Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Oberst Rudel

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AutorBeitrag

Gast


25.11.03 20:30:07
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Was ist mit Oberst Rudel? Goldene Schwerter zum RK

Indy


25.11.03 23:56:22
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http://www.pilotenbunker.de/Stuka/Rudel/rudel.htm
Und das hier:
Ein Funkspruch am 19. April 1945 ruft mich erneut zur Reichskanzlei. Von der Tschechoslowakei aus Berlin mit einem Einzelflugzeug zu erreichen ist zu dieser Zeit nicht mehr ganz einfach; an mehreren Stellen sind die russische und die amerikanische Front nahe aneinandergerückt. Der Luftraum wimmelt von Flugzeugen, nur nicht von deutschen. Ich komme zur Reichskanzlei, in das Vorzimmer des Führerbunkers. Unter den Anwesenden herrscht größte Ruhe und Zuversicht, es sind hauptsächlich Militärs, die an den augenblicklichen und geplanten Operationen beteiligt sind. Draußen dröhnen die Tausend-Kilo-Bomben, die Moskitoflugzeuge in das Stadtzentrum abwerfen.
Gegen 23 Uhr stehe ich dem Obersten Befehlshaber gegenüber. Von vornherein ist mir klar, welchen Zweck diese Unterredung haben soll: die endgültige Übernahme des bereits besprochenen Auftrages.( Rudel sollte die gesamte Turbinenfliegerei übernehmen und mit dieser den Luftraum über der Armee Wenck in der Gegend von Hamburg freihalten, was er bisher nicht wollte). Es ist eine Eigenart des Führers, sehr weit auszuholen und nie den eigentlichen Kernpunkt sofort zu besprechen. So ist es auch an diesem Abend. Zunächst setzt er in einer halben Stunde auseinander, wie ausschlaggebend im Laufe der Jahrhunderte immer die technische Entwicklung gewesen ist, in der wir einen großen Vorsprung besäßen, die nun auch bis zu Ende geführt werden müsse und für uns noch die positive Wendung bringen könne.
Er sagt mir, daß die ganze Welt die deutsche Technik und Wissenschaft fürchte, und zeigt mir einige Informationen, die andeuten, wie die Alliierten jetzt schon alles vorbereiteten, um sich diese Technik und unsere Wissenschaftler gegenseitig zu erschwindeln. Verblüffend sind immer wieder sein Zahlengedächtnis und die Spezialkenntnis in allen technischen Dingen. Ich habe zu dieser Zeit etwa sechstausend Flugstunden und bin in den betreffenden Flugzeugmustern hinreichend durch die viele Übung unterrichtet, es gibt aber nichts, was er mir nicht mit einer Selbstverständlichkeit ohnegleichen auseinandersetzt und wobei er nicht entsprechende Änderungsvorschläge macht. Sein körperlicher Zustand ist nicht so gut wie vielleicht noch vor drei oder vier Monaten. In seinen Augen liegt ein leichter Glanz. Oberst von Below erzählt mir, daß Hitler in den letzten acht Wochen so gut wie nicht geschlafen habe, eine Besprechung jagte die andere. Das Zittern in seiner Hand ist stärker als sonst, es rührt vom Attentat des 20. Juli her. In der langen Debatte des Abends kommt es außerdem vor, daß er sich in einigen Gedankengängen wiederholt, was früher ausgeschlossen war. Seine Ausführungen sind klar durchdacht und entschlossen.
Nachdem die lange Einleitung beendet ist, kommt der Führer auf das mir bekannte Hauptthema. Er wiederholt die Begründung, die ich einige Tage vorher schon einmal gehört habe, und schließt:
»Ich wünsche, daß diese schwere Aufgabe von Ihnen, dem alleinigen Träger der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung, übernommen wird. «
Mit gleichen und ähnlichen Argumenten wie das letzte Mal lehne ich es auch dieses Mal wieder ab. Zumal die Frontlage sich noch weiter verschlechtert hat und ich betone, daß es nur noch kürzester Zeit bedürfe, bis die Ost- und Westfronten in der Mitte des Reiches sich berühren würden und zwei Kessel dann getrennt voneinander operieren müßten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe würde dann nur der Nordkessel in Betracht kommen, in dem man dann die gesamten Turbinenflugzeuge konzentrieren müßte. Interessant ist mir die für den heutigen Tag als einsatzklar gemeldete Zahl von einhundertachtzig Turbinenflugzeugen, Bomber und Jäger zusammengenommen. An der Front verspüren wir seit langem die fast zwanzigfache zahlenmäßige Luftüberlegenheit der Gegenseite. Da die Turbinenflugzeuge besonders große Plätze erfordern, käme dafür von vornherein nur eine beschränkte Zahl von Rollfeldern im Nordkessel in Frage. Ich führe an, daß diese Flugplätze nach Belegung Tag und Nacht unter dem Bombenhagel der feindlichen Luftwaffe liegen würden und die Einsatzbereitschaft rein technisch in wenigen Tagen gleich Null sein werde. Ein Freihalten des Luftraumes über der Armee Wenck sei dann aber nicht mehr möglich und die Katastrophe unaufhaltsam, weil dann das Heer keinerlei Nachschubbewegungen und Kampfoperationen mehr durchführen könne. Ich weiß aus meiner persönlichen Verbindung zu General Wenck, daß das Heer meine etwaige Zusage des freien Luftraumes als festen Faktor in allen Berechnungen mit einbezieht, so wie wir es oft zusammen in Rußland mit Erfolg gemacht haben.
Das kann ich diesmal nicht vor mir selbst verantworten und bleibe beim »Nein«. Und stelle damit wieder einmal fest, daß jeder, von dem Hitler Grund hat anzunehmen, daß er das Beste für das Ganze will, frei seine Meinung äußern darf und er auch dann die seine revidieren läßt, während er Menschen, die ihn schon mehrfach enttäuscht und getäuscht haben, verständlicherweise nichts mehr glaubt.
Meine Zweikesseltheorie will er nicht als kommende Tatsache nehmen und begründet es damit, die entsprechenden Heerführer dieser Abschnitte hätten ihm fest versprochen, unbedingt in der augenblicklichen Frontlinie stehenzubleiben, im großen gesehen, im Westen die Elbe und im Osten Oder, Neiße und die Sudeten. Ich bringe zum Ausdruck, daß ich gerade jetzt dem deutschen Soldaten auf deutschem Boden noch besonders große Leistungen zutraue, daß aber bei einer starken Truppenkonzentration den Russen an einem Schwerpunkt ein Durchbruch gelingen und damit die beiden Fronten sich berühren würden. Ich führe Beispiele der Ostfront aus den vergangenen Jahren an. Panzer auf Panzer warfen die Russen in die Schlacht, ging es nicht mit drei, so griffen eben zehn Panzerdivisionen an. Unter größten Menschen- und Materialverlusten gewannen sie dann doch Boden an der dünnen Rußlandfront, ohne daß es zu verhindern gewesen wäre. Es war damals die Frage, würden sich die Menschenmassen restlos erschöpfen, bevor Deutschland am Boden liegt oder nicht. Sie erschöpfen sich nicht, da die Hilfe des Westens zu stark war. Rein militärisch gesehen waren es damals in Rußland absolute Abwehrerfolge, wenn Gelände aufgegeben wurde und die Sowjets die vielfach höheren Menschen- und Materialverluste hatten. Wenn auch die Gegenseite diese Erfolge ins Lächerliche zog, uns ist es gleich, wir wissen, daß es so war. Aber diesmal nutzt ein Abwehrerfolg mit Geländeaufgabe nichts mehr, denn schon mit wenigen Kilometern steht der Russe dann im Rücken der Westfront. Eine schwere Verantwortung - vielleicht für Jahrhunderte - haben die Westmächte auf sich genommen, indem sie Deutschland nur schwächen, um Rußland zusätzliche Kräfte zu geben. Am Ende der Unterhaltung sage ich dem Führer wörtlich:
»Nach meiner Ansicht ist der Krieg zu dieser Zeit nicht mehr nach beiden Seiten hin erfolgreich zu beenden, wohl aber nach einer, wenn es gelingt, mit einer der beiden Seiten einen Waffenstillstand zu erreichen. «
Ein etwas müdes Lächeln gleitet über sein Gesicht bei seiner Antwort:
»Sie haben leicht reden, seit 1943 versuche ich ununterbrochen Frieden zuschließen, aber die Alliierten wollen es nicht, sie fordern von Anfang an bedingungslose Kapitulation. Mein persönliches Schicksal spielt natürlich keine Rolle, aber daß ich bedingungslose Kapitulation für das deutsche Volk nicht annehmen konnte, wird jedem vernünftigen Menschen einleuchten. Auch jetzt schweben noch Verhandlungen, an deren Erfolg ich aber nicht mehr glaube. Darum müssen wir diese Krise auf jeden Fall überstehen, damit entscheidende Waffen uns noch den Sieg bringen können.«
Nachdem wir noch einiges über die Lage der Armee Schörner besprochen haben, erklärt er mir, er wolle nun einige Tage abwarten, ob die Entwicklung der Großlage so vor sich gehe, wie er sich das vorstelle, oder ob meine Befürchtungen eintreffen würden. Im ersten Falle will er mich dann nochmals nach Berlin beordern zur endgültigen Entgegennahme des Auftrages. Gegen 1 Uhr nachts verlasse ich den Führerbunker, im Vorraum warten die ersten Geburtstagsgratulanten.

Ich könnte eigentlich mal Rudels Buch lesen...

Niwre


26.11.03 18:12:27
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Dann aber nur "Mein Kriegstagebuch". "Mein Leben in Krieg und Frieden"(?) ist weniger spannend und etwas stark "ideologiegetrieben".

Tobias


18.1.04 21:27:42
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Auf anti-rechts aufklärungsseiten wie dem www.idgr.de wird rudel als rechtsextremist bis ins hohe alter beschrieben. Kann mir jemand sagen warum?

Axel43


19.1.04 00:51:05
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In Deutschland ist anscheinend alles was nicht zumindest milde sozialistisch ist "rechtsextrem". Oberst Rudel war wohl bis zum Lebensende ein überzeugter Nationalsozialist (was ihn eher links macht !!). Aber wohl kaum "extrem".

Fenris Wolf


26.1.04 11:01:21
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In einer älteren Ausgabe von "Der Infanterist" (Zeitschrift des Bund der Infanterie) ist ein Artikel über das Ritterkreuz. Dort steht, dass in seinem Nachruf andere Ritterkreuzträger schrieben (aus dem Gedächtnis) "nach dem Krieg folgte er einem Weg auf dem wir ihm nicht folgen wollten und konnten".
Bei Interesse kann ich den Artikel mal suchen.

Fenris

Hoover


26.1.04 14:21:50
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Naja, er ist halt bei seiner Meinung geblieben, da kann sich jeder seine Gedanken machen.
Ich habe gerade sein Buch "Trotzdem" vom Rudel in der Mangel. Ist 1953 erschienen und recht gut, sind seine Kriegerlebnisse bis Mai 45 drin.

hec801


29.1.04 13:47:51
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Soweit ich das in Erinnerung habe, hat sich Rudel nach dem Krieg enorm für einschlägig bekannte rechtsextreme Parteien stark gemacht!
Aus diesem Grund konnten ihm viele ehemalige Kameraden nicht folgen! Er war einer derjenigen, die in Nachkriegszeiten die damaligen Ereignisse leider beschönigten anstatt objektiv zu berichten!
Ob er damit rechtsextrem oder nationalsozialistisch geprägt war, ist ja wohl eigentlich egal! Ist doch wohl beides schlimm genug...
Gruss
Hannes

Hoover


29.1.04 15:46:55
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Naja, extrem würde ich ihn nicht nennen, er wollte seine Anschauung ja nie mit Gewalt durchsetzen.
Extrem im Gedanken vielleicht, aber sonst würde ich ihn nur "Alt-Fascho" nennen.

Axel43


29.1.04 16:35:45
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Ein Ausdruck wie "extrem" ist heute so negativ belastet und als Schimpfwort mißbraucht, daß er kaum noch zu verwenden ist. Rudel gehörte wohl zu den Menschen, die hauptsächlich mit den guten Seiten des Regimes in Kontakt kamen. Es gab viele, die ihre Auffassung so etwa um 1936 herum gefestigt hatten und sie so beibehielten, falls sie nicht direkt mit den schlimmsten Seiten in Kontakt kamen. Rudel war, soweit ich es verstanden habe, ein tapferer Landsknecht aber nicht gerade eine intellektuelle Größe, und die hat ja auch keiner von ihm erwartet.

Blanker Hans


31.1.04 18:20:10
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Hallo,
gestern lief auf Vox ein "Spiegel-TV-Themenabend" zu Joesef Mengele und dessen Exil in Südamerika nach dem Krieg.
Da war sehr viel die Rede von Rudel und seiner Unterstützung u.a. für Mengele. Der war zwar einerseits SS-Angehöriger und damit alter Kamerad, aber andererseits eben ein menschenverachtendes Monster wie kaum jemand sonst. Da war keine Rede davon, daß Rudel (der von Mengeles Taten gewußt haben muß, die Medien hatten ausführlich berichtet) sich von Mengele distanziert hätte- im Gegenteil: er hat ihm immer wieder aus der Patsche geholfen und sich in vielerlei Hinsicht stark für ihn eingesetzt.
Soviel zu der Idee, Rudel könnte nur mit den guten Seiten des Regimes in Berührung gekommen sein...

Axel43


31.1.04 18:31:32
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Nana, Blanker Hans, mit dem Regime war es bekanntlich 45 aus, und Rudel und Mengele dürften vorher kaum etwas miteinander zu tun gehabt haben. Daß die Nazis einander hinterher geholfen haben ist wohl verständlich.

Hoover


31.1.04 21:26:28
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Wenn ich mir die Bücher Rudels ansehe (und auch lese:D) dann habe ich schon das Gefühl, dass er zwar kein Nazi mit allem war, was dazugehörte (also absolute Rassenlehre und Untermenschengesäusel), sondern eher etwas naiv, was das Negative betraf. Gut, ich kenne ich ihn nicht (meine Oma aber, oh Wunder! Er hat bei ihr im Laden mal Brötschen gekauft, kein Schwerz. Daran kann sie sich heute noch erinnern!).
Naja, Mitläufer vielleicht und naiv, aber ein gläubiger Rassenideologist?

Blanker Hans


1.2.04 12:20:59
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Hallo nochmal,
vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt: In der Tat gab es in den 50er und 60er Jahren, um die es bezüglich meiner Aussage ging, kein Nazi-Regime mehr, das ist mir auch klar.
Aber selbst der Naivste muß doch irgendwann mitbekommen, welche Verbrechen und Verbrecher er indirekt bis 45 unterstützt hat. Wenn man dann, wie eben der Rudel, in den Jahren und Jahrzehnten danach eines der Obermonster noch so engagiert unterstützt, dann wirft das aber doch ein seltsames Licht auf den Charakter desjenigen... Da kann man wohl nicht mehr von bloßer Naivität sprechen. Und man wird doch wohl davon ausgehen müssen, daß die Berichterstattung über die nach dem Krieg bekannt gewordenen Menschenversuche des Herrn Mengele auch bis nach Südamerika durchgedrungen ist! Folglich hat Rudel, der Mengele nach dem Spiegel-TV-Bericht mehrfach neue Möglichkeiten zum Abtauchen besorgt hat, bewußt einen Verbrecher der schlimmsten Sorte unterstützt! Zumindest psychologisch ist das doch sehr interessant...

waldi44


1.2.04 12:32:12
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Tja, Blanker Hans, DAS ist ja eben DIE Frage! Damals, so konnte man sich rausreden(oder war wirklich so), habe man nichts von den Untaten der Nazis gewusst, war selber keiner, sondern nur Soldat, Mitläufer nie Täter gewesen, aber 20 Jahre später....
Wenn man sich mal von Hitler distanzierte, dann nur, weil der "uns" immer reingeredet hatte, er alles vermasselt hat.
Man selbst hätte es besser gemacht/gewusst und die Verbrechen waren ein bedauerlich "Unfall", welche aber nur die Nazis begangen und zu verantworten hatten und weil dem so war, wurde ein Filbinger sogar Ministerpräsident und andere zu Namensgeber bundesdeutscher Kasernen oder gar hohe Offiziere in diesen Kasernen!!

Casi


1.2.04 12:45:42
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@ blanker hans
Wenn Du die Reportage intensiv gesehen hast, dann wirst Du mitbekommen haben, daß Rudel das "Kameradenwerk" mit geleitet hat. Und da das Kameradenwerk wohl den Sinn hatte jedem "bedrohten" SS-Angehörigen zu helfen, werden die wohl kaum unterschiede zwischen den einzelnen Männern gemacht haben denen es zu "helfen galt!
Das jedenfalls wäre so mein Verständnis von so einer Einrichtung.

Gruß, Casi
Laola-Smileys

Westwall


1.2.04 14:17:51
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Fakt ist nun mal dass Rudel bis zu seinem Lebensende ein sehr guter Freund des rechten Verlegers Dr. Gerhart Frey gewesen ist.
Zudem habe ich einmal Rudel auf einer Sonnwendfeier im Jahre 1981 auf einem Sportflughafen in der Nähe der pfälzischen Kleinstadt Zweibrücken getroffen, auch da war der Veranstalter die rechtsextreme NPD gewesen.
Er wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland oft vor den Karren solcher zweifelhaften politischen Organisationen gespannt, die hatten ein Aushängeschild und er konnte sich dort in alten Kriegserinnerungen vor gespanntem Publikum voll und ganz entfalten.
Die wenigsten Besucher damals kamen wegen der NPD, sondern wie auch bei mir galt ihr Interesse nur dem Fliegerheld Hans-Ulrich Rudel.
Wie hier schon einige Forumsteilnehmer geschrieben haben, Rudel war kein Intellektueller und sehr Naiv, eigentlich an den damals aktuellen politischen Themen kaum interessiert träumte und lebte er nur seiner ehemaligen glorreichen Zeit hinterher.

Hoover


1.2.04 14:36:13
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Interessant, wie gesagt, ich kannte ihn nur von Büchern und Fernsehberichten. Hast Du mit ihm gesprochen?

Germania


1.2.04 14:55:18
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Ist doch auch egal was Rudel getan hat oder hätte oder was er dachte oder nicht ein Mann der übermenschliches geleistet hat und der sich sicher nicht vor us verantworten muss! Außer vor Waldi vielleicht:D
Aber auch unsere Taten werden einmal gemessen von einer Generation die die Dinge eventuell anders sieht als wir und dann sind wir Feigling, Duckmäuser, Lügner, Verbrecher wer weiß das!

Westwall


1.2.04 15:06:43
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Hallo Hoover, leider war bei diesem Getümmel ein Gespräch mit ihm nicht möglich, ich bekam nur eine signierte RKT-Postkarte von einem Ordner.

waldi44


1.2.04 15:42:13
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Stimmt schon Germania, aber dennoch denke ich immer, dass solche Leute wie Rudel nach dem Krieg hätten doch Stellung beziehen sollen zu dem, was während des 3. Reiches, auch in ihrem Namen geschehen ist und nicht so zu tun, als ginge sie DAS nichts an.
Vor den Leistungen dieser Männer steht man voller ehrfürchtigem Staunen, aber die des einfachen Landsers, der sich vor Moskau, in Stalingrad oder sonstwo die Glieder abfrohr oder einen Sonnenstich einhandelte stehen diesen in nichts nach und sie konnten ihre Taten zB nicht mit Schampus feiern oder sich mit ordensgeschmückter Brust bei "Führers zum Abendessen" einfinden mit Gruppenfoto und so....Smiley mit verdrehten Augen!
Allerdings, JEDER hatte nur EIN Leben und das setzte man ein, so gut man es eben einsetzen konnte oder wollte- meist aber musste!

Germania


1.2.04 15:58:31
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Ja die Leistung des normalen Landsers sollte das nicht schmälern es geht nur darum wenn er kein Stellung beziehen wollte muss man das auch akzeptieren keiner von uns würde Stellung beziehen und sagen stimm war alles Mistw enn morgen eine Revolution kommt und es übermorgen heißt der Schröder und seine Lakaien waren ein verbecherisches System ihr seid alle Mitschuldig, wer würde sagen stimmt war alles Dreck! Kaum einer. Und so wird es vielen gegangen sein Nationalsozialisten, nicht das was dann wirklich dort war, und konnten es nicht verstehen wieso alles so gekommen ist, da gibt es doch viele Besipiele von den richtig überzeugten Kommunisten die der Meinung waren das Kommunismus funktioniert und nur an dieser Verwirklichung gearbeiten haben, nicht die die sich die Taschen füllten oder uns bespitzelten, denken doch auch heute noch das es richtig war und können nicht verstehen wieso alles vorbei ist. Habe so einen Fall in der Familie!

Westwall


1.2.04 16:08:48
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klatschender SmileyEine sehr gute Erläuterung Germania!Respekt-Smiley

Germania


1.2.04 17:54:07
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Aber in einem sau schlechten Deutsche was Gramatik und Rechtschreibung betrifft, wenn man so schreibt merkt man das gar nicht!Smiley mit Erleuchtung

Axel43


1.2.04 21:29:24
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Ein kleinwenig Psychologie hilft hier vielleicht. Männer wie z B Rudel haben während des Krieges alles eingesetzt, alles gegeben, und sehr viel verloren - ich denke da nicht an das Bein, aber z B an Freunde und Kameraden. Und dann war alles umsonst, alles futsch, und eigentlich alles falsch. Die Opfer waren unsinnig. Das ist irrsinnig schwierig für einen Menschen zu hantieren. Also denkt man an das, was gut und richtig war, und sortiert sozusagen alles andere aus, damit können sich eben andere Leute beschäftigen. Was nun Mengele betrifft, so ist er ja nüchtern gesehen nur ein leicht extremes Beispiel eines Mediziners, der am Menschen experimentiert, und dankbar jede Gelegenheit wahrnimmt, auch die Experimente zu wagen, die sonst verpönt sind. Und damit war und ist Mengele nicht alleine.

Westwall


21.2.04 13:31:18
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Als kleiner Nachtrag vielleicht noch eine fast unbekannte Information über Rudel, er war Angehöriger der Allgemeinen-SS und kam dort trotz seiner Mitgliedschaft bis 1945 nicht über den SS-Rottenführer ( Obergefreiter ) hinaus.
Entweder konnte oder wollte er sich nicht als Angehöriger der Luftwaffe mit dieser Organisation großartig auseinandersetzen, trotzdem eigenartig wenn man bedenkt dass andere nicht so bekannte Größen im III.Reich als Mitglied der Allgemeinen-SS „ehrenhalber“ bis zu einem Generalrang im persönlichen Stabe Himmlers gehoben wurden.

The Real Blaze


1.3.04 17:45:50
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Na wann war den das als Rudel in die SS eingeladen wurde?Das riecht wieder nach Heldeneinsammeln der SS,daß sie danach behaupten konnte "er war einer von uns!"

Ich habe das auch gesehen über die Verbindung von Rudels Kameradschaftswerk und Mengele.Muß man das alles überbewerten? Ich denke nicht!
Rudel hat wie Axel psychologisch richtig feststellte ,alles gegeben und das nach seinem schwierigen Anlauf überhaupt Stukapilot zu werden.Er gab alles im Glauben für die richtige Seite zu kämpfen,glaubte das was in der Zeitung stand.Er muß sich dafür auch nicht entschuldigen,weil der Kriegsausgang das Meinungsbild von heute prägt.Seine vorbildliche kameradschaftliche Art ist bewundernswert.

Er war ein Mann des vorherrschenden Systems,aber zu allererst ein Flieger mit Leib und Seele.Rudel hätte in jedem Gesellschaftssystem alles für Deutschland gegeben.Wäre er Kommunist und der Kommunismus hätte verloren,wäre er nach dem Krieg immer noch Kommunist geblieben.Der Einsatz seines Lebens prägte eben sein ganzes Leben.Seine Gesinnung mußte er deshalb vor niemanden rechtfertigen.

Die ganze Hinterfragerei ob man Reue zeigt oder darauf warten bis man sich von allen offiziell distanziert find ich deshalb generell falsch!

mfg The Real Blaze

Tobias


1.3.04 20:18:24
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@waldi
Du zeigst dich doch immer direkt und/oder indirekt empört darüber daß die leute im dritten reich so naiv waren und hitlers politk immer gefolgt sind. Wo war denn eigentlich dein widerstand gegen das mauer-mörder regime der ddr? Hast du nicht selbst so stolz die uniform der nva getragen? Stell nicht jeden so furchtbar hin der im dritten reich dem nationalsozialismus gefolgt ist, sondern faß dich an deiner eigenen nase.

Ob nun rudel interlektuell war oder naiv, ist doch gar nicht die frage. Jeder der erfolg hatte und außergewöhnliches geleistet hat wird immer kritisch betrachtet. Der neid ist eine der schlimmsten charakter eigenschaften des menschen.

Niwre


1.3.04 20:30:56
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Gepostet von Tobias
hitlers politk immer gefolgt sind. Wo war denn eigentlich dein widerstand gegen das mauer-mörder regime der ddr? Hast du nicht selbst so stolz die uniform der nva getragen? Stell

Haha. Na auf die Antwort bin ich gespannt. Waere er so stolz gewesen, haette er nicht Fahnenflucht begangen.

waldi44


1.3.04 20:44:18
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Scheinst was übersehen zu haben: Ich bin fahnenflüchtig geworden und wenn Du es so sehen willst, habe ICH Widerstand geleistet und mich zumindest an die eigene Nase gefasst! ICH HAB's!
Also, was willst Du? Ausserdem passt Das nicht HIER zum Thema und was diese Art von Helden betrifft, so liess mal unter Folterungen den Beitrag den ein Herr Generaloberst Milch NACH dem Krieg noch ablieferte!

Wenn man in ein Systhem eingebunden, vielleich in dieses hineingeboren wurde, ist vieles erklärbar, nicht alles. Wenn man aber entlich die Wahrheit erfährt, wem man da gedient hat und dann noch immer von Krieg und Heldentum schwärmt, den man ja für diese Verbrecher geführt hat und sich nicht wenigstens von denen disdanziert, disqualifizieren sich diese Leute selbst und brauchen sich nicht wundern wenn man sie in die Ecke stellt, in die sich selbst am liebsten sehen!
Das gilt auch für die "unverbesserlichen Ostalgiker" und falls auch DAS Dir entgangen sein sollte, so gehöre ich zu den heftigsten Kritikern des "Ehrenhains"!

Tobias


1.3.04 21:10:23
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Ich nimm das zurück waldi. Ich hab das nicht gewußt, habe nur dein foto in der uniform gesehen. Tut mir leid!

The Real Blaze


1.3.04 23:36:03
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Warum sollte sich Rudel disqualifizieren?Nur weil er kein Wendehals war?Er war doch nur ein Soldat,der das alte Wertedenken nicht aufgegeben hat.Ist das etwa ein Grund ihn Vorwürfe zu machen? ER WAR KEIN VERBRECHER!
Ich habe nicht alles gelesen,ob er zum Beispiel irgendwo den Holocaust erwähnt hat,oder eben mit irgendjemand darüber gesprochen hat.Er muß aber eben darüber keine Stellung beziehen,weil er damit nichts zu tun hat!
Irgendwann kommen wir noch dort hin,daß jeder der damals für Deutschland gekämpft hat ein Mittäter war.Diese Tendenz ist von den Denkmälern über Nowotnys Ehrengrab bis zu verdienten Soldaten zu erkennen!So was ist nur billige Polemik,zumal auch die meisten schon unter der Erde liegen!
Für sowas fehlt mir jedes Verständnis!

mfg The Real Blaze

Tobias


1.3.04 23:49:45
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Demnach könnten wir als mittäter erscheinen, weil wir zusehen wir heutige politker sich sattfressen, während es millionen arbeitslose und viele leute unter der armutsgrenze gibt.

waldi44


2.3.04 10:20:50
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Es wird der Tag kommen, an dem wir uns vielleicht fragen lassen müssen: Was habt ihr damals dagegen getan?
Wogegen? Na, da gibt es viel, vom Umweltschutz über Atomausstieg bis hin zum Sozialabbau der gerade stattfindet.
Im Moment würde mir nicht sehr viel dazu einfallenSmiley mit Hammer auf dem Kopf!

Ja, was den ollen Rudel angeht, so denke ich auch mal, einmal Kommiskopp, immer Kommiskopp - trifft ja nicht nur für diese Generatioon zu - aber der Milch war echt der Gipfel!

Leutnant


2.3.04 12:52:51
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Über Rudel wird aber auch unter ehem. Kameraden nicht nur Gutes erzählt, so waren seine Abschüsse z.B. nicht immer real, wenn auch oft bestättigt. Éin Stukapilot berichtete mir beispielsweise von einem Einsatz mit Rudel, wo die getroffenen Panzer zwar qualmten und brannten, aber nicht vernichtet waren, da nur die äußeren Zusatztanks getroffen waren...aber wer würde einem Rudel schon solche Abschüsse in Frage stellen. Die Konsequenz war, dass oft noch zwei- bis dreimal angeflogen werden musste (ohne Rudel) um das Werk zu beenden.
Dies soll keine Kritik an Rudels Fähigkeiten sein, aber ich glaube schon, dass er nicht so viele Abschüsse hatte, wie abgerechnet wurden.

The Real Blaze


2.3.04 16:23:34
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Ja eine Toleranz muß man wohl jeden zu billigen.Bei den Scharfschützen mußte immer ein Zeuge den Abschuß bestätigen.War bei der Luftwaffe genauso,aber die Zeugen waren manchmal recht selten.Man kann also die realen Abschüße bezweifeln.Nur auf der anderen Seite,standen auch unbestätigte Treffer,die nur der Russe kannte.Rudels Abschüße kann man deshalb auch so stehen lassen.
In seinem Kriegstagebuch bestätigte er ja auch,daß er anfangs nicht beliebt war.Das hat sich wohl schlagartig geändert,als er unter Einsatz seines Lebens Kameraden gerettet hatte.Für Rudel mußte danach noch eine Auszeichnung erfunden werden,so hoch dekoriert war er.(der ganzen Welt bis heute--->zweifellos zu Recht!)

mfg The Real Blaze

ruedesheim


11.8.04 06:02:56
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Oberst Rudel und Leutnant Anton Korol

Wer kennt oder kannte meinen Onkel, den Stukaflieger und RK-Traeger Anton Korol? Ich habe ihn zuletzt gesehen, als ich Jugendlicher war. Er war mit Oberst Rudel sehr befreundet. Vielen Dank fuer Hinweise.

Djehuti


11.8.04 11:32:43
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Hallo,

ganz nützlich die biographischen Daten:
<i><b>Rudel, Hans Ulrich</b>

* 2. Juli 1916, Konradswaldau
+ 18. Dezember 1982, Rosenheim

Hans Ulrich Rudel besuchte die Militärschule in Wildpark bei Rostock und wurde dann in der Wehrmacht als technischer Offizier einem Stuka-Geschwader zugeteilt. Im April 1941 kam er zur I. Gruppe des Schlachtgeschwaders 2 nach Griechenland und erreichte am 10. Februar 1943 in Rußland als erster den 1000. Feindflug. Am 1. April 1943 erfolgte die Beförderung zum Hauptmann und am 22. Februar 1944 zum Kommandeur der III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 2. Bereits eine Woche später wurde er zum Major ernannt. Seine steile Karriere verdankte Rudel seiner Spezialisierung auf die Panzerjagd. Insgesamt vernichtete er mit seiner Ju 87 G 519 sowjetische Panzer, 800 Fahrzeuge, versenkte einen Kreuzer und beschädigte ein Schlachtschiff schwer. Nach dem Krieg geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im April 1946 entlassen wurde.

Rudel ging nach Argentinien, wo er Mitglied der dortigen nationalsozialistischen Emigrantenkolonie war. Von der Regierung Peron unterstützt, fungierte er als Verbindungsmann zwischen den Nationalsozialisten im Exil und rechtsradikalen Kreisen in Niedersachsen. 1951 kehrte Rudel indie Bundesrepublik zurück und wurde Schirmherr des nationalsozialistischen Freikorps Deutschland. Seine unter dem Titel "Trotzdem" veröffentlichten Memoiren verherrlichten den Krieg und brachten seine unverholene Bewunderung Hitler gegenüber zum Ausdruck. Als Idol der deutschen Rechtsradikalen der Nachkriegszeit wurde Rudel einer der Sprecher und Propagandisten der neonazistischen Sozialistischen Reichspartei (SRP). 1956 setzte er sich erneut nach Südamerika ab, lebte eine Zeitlang in Brasilien und Paraguay und führte dort seine rechtsradikalen Tätigkeiten fort.

Ritterkreuz (6. Januar 1942)
Eichenlaub (10. April 1943)
Schwerter (25. November 1943)
Brillianten (20. September 1944)
Goldenes Eichenlaub (29. Dezember 1944) -> einziger Träger</i>

Eduardo


17.12.04 22:57:42
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1977 besuchte ich Oberst H.U. Rudel bei seinem Haus in Kufstein-am-Stimmersee und blieb mit ihm zusammen den ganzen Tag. Wir haben einen Spaziergang ("Wilde Kaiser") gemacht, und bei einer Gastätte zusammengegessen. Sicherlich haben wir uns viel über den Krieg unterhalten. Rudel war ein deutscher Held..schluß aus. Leider war er auch ein überzeugter Nazi. Der meinte (hat er mir persönlich gesagt), daß nach Jesus, Hitler ist der größte Mann in der Geschichte gewesen.... Ich bin auch der Meinung, daß er naive war, aber was er während des Krieges als Stuka flieger getan hat ist einmalig in der Geschichte der Luftwaffe in Dt, sowie in der Welt. Deswegen bekam nur er eine der 12te höchste Auszeichnungen überhaupt. Gruß

IM


26.12.04 14:14:04
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Hallo,

an dieser Stelle mal ein kleiner Buch-Tip: "Auf Feindflug mit den Ritterkreuzträgern Erwin Hentschel und Walter Linke"

Erwin Hentschel war der Bordfunker von Rudel und der Stukaflieger mit der zweithöchsten Einsatzzahl. In dem Buch sind 100 bisher unveröffentlichte Bilder, u.a. von Hentschel und Rudel. Sehr interessant zu lesen ist auch der Bericht eines Kaczmarek von Rudel, selbst Träger des Deutschen Kreuz in Gold. Man erfährt, daß es nicht ganz einfach war für Rudel zu fliegen und ihn zufrieden zu stellen.

Alle Infos zum Buch unter www.cimm.de
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