Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Fallschirmjäger?

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AutorBeitrag

PERBANDT


6.10.04 15:39:21
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Ich bin auf den Spuren meines lieben, leider bereits verstorbenen Vaters.
Ich versuche herauszubekommen bei welcher Einheit er genau war.
Er hat mir folgende Informationen gegeben:

- er sprach von "Fallschirmjäger"
- er sagte er wäre bei der Division "Herrman-Göring" gewesen und das in seiner Einheit ein "weißer Schal" getragen werden durfte ( zur Ausgehuniform?)
- er sprach von Panzerausbildung und Luftlandetruppen
(Panzerflieger?) und er sagte, daß als er endlich
zum Einsatz kam, keine Panzer mehr zur Verfügung standen.
- mein Vater war Jahrgang 1928 un kam 1945 in der Tschechei in Gefangenschaft. Er hatte "Glück" denn er war verletzt und kam daher zu den Amis. Seine unverletzten Kameraden mußten zu den Russen.

Meine Recherchen haben bisher ergeben, daß eigentlich nur die 10. Fallschrimjägerdivision zu der Zeit in Mähren stand.

Liege ich mit meiner Vermutung richtig?
War hier jemand bei der Truppe meines Vaters?
Gruß
Christian

Guderian


6.10.04 18:52:08
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Das könnte eventuell wirklich die Hermann-Göring-Division gewesen sein.
Das war ein Mischmasch aus Luftwaffen-, Infantrie- und Panzerdivision.
Ansonsten gabs auch noch die 9 Fallschirmjägerdivision, welche zu der Zeit gegen die Sowjets gekämpft hatte.

Michael 60


6.10.04 20:15:39
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Hallo,

sieht ganz nach der Fallschirm-Panzer-Division 1 "Hermann Göring''oder auch nach der ''Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 Hermann Göring''aus.

Falls noch nicht passiert, lohnt ein Blick in das'' Lexikon der wehrmacht''.

Gruß Michael

waldi44


29.11.04 17:04:00
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Aus: "Deutsche Spezialdivisionen 1935-1945", Werner Haupt, Karl Müller Verlag.

.............
Der nächste Großkampf begann im Januar 1944, als die Alliierten bei Nettuno landeten. Hier standen die Einheiten der Division bis Ende Februar im Schwerpunkt des Brückenkopfes Anzio-Nettuno vorwärts von Cisterna. Die in diesen Kämpfen fast ausgeblutete Division wurde vom Heeresgruppenkommando »C« zur Wiederauffrischung in die Toscana verlegt und machte anschließend die Schlacht um Rom mit. Die Division erlitt wiederum herbe Verluste und zog sich befehlsgemäß zum Trasimenischen See zurück, wo sich die Front stabilisieren konnte.
Die Division wurde nun abgelöst und wurde im Transport an die Ostfront gebracht, wo sie ab August im Baranow-Brückenkopf zum Einsatz kam. Die Division lernte nun den Verteidigungskampf gegen die überlegenen Truppen der »Roten Armee« im Großraum Warschau und beim anschließenden Rückzug nach Ostpreußen. Hier wurde die Fallsch.PD. »Hermann Göring« mit der neuaufgestellten Fallsch.Pz.Gren.D. »Hermann Göring« dem Korpskommando Fallsch.Pz.K. »Hermann Göring« unterstellt. Damit war im Oktober 1944 das einzige Fallsch.Pz.K. entstanden, das aus dem Fl.-K. XI gebildet wurde. Das Korps übernahm die Führung der beiden
Divisionen, die den Namen »Hermann Göring« trugen. Neben der bisherigen PD. gab es nun eine Pz.Gren.D., die sich ebenfalls aus Luftwaffenangehörigen - einzelne Offiziere, Unteroffiziere und Techniker kamen vom Heer - zusammensetzte.
Beide Divisionen standen in vorderster Front im Raum Gumbinnen/Ost-preußen. Hier kam es zu schweren und verlustreichen Abwehrkämpfen im Oktober und November. Die zwei Divisionen fochten erbittert gegen die überlegenen sowjetischen Kräfte, die die deutsche 4. Armee in Ostpreußen einschlössen. Das Korpskommando kämpfte sich mit der Pz.Gren.D. bis in den Heiligenbeiler Kessel zurück, aus dem die Stäbe und nur Reste der Division über das Meer nach Pommern entkamen.
Die Fallsch.PD. wurde eilig am Jahreswechsel 1944/45 nach Südpolen transportiert, im Raum Lodz ausgeladen und kämpfte sich nach Beginn der letzten großen sowjetischen Offensive über Breslau nach Sachsen zurück. Hier war inzwischen das Korpskommando und die Reste der zerschlagenen Pz.Gren.D. ebenfalls eingetroffen, so daß die Verbände des Fallsch.Pz.K. »Hermann Göring« wieder zusammen kämpften.
Der Einsatz der aufgefrischten Divisionen erfolgte im Rahmen der 4. deutschen Panzerarmee im Raum Lauban-Bautzen. Nach dem letzten deutschen Erfolg um Bautzen kam es zu den Rückzugskämpfen über die Elbe im Raum Dresden. Dort mußten dann am Tage der Kapitulation die letzten Fahrzeuge und Waffen gesprengt werden; die Truppe geriet in Gefangenschaft, aus der nur die wenigsten der Soldaten zurückkehrten.
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