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Fllschirmjäger

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AutorBeitrag

Kurt Tank


22.7.03 03:55:15
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Von entscheidender Bedeutung für das blitzschnelle und überraschende Vortragen der Angriffe an der Westfront waren die Fallschirmjäger der Luftwaffe unter Führung von General der Luftwaffe Student. Sie wurden an Schwerpunkten der Front von Transportflugzeugen oder mit Lastenseglern im Rücken oder in unmittelbarer Nähe des Angriffsobjekts abgestzt und bei länger anhaltenden Kämpfen aus der Luft mit Verpflegung und Munition versorgt.
Bei niederringung des holländischen Wiederstandes spielten sie eine wichtige Rolle in den Kämpfen um Den Haag und Rotterdam. Sie erzwangen den Maasübergang und sicherten die zur Sprengung vorbereitete Maasbrücke bei Moerdijk, bis deutsche Panzerspitzen als Entsatzkräfte herangeführt waren.
Eine hervorragende soldatische Leistung der Fallschirm-
jägertruppe war die Öffnung der Maaslinie bei Maastricht und die Eroberung des starken belgischen Sperrforts Eben Emael des Festungsbezirks Lüttich, das von den Belgiern für praktisch uneinnehmbar gehalten wurde. Das Fort hatte eine Besatzung von 1200 Mann, die in Kasematten und Panzerkuppeln geschützt war und über 42 Geschütze und zahllose MG verfügte. Dieses "stärkste Fort der Welt" sollten Fallschirmjäger "knacken". Das gelang genau 78 Mann, die mit Lastenseglern mitten in der Festung landeten und sie später im Zusammenwirken mit dem I. R. 151 bis zum 11. Mai mittags eroberten.
Der Handstreich auf Eben Emael war die Bewährung der jungen deutschen Fallschirmtruppe.

Balsi


22.7.03 10:59:46
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empfhle dazu das Buch von Student.. ist sehr interessant

Kurt Tank


22.7.03 20:52:06
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Danke für den Tipp!Kann ich nähere Informationen über Titel und Verlag bekommen?

The Real Blaze


22.7.03 20:55:53
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Der opferreiche Höhepunkt der deutschen Fallschirmjäger war später auf Kreta.Kreta fusste auf einer desaströsen Operationsplanung,die nur von heldenhaften deutschen Soldatentum und wendigen Improvisieren ausgeglichen wurde.Die hohe Opferzahl der FJ wurde von Hitler mit zum Anlass genommen auf eine 41' Malta OP zu verzichten.
mfg The Real Blaze

Kurt Tank


22.7.03 21:03:00
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Anmerkung:
Hab das Buch gefunden!Danke!

waldi44


23.7.03 15:06:18
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Gepostet von The Real Blaze
Der opferreiche Höhepunkt der deutschen Fallschirmjäger war später auf Kreta.Kreta fusste auf einer desaströsen Operationsplanung,die nur von heldenhaften deutschen Soldatentum und wendigen Improvisieren ausgeglichen wurde.Die hohe Opferzahl der FJ wurde von Hitler mit zum Anlass genommen auf eine 41' Malta OP zu verzichten.
mfg The Real Blaze

Nimmt man aber das millionenfache Sterben zB in Russland, war es doch wohl eher ein Klacks und dennoch gab man eine wichtige Waffengattung aus der Hand und verheizte die Elitekämpfer in sinnlosen Bodenkämpfen- das hätten andere auch gekonnt!
Andere Armeen hingegen wussten, was sie an den Fallschirmjägern hatten!

Balsi


23.7.03 15:17:48
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in Students Buch ist zu lesen, das Hitler die Fallschirmjäger als Elite und Überraschungswaffe durchaus ansah. Man war sich einig, das man diese Waffe erst einsetzen wollte, wenn es darauf ankam.. der gegener sollte nciht wissen, wie stark oder ausgereift diese Waffe in Deutschland bereits war. Doch entschloss sich Hitler die Fallschirmjäger in Norwegen und Dänemark einzusetzen, was dem Gegner Stärke und Ausbildung verriet. darüber war Student sehr erbost und die Folge waren dann schwere Verluste im Westfeldzug (Holland) und später dann auf kreta...

Kurt Tank


27.7.03 16:08:45
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Ich Zitiere Kurt Student als er im Herbst `44 das größte Luftlandeunternehmen der Alliierten in den Niederlanden abwehren mußte:"Wenn ich jemals so mächtige Mittel zu meiner Verfügung gehabt hätte!".Ironischerweise waren es Student`s Fallschirmjäger die die Einnahme u.a. der Brücke von Arnheim verhindern sollten.Obwohl seine Truppe zur Infanterie "verkümmert" war, hatten gegnerische Kommandeure hohen Respekt wenn Aufklärer meldeten das gegenüber die 7. Fliegerdivision lag.

The Real Blaze


27.7.03 18:41:45
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Das gipfelte alles in einer Fallschirmjägerarmee zum Schluß.Aber halt ohne entsprechende operative Ziele und fehlende Mittel sowas gegen Kriegsende durchzuführen.Da FJ Einsätze nur Sinn machen,wenn der Luftraum einigermaßen konrolliert ist,war diese Waffe eben nutzlos geworden.Sie waren nur noch bessere IDs,aufgrund ihrer umfassenderen Ausbildung.
Nach Kreta hätte man sie wieder vollständig und schnell aufbauen sollen,um Malta zu erzwingen.Aber da stand eben alles schon im Schatten von OP Barbarossa.
Überhaupt war das Mittelmeer eine ideale Zone,um die Kampfkraft dieser Waffe zu beweisen(die ohnehin im Westfeldzug bewiesen wurde).Nach Kreta wurde sogar ein gleiches Unternehmen gegen Zypern geplant.Die Kampfzonen waren auf jedenfall idealer als der Hals von Schlüsselburg.
mfg The Real Blaze

xxSturmPionierxx


1.8.03 18:05:16
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Gepostet von waldi44
Gepostet von The Real Blaze
Der opferreiche Höhepunkt der deutschen Fallschirmjäger war später auf Kreta.Kreta fusste auf einer desaströsen Operationsplanung,die nur von heldenhaften deutschen Soldatentum und wendigen Improvisieren ausgeglichen wurde.Die hohe Opferzahl der FJ wurde von Hitler mit zum Anlass genommen auf eine 41' Malta OP zu verzichten.
mfg The Real Blaze

Nimmt man aber das millionenfache Sterben zB in Russland, war es doch wohl eher ein Klacks und dennoch gab man eine wichtige Waffengattung aus der Hand und verheizte die Elitekämpfer in sinnlosen Bodenkämpfen- das hätten andere auch gekonnt!
Andere Armeen hingegen wussten, was sie an den Fallschirmjägern hatten!

Haben die Russen mit ihren Fallis irgendwelche wichtigen Einsätze gemacht, weil davon ist mir nichts bekannt, genauso wie bei den Italienern.

The Real Blaze


1.8.03 19:13:36
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ich weiß nur,daß die Russen nur Partisanen oder Kommandotrupps mit Fallschirmen absetzten.Generell hab ich noch nie von einer nahmhaften russischen FJ Einheit gelesen.Womöglich stack dort noch alles in den Kinderschuhen.Gut möglich,daß es dort während des 2.WK überhaupt nichts dergleichen gab.Es fehlte womöglich auch die Notwendigkeit so etwas forciert auszubauen,weil sie sich strategisch auf ihren riesigen Raum stützten.
mfg The Real Blaze

Erich


1.8.03 20:49:48
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Bei den Russen gab's so einiges:
Februar 1940 Summa / Finnland
Juni 1940 Ismail / Bessarabien
Juni 1940 Belgorad Dnestrovskij / Bessarabien
Juni 1940 Siauliai / Litauen
Jänner 1942 Fatjanowo /
Jänner 1942 Shelanja
Jänner 1942 Wjazma
Februar 1942 Rshew
Februar 1943 Noworossisk
Sept 1943 Kanew-Chodorow
April 1945 Brno / CSSR
April 1945 Prag / CSSR
August 1945 Harbin / Fernost
August 1945 Changchun / Fernost
August 1945 Shenyang / Fernost
August 1945 Jilin / Fernost
August 1945 Lüshun / Fernost
August 1945 Dalian / Fernost
August 1945 Yanji / Fernost

indy


1.8.03 22:21:25
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Die Sowjets hatten doch bei Kriegsbeginn schon die größte FJ-Armee, oder?

The Real Blaze


1.8.03 23:46:49
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Also gabs wohl doch welche.Nur wie hießen den diese Einheiten?Oder waren die irgendwo angegliedert?
mfg The Real Blaze

indy


2.8.03 01:48:33
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U.a. gabs die 7.Garde Fj Div., die am 9.5.45 noch versuchte Teile der 6.SS PzA nahe Amstetten zu stellen...zufällig gabs es auch da wieder Schußwechsel zwischen Spähtrupps derUS Army und der Roten ArmeeSmiley mit verdrehten Augen
Soweit ich weiß hatten die Sowjets 1941 schon mehrere Fj Korps - standen so mehr oder weniger sinnlos an der Grenze rumSmiley mit verdrehten Augen

xxSturmPionierxx


2.8.03 07:56:20
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Gepostet von Erich [Gast]
Bei den Russen gab's so einiges:
Februar 1940 Summa / Finnland
Juni 1940 Ismail / Bessarabien
Juni 1940 Belgorad Dnestrovskij / Bessarabien
Juni 1940 Siauliai / Litauen
Jänner 1942 Fatjanowo /
Jänner 1942 Shelanja
Jänner 1942 Wjazma
Februar 1942 Rshew
Februar 1943 Noworossisk
Sept 1943 Kanew-Chodorow
April 1945 Brno / CSSR
April 1945 Prag / CSSR
August 1945 Harbin / Fernost
August 1945 Changchun / Fernost
August 1945 Shenyang / Fernost
August 1945 Jilin / Fernost
August 1945 Lüshun / Fernost
August 1945 Dalian / Fernost
August 1945 Yanji / Fernost

Was ham den die Russen in Fernost gemacht??

Erich


2.8.03 14:04:24
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201 u. 204 FJ-Brigade, die beiden waren in Bessarabien.
Die 214 FJ-Brigade in Litauen.
2, 8, 9, 14 und 214 LL-Brigade bei Wjazma
204 LL-Brigade bei Rshew
3 und 5 LL-Brigade bei Kanew-Chodorow
Im April 1941 wurden 5 Luftlandekorps aufgestellt. Alle waren im Westen der SU stationiert. Im August 1941 wurden weitere 5 LL-Korps aufgestellt. Bei Kriegsbeginn hatte der Stalin ca. 1 Million Fallschirmjäger. Die waren sicher nicht zur Verteidigung da, das Thema hatten wir aber schon ;) Die größten Erfolge gab es aber in Fernost (Mandschurei u. Nordkorea) gegen die Japaner. Kauft euch das Buch "Geschichte der Luftlandetruppen" / Hartmut Buch / Bechtermünz. Da steht alles drinnen - fast.

Erich


2.8.03 19:02:50
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Noch was, die 1 Million FJ das war nur stalin. Propaganda :redface:

xxSturmPionierxx


2.8.03 20:09:31
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vielleicht hatte er ja seine 1 Mio. FJ, dann aber wahrscheinlich mit ner Ausbildung von ner norm. Inf. Div.:D

waldi44


2.8.03 20:38:39
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@xxSturmPionierxx:Mandschurei, nordöstl. Teil Chinas zw. Amur im N und Gelbem Meer im S, 1931 nach der japan. Besetzung in das neugeschaffene Kaiserreich Mandschukuo einbezogen. Die M. blieb bis in die letzten Kriegstage unter Kontrolle der japan. Kwantung-Armee (Yamada), einer Heeresgruppe von rd. 1 Mio. Mann, die aber von Korea bis zur Mongolei eine mehrere Tausend km lange Grenze bewachen mußte und kaum noch über Pz., Flugzeuge und schwere Waffen verfügte. Nachdem auf der Konferenz von Jalta (Febr. 1945) der Kriegseintritt der UdSSR gegen Japan drei Monate nach Kriegsende in Europa vereinbart worden war, kündigte Moskau am 5.4.1945 den Neutralitätspakt mit Tokio und ließ seit Mai an der Grenze von M. die Transbaikal- (Malinowski), die 1. (Merezkow) und die 2. Fernostfront (Purkajew) mit 10 Schützenarmeen und der 6. Garde-Pz.armee, insges. 1.5 Mio. Mann, aufmarschieren. Japan. Bitten um Vermittlung eines Waffenstillstands mit den USA wurden von Stalin verschleppt, der um seinen Anteil an der Beute fürchtete. Nach Abwurf der Atombombe auf Hiroshima (6.8.1945) erklärte er daher umgehend Japan den Krieg und ließ seine Truppen seit 9.8. aus 3 Richtungen in die M., die bis 18.8. völlig besetzt wurde, und Korea einrücken, 21.8. Kapitulation der Japaner.
http://www.infobitte.de/free/lex/ww2_Lex0/m/mandschurei.htm

Casi


18.10.03 21:32:50
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hallo alle...
... hab da auch noch was in meiner "bibo" gefunden:
"Deutsche Fallschirmjäger im 2. Weltkrieg" von Franz Kurowski ISBN 3-85001-475-4, ist ein sehr empfehlenswertes buch von den anfängen bis nach 45´
gruß, casi:grabsch:

Balsi


19.10.03 08:49:50
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der gute Franz Kurowski ist in Historikerkreisen und nicht nur dort.. mehr als nur verschrien... einen Kurowski würde ich persönlich auch nicht empfehlen.. die Informationen aus seinen Büchern sind gänzlich zusammengeschrieben. Bspw. stehen in der Quellenliste Bücher die er geschrieben hat unter anderen Pseudonymen... immer sehr verdächtig... gerade bei Kurowski immer vorsichtig sein.. einzig die Armee Wenck Scharnhorst Buchkameradschaft soll wohl brauchbar sein.. da frühes Werk.. die neueren datums sind mir zu schlicht
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