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V2

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AutorBeitrag

Balsi


20.1.02 23:26:20
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Wie das doch alles zuzsammenhängt ...am 17. August 1943 bpmbardieren 571 viermot. Peenemünde und zerstören dadurch einen erheblichen Teil der V2 Forschung... die weitreichend Folge war, das die V2 Produktion im Juni 1944 nicht so weit war Ziele zu bombardieren... Eisenhower schreibt in seinen memoiren... hätten die Deutschen 1944 die Möglichkeit gehabt mit der V2 Portsmouth oder Southampton zu beschiessen...hätte man die Invasion abblasen müssen...

Gast


21.1.02 16:53:53
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Hää?? man hatte doch schon Ende 43 (?) die Möglichkeit diese Beiden Städte in Massen mit der V1 zu beschießen. Und warum muss man die Invasion abblasen wenn mal einmal am Tag ne V2 irgendwo in der Stadt einschlägt??
Versteh ich irgendwie nciht.

Knut


21.1.02 16:55:04
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Wieso musste ich mcih denn Einloggen??? Naja, das was da von dem Gast kam ist von mir ;)

waldi44


21.1.02 18:16:58
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Mit dem Aggregat 4 wird die erste Großrakete entwickelt, die eine Nutzlast über weite Strecken tragen kann. In diesem Fall sollen es natürlich Bomben sein, schließlich finanziert das Heer das ganze Vorhaben. Doch plötzlich steht die gesamte Peenemünder Raketenentwicklung in Frage. Raketen sind als Waffen nicht mehr interessant. Auf "Führerbefehl" wird Peenemünde sogar aus der sog. "Dringlichkeitsliste" gestrichen die bisher die großzügige finanzielle Unterstützung der Raketenentwickler garantiert hatte - Hitler sah die Raketenentwicklung als nutzlos an. Von Braun ist sich sicher, dass seine Arbeit nun beendet sein würde und der Traum der Großrakete für Weltraumflüge für ihn vorbei war. Doch es kam anders, die Mittel zur Weiterentwicklung wurden bewilligt nachdem der Peenemünder Chef, Oberst Walter Dornberger, alle übergeordneten Stellen von der Eignung des A4 überzeugt hatte. Im Frühjahr 1942 steht das erste Aggregat 4 zum Abschuss bereit. Ganze 14 Meter hoch und fast 14 Tonnen schwer soll sie mehrere Kilometer Höhe erreichen. Doch die Rakete explodiert kurz nach dem Start und sackt auf den Boden zurück. Schon im Sommer starten weitere A4. Sie erreichen viele Kilometer Höhe und sogar Geschwindigkeiten von Mach 2 (zweifache Schallgeschwindigkeit). Das A4 war dafür ausgelegt 1 Tonne Nutzlast 250km weit zu tragen. Hierzu entwickelten die Triebwerke einen Schub von rund 25 Tonnen. Doch für den Peenemünder Teststand 7 hatte die Truppe um von Braun schon weiter gedacht: Er konnte 100 Tonnen Schub verkraften. Schon im Oktober 1942 fliegt ein A4 bei Mach 5,4 in 90km Höhe. Es ist der erste Griff in den Weltraum. Die weiteste Strecke die bei Tests zurückgelegt wird, liegt 1942 bei fast 290km. Zur gleichen Zeit fallen die Alleierten in der Normandie ein und Deutschlands Niederlage zeichnet sich ab. Nun soll doch noch die Stunde der Raketen als Waffe schlagen. 1944 arbeiten 18.000 Mitarbeiter in Peenemünde. Nach langem hin und her erhält die A4-Entwicklung die höchste Dringlichkeitsstufe. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Raketen scheinbar tatsächlich lange Zeit zwar von hohen Stellen des Heeres, nicht jedoch von Hitler , als ernstzunehmende Waffe in Betracht gezogen wurden. Ab Februar 1944 verlassen die ersten von Zwangsarbeitern gefertigten V2 die Fertigungsstätte der sogenannte "Mittelwerk GmbH" in Nordhausen. Tausende Deutsche Techniker und Heeresmitglieder überwachen die Arbeit der 40.000 Gefangenen die unter Tage in einem über 100.000 Quadratmeter großen unterirdischen Bau in Dunkelheit und bei schlechter Versorgung die V2 montieren. Jede 30. V2 wird in Peenemünde kontrolliert um Sabotage auszuschließen.
http://www.raumfahrtgeschichte.de/space1/peenemuende1.htm

waldi44


1.6.02 22:03:09
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Quintus


2.6.02 04:28:16
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Quasi als Ergänzung zum Thema V-Waffe zitiere ich aus meinen ca. 18 Jahre alten handschriftlichen Aufzeichnungen wie folgt:
**Am 13. Juni 1944 lautete eine Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht: "Heute, um ein Uhr zwanzig, hat das Vergeltungsschießen gegen London mit der neuartigen Waffe V1 begonnen".
Durch diese Wunderwaffe sollten die Engländer nicht nur moralisch, sondern auch militärisch an den Rand des Abgrundes und zur Aufgabe ihrer Kriegslüsternheit gedrängt werden.
Die V1 war ein unbemanntes, geflügeltes Geschoß, eine selbsttätige Flugbombe, mit knapp tausend Kilogramm hochbrisantem Sprengstoff ausgestattet und von einem Luftstaustrahlgetriebe mit fast 650 Kilometer Geschwindigkeit pro Stunde über den Kanal gejagt.
Anfangs hoffte die Wehrmacht, solche V1 gegen die seit dem 10. Juni vereinigten alliierten Landeköpfen in der Normandie schießen zu können und somit das Blättchen wenden zu können.
Aber ein Großteil jener Flugbomben wurden von britischen Abfangjägern vor dem Ziel vom Himmel geholt. Die Treffgenauigkeit der Projektile war sehr gering und deshalb taugten sie nicht zur taktischen Waffe. Und schließlich wurden die Abschußrampen aus der Luft schnell ausfindig gemacht und bombardiert.
Anfangs wurden ca. 300 solcher Geschosse pro Tag auf die Reise geschickt, von denen etwa ein Drittel sein Ziel erreichte. Im Juni 1944 lagerten an die 12.000 Stück V1-Raketen in Deutschland, Nordfrankreich und Belgien.
Gegen die etwas später konstruierte und eingesetzte V2 gab es noch keine Abwehrmittel. Die V-Waffen töteten und verwundeten weit über 30.000 englische Zivilisten. Militärische Objekte wurden kaum angegriffen
Nachdem die V1 zwei-einhalb Monate im Einsatz war, gelang es den Briten bereits 70 % der gestarteten Fluggeschosse vor ihrem Ziel zu vernichten.
Die Goebbels-Propaganda sprach von der V3, und schließlich wurden einiges über die neue "Höchstleistungswaffe" V4 bekannt, deren Aufgabe es sei, die britische Insel zu versenken. Die Propaganda bezeichnete die V4 als eine "ungeheuerliche" Waffe, durch die sich der Verlauf der Ereignisse (wieder einmal!) zugunsten Deutschlands wenden könne.
Der Beschuß Londons wurde von dem Rundstedt unterstelltem 65. Korps z.b.V. unter General d. Art. z.V. Erich Heinemann durchgeführt.**

xmen


2.6.02 09:11:31
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Mach 5,4 ? das is ja der hammer..wie haben denn die solche
Geschwindigkeiten ermittelt ,einfach Start-Ziel-Zeit oder
gabs da schon Geschwindigkeitsmesser für?

waldi44


2.6.02 19:22:54
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Tja, wie immer damals: Die Deutschen hatten alles und alles war besser, aber zu spät und zu wenig und daran war nicht zuletzt der Gröfaz schuld! Also sind wir ihm wenigstens dafür dankbar ;)!
Die ganzen V- Waffen töteten weniger Menschen und vernichteten weniger Sachwerte, als ein einziger Großangriff der Alliierten mit ihren Bombern, aber für die Wissenschaft und weitere militärische Entwicklung war ihre Entwicklung ein riesen Schritt vorwärts!

Quintus


3.6.02 05:42:15
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Gepostet von waldi44
...aber für die Wissenschaft und weitere militärische Entwicklung war ihre Entwicklung ein riesen Schritt vorwärts!

Tja, das war ja am Ende mit aller Technik und Strategie der Deutschen so.
Z.B.: Panzerstrategie; vorher in dieser Konstellation wie im Polen- u. Frankreichfeldzug nie dagewesen, später von den Alliierten abgeguckt und erfolgreich angewandt;
z.B.: Vorher nie dagewesener Einsatz massiver Flugzeuge (Stukas, Bomber usw.). Insbesondere im Polenkrieg und im Frankreichfeldzug hat die deutschen Luftwaffe die blitzartigen Siege über die damaligen Gegner durch ihre überlegenen und überraschenden Einsätze erst ermöglicht!
Man denke hierbei speziell an dem Feldzug gegen Polen: deutsche Flieger agierten fast ungehindert über polnisches Territorium und griffen einfach ALLES an (Stellungen, Truppenansammlungen, Panzer, Züge, Bahnhöfe, wichtige strategische Verkehrknoten, Nachschublinien, und und und...). Der massive Einsatz der Flieger war eigendlich das Erfolgsrezept der deutschen Wehrmacht (!!!), - zumindest in den ersten Jahren des Krieges. Sie ebneten den Weg für's Heer und für die Panzer.
Und wie sieht die Taktik beispielsweise der Amerikaner heute aus?: zunächst Bomben, Bomben und nochmals Bomben! Wer die Lufthoheit hat, hat schon fast gewonnen (auch von den deutschen Strategen abgeguckt).
Und sofern die Deutschen im Zweiten Weltkrieg die Lufthoheit hatten, waren die Bomber die wirkungsvollsten strategischen Waffen, die selbst gegen Schlachtschiffe der Alliierten wirkungsvoll und vernichtend eingesetzt wurden!

Quintus


4.6.02 05:13:59
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Um mal ein kurzes Beispiel über die Stärke der deutschen Luftflotte in strategischer Hinsicht zu geben:
Während des Feldzugs gegen Polen setzten massiv operierende deutsche Flieger (Richthofens Hs 123 u. Ju 87) die Verteidigungsstellungen z.B. im Bereich der Städte Dzialoszyn und Tschenstochau ausser Gefecht, so dass die Panzer von Reichenaus 10. Armee sie mühelos durchstoßen konnten, während sie in Eilmärschen nach Warschau vorrückten. Während die Panzer weiter nach Polen hineinrasselten, wurde die gesamte polnische 7. Division durch rasche Umfassungsbewegungen bei Tschenstochau eingekesselt. Nach einem einzigen Tag unaufhörlicher massiver Bomber- und Tieffliegerangriffe durch die Luftflotte 4 ergab sich die gesamte Division. Zum erstenmal in der Kriegsgeschichte hatte eine Luftwaffe Bodentruppen in Divisionsstärke dazu gebracht, die Waffen zu strecken!
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