Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Nebelwerfereinheiten

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AutorBeitrag

Kübelfan


6.11.01 14:52:50
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Hallo,
kann mir jemand sagen, wie die Nebelwerfereinheiten aufgebaut waren? Wie sie in die Divisionen eigegliedert waren? Hatten diese Einheiten spezielle Uniformen, oder Abzeichen?
Gruss
Torben

Balsi


6.11.01 15:00:51
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hui... ich mach mich mal schlau...gute Frage....
Gruss
PS: @Kübelfan... VW-Kübel??? hatte letztens ne Site da gings um die Restauration eines VW-Schwimmwagens....

Kübelfan


6.11.01 16:04:07
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Hallo Balsi,
ja genau, VW im allgemeinen interessiert mich immer. Weißt Du eventuell den link noch, zu dieser Schwimmwagen Seite?
Gruss
Torben

Balsi


6.11.01 17:24:01
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das hab ich befürchtet...hab gestern alle Mails gelöscht...ich weiss er hiess Thomas und kam aus Deutschland...ich werde mal suchen...

:flatsch:

waldi44


8.11.01 18:52:05
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Kübelfan


8.11.01 20:13:49
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super links!! Vielen Dank!!
Gruss
Torben

Panzermayer


19.12.01 09:57:53
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Also, moin zusammen,
es gab etliche verschiedene deutsche Raketenwerfer und Wurfkörpergeräte, so z.B. (als eines der bekanntesten) das "scwere Wurfgerät 41", auch bekannt als "Stuka zu Fuß". Der Name kommt daher, weil die Munition bei der Explosion eine sehr hohe Druckwelle mit sich brachte; das Kaliber war 28cm, verschossen wurden die Wurfkörper aus Holzpackkisten!
Wenn bei einer Werferabteilung wie üblich 480 Schuß verschossen wurden, detonierten innerhalb von 30 sec 24000kg Sprengstoff auf engstem Raum! Folge war, dass Personen im Trfefferbereich sofort die Lungen zerissen wurden!
Als Weiterentwicklung stand der Truppe ab März 1942 der "21cm-Nebelwerfer 42" zur Verfügung, der nun auf die breite Lafette der 3,7cm-Pak montiert wurde! Hier realisierte man eine Schußweite von 7850m!
Der seit Februar 1943 im Truppenversuch befindliche "30cm-Nb.W.42" erreichte eine Schußweite von 4550m, Streuung lag bei 175m!
Der schwere Wurfrahmen (aufgesetzt auf 12t-Zgkw) "s.Wu.R.40"(28cm oder 30 cm möglich) ermöglichte hierbei eine größere Mobilität!
Als sogenannter Einheitswerfer sollte der "30cm-R.Wfr.56" eingeführt werden! Der Werfer bestand aus dem Oberteil des "30cm-Nb.W.42", montiert auf der 5cm-Pak38-Lafette.
Verschossen wurde der "30cm-WK.42" mit 6 Schuß innerhalb von 10 sec. Im Juni kamen die ersten Werfer zur Front, insgesamt gab es hiervon fast 700 Stück! Am 1.März gab es noch etwa 450 dieser Werfer an der Front.
Desweiteren wurde noch der "35cm-Schießkarren" entwickelt, aus dessen zwei Packkisten alle Munitionsarten von Wurfgranaten verschossen werden konnten!
Bekannt ist dann noch der mobile 15cm-10fach Nebelwerfer , wobei einfach 10 Rohre (jeweils 5 übereinander) des "15cm-Nb.w.42" auf ein "Maultier" oder einen erbeuteten "Somua" gestzt wurden.
Es gab davor, dazwischen und danach jeweils noch etliche Versuchswerfer und Prototypen, die alle aufzuzählen ich hier keinen Anlaß dafür sehe!
Vielleicht noch der: Bei der SS-Vielfachwerfer.Batt. 521 und 522 wurde die sogenannte "Himmler-Orgel" (8-cm)eingesetzt, die auf Halbkettenfahrzeuge aller Art (meistens auf "Samoa") montiert wurde! Es gab aber ingesamt hiervon nur 13 Werfer!
Ach, ja , um's nochmal deutlich zu machen: Werfer waren stets Korps-Einheiten, sie waren als Korpsabteilungen direkt dem Kommandierenden General des jeweiligen Korps unterstellt!
Herzlichst, Panzermayer ;)

Panzermayer


19.12.01 10:04:46
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Nochwas, kennt jemand den "38-Raketenwerfer 61" - na klar, der war im Sturmtiger eingebaut! Ehemaliger Marinewerfer (Raketen-Tauchgranate)!
Außerdem war ein 85cm-(!!!!!!!!)Wurfkörper im Endstadium der theoretischen Entwicklung, er ist RECHNERISCH geflogen! Das Geschoß hätte 4700 kg gewogen, also nicht mal so viel wie die 80cm-Granate der Dora (7,1t)!
Herzlichst, Panzermayer ;)

Balsi


19.12.01 10:19:21
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wenn man das alles liest... Superpanzer (1000 Tonnen), Supergeschütze wie Thor oder Dora... sinnlos oder sinnvoll???... Thor hat man in sewastopol eingesetzt... dortz womöglich auch sinnvoll..denn der hatte echte Wirkung aber ansonsten???
Sturmtiger... lässt sich eine fahrbarer Mörser in dieser Art als sinnvoll bezeichnen??? ich meine Materialverbrauch riesig... und das gerade in den letzten Wochen... dennoch ein imposantes Bild...

Balsi


19.12.01 10:37:41
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das war dann so einer ...??? 15.cm.Nbw. 42

Panzermayer


19.12.01 21:19:27
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Das ist wohl richtig! Materialverbrauch ohne Ende, hmmm...da haben die Genies halt nicht den ernst der Stunde realisiert! Zuviele Typen, das war ein deutsches Hauptprob!

Kübelfan


1.1.02 22:52:20
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Die Infos über die Nebelwerfer sind wirklich interessant.
Also, der Fuhrpark der Wehrmacht war wirklich viel zu groß und das hat wohl auch seinen Teil dazu beigetragen, warum der Krieg verloren ging.
Daraus reift eine Frage: Wäre es nicht möglich gewesen, alte Panzer zu recyceln? D.h. unbrauchbares einschmelzen. In alten Kriegen wurden doch z.B. Kirchenglocken eingeschmolzen um daraus Kanonen zu machen. Wäre es hier nicht auch möglich gewesen?

Gen.d.Pz.Tr. Wenck


2.1.02 22:01:16
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hab noch nen paar bilder zum "Stuka zu Fuß"



waldi44


2.1.02 22:07:28
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Hähöhö! Sorry, aber so wie die aussehen, schießen sie auch in "Sudden Strike"!
Ich frag mich sowieso, warum die Wehrmacht nichts ähnliches hatte wie die "Katjuscha" bzw "Stalinorgel"! DAS WAS sie hatten als Werfer, war ja eigentlich eher lachhaft!
ODER?

Panzermayer


3.1.02 23:31:35
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Super Bilder Wenck, echt klasse!
@Balsi:
Das Bild von dem Werfer ist von so ner Sammelkarte, stimmt's?
Herzlichst, Panzermayer ;)

panzerjaeger


11.3.02 10:53:37
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Nun die Nebelwerfer waren nicht so intensiv entwickelt worden wie die Stalinorgel.Nebelwerfertruppen hatten eine
Eigene Waffenfarbe...müsste erst mal schlau machen welche.
Was am schlechtesten war war am anfang ihre mobilität,so konnte die Werfereinheiten nur als defensive gebraucht werden.

panzerjaeger


13.3.02 14:19:38
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Also die hatten Abzeichen für Richtkanoniere der nebelwerfertruppe..
du musst dir vorstellen ein Granatwerfer Granate mit Eichenlaub herum..
Nebeltruppen hatten die waffenfarbe Bordo..
hab keine farbbilder aber du kannst das nachlesen in Die dt Wehrmacht uniformierung und Ausrüstung.....

Panzermayer


14.3.02 14:39:23
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Jo, danke Panzerjaeger!
Nochmal zu Waldi's Frage:
Der Unterschied zur Katjuscha war der, dass die Deutschen von vornherein nicht auf die Sprengwirkung der einzelnen Granaten setzten (die Russen hatten dies zunächst zum Ziel, gingen dann aber zur erwünscten Splitterwirkung über!), sondern auf die Unterdruck-Überdruck-Reaktionswirkung, das heisst also: der plötzliche Druckunterschied sollte die Infanterie ausschalten (töten :( )! Die späteren größeren Kaliber (Stuka zu Fuß) sollten dann auch die Splitterwirkung zur Entfaltung bringen!
Ich denke, Waldi meint mit dem Vergleich zu SuSt die Geschoßfolge...das hing natürlich von der Anzahl der Rohre (Wurfkästen) (bei den Russen: Schienen) ab, aber deutscherseits wollte man die einzelnen Waffen nicht überbelasten (die verwendeten Samoa-Schlepper waren ja schon mit den leichten 10-fach Werfern total überlastet!)! Und die Wurfkästen an den SPW waren ausreichend, man mußte ja schliesslich auch laden und dazu erst mal die Muni haben ;) )!
Der Vorteil bei den Deutschen war dann doch gravierend: die Mobilität der Maultier-Träger und der 12to-Halbkettenfahrzeuge war im schweren Gelände weit aus besser als die der Russen-Kfz! Dies wird natürlich im Spiel nicht berücksichtigt!!! :)
Gruß Panzer ;)

panzerjaeger


19.3.02 20:23:16
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Beispiel eines Werfer regiment wie es eingesetzt wurde.

Stellungs-Werfer-Regiment 102

1. Aufstellung:

* 3.8.1944: I. aus II./Werfer-Regiment 55 (früher II./3), II. aus I./Werfer-Regiment 55 (früher Nebelwerfer-
Abteilung 3), III. und IV. neu gebildet.


2. Gliederung:

I. 1-3, II. 4-6, III. 7-9, IV. 10-12


3. Unterstellung:

Heerestruppe (bei Stellungs-Werfer-Brigade 300 )


4. Ersatz:

Werfer-Ersatz-Abteilung 5 Munsterlager, Wehrkreis X
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