wert auf Tagebücher gelegt hat, zugegeben, er wollte auch nie Soldat werden, deshalb hat er sich nach der Kopfverletzung immer angestellt und hat gesagt, dass er Kopfschmerzen bekommt, wenn das Wetter sich ändert, denn er sollte wieder an die Front(erst nach Russland zurück, dann nach Afrika). Am Ende wurde er in Belgien stationoiert!
Dort verweilte er auch bis die Amerikaner 44 in Frankreich gelandet sind, dann war er auch bei Arnheim dabei!
Naja da hat er erzählt, dass er mit ein paar neuen Freunden spazieren war und auf einmal gab es Alarm, sofort musste er sich umziehen und den Karabiner98 schnappen und als er aus der Hütte heraus kam, war der Himmel schwarz vor Soldaten! Dann hat er ein MG42 irgendwo bekommen und in den Himmel reingeschossen, später, als die Versuchte Invasion Arnheims vorbei war, hing eine Amerikanischer Fallschirmspringer an einer Laterne, nur der Ami hatte irgendwas von der Laterne im Bauch stecken, irgendwann hat die Laterne dann dem Gewicht nachgegeben und irgendwie hat er sich gelöst und der Ami wurde in zwei gerissen, sodass alle Eingeweide aus diesem rausfielen und er aufs brutalste auf seine letzten Sekunden schrie! Hart, hart...
Zudem mal eine lustige Geschichte:
Nach dem Frankreichfeldzug (da fällt mir ein, mein Opa war auch bei Dünkirchen dabei), war mein Opa ein paar Tage in Paris und da die Franzosen ja mehr als genug Geld von unseren Reperationszahlungen hatten, hatten die franzosen auch Rasierseife in Tuben zu verkaufen, dass fand mein Opa so klasse, dass er meinem Uropa, also seinem Vater, eine Tube schicken wollte, da dieser im ersten Weltkrieg quasi "behindert" geschossen wurde (Mein Uropa war an der Ostfront im ersten Weltkrieg(Er war bei den Bückeburgerjägern, eine Eliteeinheit im 1. Weltkrieg) und versteckte sich gerade noch in einer Erdkuhle, wo leider seine Schulter rausguckte und der Russe hatte dan Spass dem Germanski in die Schulter zu schießen, am Ende hatte mein Opa 15 Kugel in seinem rechten Arm stecken). Als mein Opa dies dann an meinen Opa geschickt hatte(mein Opa war ja KrattMelder und konnte soviel wie er wollte nach Hause schicken) und dann Heimaturlaub hatte, hat sein VAter ihn erst mal zusammengemeckert, denn mein Uropa hat wohl die Rasierseife als Zahnpasta benutzt! "Jung, ich hab drei Tage ausm Mund geschäumt," sagte er und mein Opa antwortete, " Vater, ich habe gedacht du könntest Französisch, dass stand doch da drauf!"
Naja so kann man sich vertuen...
soll ich noch Dünkirchen?
Ok ich machs einfach mal
Als die Wehrmacht dann immer näher auf Dünkirchen kam, war mein Opa halt dabei. Als dann die Briten und die Franzosen irgendwann dann abhauten(man bedenken, wenn wir hier die 300.000 Soldaten gefangen genommen hätten, hätten wir die gesamte Britische Amee gehabt), war dort ein riesiger Dampfer oder sowas, überall waren auf dem Schiff Soldaten. Auf dem Deck, in den Kabinene, sogar die Rettungsboote waren voll bis obenhin mit Soldaten! Überall Menschen und aufgrund des Gewichtes des Bootes war das Schiff natürlich sehr sehr langsam und unsere Soldaten riefen hinter dem Schiff her, Kommt zurück, come back, our Stukas are coming!(Natürlich nur die Englisch konnten) und nach ein paar Minuten, kamen die Stukas und eine Bombe traff das Schiff genau in die Mitte und es sank! Drei Tage danach wurden noch immer Köpfe, Beine, Hände, Finger und sonstige Körperteile angeschwämmt!

Svenson


16.4.03 18:54:36
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Nicht schlecht was dein Opa da alles erlebt hat. So detailgetreu hats mein Opa nicht fertig gebracht.:Schulter:
Laß doch einfach mal dein Opa hier reinschreiben. Wär mal was ganz anderes,oder?

Micha77


16.4.03 21:40:41
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Wie kann man sich eigentlich so verarschen lassen...:tzzzz:

Leutnant


16.4.03 22:08:36
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Heisst es nicht eigentlich KradMelder??? (von Kraftrad?)

Micha77


16.4.03 22:11:22
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Genau,ausserdem heißt es Krad und nicht Kratt.:O
Ich glaube hier haut jemand ganz schön auf den Schlamm.Man kommt sich vor wie bei Jägern und Anglern.

KrattMelder


16.4.03 22:25:09
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Hi Leutz,
Micha, wenn du meinst ich würde euch verarschen, dann tust du mir Leid und alles daran aufzubauen, dass ich einen Fehler in meinem Namen habe, ist ein bischen verrückt! Mit diesem Statement sollte ich wohl bewiesen haben, dass es der pure Ernst bzw. Realität war! Du solltest dich nicht an den Geschichten(ich weiß es sit ein bischen zu verrückt was mein Opa erlebt hat, doch du kannst ja Leute fragen, die bei Dünkirchen oder in Arnheim dabei waren)!

Indy


17.4.03 00:10:43
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@Kradmelder
Bei welcher Div. war dein Opa?

KrattMelder


17.4.03 00:35:28
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Ach du Scheiße, da fragst du mich was, da müsste ich nochmal nachschauen, aber ich habe ein BilderBuch von ihm gefunden, wenn Ihr wollt, kann ich sie einscannen und dem Admin zuschicken, damit er sie hier online stellt, intresse?

KrattMelder


17.4.03 21:39:52
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Also gegen Ende des Krieges war mein Opa
St.gefr. Peter Dickenscheid 3. Komp. P.z.j. 111. 251 Feldpost: 31221
Das stand so in einem Liederbuch von ihm drin

waldi44


18.4.03 10:37:59
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Man sollte nich jeden als "Spinner" verdächtigen, nur weil er was zu erzählen hat!
Tatsächlich gab es solche Opas und solche! Einige erzählten mehr, andere wenige und wieder welche gar nichts und wie es so oft im Leben ist; Hinterher sieht alles ein kleinwenig anders aus ;)!
Übrigens: Meine Mutter hatte damals, als sie aus der DDR zum ersten Mal in den Westen kam, im Bad ihrer Gastgeben eine Spraydose entdeckt, von der sie annahm, sie enthalte Haarspray. Tatsächlich war Schuhcreme drin....Smiley mit verdrehten Augen
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