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Wachbataillon Berlin / Gerhard Graf von Schwerin

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AutorBeitrag

Dracula


20.9.04 16:56:15
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Habe einen Artikel gelesen über die Geschichte des Wachbataillons Berlin. Laut Text war das vor 1939 die absolute Elite. Ende dreißiger Jahre Kern des neu aufgerichteten motorisierten Infanterieregiments Großdeutschland. Vom Zweiten Weltkrieg wird in diesem Artikel nicht viel erzählt. Deshalb einige Fragen zu diesem Thema.

Habe auch schon auf Internet geschaut, aber nicht gefunden.


1) Hatte Großdeutschland damals die Funktion als Wachbataillon der Hauptstadt behalten, oder hatte die Leibstandarte Adolf Hitler diese Rolle übernommen. DIE galt doch damals als die absolute Elite?

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2) Es wurde Gerhard Graf von Schwerin genannt als Kommandeur des Regiments, später der Panzergeneral mit viel Zivilcourage . Ausgezeichnet mit Ritterkreuz und Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Kann aber seinen Namen nirgends finden in Listen der Ritterkreuzträger. Hat das vielleicht zu tun mit Entschlüssen Schwerins in seiner Karriere die die Naziführung nicht immer leiden konnte. Mit anderen Worten: Hatte man ihn das Ritterkreuz weggenommen?


<<< Im Herbst 1944 wurde die 116. Panzerdivision mit mehreren Divisionen der Heeresgruppe B (Model) in die Abwehrschlachten um Aachen geworfen.
Als von Schwerin erkannte, dass seine Truppen die um ein Vielfaches überlegenen US-Truppen niemals aufhalten würden können, bewies er Entschlossenheit. Er verfasste einen persönlichen Brief an den US-General Hodges, welcher die vor Aachen kämpfende 9. US-Armee befehligte. In diesem bat von Schwerin seinen Gegner, die kulturell wertvolle und mit Zivilisten und Flüchtlingen überfüllte Stadt nicht zu zerstören und bot als Gegenleistung den kampflosen Rückzug seiner Division an. Doch statt bei Hodges landete dieses Angebot auf dunklen Wegen in NSDAP-Kreisen.
Inzwischen trat Hodges nach wochenlangen Kämpfen zum Sturmangriff auf Aachen an, die deutschen Stellungen wurden überrannt und von Schwerins 116. PD musste sich zurückziehen. Da dies ohne offiziellen Armeebefehl geschah, wurde die schwierige Lage des Divisionskommandeurs noch weiter verschärft. Wegen des nicht genehmigten Rückzuges sowie des eigenmächtigen Übergabeangebotes an den Feind wurde von Schwerin im September 1944 seines Postens enthoben und vor ein Kriegsgericht gestellt - die schwerwiegende Anklage lautete auf Hochverrat. Doch Gerhard von Schwerin hatte unglaubliches Glück - mit Unterstützung der Generalfeldmarschälle von Rundstedt und Model konnte er seinen Kopf buchstäblich aus der Schlinge ziehen und erhielt nur einen strengen Verweis.
Im Dezember 1944 übernahm von Schwerin die 90. Panzergrenadierdivision, welche unter dem Schwerterträger Baade erfolgreich in Italien gekämpft hatte. Am 1. Januar 1945 erreichte Graf von Schwerin den Höhepunkt seiner militärischen Karriere, als er das LXXVI. Panzerkorps in Norditalien übernahm. Am 26. April geriet der General der Panzertruppe (01.04.45) in britische Kriegsgefangenschaft, die bis Ende 1947 andauerte. >>>>

Hat jemand Auskünfte zu obenstehenden Fragen?

Dank dafür!

Gruß,

Rick.

bani


26.9.04 20:14:06
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GROßDEUTSCHLAND hatte die Wachaufgaben bis zum Schluß.
Schließlich waren sie ja nicht ganz unbeteiligt an der Niederschlagung der Stauffenberg-Aktion.

Allerdings gab es verschiedene Wachverbände, unter denen die einzelnen Punkte aufgeteilt waren.
Wie eben GD, LAH, im inneren Bereich dann den RSD.
Es gab auch eine Leibstandarte der SA.
Auch Göring hatte eine eigene Wachtruppe.

Ich hab auch noch irgendwo stehen, wer genau was bewacht hat - das hab ich jetzt aber nicht im Kopf.


Zu Schwerin:
Geh mal auf Das Ritterkreuz und gib auf der Startseite unter DATENBANKSUCHE einfach Schwerin ein.
Da werden Dir dann 3 Personen angezeigt.
Ganz oben hast Du dann den General der "Windhunde".

[ Editiert von bani am: 26.09.2004 20:15 ]

[ Editiert von bani am: 26.09.2004 20:16 ]

Dracula


27.9.04 17:34:19
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Hallo Bani,

Danke Dir für die Antwort und den Hinweis auf die Ritterkreuz-Seite.
Hatte gedacht daß man ihn das Ritterkreuz abgenommen hatte, weil er schon buchstäblich mit dem Kopf in der Schlinge war. Er wurde anscheinend rehabilitiert, sonst hätte er auch nicht die 90. Panzergrenadierdivision übernehmen können.

Pech für Roland Freisler würde ich sagen. Der hatte sich bestimmt schon auf die Hinrichtung gefreut. Und der Henker auch.

Gruß,
Rick.

P.S. Sah zufällig einen Witz im Internet:

Ostfriesland erklärt den USA den Krieg. Fax ans Pentagon: Haben sechs Panzer und 1600 Mann.
Antwort aus Washington: Kriegserklärung angenommen. Haben 6000 Panzer und 1,6 Millionen Mann.
Rückantwort aus Ostfriesland: Kriegserklärung zurückgezogen, wissen nicht wohin mit den Gefangenen...
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