Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Kampf ums Siegerland

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

indy


19.1.02 04:21:37
Direktverweis
Gun'Moie!Wer kann mir sagen welche Einheiten 45' im Raum Siegerland kämpften? Ich weiss nur das bei Betzdorf/Sieg die 62.VGD die Südflanke des Ruhrgebietes deckte.In Siegen selbst war die Kaserne eines Volksartillerieregiments und eine radargeführte Flakeinheit. Außerdem sagte mir meine Oma,das im Raum Siegen eine bayrische FJ-Einheit lag. Welche war es?Teile der 3.FJD?...Ähm nochwas, ob der Siegerlandflugplatz bei Burbach damals militärisch genutzt wurde?

Panzermayer


19.1.02 10:25:50
Direktverweis
Moin moin,
die Kämpfe im Siegerland (und am Flüßchen Sieg) fanden im Rahmen der all. "Ruhroffensive" statt, die ab 25.März gestartet wurde! Die Offensive war als klassische Umfassungsoperation geplant, wobei die 9.US-Armee die Nord- und die 1.US-Armee die Südzange bildeten!
Von der 1.US-Armee setzte General Hodges 7 schnelle Divisionen aus dem Remagener Brückenkopf aus in Richtung Sieg-Quelle, Marburg und dann "eindrehenderweise" auf Lippstadt/Paderborn an! Die Spitze bildete hierbei die 3.US-Pz.Division! Erstes Angriffsziel sollte die Dill sein!
Auf deutscher Seite verteidigte die 15.Armee diesen Abschnitt, welche der Heeresgruppe B ( zu der auch noch, nach dem Abzug der 6.SS-Pz.Armee, die 5.Panzerarmee und 2 Korps der 1.Fallschirmjägerarmee gehörten) unterstand. Auf Befehl Kesselrings hatte Model (der die Heeresgr.B übernommen hatte) zwei der kampfstärksten Verbände, die 6.SS-Gebirgsdivision und die 11.Panzerdiv., nach Süden abziehen müssen!
Zunächst hielt aber der deutsche Widerstand: nördlich von Remagen konnten den Amerikanern (der 1.US-Inf.Div. und zwei Panzerkollonnen) starke Verluste zugefügt werden! Doch schließlich erwiesen sich die von starken JaBo-Verbänden unterstützten amerik. Verbände als zu übermächtig, und so brach die dt. Front am Abend des ersten Tages! Jetzt begannen sich einige deutsche Verbände hinter die Sieg abzusetzen! Die nach Süden beorderte 6.SS-Geb.Div. befahl Model nach Limburg, um dieses zu verteidigen. Doch als die ersten Einheiten (welche ohne Treibstoff die letzten 50km zu Fuß gehen mußten) dort eintrafen, waren bereits amerik. Panzer in der Stadt.
Nach der eINNAHME von Marburg am 28.März und Lippstadt am 1.April war der Ruhrkessel gebildet.
Der Angriff über die Sieg wurde auf amerik. Seite von der 13.amerik.Panzerdivision und der 78.Inf.Div geführt, v.a. in Richtun Köln! Hier verteidigte die dt. 3.Fallschirmjägerdiv., die LW-Flak (8,8) zum Erdeinsatz brachte! Doch die Übermacht der amerik. Kräfte war überall zu groß...!
Die Amerikaner gingen jetzt sogar dazu über, die einzelnen Städte per Telefon zur Übergabe aufzufordern!
Hmmm...das war's mal, was ich bis jetzt habe, aber vielleich find ich noch was!
Gruß Panzer

Waldschrat


19.1.02 10:43:04
Direktverweis
oh es geht um mein heimatland
na gut also ich habe gehört das in Siegen direkt Eine WSS kaserne war

indy


20.1.02 00:12:08
Direktverweis
Jupp danke erstmal.@Waldschrat:Also von einer Waffen SS Kaserne in Siegen weiß ich nix.Auf'em Fischbacherberg war bis mindestens 1939 das Art.Rgt.9 stationiert.Später zog dann wohl ein VolksArt.Rgt. in die Kaserne ein.In der Wellersberg Kaserne war bis mind.39' ein Btl. des 53.Inf.Rgt..Ich hab mal gehört fas in Siegen die Führung der V-Waffen war.Damit wären ja dann (W) SS Einheiten da gewesen sein.Und der Bevollmächtigte für V-Waffen war ab 3.45 ein Obergruppenführer der SS.H.Kammler in Siegen?:eek:

Balsi


20.1.02 08:58:11
Direktverweis
hab mir grad ein Buch über Kammler gekauft.. werde mal reinschauen ob was über Siegen drinsteht... vom Gefühl her würde ich aber nciht bestätigen das Siegen etwas mit der V-Waffe zutun hatte...

indy


26.1.02 03:17:09
Direktverweis
N'Abend Leute ! Was V-Waffen im Siegerland betrifft, das stimmt schon teilweise.Hier ein paar Auszüge. Am 22.10.1944 wurde der Regimentsstab und andere Teile des Flak Rgt.155 (mot.)(W) von Oldenburg nach Siegen verlegt(genau gesagt nach Seelbach). Dieses Flak Rgt.war die tarnbezeichnung für die Luftwaffeneinheit , die von Juni 44' bis März 45' über 15000! V-1 gegen Alliierte Ziele starteten. Das Kommando hatte Max Wachtel. Die I. und III.Abteilung lagen ab Herbst 1944 in der Eifel und starteten Fi-103B-1 gegen alliierte Nachschubbasen (Antwerpen,Lüttich,usw.).Die II.Abt. war in den Niederlanden stationiert und beschoss u.a. London. Nach der Ardennen-Offensive wurden die Einsatzräume weiter nach Osten verlegt. Das neue einsatzgebiet wurde der nördliche westerwald und das Sauerland. Im Januar richteten sich die Mannschaften mit den Abschussrampen u.a. im Neunkhäusener wald , Lautzenbrücken ,Kirburg ,Langenbach, Hachenburg ein. Ein größes V-Waffen Depot wurde im Wald zwischen Bad Marienberg und Kirburg aufgebaut. Die Tarnnamen des FlakRgt. 155 lauteten: Stab=WolfgangI, I.Abt.=Tigerfell, III.Abt.=Zauberflöte . Die Abteilungen starteten noch bis zum 27. März ihre "Krähen". Im Leimstruht (Erndtebrück,Siegerland) wurden auch noch Katapulte für V-1 aufgestellt. Abgestellt wurden die mit V-Waffen beladenen Güterzüge im Heinzdorfer Eisenbahntunnel(nördlich Erdtebrück). Bei der V-2 waren 2 Artillerie Abteilungen im Bereich Westerwald-Siegerland-Sauerland stationiert. Es waren die 444. Art.Abt.(mot.) und die 836.Art.Abt.(mot.). Der Vorteil der A-4 gegenüber der Fi-103 war , das man an keine festen Startanlagen gebunden war und so mobiler agieren konnte. Gestartet wurde dann meist aus Waldgebieten. So auch bei Freudenberg (Siegerland). Augenzeugen berichteten , westlich von Freudenberg seien V-waffen senkrecht in den Himmel gestiegen(V-2). In Siegen selber befand sich gegen Kriegsende im Kulturgebäude(heute Agraramt) die "Firma Westerwald AG". Eine angebliche Holzverarbeitung. In den 50er Jahren entdeckte ein Siegener , das ess ich bei der "Westerwald AG" um einen Tarnnamen handelte- im Amt war der Leitstand für V-Waffen , ein streng gehütetes Geheimniss im Krieg. Weiß jemand was das für Leitstände waren (tippe mal auf Gefechtsstände der AA 444 o. AA 836)? Achso zu Kammler: Gegen Jahreswechsel hat er das FlakRgt. 155(mot.)(W) besucht. War also möglicherweise in Siegen.

Rainer


1.2.02 17:54:29
Direktverweis
Hallo,
die Geschichte einer Waffen=SS Kaserne in Siegen ist ein Märchen. Ich empfehle zwei Bücher zur Militärgeschichte von Siegen, eins ist letztes Jahr herausgekommen, Autor Herbert Bäumer im Vorländerverlag, Siegen, Titel ist glaube ich Garnisonsstadt Siegen oder so. Das andere ist ein Buch aus den 70er Jahren, Autor unbekannt, Titel Krieg und Elend im Siegerland oder so.
Gruss
Rainer

waldi44


1.2.02 19:52:54
Direktverweis
Eijeijei:D! Noch nicht mal im "Siegerland" konnten wir Siegen ;):D!

OGLongbeach


14.4.02 00:34:19
Direktverweis
Die schwersten Kämpfe im Raum Siegen fanden um die Ortschaften Gosenbach und Oberschelden, beide an den Ausläufern des Giebelwaldes gelegen, statt. Ich würde hier gerne mehr Infos reinstellen, leider komme ich aber z. Zt. nicht an meine gesammelte Literatur dran.
Dieses Buch, Krieg und Elend im Siegerland, besitzt die Mutter meiner Freundin. Wenn ich das nächste mal in der verregneten Heimat sein sollte, les ich mal nach !!!
MfG OG Longbeach

Waldschrat


14.4.02 14:26:33
Direktverweis
@og longbeach junge das wäre klasse wenn du dazu noch mehr reinschreiben könntest wenn du hast dann bring auch Fotos und karten

OGLongbeach


23.4.02 13:00:12
Direktverweis
Fahre vom 01.05.-05.05. Heim, dann guck ich mal nach, Waldschrat. Mit Bildern und Karten das wird schlecht, da ich keinen Scanner mein eigen nennen kann !!!

MfG OG Longbeach

Waldschrat


23.4.02 19:37:23
Direktverweis
hmm vielleicht kannste ja die ISBN nummern mal posten

panzerjaeger


25.4.02 19:59:09
Direktverweis
Die 3. Fallschirmjäger Division...
Am Rhein sammelten sich die zersplitterten FJ Einheiten...Und so gelang es Obesrt Becker und Oberst I.G. von hofmann aus denn Restteilen der Regimenter 5,8,und 9 eine Kampfgruppe zu bilden...Durch verzögernde verteidigung im Siebengebirge bis Anfang april,setzten sie sich über Siegburg Troisdorf richtung Osten ab.

panzerjaeger


25.4.02 21:40:45
Direktverweis
Am 26 März 1945 war in Striefen,
am 27.März in Adscheid - Katzwinkel nach Niedersorge....das I./901.
Der PANZER LEHR Division..

panzerjaeger


26.4.02 19:48:43
Direktverweis
Auch die 3.Pzgrenadier Division war um Siegen eingesetzt...
Da war ja richtig was Los...:D :D

Waldschrat


26.4.02 23:10:51
Direktverweis
Und wo bleiben die genauen Ortsangaben und Karten ???

OGLongbeach


5.5.02 21:22:58
Direktverweis
So Waldschrat,
Halte das Buch in meinen Händen. Steht aber leider nirgends eone ISBN drin.:(
Schreibs dir trotzdem mal auf:
Krieg und Elend im Siegerland
Das Inferno an der Heimatfront in den 40er Jahren
Verlag Vorländer Siegen 1981
Ich hoffe das hilft dir ein bißchen weiter !!
Und wer wqs über einzelne Ortschaften wissen will, dem schreib ich einfach was raus !
MfG OG Longbeach

Waldschrat


5.5.02 21:59:16
Direktverweis
ok danke dir werde mal schauen was sich drauis amchen lässt

panzerjaeger


24.5.02 18:47:14
Direktverweis
Noch was intersantes ....In Siegen waren jagdtiger dder Pz JG.Abt. 512
versuch mal was von denen hie einzutippen....

panzerjaeger


24.5.02 19:30:30
Direktverweis
Die 1./512 kam in der Nacht des 26.3. in Olpe an und wurde rasch entladen.
Am 26.3. erstattete oblt. Ernst vor dem Entladen des zuges dem Stab in Siegen berichrt.In Siegen erhielt die 1./512 die Aufgabe der zurückweichenden Armee harpe aus Ihren Stellungen nördlich des Westerwaldes Deckung zu geben.Die zugewiesene Infanterie gehörte dem Freikorps Sauerland an .
Am 27./28. Fuhren die Jagdtiger von Olpe nach Süden durch Siegen in Richtung Dillenburg.Als sich die Jagdtiger zu ihrem Ersten taktischen Einsatz gegen die herannahenden US Panzer bewegten,verkroch sich die Infanterie hinterm Heck der Fahrzeuge und ignorierten die wiederholten Warnungen der Panzerkomandanten..Am nachmitag des 28.3.erhielt Albert Ernst die Meldung,sherman in sicht.Ernst gb sofort den Befehl Gefechtsbereitschaft.Die Jagdtiger hielten rasch an und nahmen Schussposition ein.
Da die Munition des 12,8 geschützes beim Abfeuern gewaltige rauchwolken hinterliessen wurden die Jagdtiger teilweise verdeckt.Die infanteristen glaubten die Jagdtiger seien vernichtet und liefen davon.
Drei Tage lang deckte die 1./512 den Rückzug der Armee harpe.Sie zogen sich über Niedernetphen und obernethpen nach Siegen zurück.
Bis 31.3. war die 1./512 in Siegen.Am folgenden Tag waren sie in Kampfhandlungen in Obernethpen verwickelt.
Von Siegen aus sollte ein Ausbruchsversuch durchgeführt werden.Dieser würde weiter nördlich statfinden.
Wegen seiner Erfolge wurde Ernst zum abteilungsstab in Siegen bestellt.Er wurde zum Hauptmann befördertund die 1./512 wurde zu einer Kampfgruppe ausgeweitet.
Es war geplant das die Kampfgruppe am Ausbruchversuch der heeresgruppe teilnehmen sollte.Aber die Kampfgruppe war bei Netphen/Sieg in schwere Kämpfe verwickelt.
Der Angriff der heeresgruppe war so überwältigend das die Amerikaner sich in der gegend von Mollseifen verschanzten...Ein überrachender schneesturm ging über die region nieder was der bewegung sehr schadete.
Nach 12 Km war dann ende und general bayerlein war der meinung das der Angriff fehlschlug.
Aus Jagdtiger der stärkste König- podzun Pallas verlag.

OGLongbeach


6.6.02 11:05:49
Direktverweis
So, ich fange mal mit dem Städtchen Freudenberg an.
Fünf Tage Artillerieduell um Freudenberg.
Der Flecken war glücklicherweise von Bombenangriffen verschont geblieben. Es vielen am 20. und 21. März 1945 einige leichte Bomben. Sie gingen am Kuhlenberg und am Bahnhof nieder und zerstörten nur einige Fensterscheiben. Am 23. März allerdings fielen einige Bomben in die Fabrik Landruf....Aber eine andere große Sorge lastete auf dem Ort. Nachdem die Amerikaner bei Remagen den Rhein überschritten hatten und es der deutschen Abwehr nicht gelungen war, den Feind auf den Westerwaldhöhen aufzuhalten mußte damit gerechnet werden, das auch die "Volkssturmkompanie Freudenberg" noch zum Einsatz kommen würde. Schwere Kämpfe fanden im Raum von Kirchen, Wehbach, Niederschelden und Gosenbach statt. Das deutsche Geschützfeuer aus der Dirlenbacher Gegend und von den Höhen zwischen Stöcken und Friesenhagen wurde heftiger. Am 28.März erging der Befehl an die Bewohner, die Stadt noch am selben Tag zu räumen. Die Wasserleitung sollte gesprengt und alle Lebensmittel vernichtet werden....Die Sprengung der Straßenbrücke beim Bahnhof und der Brücken hinter der Burg und unterhalb des Güterbahnhofs konnte aber nicht verhindert werden. Auch wurden Panzersperren am Asdorfer Weiher und beim Wohnhaus Wilhelm Siebel an der Asdorfer Straße vorbereitet. In der Nacht zum 3. April setzte der feindliche Artillleriebeschuß ein, der bis zum 8. April andauerte. Dann rückten die Amerikaner vom Kuhlenberg und Trulich her in Freudenberg ein. In der oberen Bahnhofstraße fanden noch kurze Infanteriegefechte statt. Dann waren die Kampfhandlungen in Freudenberg zu Ende....
MfG OG Longbeach

OGLongbeach


8.6.02 13:14:46
Direktverweis
Über den letzten Kampfkommandanten der Stadt Siegen
.... Um jene Zeit war es dem damaligen Oberleutnant Willi Gerhards gelungen, sich nach Siegen durchzuschlagen. Mit einer schweren Armverwundung - seiner fünften Kriegsverwundung - war er beim Herannahen des Feindes aus dem Lazarett Herborn entlassen, und es gelang ihm, Siegen zu erreichen. Schon kurz darauf fiel ihm im Wirbel der Ereignisse von damals die schwere Aufgabe zu, die Rolle des letzten Kampfkommandanten der Stadt Siegen zu übernehmen.
Während Hauptmann Klaudi mit den Resten des Inf-Reg. 57 nach Rödgen-Obersdorf abzog, um von dort aus Siegen zu verteidigen, übernahm Oberleutnant Gerhards zur Verteidigung der Stadt eine zusammengewürfelte Einheit von 480 Mann - versprengte Soldaten verschiedener Truppenteile die in Siegen aufgeabelt worden waren. Zu diesem letzten Aufgebot gehörten auch Reste des "Freikorps Sauerland", das aus jungen und alten Männern des Volkssturm bestand.
Das war die Situation, als die Amerikaner am 1.April, dem Ostersonntag, nach heftigem Artilleriebeschuß ihren ersten Angriff auf Siegen von Gosenbach und Oberschelden aus unternahmen. Dieser Vorstoß konnte zwar abgeschlagen werden, doch am nächsten Tag gelang es den Amerikanern, Teile der Stadt einzunehmen und auf Höhe der Winchenbach schwere Batterien aufzustellen. Auch die Einheit die im Raum Rödgen-Obersdorf zur Verteidigung der Stadt eingesetzt war, mußte dem Druck des Gegners weichen; sie ergab sich. So kam es, daß Oberleutnant Gerhards mit seiner Einheit dem vorwärtsstürmenden Feind im Siegener Raum allein gegenüberstand. Um unnötoge Verluste zu vermeiden, schickte er alle unausgebildeten Jugendlichen und ältere Männer des "Freikorps Sauerland" nach Hause. Der kampffähige Rest seiner Einheit erlitt noch große Verluste.
Die Lage wurde immer kritischer. Als die Amerikaner drohten, die Stadt erneut zu bombadieren, wenn sie nicht kampflos aufgegeben werde, räumte Oberleutnant Gerhards den Fischbacherberg und teilte seine Einheit in kleine Kampfgruppen auf. Da er ddie Aussichtslosigkeit des Kampfes einsah, stellte er seinen Leuten frei, sich zu ergeben. Etwa 200 Mann entschlossen sich dazu. Doch die anderen blieben bis zum bitteren Ende der Kämpfe im Einsatz. Auf dem Fischbacherberg konnten diese den Feind noch einmal zurückschlagen, und auch vom Wellersberg aus lieferten sie den Amerikanern erbitterte Gefechte. Dabei lagen sie unter starkem Beschuß der feindlichen Batterien in der Winchenbach."Am 7. April habe ich mich dann" - so stellte Willi Gerhards 25 Jahre nach Kriegsende fest -"mit meinen restlichen Leuten über den Truppenübungsplatz Trupbach-Löffelberg nach Rothemühle- Olpe abgesetzt. Dort kamen wir in die Gefangenschaft. Ich hatte zwar einen Funkspruch aus dem Führerhauptquatier, das Siegen bis zum letzten Mann zu halten, doch wir sahen ein , daß das sinnlos war, denn wir hatten keine Verbindung zu irgendeiner anderen Einheit, keinen Nachschub, keine schweren Geschütze, nichts mehr..."

MfG OG Longbeach

OGLongbeach


30.7.02 15:05:37
Direktverweis
So, hier der nächste Ort:
Krombach unter Artilleriefeuer
"Ende März häuften sich auch in Krombach die Tieffliegerangriffe, besonders auf das Bahnhofsgelände", berichtete Altbürgermeister Fritz Katz. " Acht Tage lang, vom 1. bis 8. April 1945, lag unser Ort unter dem Feuer der amerikanischen Artillerie bei Netphen. Der Beschuß richtete sich hauptsächlich gegen eine deutsche Flakbatterie in der Nähe der Brauerei, auf die Straßenkreuzung im Ort und gegen eine Truppenkonzentration auf der Krombacher Höhe. Da das Feuer indirekt erfolgte, lagen die Einschläge meist zu kurz und richteten in unserem Ort viel Schaden an. So konnte ich rings um mein Haus 31 Einschläge zählen. Jedoch wurden sechs Häuser total zerstört, 13 stark und 37 leicht beschädigt. Fünf Einheimische mußten ihr Leben lassen. Nach Beendigung des Krieges mußten über 150 Granattrichter zugeschüttet werden."
Quelle: "Krieg und Elend im Siegerland", Vorländer Verlag, Siegen.
MfG OG Longbeach
P.S.: Für die die es nicht wissen sollten, dies ist der Ort wo heute eines der besten Biere Pilsener Brauart gebraut wird !;) :P

OGLongbeach


31.7.02 21:55:31
Direktverweis
Hier noch zwei weitere Orte, diesmal aus dem Freudenberger Stadtgebiet:
Schwere Schäden in Niederndorf
Für die Gemeinde Niederndorf war der 6. April 1945 der Tag, an dem sie von der Kriegsmaschinerie überrollt wurde und schwere Schäden erlitt. Die amerikanischen Truppen drängten von Giebelwald und Niederfischbach her unentweg vor. Diesem starken Druck konnten kleinere deutsche Einheiten, die sich auf dem "Süsselberg" und "Vollmersbach" verschanzt hatten, auf die Dauer nicht wiederstehen, sie zogen in Richtung Oberfischbach ab. Bei den Kampfhandlungen, in die feindliche Artillerie stark eingriff, wurde das Dorfzentrum erheblich betroffen. Ein Haus wurde total zerstört, 24 - darunter die alte Schule - wiesen starke Beschädigungen auf. Ein Volkssturmmann aus Eisern, der mit dem Fahrrad unterwegs nach Hause war, wurde von amerikanischen Soldaten auf Grund einer mißverstandenen Bewegung erschossen. - Beim Beschuß sind fünf Polen, die an der Ruhrgasleitung beschäftigt waren, getötet worden.
ANMERKUNG: Mein Urgroßvater ist hinter unserem Wohnhaus durch einen Granattreffer ums Leben gekommen.
Inmitten der Feuerwalze
An einem der letzten Märztage rasselte eine deutsche Batterie durch Oberfischbach und ging im "Pfarrwald" in Stellung. Von hier aus wurde der Vormarsch der Amerikaner unter schweres Feuer genommen. Die Gegenseite blieb jedoch nicht müßig und erwiderte binnen kurzer Zeit das Feuer. Bei diesem Artillerieduell wurden in Oberfischbach drei Häuser getroffen und total zerstört.
In den folgenden Tagen blieb die Gemeinde von dem Kampfgeschehen noch verschont, aber am 8 April 1945 lag sie mittten im Frontgebiet, und beide Seiten lieferten sich hier ein erbittertes Duell. Über den Ablauf der Kampftätigkeit erzählt Bürgermeister Wüst, so, wie er es erlebte:
"Morgens um 4 Uhr kamen die Amerikaner von Niederndorf herauf. Ein deutscher Feldwebel war mit ein paar Mann im "Pfarrwald" in Stellung gegangen und bestrich mit einem MG die Gegend. erst als die Amerikaner Panzer zur Unterstützung vorzogen, setzte sich die kleine deutsche Gruppe nach Heisberg ab. Die Amerikaner waren bis zur Ortsmitte vorgestoßen und glaubten, der Beschuß käme aus den Häusern. Daraufhi fuhr ein Panzer langsam die Siegener Straße hinauf und nahm acht Häuser der Schelder Straße (Siedlung) unter Feuer. Dort vermuteten die amerikaner nämlich das deutsche MG-Nest. Dieser verhängnissvole Irrtum brachte uns schwere Beschädigungen an diesen Häusern ein."
Sieben Häuser brannten in Oberfischbach durch kriegseinwirkung bis auf die Grundmauern ab, sieben weitere wurden stark beschädigt. Rund 40 Prozent der Gemeinde wurden in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem waren es Häuser in der Schelder, Wiesen- und fischbachstraße. vier Toe waren zu beklagen.
Quelle: Krieg und Elend im Siegerland, Vorländer Verlag, Siegen
MfG OG Longbeach
zurück zur Themenübersicht