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GRan Sasso

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AutorBeitrag

Balsi


5.11.03 12:48:45
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so.. hab mal wieder ein bissel Ablenkung gebraucht und beschäftige mich nun mal intensivst mit der Mussolini-Befreiung.. darum dachte ich da muss ne Seite her - et voila: http://www.balsi.de/Weltkrieg/Verlauf/Italien/Gran-Sasso.htm ja ich weiss is noch nich viel.. hab hier aber so einiges und das will erst durchgearbeitet werden. Soll halt mal ein Anfang sein... habe bei ebay.. durch Zufall Bilder gefunden.. und noch einen lebenden Soldaten der dabei war.. mglw. kennt er auch meinen grossavter.. von daher bot sich das grad einfach an die Seite zu machen...

Hoover


15.12.03 20:40:16
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Tolle Seite, gute Infos.
Typisch Skorzeny, dass passt zu den anderen Berichten über ihn.

AK-74 ZF


26.12.03 13:06:20
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Hallo Balsi,
sehr gut gemachter Bericht. Gefällt mir sehr, da auch zu merken ist, daß Du ordentlich zu recherchierst.
Natürlich ist über dieses Unternehmen schon sehr viel publiziert und geschrieben worden.
Auch ich habe mich tiefgehend mit diesem Unternehmen auseinandergesetzt.
Mein Großvater war Fj. des Fallschirmjägersturmregimentes (Gefechtsabsprünge über Rotterdam und Kreta) und erzählte ab und an, wenn er betrunken war oder aber ihm mal dazu zu Mute war (meist aber auf mein nerviges Drängeln hin), von seinen Erlebnissen.
Beim Einsatz am Gran Sasso und auch Monte Cassino war er allerdings nicht beteiligt, da er zu dieser Zeit an der Ostfront kämpfte.
Aber er erzählte mir zumindest von diesen bekannten Einsätzen.
An der OHS hatte ich einen Kameraden dessen Vater als junger Fallschirmjäger am Gran Sasso dabei war.
Dieser erzählte uns bei einem Besuch in dessem Elternhaus , auf unser Interesse hin, von seinen Erlebnissen.
Er war in dem Trupp welcher die Seilbahnstation besetzte.
Die direkten Ereignisse auf dem Gipfel kannte er aber auch nur aus den Erzählungen seiner Kameraden und der Wochenschau.
Der Bericht der Wochenschau (bzw. Filmbericht über dieses Unternehmen)wurde übrigens von den beteiligten Fj. nachgestellt, also hinterher gedreht.
Da ich mich zu dieser Zeit schon intensiv mit Skorzeny befaßte, habe ich ihn gefragt wie es kommt daß dieses Unternehmen meist mit dessen Person/Kommando verknüpft wird.
Er meinte damals dazu, daß Skorzeny mit dem Sonderkommando der SS den Duce wirklich als erstes befreit hätten.Respekt-Smiley
(Der Vater meines Kameraden war übrigens zu DDR-Zeiten hoher Offz. der Volkspolizei -> nur so am Rande!)
Direkte Aversionen gegen die SS und deren Anteil an der Aktion scheinen sich also erst hinterher ergeben zu haben.
@Hoover
Ich habe die Memoiren von Skorzeny schon mehrfach gelesen, aber auch schon zu DDR-Zeiten und bis heute alles was ich zu seiner Person habhaft werden konnte.
Da er als Person der Zeitgeschichte, auf Grund von Mythen, Legenden und je nach ideologischer Ausrichtung des Betrachters bzw. Analysten sehr umstritten ist, gibt es zu seiner Person sehr unterschiedliche Ansichten.
Ich habe während meines Studiums an der OHS zu DDR-Zeiten gelernt, nach Möglichkeit, den ideologischen Inhalt zu "überlesen" bzw. den vorgeschriebenen Klassenstandpunkt bei der militärischen Analyse möglichst "auszuschalten".
Sonst wären bestimmte Studien gerade zum Thema "Sonder- und Spezialeinheiten" gar nicht ordentlich möglich gewesen.
Gerade die Einsätze der dt. Fallschirmjäger, der Frontaufklärungskommandos der Abwehr, der "Brandenburger", der Jagdverbände der SS, aber auch westlicher Spezialeinheiten von brit. Commandos über Rangers, Special Forces, GSG-9 bis hin zum SAS gehörte zum Inhalt des Studiums und somit zum militärischen Handwerk.
Die Ideologie blendeten wir hinsichtlich solcher Einheiten erst wieder ein, wenn es um die Einschätzung ihres Kampfwertes hinsichtlich Motivation/Kampfmoral und politisch moralischen Zustands ging.
Gerade deshalb sehe ich die Person Skorzenys ziemlich nüchtern und aus militärischer Sicht.
Und seine Memoiren sowie seine Biografie lesen sich durchaus interessant (Sind übrigens sogar bei den israelischen Spezialeinheiten Studien- und Lehrstoff!),
auch und gerade hinsichtlich seiner verschiedenen Einsätze und Unternehmen -> nicht nur des bekanntesten Unternehmens auf dem Gran Sasso.
Balsi seine Darstellung gefällt mir auch deshalb, weil er diese Nachträglich aufgebaute Aversion zwischen Fallschirmjägern der Luftwaffe und dem SS-Kommando Skorzeny, hinsichtlich des Ruhms und der Leistung der Beteiligten versucht aus der eigentlichen Betrachtung herauszuhalten.
Zumindest ist unbestritten Fakt, daß die Aufklärungsarbeit hinsichtlich des Aufenthaltsortes Mussolinis vorwiegend in den Händen Skorzenys lag.
Und auch bei der Einsatzplanung sowie Durchführung des Unternehmens war er führend beteiligt.
Über die Aufgabe/Funktion während des Einsatzes gibt es unterschiedliche Aussagen.
Fakt aber ist, daß als sein Gleiter als erstes landete, er sofort die Initiative ergriff und schnell, entschlossen und erfolgreich handelte.
Dies hätte aber, und da bin ich mir sicher, jeder andere Sturmtrupp des Unternehmens genauso getan.
Das Unternehmen "Eiche" am und auf dem Gran Sasso zur Befreiung des Duce war ein erfolgreiches Unternehmen von Fallschirmjägern der Wehrmacht und des Sonderkommandos der Wa-SS.
Der Streit um den "Ruhm" und dem Anteil der Beteiligten am Erfolg des Unternehmens daran ging erst hinterher los.
Auslöser und Verursacher dieses Streites war aber meiner Meinung nach, auch wenn es häufig so dargestellt wird, nicht Skorzeny.
Sicher erntete er einen Teil des Ruhms und wurde durch dieses Unternehmen regelrecht berühmt.
Aber er hat, so weit mir bekannt ist, nie die Leistungen der Fallschirmjäger geschmälert oder heruntergespielt.
Gerade in Balsis Beitrag ist zu erkennen wer die Schuldigen in diesem Streit -> welcher eigentlich erst so richtig nach dem Krieg ausbrach und auch einige künstliche Züge trägt -> sind.
Nämlich die beiden "Oberbefehlshaber", Göring und Himmler.
Das der dicke Hermann ein ziemlich eitler Pfau und Ruhmsüchtiger Selbstdarsteller war ist hier sicher nicht umstritten.
Aber auch Himmler versuchte sich ständig in den Vordergrund zu drängen.
Dazu kam daß dieser ziemlich unmilitärische Bürokrat regelrecht nach der "Anerkennung seines (nicht vorhandenen) militärischen Genies" gierte.
Dies trug, nach Berichten von Zeitzeugen, schon regelrecht krankhafte und abstoßende Züge.
Auch Skorzeny berichtet in seiner Biografie ziemlich abwertend und angeekelt von dieser Seite Himmlers und hat ihn nicht gerade gemocht.
Zumindest ist hinlänglich bekannt, daß Himmler den Erfolg des Unternehmens "Eiche" als erster bei A.H. meldete und versuchte für sich zu verbuchen. Da der Duce persönlich von Skorzeny bei A.H. abgeliefert wurde, bekahm dieser natürlich auch sofort die großen Lorbeeren.
Ich denke der Reichsluftmarschall wird, über Himmlers "Coup" ihm die Meriten zu klauen, fast vor Wut geplatzt sein.
Diese Differenzen zwischen Göring und Himmler um die Gunst Hitlers, und den Anspruch auf den 2.Platz in der Rangfolge, erklärt diese Irritationen hinsichtlich des Anteils der Beteiligten Einheiten am Unternehmen "Eiche" auf jeden Fall logischer als die angebliche Ruhmsucht eines bis dato der Öffentlichkeit fast unbekannten Otto Skorzeny.
Dieser hatte weder Rang noch Einfluß genug, um solch Propaganda um seine Person zu veranstalten.
Gerade deshalb gefällt mir bei Balsis Beitrag der ständige Querverweis, auf den Anteil bzw. konkrete Leistung des Kommandos Skorzeny, im Rahmen dieses Einsatzes.
Auf jedem Fall war es ein gemeinschaftliches Unternehmen der Fallschirmjäger und dieses Kommandos und ohne die Erfahrung und Fähigkeit der dt. Fallschirmjäger zu überraschenden punktgenauen Landung mittels Gleiter (oder Fallschirm) auf selbst kleinsten Flächen nicht möglich gewesen.
Daß der Gleiter des Kommandos Skorzeny als erster landete war sicher Zufall, aber er hat diesen als Kommandosoldat schnell und erfolgreich genutzt und ging somit in die Geschichte ein.Respekt-Smiley
Aber auch die Männer der Fallschirmjäger unter Oberleutnant von Berlepsch wurden hoch Dekoriert und waren Stolz auf ihre Leistung beim Unternehmen "Eiche".Respekt-Smiley
Der Vater meines Kameraden war dies selbst zu DDR-Zeit. Trotz seiner Position als hoher VP-Offz.
Auch mein Großvater war bis zu seinem Tod, im Alter von über 80 Jahren, Stolz darauf Fallschirmjäger gewesen zu sein.
Trotzdem er auf Krieg und Politik nicht gut zu sprechen war.
Und ich denke Balsi bei Deinem Großvater wird dies wohl ähnlich gewesen sein.
Gruß AK-74 ZF
Nie wieder Krieg ! Nie wieder so´ne Scheiße ! (Spruch meines Großvaters)

AK 74 ZF


26.12.03 13:35:28
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Mist wieder ein paar Rechtschreifehler und ein Rattenschwanz Leerzeichen.
Hab mich jetzt angemeldet um beim nächsten mal editieren zu können !
Hoffe krieg nicht zuviel "Lack" deshalb.Smiley mit Danke-Schild:grabsch:

Hoover


27.12.03 15:06:09
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Das die Befreiung Mussolinis eine erstaunliche Leistung war, wird niemand bestreiten. Der politische Zweck ist trotzdem mehr als fragwürdig, wollte man doch mit dem Duce einen faschisten Gegenpol zur neuen republikischen Regierung installieren. Aber wahrscheinlich haben nicht mal die deutschen Militärs daran geglaubt, war der Stern des Duce schon längst untergegangen.
Ich habe bei einem Veteranentreffen mit einem ehemaligen Kämpen Skorzeys über die Ardenneneinsätze der PzBrig 150 gesprochen. Vielleicht liegt es daran, dass er vormals Heeres-Panzeraufklärer war und unter Skorzey dienen durfte, aber von dessen Führungsleistung während der Ardennenoffensive war er nicht begeistert. ER meinte, nachdem die Brigade vor Stavelot festsaß kam zu mittleren Streiterein in der Brigadeführung, wie jetzt vorzugehen wäre. Ich habe auch diverse Berichte zum Gran Sasso, Budapest und den Endkämpfen südlich Berlins 1945 gelesen.
Das Problem mit Skorzeny ist in meinen Augen, dass seine Gegner (natürlich) versuchen, seine Leistungen zu schmälern, seine Befürworter ihn hochstilisieren.
Da ich ihn nicht persönlich kannte, werde ich wohl nie ein genaues Bild von ihm erlangen. Aber was ich von ihm gelesen habe, muss mir ja nicht gefallen.
Und das die WH, WL und SS öfters versucht haben, sich gegenseitig auszustechen, kann man auch reichlich nachlesen (wobei die Wahrheit wieder Ansichtssache war).
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