Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

KG 40

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AutorBeitrag

060924


12.11.04 12:09:24
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3. Staffel in Trondheim mit FW 2oo (auch Ju 88?)

Wer kennt den Stafelkapitän? Es fanden Kämpfe vom 8.8.43 -
1O.11.43 im Nordatlantik, Eismeer u. Nordmeer durch die Luftflotte 5 statt.

1. Staffel in Chateaudun/Frankreich
Staffelkapitän war Hptm. Bodo Mayerhofer (1944 in Faßberg tödlich abgestürzt, Vertreter und Stafelführer für Mayerhofer
war Oblt. Helmut Botterbrodt -am 21.1.44 gegen London eingesetzt und seitdem mit gesamter He 177-Besatzung vermißt-)
Wer weiß etwas über einzelne Einsätze und die geflogenen Maschinen?

Ich suche aus der Maschine Waterbeck (ebenfalls am 21.1.44
über England abgestürzt) die mit dem Fallschirm abgesprungenen
Luftwaffensoldaten MIRBACH/DROEGE/SIX bzw. deren Familien!

IV. Gruppe KG 4o - Staffel unbekannt -
Wer weiß etwas über Einsätze mit Ju 88 von 5/43 - 8/43
in Catania/Sizilien, Larissa/Griechenland und Kairouan/Tunesien für Tage oder Wochen? Die Gruppe müßte
von Chateaudun/Frankreich operiert haben.

Ingo jr.


Smiley mit Danke-Schild

bakerman


20.11.04 16:53:59
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Die I. Gruppe des KG 40 rüstete im Laufe des Jahres 1943 von der FW200 auf das Muster Heinkel 177 um. Dieses geschah sehr schleppend, da das neue Muster unter erheblichen technischen Problemen litt, die insbesondere von den gekoppelten Motoren herrührten. Mehrere Monate im Frühjahr 1943 erhielt das Muster sogar Startverbot.
Ende 1943 verlegten alle einsatzbereiten Teile der Gruppe nach Chateuadun/Frankreich. Dort wurde zusammen mit Besatzungen der II./KG 40 und der I./KG 100 ein Gefechtsverband gebildet, der unter Führung von Hptm. Mayerhofer zunächst 32 Flugzeuge stark war.
Die wenigen Einsätze, die im Januar und Februar 1944 in den Raum London führten, endeten katastrophal : So gingen bei nur drei Nachteinsätzen vom 21.-29.1.44 9 Maschinen über England im Einsatz verloren, vier stürzten wegen Triebwerkschäden über Frankreich ab, eine wurde von der eigenen Flak abgeschossen und eine weitere wurde Opfer eines britischen Nachtjägers. Zahlreiche Besatzungen hatten die Einsätze vorzeitig abbrechen müssen, da die störanfälligen Triebwerke Probleme machten. Als am 7.2.44 der Rest der I./KG 40 wieder zurück nach Faßberg verlegte, waren nur noch 20 Maschinen vorhanden, daraus wurde die I./KG 100 gebildet, die weiterhin gegen England im Einsatz war.

Bei der Maschine von Olt. Botterbrodt könnte es sich um die He177A-3, Werknummer 5741, Kennung CJ+FO gehandelt haben. In dieser Nacht(21./22.1.44) gingen 5 Maschinen des Verbandes verloren, aber diese Maschine ist als einzige als vermisst gemeldet. Helmut Botterbrodt stammte aus Varel, er war Jahrgang 1912.

Hptm. Bodo Mayerhofer übrigens ist am 14.5.44 mit der He177A-5, Werknummer 0141, Kennung 6N+BC in Faßberg beim Start tödlich abgestürzt. Er war Kommandeur der II./KG 100. Mit 40 Jahren hatte er schon ein ungewöhnlich "hohes" Alter.

Zum Einsatz der Fw 200 und der Ju88 beim KG 40 empfehle ich vielleicht die Bücher von Nowarra über diese Flugzeuge, da es eine Chronik des Geschwaders KG40 (noch?) nicht gibt. Die I. Gruppe, also mit ihr auch die 3.Staffel, flog ausschliesslich die Muster He177 und Fw200, aber keine Ju 88. Die eigentliche Ergänzungs- und Ausbildungsgruppe IV./KG 40 lag von August 1942 bis Dezember 1943 in Chateaudun/Frankreich. Neben den Fw200/He177 waren hier bis September 1943 spezielle Ju88C-6-Zerstörer in der Erprobung, die auch in der Schiffsbekämpfung im Mittelmeer eingesetzt wurden, mit welchem Erfolg, kann ich leider nicht sagen.

060924


25.1.05 18:13:06
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Zu I./KG 4o

Danke für die bisherigen Informationen. Ja, die He 177 A 3 mit der Werknummer 53 5741, Kennnung CJ+FO, wurde von Oblt.
Helmut Botterbrodt (Kdt.u.Flgz.f.) am 21.1.44 im Nachteinsatz der 1. Welle gegen London geflogen.Die Maschine soll bei ARADO im Werk Brandenburg gebaut worden
sein. Sie war ganz neu (Ende 1943 fertiggestellt) und trug noch nicht das Stammkennzeichen der I./KG 4o = F 8 + ..

An Bord der Maschine waren neben dem Flgzf. als Beobachter Stfw.Otto Schnelldorfer, Bordfunker Fw. Wilhelm v. Trott zu Solz, Bordmech. Fw. Hans Streller, Bordsch. Uffz. Herbert Schulze u. Bordsch. Uffz.Jacob Koch. Von zwei Bes.-mitgl. konnten noch Angehörige ermittelt werden.

Von einem Kameraden der 1. Stafel - Josef Dallinger - gab es bereits 1964 den Hinweis, daß die Maschine mit 2 Luft-
minen a. 2.5oo kg Sprengstoff beladen von Chateaudun/F. gegen London fliegen und nach dem Einsatz auf dem Horst RHEINE/Westf. landen sollte (dieses wird bezweifelt, da lediglich die 2. Welle zu ihren Heimathorsten zurückzukehren
hatte)landen sollte. Dallinger war übrigens der einzige Überlebende der am 7.6.44 über dem Kanal abgeschossenen He
177 A3 (55 o2o6 - F8+MH). Er konnte sich noch daran erinnern, daß Oblt. Botterbrodt am 1.1.44 vor der Truppe - wohl vor der 1. Stafel - die Neujahrsansprache gehalten hatte.

Aus Unterlagen von Kornelimünster geht hervor, daaß B. den Stffkap. Bodo Mayerhofer häufig zu vertreten hatte. Dieses
deckt sich mit Verhörprotokollen aus England von 1944, wo deutsche Kriegsgefangene der 1. Stafel (Masch. Waterbeck 53 5743 -nicht 5747! und CJ+FU) angegeben hatten, daß f.d. erkrankten Mayerhofer als StafelFÜHRER Obl. Botterbrodt eingesetzt war, der vorher mit der 3. Stafel KG 4o in Trondheim gelegen haben soll (?). Von einem anderen Kameraden des KG 6 aus Chateaudun wurde erwähnt, daß am 21.1.44 die Führungsmaschine "Anton Botterbrodt" (F8+AH)als vom Einsatz nicht zurückgekehrt genannt wurde. In dem engl. Report wird ein Major Henkelmann als Gr.-kommandeur u. Hptm. Mayerhofer als künftiger Gr.-kommandeur aufgeführt.

1943/1944 war aber tatsächlich Major DAHLMANN Gruppenkommandeur der I./KG 4o. Den Bef.-vorschlag für B. zum Hauptmann hat er als Gr.-k. verfaßt und unterzeichnet. Gesch.-kommodore war -zumindest in Vertretung - Major HEIE
und Fliegerf. Atlantik Gen.-lt. KESSLER. B. wurde posthum per 1.1.44 zum Hptm. befördert, was er selbst nicht mehr erlebte.

B. hat nach der Akte vom 21.5.-7.8.43 an Kämpfen von Westfrankreich aus b.d.Lufzfl. 3 - Einheit IV/KG 4o - teilgenommen. Stationierungsort war wohl schon Chateaudun/F. Stafelkap. muß ein Hptm.Rieder -später
Gr.-k.- gewesen sein. Gr.-k. war ein Major Roman DAWCZYNSKI.
Wer weiß etwas über den Verbleib dieser beiden Personen?

Vom 8.8. - 1o.1.43 hat B. an Kämpfen im Nordatlantik-Eismeer-Nordmeer der Luftfl,. 5 der I./KG 4o - vermutlich 3. Staffel - teilgenommen. Einsatzhorst könnte Trondheim gewesen sein. Wer weiß hierzu noch etwas? B. hat u.a. die FW 2oo geflogen.

Es gibt eine Aussage, wonach B. für kurze Zeit - wochenweise- mit der Ju 88 Einsätze von Sizilien und Griechenland (Larissa) aus geflogen hat. Weiß jemand, ob dieses bei der IV./KG 4o von Mai - August 1943 gewesen sein kann?

Nachsatz: Aus England habe ich im April 2oo4 die Mitteilung bekommen, daß man dort vor der engl. Kanalküste im Raum KENT
bei Tauchgängen mehrere Wracks u.a.von He 177 A 3 gefunden hat. Man glaubt auch erkennen zu können, daß vermutlich zwei Maschinen zusammengestoßen sind. Die He von B. soll nach einer Version mit einer brit. Halifax, die ebenfalls am 21.1.44 spurlos verschwunden war, in der Luft kollidiert sein.

Ingo

bakerman


25.1.05 21:30:08
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Auf die Schnelle eine Antwort :
Am 26.11.43 fiel der Kdr. der II./KG 40, Major Rudolf Mons, bei einem Angriff auf einen Geleitzug westlich Brest im Nordatlantik.
Sein Nachfolger als Kdr. der Gruppe wurde Hptm. Rieder. Im Januar 1944 konnte er bzw. seine Besatzung einen seltenen Erfolg mit der Gleitbomben(Hs 293)-Bewaffneten He177, indem ein 3000BRT-Frachter versenkt wurde.
Hptm. Rieder fand auf die gleiche Weise den Tod wie sein Vorgänger : Im Februar 1944 (keine genaue Datumsangabe) kehrte seine He177 A-3, WNr.5695, von einem Einsatz über dem Atlantik nicht zurück.
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