Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Turbinenjäger

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Richtschuetze


7.4.04 11:23:16
Direktverweis
Hallo zusammen,hat einer von euch informationen darüber ob es jemals einen Luftkampf zwischen einem deutschen Trubinenjäger(Me 262/He 162/Ar 234)gegen den einzigen alliierten(Gloster Meteor)gegeben hat??:Schulter:
Ich habe zwar einige Bücher über die Luftwaffe(sowie die Trubinenjäger)aber dort ist nichts zu finden.
Würde mal gerne wissen wie der ausgegangen wäre(abgesehen von dem können des Piloten)
Was meint Ihr?
ich denke die Me 262 ist klar im Vorteil bessere Zelle schneller und bessere Waffen!(wenn auch die Trubinen nicht so viele Flugstunden ausgehalten haben wie die der Meteor!
Die Ar 234/He 162 dürfte auch schneller gewesen sein!
P.S Der Trubinenjäger der Ammis(P-80 Star)war zwar kurz in Italien(laut meinen Unterlagen)hatte aber den Auftrag sich aus jedem Luftkampf mit deutschen Trubinenjägern herraus zu halten!War bestimmt auch besser für"Ihn"

Was habt Ihr dazu?sage schonmal Smiley mit Danke-Schild

Gast


7.4.04 20:29:50
Direktverweis
keine Kämpfe während des WWII zwischen Düsenjägern,
richtige Kämpfe gab's erst in Korea,
vielleicht gab's ja MockUpFights zwischen Beute-Me262 und alliierten Maschinen, was aber nicht als Kamp gewertet ist

zur Bewertung deutscher Maschinen lies mal Eric Brown
"Berühmte dt. Flugzeuge 39-45 Berichte eines Testpiloten"
er ist übrigens Engländer...

He262 wäre agiler als Meteor und P-80
Me262 hätte wohl zu kämpfen
Ar234 wäre gut im weglaufen, da nur die C-3-Versionen
nach vorne gerichtete Waffen hatten, der Rest waren Bomber!

wie die P-80 und Meteor abschnitten kann man sich anhand
des Koreakrieges anschauen


Archer Christifiori

Axel43


8.4.04 18:26:23
Direktverweis
Soweit ich weiss wurde der "Meteor" nicht im Luftkampf gegen das Reich eingesetzt. Zweitens kommt es natuerlich sehr viel auf den Piloten an. Die US Propellermaschinen Typ P51 haben recht viele Me262 abgeschossen, weil die deutschen Piloten zu unerfahren waren.

Gast


9.4.04 02:32:35
Direktverweis
Gepostet von Axel43
Die US Propellermaschinen Typ P51 haben recht viele Me262 abgeschossen, weil die deutschen Piloten zu unerfahren waren.


Soviel ich weiß lag das weniger an der Erfahrung der Piloten als vielmehr an der Tatsache das die Me262 bei Start und Landung ihren Geschwindigkeitsvorteil nicht ausspielen konnten.

Axel43


9.4.04 21:05:39
Direktverweis
Selbstverständlich war die Me262 bei Start und Landung, und besonders bei der Landung, eine lame Ente, was mit den Triebwerken zusammenhängt und bei Düsenjägern allgemein noch recht lange so war. Aber auch sonst haben erfahrene Piloten die Me 262 abgeschossen. Ich schlage vor, Sie lesen mal die Berichte die es gibt, Tag für Tag, über Einsatz und Verluste der Me262. In gewisser Hinsicht ist der Vergleich ein bißchen ungerecht, denn die Me262 war ja als Abfangjäger konzeptiert, d h für den Einsatz gegen Bomber entwickelt (Typ rein-und-rauss), und konnte sich daher mit eigentlichen Jagdflugzeugen nicht messen. Auch die Triebwerke waren hier ein Problem.

Richtschuetze


13.4.04 07:44:11
Direktverweis
Was man aber immer dabei bedenken muß,ist die Tatsache das die Me262(sowie alle deutschen Flugzeuge)immer zahlenmässing weit unterlegen waren!(gegen Ende des Krieges)
Da ist es auch nicht verwunderlich das es zu Abschüsse(mit der Ausnahme Start-Landung) gekommen ist!Denn wenn sich bis zu 5 P-51 auf eine Me 262 oder einen der anderen Turbojäger stürzen ist das in meinen Augen keine große Leistung!!!(Das steht auch in den Berichten!!)Smiley mit dagegen-Schild

Indy


13.4.04 08:16:17
Direktverweis
Das nennt man dann wohl 'war of american art':D

Ich weiß...Smiley mit verdrehten Augen

Richtschuetze


13.4.04 09:37:43
Direktverweis
Ja da hast Du recht!!!Respekt-Smiley(leider!)

Axel43


13.4.04 17:12:04
Direktverweis
Selbstverständlich nützt man Überlegenheit in Anzahl so gut wie nur möglich aus ("Klotzen, nicht kleckern !" wie ein bekannter deutscher Militärdenker das mal ausgedrückt hat). So versuchten ja auch die deutschen Abfangjäger immer, einzelne Bomber aus dem schützenden Pulk herauszuzwingen, um sie dann mit Serienangriffen zu erledigen.
Während aber die P51 gerade als Bomberschützer und daher für den Luftkampf konzeptiert war, war es die Me262 nicht, d h wenn sie mit den Jagdflugzeugen im Kurvenkampf mithalten wollte, ging ihr buchstäblich die Puste aus, dh die Triebwerke blieben stehen (auch mit der Bordbewaffnung gab es in dieser Hinsicht Probleme). Mangelhafte Ausbildung der Piloten kam hinzu, dh sie konnten das Geschwindigkeitspotential der Me262 nicht richtig ausnützen. Im Prinzip kann man wohl sagen, daß die Me262 etwa ein Jahr zu früh ins Feuer kommen mußte.

Richtschuetze


14.4.04 07:05:18
Direktverweis
Ja klar ist das verständlich wenn man die überlegenheit hat sie auch auszunutzen!aber ich meinte ja den Luftkampf zwischen Turbinenjägern!ob man da vergleiche hat!ich meine gelesen zu haben das nach dem Krieg Tests geflogen worden sind!(Me 262/He 162/Ar234 gegen P-80/Meteor)und da hat die andere Seite durch die Bank durch schlecht ausgesehen!klatschender Smiley
Die P-51 muss sich gegen die FW-190 D9/Ta-152/Do-335 und auch die lezte Version der Me-109 ich meine K14?messen!(abgesehen von Leistung/Ausbildung des Piloten sowie die zahlenmässige überlegenheit!)
Oder liege ich da falsch???:Schulter:

Richtschuetze


14.4.04 07:14:06
Direktverweis
noch was vergessen!Smiley mit Erleuchtung
laut aussage meines Bekannten ist es nur einmal zu einem "Treffen" zwischen zwei feindlichen Turbinenjägern gekommen und zwar eine Ar243 hat in Holland eine Flugplatz angegriffen(Anfang 45) auf dem eine Gloster Meteor abgestellt gewesen ist!Diese ist aber nur leicht beschädigt worden!
Der Bericht muss laut seiner Aussage im Internet zu finden sein auf Englisch!

Axel43


14.4.04 17:49:40
Direktverweis
Möglicherweise gegen die 190 aber kaum gegen die Me, die auch in ihrer letzten Ausführung ein sehr altmodischer Vogel war.

Micha1971


2.6.04 07:12:55
Direktverweis
Einen Luftkampf zwischen den Turbinenjägern Me-262 und Meteor hat nie stattgefunden.

Adolf Galland durfte beide Maschinen fliegen (die Meteor nach dem Krieg) und traf sinngemäß folgende Beurteilung:

Die Me-262 war von den Flugwerten her besser als die Meteor, aber die Meteor hatte Triebwerke, die haltbarer und ausgereifter waren. Dies kam in einem Interview in der Doku "Fliegerasse" zum Ausdruck, wo sie ihn zur Thematik befrugen. Die Ideale Verbindung wäre nach seiner Meinung (fiktiv) die Zelle der Me-262 mit den Triebwerken der Meteor gewesen.

Die Shooting Star war meines Wissens zu Kriegszeiten noch nicht einsatzreif.

[ Editiert von Micha1971 am: 02.06.2004 7:16 ]

Micha1971


2.6.04 07:19:39
Direktverweis
Gepostet von Richtschuetze
noch was vergessen!Smiley mit Erleuchtung
laut aussage meines Bekannten ist es nur einmal zu einem "Treffen" zwischen zwei feindlichen Turbinenjägern gekommen und zwar eine Ar243 hat in Holland eine Flugplatz angegriffen(Anfang 45) auf dem eine Gloster Meteor abgestellt gewesen ist!Diese ist aber nur leicht beschädigt worden!
Der Bericht muss laut seiner Aussage im Internet zu finden sein auf Englisch!


Die AR 234 war aber eher ein "Höhen"-Bomber statt ein Jäger. *duckundschnellweg*

[ Editiert von Micha1971 am: 02.06.2004 7:20 ]

Richtschuetze


2.6.04 07:41:55
Direktverweis
@Micha 1971 Test nach dem Krieg haben gezeigt das die ME-262 schneller/die Bewaffnung besser sowie die ganze Zelle der,der Meteor überlegen war!Die haltbarkeit der Turbinen der Meteor war höher(die Intervalle wo die Turbine überholt werden mußte)aber die Leistungen/Vmax der Turbinen der ME-262 waren ja auch viel höher!
Die ME 262 ist genauso getestet worden wie die HE 162(nach dem Krieg)einmal gegen die P-80 sowie die Meteor,P-80 sowie Meteor waren unterlegen!


Gruss

Richtschuetze


2.6.04 07:48:29
Direktverweis
@Micha1971 selbst die Arado Ar 243 als Bomber war schneller als die Meteor als Jäger!(Die Arado hatte nach hinten gerichtet Waffen)


Gruss

P.S wobei die Fehler bei der haltbarkeit der Turbinen an den Verdichterschauffeln lag(Material mangel)Man brauchte eine bestimmte Legierung,die nicht mehr vorhanden war!
Dieses Problem gab es bei den neuen Turbinen(Henkel/Hirth)wohl nicht mehr!Diese standen kurz vor der Einführung!

Hoover


2.6.04 10:18:20
Direktverweis
Nur wenige Exemplare der Arado hatten nach hinten gerichtete 20mm-Kanonen.

Aber es wurden auch eine Nachtjäger- und eine Zerstörerversion erprobt, aber ob diese eingesetzt wurden weiß ich nicht.

Eine Liste aller Ar 234-Einsätze habe ich gerade gefunden.

Richtschuetze


2.6.04 12:28:29
Direktverweis
@Hoover habe noch was gefunden,Mit ihren revolutionär gepfeilten Flügeln war die Me 262 viel schneller als jedes Flugzeug, das die Alliierten entgegenzusetzen hatten. Die Me 262, obwohl nicht manövrierfähig wie Kolbenmotor - Flugzeuge, machte diesen Nachteil mit überlegener Geschwindigkeit wett, sie konnte durch feindliche Formationen schneller als jedes verfolgende Flugzeug fliegen. Diese Geschwindigkeit konnte auch in engen Kurven für längere Zeit gehalten werden, was die Kolbenmotor - Flugzeuge nicht konnten.
Das wußte ich bisher auch nicht,desweitern habe ich auch einen Bericht gelesen,wo es um einen Probekampf zwischen einer HE-280/ME 262 gegen eine FW-190 geht!Beide Turbojäger konnten unter bestimmten Bedingungen auch einen Kreiskolbenjäger auskurven!Steht zb.unter www.kheichhorn.ws
Sowie in einem Buch"Die Geschichte der Schwalbe"Motorbuch Verlag!


Gruss

Hoover


2.6.04 12:44:06
Direktverweis
Das, was die Herren aber vergessen haben ist, dass die Turbinen der Me 262 bei längerer Vollast ausfielen und daher die Höchstgeschwindigkeit nur kurz ausgenutzt wurde.

Aber wenn die Me 262 in ausreichenden Zahlen und vor allem schon ab 1943 (wo die Einsatzreife schon fast gegeben war) am Himmel aufgetaucht wäre, dann wäre die Tagesluftofffensive der Amis sicher anders ausgefallen. Die Me 262 hätte den Himmel beherrscht, denn die Begleitjäger hätten genug damit zu tun gehabt, die Bomber zu beschützen.

Man stelle sich das vor:
Ein US-Pulk mit B17 und B24 kommt über die Nordsee heingeflogen und wird vom Würzburg aufgefasst. Sofort starten Me 262 und Fw 190 D-9 (oder gar Ta 152?), um den Pulk abzufangen. Während die Fw die Begleitjäger in Schach halten zerschlagen die 262 den Pulk. Dann kommen die Bf 109 G-6/10 und holen sich die Einzelflieger.

Wenn, hätte... Mann, wäre das ein Bild gewesen :Schulter:
Da ich absolut gegen die Nazis eingestellt bin, bin ich doch ganz froh, dass die dt. Waffenentwicklung so versagt hat und wir jetzt über dieses Thema frei sprechen können...

Richtschuetze


2.6.04 13:35:50
Direktverweis
@Hoover sicher in einem 3 Reich unter Hitler leben will ich auch nicht nein danke!Ich will sagen können was ich denke!Aber was die Leistung der Wehrmacht/WaffenSS angeht sind diese für mich gesehen eine Leistung die Ihres gleichen in der Welt sucht!Genauso die Leistungen der deutschen Techniker die nichts anderes gemacht haben als die best möglichen Waffen Ihren Soldaten in die Hand gegeben haben!(was in anderen Ländern auch der Fall war)Keine Frage die Ziele A.H waren mit sicherheit nicht lobenswert!(ganz im gegenteil)
Und überlege mal das was Du da so treffent beschrieben hast,meinst Du nicht auch das auf diese Art und Weise viele unschuldige Frauen/Kinder/Alte/Kranke usw überlebt hätten!Was ist daran falsch wenn jeder zuerstmal an sein Land denkt!?Das schlimme man sucht immer Fehler in der deutschen Technik,dabei sah die andere Seite oft viel schlimmer aus!Nimm nur mal den T-34 der Russen(und der war bestimmt nicht schlecht) alle sagen wie toll der war,mein Vater kannte den Kasten,er war bei der 20PD in Russland(Zielobtik schrott/Funk wenn vorhanden schrott/Getriebe und Gänge bekammst Du nur mit Gewalt rein desweitern waren die Lukendeckel teilweise so schlecht eingepasst das Du A erst garnicht rein ,B garnicht mehr raus kammst!Naja und die Russen brauchten ja auch bis zu 5 T-34 um einen deutschen Panzer zu vernichten!Wobei ich auch meine das die Russen durchaus gute Waffen gebaut haben!

Also Hoover nichts für ungut!

Gruss

Hoover


2.6.04 13:43:36
Direktverweis
So meinte ich es auch gar nicht. Die Soldaten haben ihr Bestes gegeben, und das war in vielen schon unglaublich.

Zur Technik meine ich, dass die Deutschen die absolut besten Ideen und Entwicklungen hatten, aber durch Missmanagement nicht in der Lage waren, das Optimale mit dem Machbaren zu verbinden.

Siehe Panzer: Anstatt sich auf einen erprobten Panzer (z.B. Panther) zu konzentrieren baute man den Pz IV weiter, dazu den Tiger und Tiger II.

Im Bereich Flugzeuge dasselbe:
Anstatt sich auf ein gutes Modell zu einigen und evtl ein weiteres zu Entwickeln und den Bau voranzutreiben plante man an etwa 150 Modellen herum und baute von 20 Typen eifrig Probemuster. Obwohl jeder ab 1944 sehen musste, dass es knapp wird. Also, warum nicht nur Fw 190 und Me 262 bauen? Nichts anderes!

Sicher, wenn die Planung richtig wäre und es einen wirksamen Widerstand gegen die Alliierte Luftoffensive gegeben hätte, dann wären viele Opfer unter der Zivilbevölkerung erspart geblieben.
ALlerdings hätte sich dann vielleicht der Krieg verlängert und die A-Bombe wäre auf Deutschland gefallen.

Axel43


3.6.04 03:48:10
Direktverweis
Die Herren scheinen allgemein die Probleme der 262 zu unterschaetzen. Gewiss was sie eine brilliante Konstruktion, aber sie kam unausgereift in den Einsatz und litt auch unter der schlechten Bauqualitaet. Die Verlustziffern der 262 sind einleuchtend, nicht zumindest die rein technischen Verluste bei Ueberfuehrung u dgl.
Dazu kamen dann noch die Probleme mit der Ausbildung der Piloten. Es gibt heutzutage sehr detaillierte Buecher ueber die Konstruktions- und Baugeschichte der 262, und ueber ihren Einsatz (jeden Tag !).
Ganz allgemein kann man wohl sagen, dass die Deutschen eine hervorragende Entwicklungs- und Konstruktionskapazitaet hatten, dass aber die Produktion einfach hier nicht mithalten konnte.

Indy


3.6.04 11:57:17
Direktverweis
Gepostet von Axel43
Die Herren scheinen allgemein die Probleme der 262 zu unterschaetzen. Gewiss was sie eine brilliante Konstruktion, aber sie kam unausgereift in den Einsatz und litt auch unter der schlechten Bauqualitaet. Die Verlustziffern der 262 sind einleuchtend, nicht zumindest die rein technischen Verluste bei Ueberfuehrung u dgl.
Dazu kamen dann noch die Probleme mit der Ausbildung der Piloten. Es gibt heutzutage sehr detaillierte Buecher ueber die Konstruktions- und Baugeschichte der 262, und ueber ihren Einsatz (jeden Tag !).
Ganz allgemein kann man wohl sagen, dass die Deutschen eine hervorragende Entwicklungs- und Konstruktionskapazitaet hatten, dass aber die Produktion einfach hier nicht mithalten konnte.


Na und?
Vergleicht man mit sowj. Flugzeugmuster (z.B. LaGG 3) sind die zwischenfälle mit der Me262 doch fast schon harmlos...


Gruß Indy, der jetzt für Axel Signaturen für Kok Sagys suchen muss...

Hoover


3.6.04 13:35:05
Direktverweis
Okay, es gab auch andere "problematische" Flugmuster. Allerdings muss man hier sehen, dass die Me 262 bahnbrechend war und daher auch andere Erfahrungen gemacht werden mussten.

FritzR


3.6.04 14:51:06
Direktverweis
Hoover schrieb:
Obwohl jeder ab 1944 sehen musste, dass es knapp wird. Also, warum nicht nur Fw 190 und Me 262 bauen? Nichts anderes!


Du hast es doch schon geschrieben. Es war nicht mehr da! Wollte man also die Produktion meinetwegen der Me 109 auf FW 190 umstellen, so konnte man das nur mit den vorhandenen Kapazitäten (Werken) tun. So eine Umstellung der Fertigung fängt aber mit der Herstellung/Bereitstellung der kleinsten Hilfsvorrichtungen bis zur komplizierten Werkzeugmaschine (die auch erst gebaut werden muß) an. In dieser Zeit (sicher Monate!) wird dann aber weder eine Me 109 noch eine FW 190 das Werk verlassen. Ein drastische Absinken des Bestandes wäre der Fall (Das ist eben auch der Grund, das der Pz IV immer weiter gebaut wurde).

Die Industrie war eben am Limit, neue Kapazitäten konnten nicht bereitgestellt werden! Also wenn oft behautet wird, Deutschland hat den Krieg in den Werkhallen (nicht Entwicklung) verloren, so ist das gar nicht so abwegig.

waldi44


3.6.04 15:02:41
Direktverweis
Bin zu faul die Zahlen zu posten, kannt aber jeder! Ab mitte 44 ging es mit allem Bergab! Selbst was noch produziert wurde konnte nicht mehr zu Weiterverarbeitung gebracht werden(zerstörte Transportwege und Transportmittel) und wenn man doch was hätte bauen können, hätte man es nicht mehr ausreichend mit Betriebsstoff versorgen können!
Wie schon anderswo gesagt wurde, gab es zu Kriegsende noch einige hundert einsatzfähige Flugzeuge alles Typen, aber ihre Tanks waren "leer wie leere Flasche"!
Nach dem D_Day gab es kein "Wenn und Aber" mehr- es war vorbei und die Ardennenoffensieve war Hitlers Waterloo!

Hoover


3.6.04 15:07:36
Direktverweis
Im September 1944 war der Monat mit den höchsten Produktionsausstößen des ganzen Krieges. Speers neuordnung machte sich da erstmals richtig bemerkbar, allerdings nahm nach September 1944 die Zahl wieder ab.

waldi44


3.6.04 15:41:50
Direktverweis
Ok, leg mich nicht am "ab mitte 44" fest:P!
Im ganzen Jahr 44 wurden 12.963 Panzer, 5.921 Zgkw und 65.229 Lkw infolge der alliierten Luftangriffe NICHT produziert!
Vom "Königstiger" zB war für den Zeitraum vom Juli 1944 bis Februar 1945 540 Stück vorgesehen. Geliefert wurden aber nur noch 389 Stück.

Richtschuetze


3.6.04 15:53:13
Direktverweis
@Axel43 wobei Du zu vergessen scheinst,das die meisten ME 262 A)einem Fehler des Piloten B)beim Landen und Starten C)der Zahlen mässigen Überlegenheut oft mehr als 5 zu 1!zum Opfer gefallen sind!Natürlich auch noch Probleme der Triebwerke die aber nach und nach beseitigt wurden!(das habe ich aber auch schon geschrieben)
Und Problem mit der Technik/Pilotenfehler hatten die Alliierten mit 100% Sicherheit auch!(einige bestimmt noch mehr, wie es hier auch schon gesagt wurde!)
Laut Galland gab es genug ME 262 Modelle gegen Ende des Kriegs,aber man muß auch erstmal Lehrnen damit umzugehen!Das selbe gilt für die HE 162(oder wie natürlich mit allem!!!)
Der Treibstoff für die ME 262/HE 162/AR 243 war eher zu beschaffen da Dieselöl noch zu bekommen war!(wenn auch nicht in rauen Mengen)

@Hoover sorry, das war von mir auch nicht Böse gegen Dich gerichtet!Vom Prinzip scheinen wir so ungefähr einer Meinung zu sein!

Gruss




Gruss

Hoover


3.6.04 16:08:21
Direktverweis
Eine Sache zum eigentlichen Thema, den Turbinenjägern:

Die Arado 234 unternahm im April 1945 mehrere Angriffe auf britische Brückenköpfe in meiner Gegend.
Ich stelle die Daten mal ein:

11.04.45 5 Maschinen KG 76 - Art Stellungen bei Kirchweihe
12.04.45 3 Maschinen KG 76 - selbes Ziel
13.04.45 2 Maschinen KG 76 - brit Brückenkopf bei Essel/Nienburg
18.04.45 1 Maschine KG 76 - Wetteraufklärung bei Rethem
19.04.45 1 Maschine KG 76 - Brückenziel Rethem mit SD 500
03.05.45 2 Maschinen KG 76 - brit. Fz-Ansammlung bei Bremervörde

Übrigens: Der Angriff auf Rethem verfehlte die Brücke und traf einen britischen Tank-Konvoi in der Innenstadt, worauf die Innenstadt zur Hälfte abbrannte.

Der größte Einsatz der Ar 234 erfolgte am 21.02.45, als alle 21 einsatzbereiten Maschinen der Luftwaffe britische Panzerkolonnen bei Kleve angriffen.

Nur mal so zur Information.

FritzR


3.6.04 17:20:39
Direktverweis
Bin zu faul die Zahlen zu posten, kannt aber jeder! Ab mitte 44 ging es mit allem Bergab!


Richtig. Das meinte ich aber noch nicht einmal. Selbst 1943 hätte eine Typumstellung in den Fabriken (also ein oder mehrere Typ(en) nicht mehr, dafür EIN neuer) fertigungstechnisch nicht ohne Produktionsausfall bewerkstelligt werden können. Und allein das hätte einen wirklichen Abfall des Istbestandes bedeutet, den Deutschland sich zu keiner Zeit leisten konnte.

Axel43


3.6.04 20:50:23
Direktverweis
Hilft alles nichts, Richtschuetze: die Me262 kam zwei Jahre zu spaet fuer den Krieg und ein Jahr zu frueh was die Einsatzreife betrifft.

Hoover


3.6.04 21:20:58
Direktverweis
Hilft alles nichts, Richtschuetze: die Me262 kam zwei Jahre zu spaet fuer den Krieg und ein Jahr zu frueh was die Einsatzreife betrifft.



Schön gesagt und stimmt genau.

Hoover


3.6.04 21:22:43
Direktverweis
Noch etwas zu der Me 262:

Ich ahbe just gelesen, dass erst die amerikanische F-80-C
Shootung Star aus dem Jahre 1950 die gleichen Leistungen brachte wie die 262.

Und wer hat es getestet? Glenn, der spätere Astronaut.

Richtschuetze


4.6.04 07:26:18
Direktverweis
@Axel43 ja da hast Du leider recht!


Gruss

P.S Vielleicht hätte man nicht so überheblich sein sollen(das was wir haben reicht)sondern direkt auf die HE-280 setzen sollen!(die flog schon 1941)

Micha1971


4.6.04 09:01:25
Direktverweis
Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Die He-280 erreichte nicht die Werte der Me-262 und wenn Adolf nicht den Befehl gegeben hätte, daß die Me-262 ein Blitzbomber werden soll (obwohl das passende Flugzeug als Bomber die Arado 234 bereits in der Pipeline war), hätte die Entwicklung der Me sicher ganz anders ausgesehen.

Außerdem finde ich die deutschen Projekte als Konkurrenz zueinander schon als eine gute Idee, weil man da das beste aus diesem Pool herauspicken konnte. Jedoch war hier die Rohstoffknappheit ein Faktor, der für diese Art der Waffenentwicklung kontraproduktiv einwirkte.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn man einen Firmenverbund aller Flugzeugproduzenten gebildet hätte, indem die Genies der Flugzeugproduzenten gemeinsam an neuen Flugzeugen gearbeitet hätten (und nicht in Konkurrenz zueinander) und in diesem die passenden Maschinen nach den Vorgaben und Lastenheften entwickelt hätte. Dies hätte sicher einige Sackgassen vermieden, die Zahl der unnötigen oder fehlerbehafteten Projekte reduziert und der Rohstoffknappheit teilweise Rechnung getragen.

Wenn die Me-262 rechtzeitig ausgereift gewesen wäre und in entsprechenden Stückzahlen zur Verfügung gestanden hätte, wäre dies zwar nicht kriegsentscheidend gewesen, aber Grauen wie Dresden wären Deutschland sicherlich erspart geblieben.

Richtschuetze


4.6.04 10:19:02
Direktverweis
@Micha1971 die Werte der HE-280 hätten 1941 für alles was die Alliierten in die Luft hätten bringen können mehr als gereicht!Was aber das Problem war man wollte Heinkel die Bomber bauen lassen und Messerschmidt die Jäger!(Laut Udet)
So begang ja auch die Pleite mit der HE-100/112!

Gruss

P.S Der Vorschlag von Dir bezüglich eines zusammen arbeitens hört sich gut an!Aber leider zuspät!(wobei sich mein leider immer an die Bombenopfer richtet!!!)

Micha1971


4.6.04 11:27:03
Direktverweis
Das ist klar. Erstens entscheidet die Luftwaffe allein nicht über einen Sieg. Hierzu bedarf es nicht zuletzt auch der Bodentruppen und der Seestreitkräfte. Zweitens wäre ein Weiterbestehen von Deutschland in der Art von 1936 bis 1945 die denkbar schlechteste Alternative gewesen, auch wenn einige der ersten Ansätze der Regierung 1933-1935 gut klangen und auch einige positive Dinge dabei herauskamen, wenn auch deren Zweck nicht der friedliche war (Autobahnen, RAD, Volkswagen, Arbeit für alle etc.).

Denn heute könnten einige der Jugendlichen imho schon so eine Einrichtung wie den RAD (in abgeschwächter Version natürlich) benötigen. Dies würde Deutschland vielleicht auch wieder auf die Beine helfen. Denn es gibt genügend Möglichkeiten, wo auch ungelernte etwas für die Erhaltung der deutschen Substanz tun könnten (Park säubern, Parkbänke reparieren etc. pp.) Das Thema wäre hier aber wieder OT.

Mir gings hier primär nur um die Bomberabwehr, die man mit einer effizienteren Entwicklung von Anfang an (d.h. ab 1936 bis zum Kriegsende) auf die Reihe bekommen hätte. 1942/43 käme eine derartige Maßnahme eh viel zu spät.

Richtschuetze


4.6.04 11:51:12
Direktverweis
@Micha1971,ja so sehe ich das auch,Nur ob die Maßnahme zu spät kommen würde 1942/43(für einen Sieg ja)aber um das Leid der Zivilbevölkerrung zu mildern nicht!
Aber leben unter dem Regime wie damals nein danke,auch wenn wir heute am "motzen"sind geht es uns doch viel besser!
(wobei vielleicht ein paar Ansätze ganz gut waren,aber das ist das selbe wie im Kommunismus auch!Alle Menschen sind gleich,aber manche sind gleicher!)


Gruss
zurück zur Themenübersicht