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Pz.38(t)

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AutorBeitrag

waldi44


27.2.02 16:38:25
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Panzerkampfwagen 38(t)

Kein Panzer fremder Heere war so wichtig für die deutsche Panzertruppe, wie der tschechische Panzer TNHP; von den Deutschen später Panzerkampfwagen 38(t) genannt!
Deshalb ist es um so unverständlicher, daß dieses wichtige Fahrzeug in historischen Betrachtungen und Abhandlungen so stiefmütterlich behandelt wird. Vielleicht liegt es daran, daß es kein "deutscher" Panzer war?
Dabei war der Panzer in der Wehrmacht während des ganzen Krieges in großer Zahl (ca. 1.5000 Stück) vertreten und bildete daneben die Grundlage als Waffenträger für verschiedene Kanonen und Geschütze.
Panzerkampfwagen 38(t) ist eine rein tschechische Konstruktion und war für die florierende tschechische Rüstungsindustrie ein "Verkaufsschlager". Lange vor dem Krieg lagen Bestellungen aus Schweden, der Schweiz und Peru(!) vor und auch andere Staaten bekundeten ihr Interesse an dem Fahrzeug, so zB. auch Afghanistan (!).
Der Panzer, seine tschechiche Bezeichnung lautete TNHP, wurde in den Praga- Werken (Prag) um 1933 entworfen und ab 1937 gebaut. Er war ein robustes und instand-setzungsfreundliches, aber noch vollständig genietete Fahrzeug (Ab der Ausf. G wurde allerdings die Nieten-Konstr. fast vollständig abgeschafft, jedoch war der Pz38 dann (im Jahre 1942) schon zu veraltet, es wurden hiervon noch 90 Fahrz. gebaut, doch nur 26 von der Wehrmacht übernommen!), dessen ausgezeichnete Konstruktionsmerkmale (ja, auch andere konnten gute Panzer bauen) später als Grundlage zur Entwicklung anderer Panzerfahrzeuge dienten. Bei seinen Besatzungen war er ob der genannten Eigenschaften sehr beliebt. Weniger beliebt waren bei einem Treffer die nach innen fliegenden Nieten. Die Besatzung bestand aus 4 Mann.
Voll ausgerüstet wog der Panzer 10,5 Tonnen, war 4,88 Meter lang, 2,13 Meter breit und ebenso hoch! Er wurde durch einen 6-Zylinder Praga EPA- Motor mit 7754 cm³ Hubraum, der 125 PS (später150 PS) bei 2200 U/Min. Leistete, ange-trieben. Der Motar war wassergekühlt.
Er besaß in der Standartausführung fünf Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang sowie ein zweistufiges Planeten-lenkgetriebe und konnte mit seinen 2181 Liter Tankinhalt 190 Km zurücklegen. Seine Höchstgeschwindigkeit
Lag bei 42 km/h (Straße, leichtes Gelände).
Das Laufwerk des Fahrzeugs besaß je Seite vier große auf horizontal verlaufenden Blattfedern montierte Laufrollen. Ein Leit- und ein Antriebsrad(vorne), sowie je zwei Stützrollen.
Kettenbreite: 29,3 cm
Bodendruck: 0,57 kg/cm²
Bodenfreiheit: 40 cm
Watet: 90 cm
Panzerung: 25 mm Bug
25 mm Fahrerfront
17,5 mm Seite
17,5 mm hinten
25 mm Turm vorne
25 mm Turm seitlich
25 mm Turm hinten
Gewicht: 9,73 Tonnen
Die Bewaffnung war für seine Zeit gut und typisch:Er besaß eine Skoda A-3 3,7 cm L40 Bordkanone mit 90 Schuß und zwei 7,92 mm Mg's (je eins im Bug und Turm)mit zusammen 2700 Patronen.
Bei der kampflosen Besetzung der Tschechoslowakai lief die Serienroduktion bereits und wurde nahtlos unter deutscher Regie bis 1942 bei einer täglichen Produktion von 40 Stück fortgeführt!
Vor dem Frankreichfeldzug wurde die 7. und 8. Pnzerdivision fast vollständig mit dem 38(t) ausgerüstet und zu Beginn des Rußlandfeldzuges befanden sich rund 800 dieser Panzer im Einsatz, also rund ein Viertel der deutschen Panzer-kräfte.
Aufgerund seiner schwachen Panzerung und Bewaffnung wurde die Produktion des Panzers 1942 eingestellt, die seit 1937 fast ohne nennenswerte Konstruktionsänderungen (trotz Ausführungen von A- H) lief.
Es gab Überlegungen den Turm des Panzer IV auf das 38 (t) Gestell aufzusetzen, aber durch das hohe Gewicht des Turmes wurde diese Überlegung nie realisiert.
Sein Fahrgestell aber wurde noch bis in den Mai 1944 produziert und mutierte zu dem erfolgreichen Panzerjäger Marder und der nicht minder er-
folgreiche Jagdpanzer Hetzer, der nach dem Krieg noch in einigen Ländern Verwendung fand und die letzten Fahrgestelle des 38 (t) liefen noch als Schützenpanzer PBV 301 der schwedischen Armee bis in die 60er Jahre und damit ist der 38 (t) der wohl langlebigste Panzer der Welt.
Einige interressante Zahlen:
- in Polen waren 59 Pz 38(t) dabei, davon fielen 7 aus
- in Norwegen waren es 15 (kein Verlust)
- in Frankr. waren bei der 7.PzDiv 106, bei der 8.PzDiv 123 eingesetzt, insges. fielen 54 aus
- in Russland waren am 22.Juni 1941 dann bei 5 PzDiv insges. 665 Pz38 eingesetzt
ALLEINE 1941 FIELEN INSGESAMT 796 Pz 38 AUS, VOM Pz3 HINGEGEN "NUR" 660, OBWOHL HIERVON 965 IM EINSATZ STANDEN!

waldi44


28.2.02 15:00:56
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Na bitte, so langsam kriege ich doch alles zusammen;)!

Panzermayer


28.2.02 17:13:24
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Aber gute Idee, alles zu sammeln...! Auch viel Arbeit, was?
Gruß Panzer

waldi44


28.2.02 17:33:22
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Sind jetzt Beiträge von drei Leuten, die ich da zusammengefügt habe! Deinen Teil haste ja erkannt ;)!

edelweiss


30.8.02 18:38:29
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Ich mag Hetzer.

The Real Blaze


18.2.03 21:33:20
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Ja der Hetzer auf 38(t) Fahrgestell,war der gefragteste Panzerjäger an allen Fronten.Ich weiß zumindest,daß die Schweizer! auch welche hatten nach dem Krieg.
mfg The Real Blaze

waldi44


18.2.03 23:05:27
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@The Real Blaze: Arbeitest Dich durch die Themen;)!?
Jup, stimmt, ich meine das mit dem "Hetzer"!

Indy


18.2.03 23:11:52
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Gehörten zu Pz.Jg.Kp der Schweizer Schnellen Brig., wurden 1973 ausgemustert...

waldi44


18.2.03 23:20:11
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Muss man sich mal überlegen: 1973! War das nun deutsche oder tschechische Wertarbeit;)?

The Real Blaze


18.2.03 23:37:51
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Ja ich muß mich permanent einbringen:D

The Real Blaze


18.2.03 23:42:26
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Vorallem an jenen Eckpunkten der deutschen Geschichte,die dem Schicksal einen anderen Verlauf gegeben hätten.Das meine ich im großen Maßstab Weltpolitik bis zum kleineren: Kommandounternehmen oder Waffenentwicklung.
mfg The Real Blaze

Hornisse


19.8.04 23:36:50
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Mahlzeit,

ist zwar ein alter Artikel, aber ich gebe trotzdem mein Senf dazu.
Der Hetzer wurde wiklich in der Schweiz bis Anfang der 70er in der Truppe geführt.

Im Panzermuseum Munster steht so ein (rückrestaurierter auf 2WK)Model. Dieser lief sogar erst 1946 vom Band.

Petronelli


29.9.04 07:23:40
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Der Hetzer war ja ganz nett, aber 73 echt nur noch ne Zielscheibe!
Aber die Schweizer haben es nie so eilig, wenn man bedenkt, wie lange die sich schon aus Kriegen raushalten konnten!!!
Ich glaube der Schweizer Hetzer hatte eine Mündungsbremse!?
Wisst Ihr eigentlich, woher der Mythos von der Deutschen Wertarbeit stammt?
Das führt sich auf den Import Deutscher Güter im 19.Jahrundert und Anfang des 20.Jahrhunderts nach England zurück, die britische Bevölkerung nahm die deutschen Güter lieber an, da vergleichbare Innlandsprodunkte qualitativ schlechter waren! Es erfolgte eine britische Hetz-Campagnie gegen diese Produkte und es musste dann mit "Made in Germany" deklariert werden!
Dies wurde aber zum Rohrkrepierer, weil es das britische Volk eher als Werbeaufdruck sah, als als Warnung!

Die deutschen Panzer waren solche großartigen Maschinen nun auch wieder nicht (sieht man es umfassend wirtschaftlich)
Es wurde von den Alliierten ein wenig mystifiziert, weil sie keine vergleichbaren Ungetüme hatten und führt sich eher auf das Erscheinen des Tigers und Panthers als auf den PIII oder IV zurück! Die letzteren waren reine Billigheimer, ohne viel Schrägen Flächen und Gußteile!
Das lag aber vor allem daran, dass Deutschland vor allem in der Schweißtechnik gut ausgerüstet war! Mit dem Gießen hatte man es nicht so! Bessere Panzer waren auch die kleinen Franzosen R35 und 38, die schon fast Sherman-artige Merkmale und viele Gussteile aufwiesen!
Ich habe Berichte von Panzerleuten gelesen, die den 38(t) gefahren hatten! Bei Beschuss brachen teilweise ganze Panzerplattensücke aus und die Benietung wurde locker!
Alles in allem war der tschechische Stahl zu spröde!
Das Gesamtfahrzeug war aber sicher sehr zuverlässig!
Der Panzer IV wurde noch bis in die 60iger von den Syrern eingesetzt, und einige Panther fanden ihren weg in die franz. Armee, komischerweise hat man keine deutschen Fahrzeuge für andere Armeen weitergebaut!
Ich glaube die Tschechen haben den Sdkfz.250 Halbketter noch länger benutzt!
Aber rein wirtschaftlich gesehen, war der T-34 ungeschlagen und mit Funk und vielleicht einem 5.Mann hätte er wesentlich gefährlicher sein können!

Hoover


29.9.04 15:19:09
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Mal nebenbei:

Im PzMuseum Munster stehen ein Hetzer und ein schöner
Pz 38(t) (dieser ist da neu!)
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