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Organisation Todt ???

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AutorBeitrag

lesahr


27.11.02 15:18:43
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Moinchen ... suche schon seit einger Zeit Infos über meinen Großvater. Habe von meinem Vater erfahren, dass er seinen Vater mal mit Uniform gesehen hat. Er hatte eine Armbinde o.ä. mit der Aufschrift "Todt". Mein Großvater hat nie etwas über den Krieg erzählt, ich habe aber erfahren, dass er um 1939 seine Doktorarbeit geschrieben hat und vorher schon Dipl. Ing war. Wo kann ich etwas über seinen Werdegang erfahren ??? Sein Name war Bernhard von Glisczynski (oder von Gliszczynski), geb. 14.04.1912 in Berlin. Über Infos würde ich mich freuen !!! Constantin

Balsi


27.11.02 16:02:17
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also ich habe ein FP-Nummern-Verzeichnis der OT-Einheiten und deren Aufgabengebieteaber leider keine namen (im inhaltsverzeichnis)... wenn man die Einheit wüsste wäre das schon was anderes.. Der Name alleine reicht da leider nciht. Weiss jetzt auch garnicht ob die WASt für die OT zuständig ist.. werden wir klären denke ich.

ralph


28.11.02 00:48:47
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so, ich hätte schon mal das abzeichen der org. todt anzubieten :

lesahr


28.11.02 10:58:25
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Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Gibt es auch Abbildungen von Uniformen der Org. Todt ? Habe nämlich einen alten Uniformmantel aus Leder von meinem Großvater geerbt. Sind allerdings alle Abzeichen abgemacht worden. Constantin

waldi44


28.11.02 11:57:32
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Da, schon wieder die "Freimaurer"! Seht ihr die Kelle...?

Balsi


28.11.02 16:41:29
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hehe sie sind überall... mal Spass beiseite (kurz).. das Zeichen ist tatsächöich eine Keller und weisst auf die besondere Spezifikation des Trägers hin.. er war maurer...es gibt davon noch einige mehr... muss mal sehen wie ich das alles verpackt bekomme dann gibts ne extra seite auf der Page für die OT

lesahr


28.11.02 16:47:26
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hey, wo gibts denn mehr infos über die OT. bin im moment etwas überlastet mit den informationen die mir die suchmaschinen rausspucken ... gruß, constantin

Balsi


28.11.02 17:15:19
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also ich hab hier Buch das scheint mir sehr gut zu sein.. ist von Franz W. Seidler "Die organisation Todt".. wenn dann leih es dir mal aus... es lohnt sich.

ralph


28.11.02 23:06:23
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also wenn ich mir das abzeichen über der kelle anschaue, dann sieht das für mich irgendwie nach post aus !:-):P

ralph


29.11.02 01:53:41
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hier steht was über fritz todt selber :

Fritz Todt und seine Organisation

ralph


29.11.02 01:57:36
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Die Organisation Todt (OT),
benannt nach ihrem Gründer Dr. Ing. Fritz Todt, wurde 1938 nach einer Vorstellung Adolf Hitlers als Bauorganisation gegründet. Sie entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Staat im Staate (neben SS, NSDAP und Wehrmacht) mit eigenen Uniformen, eigenen Rängen und einer eigenen Hierarchie. 1)
Ursprünglich als Unternehmen für das Straßenbauprogramm gedacht, begann die OT 1938 auf Befehl Hitlers mit dem Bau des Westwalls. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Organisation militärisch gestrafft und Todt ernannte den Dipl. Ing. Xaver Dorsch zum „Sonderbeauftragten für die kriegsmäßige Führung“. Formell unterstand die OT dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition (RMfBM), das Todt seit März 1940 leitete. Dorsch wurde 1941 Leiter der OT-Zentrale.
Ab 1940 wurde die Organisation Todt auch für die Baumaßnahmen in den besetzten Gebieten eingesetzt und übernahm beim Rußlandfeldzug weitreichende Pionieraufgaben sowie die Sicherung der Nachschublinien. Beim Rückzug aus Rußland beauftragte Hitler sie mit dem Bau des sogenannten Ostwalls. Neue Einsatzgruppen aus Italien und dem Reichsgebiet wurden für den Bau von Bunkern 2) und zur Behebung von Luftangriffsschäden abgestellt.
Nach dem mysteriösen Tod Todts durch einen Flugzeugabsturz in der Nähe des Führerhauptquartiers bei Rastenburg/Ostpreußen übernahm Albert Speer dessen Aufgaben und Posten und baute die OT zu einer Institution aus, die eine Schaltzentrale zwischen Wehrmacht und ziviler Bauwirtschaft darstellte. Damit entstand eine paramilitärische Gruppierung, was sich sowohl in der Uniformierung, den Dienstgraden als auch in den neu gebildeten Frontarbeiterkolonnen manifestierte.

Organisation
Die Zentrale der OT lag in Berlin. Ein gewaltiger Apparat von nahezu 57.000 Angestellten verwaltete ein Heer von über einer Million Arbeitskräfte jeder Art. 3)
Nach der Übernahme der OT durch Speer und auf Weisung Hitlers wurde sie 1943 neu organisiert: die Leitung übernahm das neugegründete zentrale Amt Bau-OT, dem die sogenannten Einsatzgruppen unterstellt waren, die zum Teil mit Decknamen bezeichnet wurden. Die für den Raum Bedburg federführende Einsatzgruppe erhielt den Decknamen Hansa mit Sitz in Essen.
Für die einzelnen Baustellen wurden ebenfalls unterschiedliche Deck- oder Tarnnamen verwendet; die je nach Anlage aus dem Tierreich, aus dem Pflanzenreich oder aus dem Münzwesen stammten. Das Projekt „Weingut“ in Süddeutschland (Mühldorfer Hart) 4), ein Großbunkerneubau für Flugzeugproduktion, dessen Überreste man heute noch besichtigen kann, sollte in der Bauart Vorbild für Bedburg sein.

Arbeitseinsatz
Bis zum Beginn des Westfeldzuges im Mai 1940 bestand das Personal der OT hauptsächlich aus freiwilligen oder dienstverpflichteten deutschen Arbeitern. Aber mit zunehmenden Aufgaben und dem immer größeren Mangel an deutschen Arbeitern wurden zunehmend Ausländer eingesetzt. Versuchte man zuerst noch, diese freiwillig anzuwerben, so kamen im Laufe des Krieges immer mehr Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten sowie Kriegsgefangene, Häftlinge aus Arbeitserziehungs- und Polizeilagern sowie Konzentrationslagern zwangsweise in den Arbeitseinsatz. Dabei bestand eine enge Kooperation mit Gestapo und SS, die teilweise auch die Überwachung der eingesetzten Zwangsarbeiter übernahmen.
Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Beim Bau des Atlantikwalls, der der Einsatzgruppe West unterstand, waren nach englischen Geheimdienstberichten ca. 600.000 Personen eingesetzt. Unter diesen befanden sich nur 24.000 deutsche Arbeiter. 5) Schon im Sommer 1940 überstellte die Vichy-Regierung französische Kriegsgefangenen und über 10.000 französische Juden an die OT-Leitung. Hinzu kamen russische und polnische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter: Darüber hinaus mussten über 6.000 französische Jugendliche ihren Arbeitsdienst bei OT ableisten. Die zur Arbeit eingesetzten KZ-Häftlinge und Juden aus dem Reich wurden nach Beendigung der Arbeiten nach Auschwitz deportiert.
Die OT schloss für solche Bauvorhaben sogenannte Rahmenverträge mit ansässigen oder auswärtigen Firmen ab. Darin übernahm die OT alle für den Unternehmer anfallenden Kosten, lediglich die Vergütung für ausländische Arbeiter musste von den Firmen bezahlt werden. 6) Grundlage dafür war der sogenannte deutsch-französische Leistungsvertrag. Aufgrund der geringen Kosten ist es verständlich, dass es für viele Firmen ein profitables Geschäft war, für die OT Bauaufträge durchzuführen; noch profitabler war dann der Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitern.
Ab 1943 begannen die umfangreichen Bauvorhaben innerhalb des Reiches, die zu einem den Ausbau von Luftschutzbunkern („erweitertes LS-Führerprogramm“), zum anderen die Verlegung kriegswichtiger Produktionsstätten und Versorgungseinrichtungen in Bunker oder unterirdische Höhlen- und Stollenanlagen („Jägerprogramm“; „Geilenbergprogramm“) enthielten. Dies war ein Teil der totalen Kriegswirtschaft“, die Speer propagiert hatte und die nur mi Hilfe des massenhaften Einsatzes von Zwangsarbeitern durchzuführen war. Zu diesen Programmen zählte auch der Bau der Bunkeranlage in Bedburg.

lesahr


29.11.02 10:41:31
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Supi, so langsam bekommt man einen Einblick ... danke für die bisherige Hilfe !!!

Guenther


29.11.02 11:41:04
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@lesahr,
der zuständige Referatsleiter der WASt. hat im Moment Urlaub.
In der deutschen Diensstelle liegen auch die
Personalunterlagen der Organisation Todt.
Diese sind nicht vollständig.
( Sind die ja nie )
Empfehle dir kurze schriftliche Anfrage mit der Frage ob
Unterlagen der Person überhaupt vorliegen.
Im Antrag bitte Angaben so genau wie möglich, dann haben die
Mitarbeiter dort bessere Möglichkeiten zu suchen.
Bei Fragen zum Antrag kannst du dich an mich wenden, wenn du nicht klarkommst.

lesahr


29.11.02 13:13:20
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habe eine anfrage bei der WASt. gestellt ... mal schauen was da kommt. wie schauen denn die aussichten auf erfolg aus ???danke und gruß, constantin :P
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