Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

He 177 V38 "der deutsche Atombomber"

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

indy


19.8.03 00:08:15
Direktverweis
Um etwaigen Spekulation vorzubeugen, wonach die He 177 V-38 deutschlands "Atombomber" werden sollte, hier ein kurzes Statement:
Die He 177 A-5, Werk Nr. 5500002, wurde 1944 in Lizenz von den Arado Werken i. Brandenburg gebaut.
Das Flugzeug mit der Kennung KM+TB wurde amtlich erstmals am 27.4.44 als Versuchstr*ger genannt.
Aufgabe war die Erprobung der Funk Mess Ger*te FuMG 200 und FuMG 216.
Ausserdem wurde der A-1Stand (Kabinenfront)mit einem 13mm MG 131 Zwilling ausger*stet.
E-Stelle war Werneuchen.
Ab Herbst *44 wurde vom RLM befehl erteilt die He 177-Best*nde zu verschrotten...Treibstoffmangel und all. Luftherrschaft f*hrten dazu.
Dies betraf unter anderen die KG 40 (und KG 100 "Hindenburg"?).
1943/44 wurde mit der konstruktion des 4-strahligen Junkers Fernbombers Ju 8-287
begonnen. Die Ju 287 hatte erstmals einen Bombenschacht der nahezu alle dt. Abwurfwaffen aufnehmen konnte.
U.a. Fritz-X, 2 SC2000, 2x SC1000, 2x BT (RVT 294), 12x SC250, 48x SC50
Ein derart gro*er und vielseitiger Bombenschacht war bei keinen anderen Dt. Kampfflugzeug vorhanden - und musste vorher getestet werden.
Da in einer normalen Attrappe die Abwurfbedingungen nicht untersucht werden konnten, musste ein Testflugzeug her.
Laut Junkers Konstruktions-B*ro Entwurf, Freytag, 15.9.1944, waren u.a. 2 He 177 als Erprobungstr*ger vorgesehen:
1 He 177: Erprobungstr*ger f*r Ju 287 Fahrwerk;
1 He 177: Erprobungstr*ger f*r Ju 287 Bombenschacht und Abwurfeinrichtung.
Sebtember *44 wurde die Entwicklung der Ju 287 angebrochen, J*ger hatten vorrang!
Anfang M*rz *45 kommt man pl*tzlich wieder auf die Idee 100 St*ck der Ju 287 bis Sebt. 45 zu bauen - ob J*ger nun nicht mehr wichtig waren??
Am 8.5.45 wurde die He 177 A-5 V38 in Prag Ruzine von all. Truppen erbeutet - dort werden auch mind. 3 Fotos der V-38 geschossen.
An der Maschine ist auff*llig:
Bombenschacht stark verl*ngert, vom Ende der Kanzel bis zu ende der Tragfl*che!
Die Tragfl*chen sind abgenommen, unterer Teil der Kanzel ist abmontiert.
Ausserdem befinden sich auf der rechten Seite ein kleines Fenster am Ende der kanzel(Kamerafenster?),
In der Kabine befindet sich vorn-mittig ein kreisrundes Loch (MG Zwillings-*ffnung?).
An der rechten Kanzelseite ist etwas mit wei*er Farbe aufgebracht: Ein kurzes Wort, ein langes, Ausrufezeichen; darunter langes, kurzes und wieder langes Wort; darunter ein langes Wort.
Die Maschine befindet sich in schlechtem Zusatand, da der Flugplatz erst vor kurzem angegriffen wurde.
Fest steht das die Heinkel von den Letov-Werken umgebaut wurde, diese betrieb auf dem Flugplatz Ruzine eine gro*e Werft...haupts*chlich wurden umbauarbeiten von Junkers Maschinen durchgef*hrt.
Letov war weiterhin Teilehersteller der Junkers AG.
Bei genauerer Begutachtung des Bombenschachts f*llt die *hnlichkeit zu dem Schacht der Ju 287 auf - auch die L*nge stimmt *berein!
Das bedeutet das es sich bei der sagenumwogenen V-38 nicht um den dt. Atombomber, sondern um den Erprobungstr*ger f*r die Ju 287 handelt.
Ob die Maschine nun im sp*tsommer oder bei Kriegsende umgebaut wurde kann ich nicht sagen.
Davon mal abgesehen, ob nun Erprobungstr*ger oder doch nicht, w*re ein derartiger Umbau sinnlos gewesen.
Einer der HAuptbef*rworetr der "Atom-Heinkel", Friedrich Georg, geht davon aus das die auf Hiroshima abgeworfene Bombe deutscher Herkunft sei. Ihm zufolge war die V-38 dazu ausersehen diese Bombe zu transportieren.
Die Hiroshima Bombe (oder vergleichbares) h*tte nur 50-70% des Bombeschachtes beansprucht, ausserdem guckte der unter Teil noch "raus" und hing im Fahrtwind!
Aerodynamisch sicher nicht g*nstig :D
Quellen:
Horst Lommel, "Ju 287"
Friedrich Georg, "Hitlers Siegeswaffen Bd I"
Wagner, "Hugo Junkers - Pionier der Luftfahrt"
Herwig, "Geheimprjekte der Luftwaffe Bd II"

The Real Blaze


19.8.03 16:49:42
Direktverweis
Nun ich sehe das genauso.Es war kein Atomträger,weil auch nicht absehbar war wann es eine funktionierende deutsche Atombombe geben wird.Zum anderen gab es ja auch die He 177 A-7,die im Nonstopflug nach Japan überführt werden sollte um dort in Lizenz nachgebaut zu werden.(1946 auf der englischen kriegsbeuteschau in Farnborough ausgestellt)Sie wäre wohl noch prädestinierter gewesen als A-Träger.
Ich weiß nicht ob überhaupt ein Durchbruch im deutschen A-Bombenbau absehbar war,aber selbst wenn hätte ihr Einsatz Deutschlands grausames Ende nur noch verschlimmert.Ein ausgelöschtes London oder Moskau hätte niemals für den Sieg oder die Verhinderung der bedingungslosen Kapitulation gereicht.Sie wäre militärstrategisch zu spät gekommen.Und sie hätte nur noch die ansich schon hirnlosen Racheaktionen vervielfacht.
mfg The Real Blaze

indy


19.8.03 18:17:27
Direktverweis
An der Atombombe wurde bis Kriegsende geforscht.
U.a. ´durch die SS, die RPF (Reichspostforschungsanstalt Miersdorf), Amt für psysikalische Sonderfragen, Gruppe Diebner HWA, Gruppe Manfred v. Ardenne.
Heisenberg forschte "nur" am Reaktor für Energieerzeugung...u.a. seine Zeugenaussagen zum dt. A-Programm führten dazu, das man öffentlicherseits weiterführende Forschung für Humbug hielt.
Heisenberg sagt man habe in Dt. nie an A-waffen gearbeitet - und jeder glaubts.
Ähnliches gillt auch bei Speer...aber wer hätte zugegen an so einer Waffe geforscht zu haben, wo man doch mittlerweile von Hiroshima gehört hatte - lieber einen auf "anständiger Wissenschaftler" machen.

Zum theoretischem Einsatz:
London u.ä. Ziele wären mit Sicherheit nicht angegriffen worden...da war das Risiko viel zu groß, das am nächsten Tag ein paar tausend 4-mots Giftgas ins Reich bringen.
Daher wäre es sinnvoller gewesen, dass die Bombe auf irgendein kleines Ziel eingesetzt wird, z.B. RAF Flugplatz, das eine geringe Zahl an opfern fordert, aber die möglichkeiten der Waffe aufzeigt.
Dann seperat-Friedenmit den Westall., und alles was in Italien und im Westen steht schnellstmöglich gen Osten in Marsch setzen.

The Real Blaze


19.8.03 21:04:29
Direktverweis
Ja da ist was dran,um sich eine weiße Weste zu erhalten.Ich kann mich noch gut an den russischen Befreiungszyklus (Filme)erinnern.Da kam eines Tages Otto Hahn zu Hitler und bot ihm an eine Atombombe zu bauen.Das seltsame an dieser russischen Geschichtsversion war,daß Hitler nicht Begeistert einwilligte sondern ablehnte! Begründung: Seine Wehrmacht würde auch ohne soetwas siegen...
zum theoretischen Einsatz: als man nun heimlich an der A-Bombe baute,gab es sicherlich schon Zielelisten.Da wäre es schon interessant herauszubekommen,was man damit noch bewirken wollte.Also ob da noch Realismus vorhanden war oder die Endsiegphrase wirkte.Ich meine da nicht Hitler sondern die Leute um dieses Atomprogramm.Also was sollte ein Atomschlag wo bewirken,was war vorgesehen.Gehen wir mal vom A4 Einsatz aus.Da war London das wichtigste Ziel,danach Antwerpen usw.Man kann also an Hand des A4 Einsatzes und der relativ günstigen Nähe schon London als Hauptziel wählen,danach wohl das schwierigerer Moskau.Falls etwas noch fertig geworden wäre,hätte es spätestens im März45 eingesetzt werden müssen um dadurch die Wirkung zu demonstrieren.Scapa Flow wäre da wohl am eindrucksvollsten und am wenigsten gegen die Zivilisten gerichtet gewesen.Norwegen war ja noch deutsch.Wäre die Bombe kurz vor Schluß fertig geworden,wo ohnehin kein Verhandlungsspielraum mehr vorhanden war,hätte man sie ohne Zweifel nach London geschickt und sei es nur Hamburg,Dresden,Köln usw zu rächen.Insgesamt räum ich Demonstrationszielen ohnehin keine Chance ein,dafür war Hitler und seine Paladine zu radikal.Wahrscheinlich wäre nur Jodl gegen so ein Ziel gewesen.Aber nur-und das ist das Dilemma, wenn ihm bewußt gewesen wäre,welche Wirkung diese Bombe hatte.
mfg The Real Blaze

Axel43


20.8.03 03:59:58
Direktverweis
Träumereien...

The Real Blaze


20.8.03 16:06:15
Direktverweis
Halt dich doch raus,wenn dir das Thema nicht passt!:(
The Real Blaze

indy


20.8.03 21:09:19
Direktverweis
Hi!
Also ein Zielplan existiert schon, und zwar von New York.
Abgebildet ist ein Karte von Manhatten; Mittelpunkte (Ort der Explosion) liegt 2,5km nördlich vom "südlichen Zipfel" der Halbinsel.
Auf diesem Punkt ist ein Belagsdichte von 1.9610 hoch 8 kcal/km² beschrieben.
Von dort aus befindet sich im Radius 1km der "2. Zerstörungsgrad" mit einer Belagsdichte von 1410 hoch 8 kcal/kg.
In einem Radius von 1-4km ("1. Zerstörungsgrad")um den Zielpunkt liegt eine Belagsdichte von 710 hoch 6 kcal/km² vor.
Die Karte stammt höchstwarscheinlich aus dem Jahre ´44 und stand im Zusammenhang mit der Interkontentalrakete A-9/A-10 bzw. dem Sänger Orbitalbomber (DFS Geheimbericht UM 3538 Aug. 1944).
Vorausgesetzt die Karte ist echt (ermittlungen laufen...)
kann es sich um keine normale dt. Bombe gehandelt haben - die Zerstörung zieht sich über ganz Manhatten hin - es muss sich also um eine Atombombe gehandelt haben.
Die Hiroshima Bombe hatte übrigens recht ähnliche (bzw. die gleichen) Vernichtungsausdehnungen (20 kT Bombe).
Hab leider keinen Scanner...aber vielleicht könnte der Herr Nast den Zielplan reinstellenSmiley mit Danke-Schild

The Real Blaze


21.8.03 16:54:56
Direktverweis
Falls die echt ist,ist es wohl ein recht ehrgeiziges Ziel gewesen.Um mit einer A4 Rakete nach New York zu schießen gab es ja auch diesen U-Boot Raketen-Tender Bau.Ich hab da sogar Fotos gesehen,er war also schon fertig gebaut!
Wahrscheinlich ist die Zielkarte entstanden(vorausgesetzt sie ist echt),als die A-Bombenforschung wohl einen großen Schritt nach vorn gemacht hat und man mit einem erfolgreichen Durchbruch rechnen konnte.
Jetzt muß man sich wohl auch Gedanken machen,ob die deutsche Raketenentwicklung wohl weiter entwickelt gewesen wäre,wenn Hitler nicht so hemmend gewirkt hätte.Hätte es noch zu einer mehrstufigen Rakete gereicht?
mfg The Real Blaze

Axel43


21.8.03 23:40:31
Direktverweis
...hat man sich mal überlegt, wie eine atombombenbewaffnete He177 den langen Flug an die amerikanische Ostküste hätte überleben können ? Es ist ja nicht zu erwarten, daß die Amerikaner müßig zugeschaut hätten, wie so ein Trumm sich stundenlang nähert - vorausgesetzt, daß die Maschine sich überhaupt hätte solange in der Luft halten können. Und SO einfach war die Sache mit dem Uboot und der V2 schon lange nicht. Da war der konventionelle Bodeneinsatz der Rakete immer noch problematisch genug, von UBoot und Schleppbehälter einzeln und als Kombination schon garnicht zu reden.

indy


22.8.03 23:14:45
Direktverweis
Niemand hat behauptet, dass die He 177 das Bömbchen nach NY transportieren sollte - obwohl es möglich gewesen wäre, Luftbetankung!
Ansonsten denke ich nicht das irgendwelche V-Waffen (V1/2) atomare Gefechtsköpfe transportiert hätten!
-Nutzlast zu klein (830/720kg)
-Reichweiter zu klein
-unzuverlässig
...
Wenn schon dann mit Ar-234 oder Ju 287.

Axel43


24.8.03 03:14:26
Direktverweis
Es geht hier nicht um Reichweite an sich (auch wenn eine Luftbetankung am Stand der deutschen Technik und praktischen Möglichkeiten Anno 44 u 45 nicht realistisch scheint, vom enormen Suff der Turbinenbomber ganz abzusehen !)sondern um das Problem ein Flugzeug über den Atlantik zum Einsatz zu bringen, gegen eine Abwehr, die schon stundenlang vorher in Bereitschaft liegen kann und auch schon weit vor der Küste abfangen kann (P51) !

The Real Blaze


24.8.03 19:18:15
Direktverweis
Ja mit einem Flugzeug ohne Begleitschutz war das wohl ein Problem,was man wohl realistisch einschätzte.Hätte es noch zu einer mehrstufigen Rakete mit entsprechendere Nutzlast gereicht wäre auch sie ausnahmslos als Trägermittel in Frage gekommen.Die Treffsicherheit hätte ausgereicht eine Stadt von der Größe Newe Yorks zu treffen,egal in welchen Sektor.Eine Abwehr dagegen gab es nun mal nicht und die Wirkung wäre wohl(abgesehen vom spekulativen Kriegsausgang)noch eindrucksvoller gewesen als ein einfacherer Angriff gegen London.
mfg The Real Blaze

indy


24.8.03 23:45:07
Direktverweis
Gepostet von The Real Blaze
.Die Treffsicherheit hätte ausgereicht eine Stadt von der Größe Newe Yorks zu treffen,egal in welchen Sektor.

DAs stimmt schon, nur wer versichert das das Teil überhaupt über den Atlantik kommt?
Funktioniert der Start?
Die Trennung von der 1.Stufe?
Evtl. Eintauchverleger?
M.E. zu gefährlich.

@Axel
Bereits 1943 sind in dt. >erfolgreiche< Luftbetankungsversuche durchgeführt worden!
Fast alle dt. Fernbomberprojekte aus 43/44/45 sollten zur Reichweitensteigerung luftbetankungsfähig sein!!!
Vorausgesetzt Waffe ist vorhanden, brauch ich eine umgebaute He177A7 und nach möglichkeit 2 Tankflugzeuge.
Start von Norwegen aus...warscheinlichkeit ist gering das da im Atlantik Mustangs auf Streife sind und Flugzeugträgern kann man ausweichen.
Kurz vor der US-Küste is es eh zu spät...

indy


24.8.03 23:45:23
Direktverweis
Gepostet von The Real Blaze
.Die Treffsicherheit hätte ausgereicht eine Stadt von der Größe Newe Yorks zu treffen,egal in welchen Sektor.

DAs stimmt schon, nur wer versichert das das Teil überhaupt über den Atlantik kommt?
Funktioniert der Start?
Die Trennung von der 1.Stufe?
Evtl. Eintauchverleger?
M.E. zu gefährlich.

@Axel
Bereits 1943 sind in dt. >erfolgreiche< Luftbetankungsversuche durchgeführt worden!
Fast alle dt. Fernbomberprojekte aus 43/44/45 sollten zur Reichweitensteigerung luftbetankungsfähig sein!!!
Vorausgesetzt Waffe ist vorhanden, brauch ich eine umgebaute He177A7 und nach möglichkeit 2 Tankflugzeuge.
Start von Norwegen aus...warscheinlichkeit ist gering das da im Atlantik Mustangs auf Streife sind und Flugzeugträgern kann man ausweichen.
Kurz vor der US-Küste is es eh zu spät...

Axel43


25.8.03 02:56:57
Direktverweis
Mit Luftbetankung wurde schon in den 20iger und 30iger Jahren experimentiert, das ist also nichts neues. Aber ehe man soetwas im militärischen Einsatz sauber ausführen kann, braucht es schon etwas mehr, als was die Luftwaffe in den beiden letzten Kriegsjahren zustandebringen konnte. Dazu kommt dann noch die totale Luftüberlegenheit der Alliierten über dem Atlantik, und - wie gesagt - die enorm lange Anflugzeit, die der Verteidigung alle Vorteile der Zeit gibt. Na, und gerade das "Reichsfeuerzeug" war auch nicht ein erfolgversprechender Typ !
Eine mehrstufige Rakete ist selbstverständlich eine ganz andere Sache, aber dazu fehlte den Deutschen noch recht viele Jahre, um vom Rißbrett zum Starttisch zu kommen.

indy


25.8.03 20:52:44
Direktverweis
Die Luftbetankung war einsatzfähig!
Es mangelte nur an Treibstoff.
Und wo war im Atlantik alliierte Luftherrschaft:Schulter:
Nur weil da ein paar Flugzeugerträger die Geleitzüge gesichert haben?
Und die letzten Varianten der He177 (Höhenbomber, A7) waren der B-29 recht ähnlich.

Axel43


26.8.03 21:24:31
Direktverweis
Über dem Atlantik flogen die Alliierten, wie sie wollten, soweit es eben technisch möglich war. Man schaue sich nur an, was mit den deutschen Ubooten geschah ! Dazu kommt noch, daß die Alliierten bei Ultra fein mithörten, also schon vorgewarnt wären. Nee, da wäre nichts deutsches mehr durchgekommen. Schon die leiseste Andeutung, daß die Luftwaffe einen Amerikabomber hätte, hätte die entsprechenden Gegenmaßnahmen ausgelöst.

The Real Blaze


26.8.03 21:42:21
Direktverweis
Ist zwar alles schön und gut,daß man glaubte immer in Bilde zu sein.Doch so doof bei einem solchen Projekt wenn es fertig gewesen wäre,waren die Deutschen damals auch nicht.
Kleines Beispiel: da man ahnte,daß die Alliierten wohl vieles über den deutschen U-Boot Krieg wußten,ging für bestimmte Operationen,so wie der Operation Paukenschlag keinerlei Funkverkehr voraus.Da wurde nur brieflich instruiert,mit massiven Überraschungserfolg!
Einen flächendeckenden Radar über den Atlantik gab es nicht.Falls da was angelaufen wäre,wäre es wohl purer Zufall gewesen,davon etwas zu erfahren.Du hättest eine Nadel im Heuhaufen finden müssen!
mfg The Real Blaze

indy


27.8.03 15:19:48
Direktverweis
@Axel
Ich glaub ja kaum das die Amis die He-177 mit den B-24 U-Jägern abgefangen hätten:D
Und an Flugzeugträgern schipperten im Atlantik eh nur die kleinen Geleitträger...
Es gab ausserdem ausser Enigma noch mehrere Möglichkeite´n eine Nachricht sicher zu übertragen...kann mir den "Schock in den Ardennen" sonst schwer erklären.
Und so toll kann das alles nich gewesen sein - sonst wäre die Ju390V-2(?) im Frühsommer´44 nicht vor die US-Ostküste geflogen:grabsch:

Axel43


28.8.03 01:45:12
Direktverweis
Es wäre für die Amerikaner sehr einfach gewesen, ihre Blimps auf Luftvorwarnung umzufunktionieren. Und Langstreckenabfangjäger ! Na, probieren wirs mal mit der Lightning und ein paar Zusatztanks, da brauchen wir garnicht die Träger beanspruchen.
Auch ansonsten waren die Alliierten sehr gut über deutsche Flugzeugprojekte informiert. Die Me262 z B war ganz und garkeine Überaschung.
Im Übrigen ist es ernüchternd, die UBootsverluste der beiden letzten Kriegsjahre zu studieren.

indy


29.8.03 20:37:10
Direktverweis
Das kannst du nich vergleichen...es würde hierbei nicht um Massenangriffe gehen, sondern um ein Flugzeug, was eine Bombe abwirft.
Für Massenangriffe wäre ende 1945 die Ju 287 zum Einsatz bereit gewesen...

waldi44


29.8.03 20:43:27
Direktverweis
Mal eine Frage: Es gab doch reichlich Beuteflugzeuge aller Typen. Hätte man nicht damit was unternehmen können? Ich weiss, ein Flugzeug ist kein Panzer, aber immerhin...Smiley mit verdrehten Augen

indy


30.8.03 20:35:26
Direktverweis
Wäre auch ne möglichkeit...einfach ein paar Mann vom KG200 mit ner Beute B-17 nach Amiland zurückschicken.

Erich


30.8.03 23:32:44
Direktverweis
Jooo ! z.B. als SO-Männer, von der Flugstaffel "Leonidas" :idee:

Axel43


31.8.03 02:39:35
Direktverweis
Vielleicht sollten die Herren doch mal ein paar Mal über den Atlantik hin und zurück fliegen, um einen Eindruck davon zu bekommen, was es sogar heute noch bedeutet. Auch eine B17 oder eine B24, mit entsprechender Last, wäre dazu nicht geeignet gewesen. Die Amerikaner haben ja ihre B29 eingesetzt, und die war eine ganz andere Sache...

Quintus


31.8.03 07:15:07
Direktverweis
1985 recherchierte ich umfangreich zusammen mit W. Owtschinnikow bezüglich der Erstellung eines 12-Teiligen Zeitschriftenartikels zur Vorgeschichte des Bau der Atombombe (dem sollte ursprünglich ein Buch folgen) (Auszug aus Artikel: Schweres Wasser).
Dabei fanden wir heraus, dass etliche deutsche Agenten in den USA abgesetzt worden waren, die geeignete Ziele für eine Bombardierung (nicht mit Atombomben!!! Sondern mit V1 u. V2) ausmachen sollten. Die Amerikaner machten regelrecht Jagt auf die Agenten, am Ende haben sie auch alle gestellt.
Das wollte ich nur mal so am Rande erwähnen.
Was wir bei unseren recherchen überhaupt nicht fanden, waren Beweise, dass die Deutschen je in der Lage waren (bis 1945), wenigstens annähernd eine Atombombe herstellen zu können - theoretisch aber waren sie nicht allzuweit entfernt!
Die Gruppe um Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und anderen Physikern versuchten allerdings auf einen Truppenübunsplatz in der Nähe Berlins einen experimentellen Uranreaktor zu entwickeln.
Der Bedarf der Laborforschung in Deutschland konnte ausreichende gedeckt werden: Uranerz aus Jachymov in Tschechien, in Belgien erobertes kongolesische Erz, schweres Wasser aus Norwegen (konnte allerdings am Ende nicht ausreichend beigebracht werden - siehe Link oben: Auszug aus Artikel).
Dieses Potential hätte (theoretisch) sogar ausgereicht, ein Projekt in der Größenordnung eines "Manhattanprojektes" zu iniziieren!
Allerdings verwies schon Heisenberg am 4. Juli 1942 in einer Konferenz auf die begrenzten Möglichkeiten der deutschen Wirtschaft. Zur Schaffung einer sich selbst erhaltenen Kettenreaktion seien mindestens zehn Tonnen metallischen Urans und fünf Tonnen schweren Wassers erforderlich. Ausserdem sei bisher kein zuverlässiges Verfahren zur Trennung der Uranisotope gefunden worden. Überdies erfordere dieser Prozess eine gewaltige Menge an Elektroenergie. Kurz gesagt, für die Entwicklung einer Uranbombe seien nicht Monate sondern Jahre erforderlich - mindestens drei bis fünf Jahre!
Fazit: Bei solcher Entwicklung und bei solchen Prognosen, kann es garnicht sein, dass man Potential darauf verschwendete, einen A-Bomber zu bauen, oder irgendein Flugzeug dafür zu konstruieren oder umzubauen (wie auch immer), welches geeignet wäre, eine solche A-Bombe zu transportieren - ganz zu schweigen davon, dass Niemand sagen konnte, wie groß und wie schwer eine solche Bombe werden wird!

The Real Blaze


31.8.03 15:19:36
Direktverweis
Nun falls Deutschland die Zeit für einen Bombenbau bekommen hätte(anderer Kriegsausgang)wären wir in der Lage gewesen ausreichend Uran für A-Bomben zu fördern.
Jachymov zu deutsch besser im Erzgebirge bekannt als Sankt Joachimsthal liegt am Südhang des Erzgebirges im damaligen Sudetenland.Nach Kriegsende fand man aber viel mehr Uran(Pechblende),im sächsischen Erzgebirge,was die Wismut(bergbaukombinat mit russischer Beteiligung)in mehreren Gruben förderte.Die wohl bedeutenste Grube lag in Schlema in der Nähe des "radiologischen Kurbades"(ein Heilbad was mit Pechblendewasser arbeite,und europaweit beliebt war vor Kriegsende).Noch während der Förderung mußte dann dieses Kurbad,dem Jungbrunneneigenschaften zu geschrieben wurden geschlossen werden,weil die Quelle versiegte.(Es war ein einzigartiges Wasser mit eben einen radiologischen Anteil-nicht zu viel von Pechblendeanteil,aber genau richtig um zu helfen)
Die geförderten Tonnen von Uran(Pechblende)wurden sämtlich nach Russland tranportiert und halfen mit in der damaligen DDR einen vergleichsweise bescheidenen Wohlstand zum restlichen roten Osten zu halten)Die Kehrseite: Zig tausend Bergbauleute erreichten nicht das Rentenalter, sie wurden gelockt mit billigen Schnaps und vorgezogenen Zuteilungen in Form von Eigenheimbau und Fahrzeugen.
(Ost)Deutsches Uran war also in den russischen späteren Atombomben,was eben auch deutsche Atombomben hätten sein können.
mfg The Real Blaze

indy


31.8.03 15:42:17
Direktverweis
Vorab:
Ich hab die These von wegen He 177V38 = dt. Atombomber wiederlegt; alles andere waren Reaktionen auf Axels Post vonwegen unmöglichkeit eines Angriff gg. USA

-->dass etliche deutsche Agenten in den USA abgesetzt worden waren, die geeignete Ziele für eine <--
...und bei den ausgewählten Zielen sollten dann Funksender versteckt werden...in die V-1 wurde ein Zielsuchgerät eingebaut, welche auf diese Funkstrahlen anspricht und so automatisch ins Ziel fliegt.
Die US-Dienstsellen hätten da aber gute Chancen gehabt soetwas zu unterbinden; schließlich musste die V-1 ja erstmal ein paar tausend km mit dem U-Boot zurücklegen.
Ein Bomberangriff wäre also erfolgversprechender gewesen!
Komischerweise hatte man es kurz vor Kriegsende(Anfang´45) noch ziemlich eilig neue Fernbomber an die Front zu bringen.
Hierzu zählen die Ju287, von der bereits mehrer V-Muster in bau waren (V1 - V3 waren schon fertig!) sowie die Ho XVIII B-2 - der "Amerikabomber".
Nochwas erstaunt: ende ´44 war Sänger´s Orbitalbomber wieder wichtig!
-->Die Gruppe um Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und anderen Physikern versuchten allerdings auf einen Truppenübunsplatz in der Nähe Berlins einen experimentellen Uranreaktor zu entwickeln. <--
Du meinst die Diebner-Gruppe in Gottow!?
Und was ist mit der Gruppe Stetter; der Reichspostforschungsanstalt unter Rehbein; der Anstalt f. Psysikalische Sonderfragen; Manfred v. Ardenne; evtl. noch eigenständige Gruppen der SS?
-->schweres Wasser aus Norwegen (konnte allerdings am Ende nicht ausreichend beigebracht werden - siehe Link oben: Auszug aus Artikel). <--
sorry Thorsten - ich kann nicht hellsehen was im dem II. oder III. Teil hätte folgen sollen :D (Mangel herschte doch nur beoi Heisenberg)
Deuterium sollte wohl schon im Herbst in Österreich via fraktionierter Destillation gewonnen werden...da is dann nichts mehr mit "enormer Energieaufwand" usw.
Ob die Anlage dann anderweitig aufgebaut wurde, oder man probleme mit dem Verfahren hatte kann ich nicht sagen...das o.g. Schwerwasser-Werk in Österreich wurde erst kurz vor Kriegsende noch fertiggestellt.
-->Fazit: Bei solcher Entwicklung und bei solchen Prognosen, kann es garnicht sein, das<--

Die Prognosen waren anscheinend nicht düster genug - sonst wäre die kernphysikalische Forschung nicht mit hohen und höchsten Dringlichkeitsstufen belegt worden ('DE','SS')
Wieso eigenes Flugzeug für sowas konstruieren?Oder doch...mir sind diese 3800kg Bombenlast beim Orbitalbomber schon immer ein Dorn im Auge gewesen:D
Und wa ist mit dem weiter oben genannten Trefferplan?
U.a. zu bewundern in Hahn, Fritz "Die Waffen u. Geheimwaffen d. Dt. Heeres"; Herwig, Dieter "Geheimprojekte der Luftwaffe Bd.II"
Man konnte die Auswirkungen einer solchen Bombe anscheinend schon zu Papier bringen...dann wird man auch erechnet haben können wie groß die Waffe werden wird...

mfg Phillip

indy


31.8.03 15:46:05
Direktverweis
Kriegsausgang)wären wir in der Lage gewesen ausreichend Uran für A-Bomben zu fördern.

Wieso?
Uran gabs...musste aber von U238 in U235 umgewandelt werden...z.B. in einem Natur Uranreaktor.

Axel43


31.8.03 20:11:56
Direktverweis
1. Alle deutschen Agenten in den Staaten wurden binnen Kurzem geschnappt. Restlos.
2. Die V1 hatte auch von festen Landbasen schon große Probleme mit der Zieleinrichtung. Die Streuung war enorm.
3. Man vergleiche mal den finanziellen Einsatz der USA in der Atombombenforschung mit dem, was das Reich auf die Beine bringen konnte.
zurück zur Themenübersicht