Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Selbständige Kompanien bei einem SS Regiment. Woz

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AutorBeitrag

czar


8.8.04 10:00:08
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Mir ist aufgefallen, daß es vorkam,daß innerhalb eines Regimentes eine Kompanie selbständig handeln konnte, also nicht dem Befehl des Regimentskommandeurs unterstand.
Wozu war das gut? Hatten diese Kompanieen eigene Aufträge?
Wer weiß was darüber?

Westwall


8.8.04 12:04:56
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Selbständige Kompanien in einem Regiment waren Kompanien die nicht innerhalb ihres Regiments noch einem Bataillon unterstanden, aber dem Regimentskommandeur schon.
In der Regel Bestand ein SS-Panzer-Grenadier-Regiment aus 3 ( später meistens nur noch 2 ) Bataillone a 3 Kompanien, I.Btl. 1. bis 4.Kp., II.Btl. 5. bis 8.Kp., III.Btl. 9. bis 12.Kp., zudem gab es die selbständigen die direkt dem Regimentsstab unterstellten 13.(Inf.Gesch.)-Kompanie, 14.(Flak.Kp.)-Kompanie, 15.(Kradschützen)-Kompanie und die 16.(Pionier)-Kompanie, die je nach Feindlage oder logistischer Probleme individuell innerhalb des Regimentes eingesetzt wurden.

czar


8.8.04 14:31:33
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Danke für die Auskunft. Trotzdem verstehe ich nicht, wo der Vorteil liegen soll?

Westwall


8.8.04 14:56:50
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Nun das ist doch ganz einfach, hatte zum Beispiel das I.Bataillon einen Fluss in seiner Angriffsphase zu überqueren wurde ihm dafür die 16.Pionierkompanie abgestellt und brauchte das II.Bataillon zum weiterem Vorgehen Artillerieunterstützung, dann kam dort die 13.Infanteriegeschütz-Kp. zum Einsatz.
Die Kradschützen bildeten oft eine Vorausabteilung, betätigten sich als Aufklärer oder Melder für die Bataillonstäbe oder den Regimentsstab.
Je nach Situation und Dringlichkeit wurden diese Einheiten speziell im Sinne ihre Waffengattung eingesetzt oder operierten eigenständig im Rahmen ihres Regiments.
Es waren reine Kampfunterstützungseinheiten des eigentlichen Regiments, die aber in der Endphase des Krieges oft Zweckentfremdet und infanteristisch eingesetzt wurden.

waldi44


8.8.04 15:22:06
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Nun, dann könnte man ja eigentlich auch "Reserve" dazu sagen, die immer dann zum Einsatz kam, wenn die eigentlichen Kräfte nicht ausreichten, den Kampfauftrag zu erfüllen.
War dieser dann erfüllt, kam die Einheit wieder in "Reserve" und harrte der weiteren Dinge, die da kommen würden!

Westwall


8.8.04 15:32:48
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Die Bezeichnung Reserve würde ich für diese Kompanien nicht benutzen, da sie Teil eines aktiven Regiments waren und somit sich immer offensiv oder defensiv mit diesem Verband bewegen mussten, was man von einer Reserve die im Hinterland auf Einsatzbefehle wartet nicht sagen kann.

czar


8.8.04 15:33:24
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Danke Waldi und Westwall.Das leuchtet ein.
Der Vorteil der Selbständigkeit war, daß die Reserve direkt vom Regimentskommandeur an kritische Stellen abkommandiert wurde und dadurch schneller eingreifen konnte. Hab ich das jetzt richtig verstanden?

Westwall


8.8.04 15:35:18
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SO IST ES!
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