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Beate Uhse

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AutorBeitrag

Richtschuetze


15.4.04 12:41:22
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Hallo zusammen,
stimmt es das Beate Uhse Testpilotin bei der Luftwaffe im 2.Weltkrieg war?Etwa so wie Hanna Reitsch!und wenn ja was hat Sie geflogen und wo?Hat da einer was?(Balsi?):dito:Das sie wohl einen Pilotenschein hatte ist bekannt!

Im vorraus schonmalSmiley mit Danke-Schild

Parabellum


15.4.04 12:45:31
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Stimmt nicht, da Hanna Reitsch die einzige weibliche Testpilotin der Luftwaffe war :)

[ Editiert von Parabellum am: 15.04.2004 12:46 ]

Balsi


15.4.04 13:35:21
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Beate Uhse
Die geborene Beate Köstlin wuchs als Tocher einer Ärztin und eines ostpreussischen Gutsbesitzers auf Gut Wargenau bei Cranz an der Ostseeküste im ehemaligen ostpreussischen Samland auf. Bereits 1928, als sie neun Jahre alt war, begann ihre Flugleidenschaft. Weil sie den Badegästen Rundflüge anbieten wollten, baten zwei junge Flieger um die Erlaubnis, eine Wiese des elterlichen Gutes als Start- und Landebahn nutzen zu dürfen. Beate Köstlin durfte mitfliegen, und von diesem Moment an ließ sie von dem Wunsch, Pilotin zu werden, nicht mehr ab. Doch zunächst besuchte sie Internate auf der ostfriesischen Insel Juist und die Odenwaldschule in Oberhambach. Nach der Schule ging sie 1935 für ein halbes Jahr als Au-pair-Mädchen nach England.
Der Flugplatz Rangsdorf
Mit 17 ging Beate Köstlin nach Berlin auf die Fliegerschule Rangsdorf. Am Ufer des Rangsdorfer Sees hatte der nationalsozialistische Reichsluftfahrtminister Göring 1935 ein Flugfeld mit einem Hafen für Wasserflugzeuge bauen lassen. Obwohl weitreichend genutzt, galt diese Anlage als sein privater Flugplatz. Der angeschlossene Flugclub war einer der elitärsten seiner Zeit. Heinz Rühmann parkte seine Privatmaschine auf dem Sportflugplatz. Im Casino am See traten Lale Andersen und Hans Albers auf. Bei der Olympiade von 1936 wurden hier die Kunstflugwettkämpfe ausgetragen. Die Bücker-Werke nutzten die Anlage von 1935 bis 1945 zum Flugzeugbau. In den Kriegsjahren wurde Rangsdorf Fliegerhorst für die Luftwaffe. Von hier aus startete und landete Graf Stauffenberg im Juli 1944 zu seinem erfolglosen Attentat auf den Diktator Hitler. Heute ist von dem Flugplatz kaum noch etwas übrig. Damals war Beate Köstlin unter 60 Flugschülern die einzige Frau. Mit 18, im Jahr 1939, hatte sie den A2-Schein für Motorflugzeuge absolviert.

Die Einfliegerin
Beate Köstlins nächstes Ziel bestand darin, Einfliegerin zu werden. In diesem Beruf ging es darum, generalüberholte Flugzeuge in der Luft auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen – eine verdammt gefährliche Aufgabe. Fehlerquellen, die zum Absturz führen konnten, waren trotz sorgfältiger Instandsetzungsarbeiten nicht auszuschließen. Zunächst wurde sichergestellt, dass mit dem generalüberholten Flugzeug die zulässigen Geschwindigkeiten in Normallage ohne Beanstandungen geflogen werden konnten. Aber bei kunstflugtauglichen Schulflugzeugen stand auch die Überprüfung aller schwierigen Fluglagen auf dem Programm. Dazu gehörten etwa Rückenflug, Drehen um die Längsachse, Loopings und Sturzflug. Nicht nur scharfe Beobachtungsgabe, sondern auch eine gehörige Portion Mut waren hier gefordert. Beides besaß Beate Köstlin, und sie bekam eine Praktikantenstelle bei den Bücker-Flugzeugwerken. Noch blieb ihr die wirkliche Tätigkeit versagt, doch diese ergab sich durch einen Zufall: Japan bestellte bei den Bücker-Flugzeugwerken 90 Maschinen des Typs Bücker 131 „Jungmann". Diese Maschinen sollten per Schiff in den fernen Osten überführt wurden. Dazu reisten auch sieben Werksangehörige mit, unter ihnen der Chefpilot. Den Bücker-Werken fehlte dadurch ein Einflieger - eine großartige Chance: Im Alter von 19 Jahren sprang Beate Köstlin ein.

Die Militärpilotin
Im Jahr 1944 nahm Beate Köstlin, inzwischen verheiratete Uhse, ein Angebot der nationalsozialistischen Luftwaffe an. Sie wurde Flugzeugführerin im Überführungsgeschwader Mitte Berlin-Tempelhof. Dort brachte sie zu Beginn Übungsflugzeuge zu den Fliegerschulen. Später schulte sie auf Frontflugzeugtypen um und flog im Rang eines Hauptmanns der Luftwaffe Maschinen wie die Messerschmitt Me 109 und Me 110, Focker Wulf Fw 190, Junkers Ju 87 an die Front – alles in allem waren es fast 1.900 Flüge.

Flucht aus Berlin
Im April 1945 hatten Einheiten der roten Armee Berlin erreicht. Beate Uhse wollte mit ihrem kleinen Kind Klaus sowie ihrem Kindermädchen flüchten. Es gelang ihr, auf dem Flugplatz Gatow eine alte Siebel Fh 104 zu organisieren, indem sie sich bereit erklärte, zwei Verletzte mitzunehmen. Völlig überladen und unter Beschuss startete Beate Uhse am 22. April 1945 Richtung Westen. Nach ihrer Landung im nordfriesischen Leck kam Beate Uhse in Kriegsgefangenschaft.

Richtschuetze


15.4.04 13:49:49
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Ich sage nur Smiley mit Danke-SchildundRespekt-Smileyfür die schnelle und genaue Antwort!
Waren dann Sie(Beate Uhse/Hanna Reitsch)die einzigen Frauen,oder gab es noch mehr?
Aber richtige Kampffliegerrinnen(wie bei den Russen)gab es dann doch nicht oder??

Gruss

Parabellum


15.4.04 13:50:34
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Tja, ich hab mich wohl getäuscht. Naja, dann war meine Quelle nicht zuverlässig ^^

Balsi


15.4.04 15:10:33
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naja so ganz unrecht hattest du ja nciht.. sie machte keine Testflüge.. sie überführte grösstenteils Flugzeuge zur Front.. ist ja keine tesflug...

waldi44


15.4.04 15:14:56
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Wieso nichtSmiley mit verdrehten Augen? Testen ob sie auch ankommen:totlach:!

Hoover


15.4.04 15:48:27
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Trotzdem: Riiiiiiiiiiesen Respekt für die Frau. Die hat Deutschlands nicht mitgeprägt, sondern ist ja fast ein kleiner Teil der Geschichte!

waldi44


15.4.04 15:52:05
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Gepostet von Hoover
Trotzdem: Riiiiiiiiiiesen Respekt für die Frau. Die hat Deutschlands nicht mitgeprägt, sondern ist ja fast ein kleiner Teil der Geschichte!


Dafür hat sie aber andere Sachen prägen lassen:D und wurde damit zum Teil der Geschichte und wenn es "nur" die Geschichte des Sex' istSmiley mit Danke-Schild!

Axel43


15.4.04 18:11:54
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Solche "Transportfliegerinnen" gab es noch mehrere, auch bei den Alliierten. Der Einsatz ist nicht zu unterschätzen.

Richtschuetze


16.4.04 09:24:35
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Na das ist doch auch schon was!(Transportflüge)
Aber eine Auszeichnung hat sie wohl nicht bekommen?so wie die Reitsch?oder?
Hast Du da noch was Balsi?
Auf der Seite"Pilotenbunker"sind noch 8 weitere deutsche Testpilotinnen aufgelistet!!(zu UHSE und Reitsch)
Aber leider keine Biographie zu Ihnen.
Ich dachte immer das A.H die Frauen nur zum Kinderkriegen haben wollte!(Testpilotinnen/Blitzmädchen/Flakhelferrinnen und Krankenschwestern sprechen da aber eine andere Sprache)

Micha1971


4.6.04 09:34:55
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Es gab imho auch noch eine weitere Testpilotin. Das wird z.B. im Buch Der streng geheime Vogel Me-163 behandelt.

Hanna Reitsch war nur die bekannteste und berühmteste Pilotin im Deutschen Reich. Sie flog u.a. 1936 in der Halle in Düsseldorf?? den ersten Helikopter.

Gräfin Melitta von Stauffenberg (die Frau von Graf Schenk von Stauffenberg) war übrigens auch Überführungspilotin. Sie machte auch zig Stuka-Testflüge (vornehmlich Sturzkampftests). Nach dem Attentat ihres Mannes auf Hitler stand sie kurz vor dem Abschuß, hatte aber prominente Fürsprecher. So behielt sie ihre Stellung als die Nr.2 ?? der Frauen in der Luftwaffe.

Sie wurde 1945 in einer Schulmaschine Bücker Jungmann von einem Amerikaner abgeschossen.

Aber die die ich meinte mit weitere Testpilotin war eine andere.

[ Editiert von Micha1971 am: 04.06.2004 9:37 ]

[ Editiert von Micha1971 am: 04.06.2004 11:35 ]
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