Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Kamikaze Angriff auf sowjet.Oderübergänge ?

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9.3.05 17:19:56
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Heute in Bild Brandenburg /Berlin:
Hitlers Kamikaze Angriffe auf Oder Übergänge.
Erst einmal muß festgestellt werden, das es wenn schon, Selbstraufopferungsangriffe wären, ja wenn?
Fakt ist,das alle Flugzeuge so.g. Gleitbomben (500kg)besaßen und das die Befehlshaber forderten,diese auch ins Ziel zu bringen, wie auch immer!Dazu wurden Freiwillige, wie bei fast allen Sonereinsätzen aus der Luft , an Land und im Meer,rekrutiert. Nach verschiedenen Schätzungen wurden am 12.04.45 zwischen 17-24 Pontonbrücken zerstört, die innerhalb 1,5 Tagen (nicht wie Bild berichtete in wenigen Stunden)wiederhergestellt wurden.
Der klare Unterschied zur jap. Kamikazeaktion war, das man auch Treibstoff für den Rückflug (trotz oder auch wegen der Knappheit)einfüllte.Hätte es sich um eine einmalige Aktion gehandelt, also mit Kamikazecharakter, hätte man sich den Rückflugsprit eingespart!
So konnten die Flugzeuge die entweder das Ziel verfehlt oder nicht abgeschossen wurdem zum Zielflughafen Jüterbog zurückkehren.
Was aber ist dabei Kamikaze?
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Hoover


9.3.05 17:25:20
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Es gab deutsche SO-Angriffe, wo sich die Piloten auf die Brücken gestürzt haben.
Ulrich Saft hat die Geschihcte in "Das bittere Ende der Lftwaffe" eindringlich beschrieben.

Hoth


9.3.05 18:32:43
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Am 01.März 1945 wurde Oberst Werner Baumbach, Kommodore des KG 200, zum Inspektor der Bomber und Bevollmächtigten für die Zerstörung der feindlichen Übergänge von Oder und Neiße ernannt. Am 05.März 1945 waren die Pläne zur Bekämpfung der feindlichen Übergänge fertig
Zur Ausführung dieser Brücken-Bekämpfungs-Pläne wurde der „Gefechtsverband Helbig“ gebildet. Anfang März 1945 wurde der Stab des Gefechtsverbandes in Treuenbrietzen eingerichtet. Der Verband bekämpfte die sowjetischen Oder-Übergänge mit Misteln und ferngelenkte Spezialbomben. Die Bomben hatte man speziell für die Kriegsmarine zum Einsatz gegen Schlachtschiffe entwickelt.

Von deutscher Seite wurde in der Folgezeit alles versucht, um diese Brücken und Übergänge zu zerstören.
So wurde eines Nachts Kampfschwimmer eingesetzt, die stromaufwärts bei Frankfurt in die Oder stiegen und versuchen sollten, die Brücke bei Lebus zu sprengen. Sie wurden jedoch entdeckt und vernichtet.
Später wurde versucht, mit leicht entzündlichem Öl und Sprengstoff gefüllte Ölfässer von Wüste Kunersdorf (der Platz heißt so) aus auf dem Wasser zur Brücke trieben zu lassen. Eine der Tonnen explodiert zu früh, die anderen wurden mit Handfeuerwaffen zu Explosion gebracht. Ähnliche Aktionen die Brücken bei Kalenzig von Küstrin aus zu zerstören, schlugen ebenfalls fehl.
Weitere Aktionen wurden durch den Einsatz von Kleinst-Booten Typ „Linse“ (Sprengboote) südlich Frankfurt, bei Lebus, bei Küstrin und am nördlichen Brückenkopf gestertet.

Als die Sowjets dann Schiffe und Boote der Dnepr-Flotte in der Oder einsetzte, waren die Brücken auch flussseitig gut geschützt.

Durch die Luftwaffe wurden mehrere sogenannte „Mistel-Gespanne“ eingesetzt. Hierbei wurden mit Sprengstoff voll geladene Bomber ( meistens Ju 88) verwendet. Auf den Bombern wurde Jäger befestigt. Die Jägerpiloten sollten die Bomber ins Ziel – also der Brücke – steuern und dann ausklinken. Einsätze dieser Art wurden bereits vorher an der Westfront mit mäßigem Erfolg durchgeführt. Der erste Einsatz der sogenannten „Mistel“ („Vater und Sohn“) an der Oder-Front erfolgte am 08.März 1945, auf die Oder-Übergänge bei Göritz, Reitwein und Neu Manschnow, mit vier Maschinen. Die Trefferquote war sehr gering, ca 50 %.

Weiterhin wurden die o.g. ferngelenkte Bomben – Typ: Henschel Hs 293 – eingesetzt. Es wurden zwar die Brücken des öfteren getroffen, durch die sowjetischen Pioniere wurde alle Schäden aber sehr schnell wieder behoben.

Im April kamen dann noch deutsche Kamikaze Piloten zum Einsatz. 40 Piloten fanden dabei den Tod.

[ Editiert von Hoth am 09.03.05 18:35 ]

Siebi


26.4.05 17:16:30
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Der Stab des " Gefechtsverbandes Helbig " lag in Jüterbog bzw. auf dem Flugplatz in Richtung Niedergörsdorf von Altes
Lager aus gesehen , in Teuenbrietzen befand sich die Jägerleitzentrale, die SO Männer starteten auch von Jüterbog
aus, ca 30 Einsätze. Der dortige Garnisionsgeschichtsverein hat darüber sehr gutes Material zusammengetragen. Kontakt
kann man über die Stadtverwaltung knüpfen.
Laola-Smileys
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