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Die Moral der Soldaten

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AutorBeitrag

Gast


4.1.04 19:02:08
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[möchte mich gleich zu Beginn entschuldigen, falls dies das falsche Board ist, geht aber für mich am meisten in diese Richtung]
Hallo,
Ich schreibe in Geschichte eine Arbeit und mein Lehrer hat mir geraten alle Quellen zu nutzen die ich finden kann, somit auch das Internet und speziell Foren.
Das Thema meiner Arbeit lautet: „Möglichkeiten und Mittel zur Steigerung der Moral der Soldaten im Krieg, zwischen Napoleon und dem 2. Weltkrieg.“
Nun mein Bitte an euch mir euer Wissen in dieser Sache darzulegen. Es würde mir sehr helfen wenn ihr einfach ein bisschen aus eurem geschichtlichem Wissen erzählt. Am besten natürlich mit Angabe der Quellen.
Ich habe mir überlegt die Arbeit in 3 Punkte einzuteilen. Die wären Propaganda, der Glaube der Soldaten und Drogen. Was haltet ihr von der Aufteilung? Zu ungenau? Gibt es Punkte zu denen weit mehr geschrieben kann?
Danke schon mal im voraus für eure Bemühungen,
Webber777 Smiley mit Danke-Schild
[p.s.: wundert euch nicht wenn ihr den selben Text in mehreren Foren findet, ich möchte soviel Informationen wie möglich sammeln]

Germania


4.1.04 19:04:46
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Das Gebiete Drogen ist sehr interessant aber wenig bekannt und fachlich mit Vorsicht zu geniessen.

Germania


4.1.04 19:07:37
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Gepostet von Gast
[möchte mich gleich zu Beginn entschuldigen, falls dies das falsche Board ist, geht aber für mich am meisten in diese Richtung]
Hallo,
Ich schreibe in Geschichte eine Arbeit und mein Lehrer hat mir geraten alle Quellen zu nutzen die ich finden kann, somit auch das Internet und speziell Foren.
Das Thema meiner Arbeit lautet: „Möglichkeiten und Mittel zur Steigerung der Moral der Soldaten im Krieg, zwischen Napoleon und dem 2. Weltkrieg.“
Nun mein Bitte an euch mir euer Wissen in dieser Sache darzulegen. Es würde mir sehr helfen wenn ihr einfach ein bisschen aus eurem geschichtlichem Wissen erzählt. Am besten natürlich mit Angabe der Quellen.
Ich habe mir überlegt die Arbeit in 3 Punkte einzuteilen. Die wären Propaganda, der Glaube der Soldaten und Drogen. Was haltet ihr von der Aufteilung? Zu ungenau? Gibt es Punkte zu denen weit mehr geschrieben kann?
Danke schon mal im voraus für eure Bemühungen,
Webber777 Smiley mit Danke-Schild
[p.s.: wundert euch nicht wenn ihr den selben Text in mehreren Foren findet, ich möchte soviel Informationen wie möglich sammeln]

Teiel sie doch ein in äussere Einflüsse wie Drogen,Propaganda,etc. und innere Einflüsse Glauben, Gewissen,Familie,Eid, menschliche Charaktere!
Quellen solltest du dir aber schon selbst erarbeiten, das sind ja immerhin deine Hausaufgaben oder? Ich kann dir gern Recherche Felder geben!

Axel43


4.1.04 22:49:01
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Drogen ist ein kompliziertes Kapitel. Es gab natürlich Alkohol, wenn auch wenigstens offiziell begrenzt, und diverse aufputschende Mittel, um Übermüdung in Schach zu halten, aber sonst wüßte ich eigentlich von nichts.
Zur Moral gehören solche Sachen wie Versorgung der Verwundeten, Heimaturlaub, Rausholen der Gefallenen, Post,
Bordelle, Besuch von Musikern, Theater etc, Verpflegung, Gewißheit daß die eigene Ausrüstung überlegen ist, Hoffnung auf Sieg, Aussicht auf Beute u Plünderung, und politisch gesehen der Standpunkt, daß man moralisch überlegen ist und einen gerechten oder notwendigen Krieg führt.

Quintus


5.1.04 05:55:58
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Im Algerienkrieg (1864 - 1871) bekamen die französischen Soldaten Absinth (einen aus Branntwein plus Wermutkraut, Anis, Zitronenmelisse und Fenchel destillierten Kräuterschnaps) pflichtgemäß in täglicher Ration. Man erhoffte sich durch die "bekiffende" Wirkung (ähnlich der von Cannabis) mehr Mut und Kampfesgeist.
Siehe auch Quintus-Posting in folgenden Thread: Oberstabsintendant = ...absinth...

Blanker Hans


5.1.04 10:57:25
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Moin,
a propos aufputschende Mittel - was hat es eigentlich mit "Schokakola" (oder wie auch immer sich das schreibt) auf sich? Das wurde meines Wissens in der Wehrmacht gegen die Müdigkeit eingesetzt. Ist eigentlich eine bekannte Sache, kommt auch im Spiel "Call of Duty" reichlich vor... Ich wüßte aber gern Details dazu - in welchen Mengen wurde das ausgegeben, wie wirkte es, schließlich: wie schmeckte das Zeug???
Zum Thema Alkohol: Mein Großvater hat von regelmäßigen Rationen Cointreau (Orangenlikör 40 %)im Winter berichtet, und zwar im Wolchowgebiet (21. LW-Felddivision). Da die Zuteilung in den vorgesehenen kleinen Mengen nicht recht klappte, wurde in größeren Abständen jeweils eine halbe Flasche o.ä. pro Mann verteilt - das half dann wohl ganz gut gegen die Kälte - und damit half es sicher auch der Moral;)

Leutnant


5.1.04 12:48:53
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Die Schokolade (wie auch immer sie sich schreibt) war Bestandteil der Eisernen Ration, welche jeder Soldat bekam. Anscheinend wirkte das enthaltene Koffeien aufputschend...halt ähnlich wie Cola.

Germania


5.1.04 14:13:51
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Gepostet von Axel43
Drogen ist ein kompliziertes Kapitel. Es gab natürlich Alkohol, wenn auch wenigstens offiziell begrenzt, und diverse aufputschende Mittel, um Übermüdung in Schach zu halten, aber sonst wüßte ich eigentlich von nichts.
Zur Moral gehören solche Sachen wie Versorgung der Verwundeten, Heimaturlaub, Rausholen der Gefallenen, Post,
Bordelle, Besuch von Musikern, Theater etc, Verpflegung, Gewißheit daß die eigene Ausrüstung überlegen ist, Hoffnung auf Sieg, Aussicht auf Beute u Plünderung, und politisch gesehen der Standpunkt, daß man moralisch überlegen ist und einen gerechten oder notwendigen Krieg führt.

Aussicht auf Beute und Plünderung? eher nicht das kann man für Landsknechtkriege im 15 Jahrhundert sagen aber nicht für diese Kriege. das waren Kriege zweier Weltanschauungen keine Beutezüge, wenn Beute dann Bodenschätze aber ich denke die interessieren die Soldaten wenig!:Schulter:

Hoover


5.1.04 14:46:49
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ZUm Thema Scho-Ka-Kola:
Das Zeug gibt es heute noch (nur mit weiniger Koffeein).
Schmeckt wie Bitterschokolode und macht satt. Ich nehme es immer mir auf Tekking-Touren und wenn wir "unsere" Schlachtfelder abwandern.
Dose kostet etwa 1,90 €.

waldi44


5.1.04 14:58:33
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OssiproduktSmiley mit verdrehten Augen? Noch nienich gesehen:Schulter:!

OGLongbeach


5.1.04 15:29:58
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Gibt es an so zeihmlich jeder Tankstelle, mußt dich mal umgucken, Waldi !!
MfG OG Langbeach
P.S.: Sehr empfehlenswert bei LAN-Party´s !

Axel43


5.1.04 16:42:14
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Germania hat, scheint's, noch nie etwas von russischen Soldaten gehört...
Ephedrin war ein oft benütztes aufputschendes Mittel gegen Müdigkeit, vor allem von Kampffliegern verwendet.
In WH und RM (nicht aber in WL und SS, mit Ausnahme der finnischen SS) gab es ja auch Militärgeistliche, die wohl auch zu diesem Kapitel gehören.

Germania


5.1.04 17:08:41
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Sicher mag Beute für Russen, die nichts hatten eine Rolle gespielt haben nur denke ich das dieser Aspekt nicht so wichtig war wenn man deutsche Soldaten beurteilt, bzw. habe ich die Frage darauf reduziert.

Gina2


5.1.04 18:50:07
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Hallo,
im Zusammenhang mit dem 2. Irak Krieg habe ich eine Fernsehsendung gesehen in der berichtet wurde, daß
den US Piloten (vorsichtig ausgedrückt) sehr nahe gelegt wurde auputschende Pillen zu nehmen.
Zu dem Thema wurde auch ein Zusammenhang hergestellt zu den vielen Verlusten durch "friendly fire" bzw in Afgahnistan zu dem Beschuß dieser Hochzeitsgesellschaft.
Im Viet Nam Krieg gab es extreme Probleme mit Rauschgift, wohl auch weil die Moral ziemlich weit unten war.
In WW2, Ostfront, haben die russischen Soldaten wohl jeden Tag ihre 100 gr. Wodka gekriegt
aber das reicht noch viel weiter zurück:
Als im Jahre 1066 Wilhelm der Eroberer England angegriffen hat, mußte er u.a. auch die Versorgung seiner normannischen Truppen mit Wein sicherstellen. Schiffskapazität war aber ziemlich knapp.
Er hat sich dann was einfallen lassen: er hat den Wein destilliert und so den Weinbrand erfunden. klatschender Smiley
Der Transport in konzentrierter Form war effektiver.
In England sollten seine Krieger dann den Weinbrand mit Wasser wieder auffüllen, haben sie dann wohl aber nicht mehr alle gemacht.
so war das damals
Gina (2)

waldi44


5.1.04 19:18:47
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Ja, den Bericht habe ich auch gesehen und war ehrlich gesagt schockiert! Die hatten richtig Halozinationen und ballerten auf die eigenen Leute (Briten), obwohl selbst ein Blinder mit Hund sie als Freunde identifiziert hatte- oder heisst das deswegen "Friendlyfire" ;)?
Sagt mal: Pervitin, haben, so hat man mir mal erzählt und habe ich wohl auch gelesen, deutsche Piloten als Aufputschmittel bekommen- nicht damit sie "besser" kämpften, sonder wach blieben!

Germania


5.1.04 19:54:53
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Richtig! Friendly Fire hätte ruhig mehr haluzinierende geben könnenSmiley mit verdrehten Augen

Hoover


5.1.04 21:35:44
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Zur Scho-Ka-Kola: Westprodukt :D!
Zu Militärgeistliche: Natürlich hatten alle 3 Wehrmachtsteile Militärseelsorger, die ihren Wein dabei hatten :D
Es gab bei der finn. SS Seelsorger? Oder habe ich was falsch verstanden?

Axel43


6.1.04 17:36:10
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Ja, bei den Finnen war das so. SS-Sturmbannführer Kalervo Kurkiala var lutherischer Pastor. Siehe Olli Wikberg "Dritte Nordland". Hatten nicht auch die muslimischen Verbände Mullahs ?

waldi44


6.1.04 17:47:10
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Ich glaube alle, ausser die deutsche SS Männer, hatten Seelsorger in den Einheiten, Mullas, Popen, Priester und die Deutschen Himmler:P!
Im 1. WK gab es sogar Feldrabbiner auch im deutschen Heer!
Übrigens hatte die Wehrmacht Militärseelsorger beider konfessionen- bei der Waffen SS weiss ich es nicht! Wer weiss es besser:Schulter:?

FritzR


6.1.04 19:58:24
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In dem Buch "Im Feuersturm letzter Kriegsjahre" (9. u. 10. SS PzDiv) steht, das der Divisionskommandeur der 9.SS PzDiv, SS-Gruppenführer Bittrich, bei der Aufstellung der Division Priester beider Konfessionen zuläßt.
1972 soll er dazu gesagt haben, dass er dazu von zahlreichen Eltern seiner jungen Soldaten veranlaßt wurde.
[ Editiert von FritzR am: 06.01.2004 19:59 ]

waldi44


6.1.04 20:25:54
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Hm, war das nun Privatsache der jeweiligen Einheitsführer oder gab es da Richtlienien?

Germania


6.1.04 21:28:00
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Gepostet von waldi44
Ich glaube alle, ausser die deutsche SS Männer, hatten Seelsorger in den Einheiten, Mullas, Popen, Priester und die Deutschen Himmler:P!
Im 1. WK gab es sogar Feldrabbiner auch im deutschen Heer!
Übrigens hatte die Wehrmacht Militärseelsorger beider konfessionen- bei der Waffen SS weiss ich es nicht! Wer weiss es besser:Schulter:?

In der SS gab es auch Geistliche Beispiel Handschar dort waren sehr viele Moslems die hatten ihren Geistlichen, aber geistliche,christliche und kirchliche sachen waren inder Waffen-SS nicht unbedingt gern gesehen aber toleriert!

waldi44


7.1.04 15:31:46
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Ich sagte doch: Alle hatten ihre Gottesmänner und die Deutschen Himmler ;)! Aber im Posting vorher von FritzR steht:
"In dem Buch "Im Feuersturm letzter Kriegsjahre" (9. u. 10. SS PzDiv) steht, das der Divisionskommandeur der 9.SS PzDiv, SS-Gruppenführer Bittrich, bei der Aufstellung der Division Priester beider Konfessionen zuläßt.
1972 soll er dazu gesagt haben, dass er dazu von zahlreichen Eltern seiner jungen Soldaten veranlaßt wurde."
Deshalb mal meine Frage, wie hielt man das nun bei der Waffen SS mit der Religion:Schulter:? Religiös, oder sollte man besser sagen okultistisch angehaucht waren die Herren in Schwarz ja, Himmler, vielleicht ob seines Namens, besonders!

Germania


7.1.04 16:08:33
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Naja religiös im weitesten Sinne Stichworte dazu sind wohl Ahnenerbe, ich denke mal die gewünschte Religion der SS ging mehr in die Richtung Germanentum, Naturglauben ist aber generell schwer zu typisieren siehe Bücher wie ottoe Rahn und die Suche nach dem Gral, diverse werke über Atlantisforschung, Tibetexpedition, etc.

Indy


7.1.04 17:02:06
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"Gottgläubig" war erwünscht - nur nicht unbedoingt im Sinne des Christentums etc..

Germania


7.1.04 17:13:16
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Das unverständliche bzw. undurchsichtige Bild des Ganzen wird erhärtet wenn man Beispielsweise Bücher von Himmler liesst wie "Freund Hein" ( was aber dennoch sehr gut ist)

Axel43


7.1.04 22:08:04
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Um nun mal auf die Frage zurückzukommen. Soweit ich weiß, war die Lage wie folgt: das Heer hatte Feldgeistliche beider Konfessionen, mit vorgeschriebenen Uniform usw. Die Marine hatte Schiffsgeistliche, dito. Die Luftwaffe hatte keine. Die SS hatte im Prinzip keine, in Wirklichkeit aber bei zumindest den nichtdeutschen Einheiten (Finnen, Franzosen, Muslimen)Offiziere, die als Feldgeistliche funktionierten.
Die Feldrabbiner des Kaiserreiches wurden als ganz selbstverständlich betrachtet.
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