Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

1 Stuka bei der Verteidigung v. Schweinfurt 1943 ?

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AutorBeitrag

Ronny22


26.11.05 10:24:28
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Bin da gerade über eine merkwürdige Geschichte gestolptert.

Am 14.Oktober 1943 flog die 8. US-Bomberdivision ihren 2. Tagangriff auf die Kugellager in Schweinfurt.

Im Buch "Und Deutschlands Städte starben nicht..." von David J. Irving (Smiley mit verdrehten Augen) bin ich auf Seite 213 über eine Aussage von Oberst Budd Peaslee, Luftschlachtkommandant des Angriffs, gestolpert.

Ein Turmschütze sichtete auf 2 Uhr oben einen einzelnen Ju-87 Stuka, der dann zum Angriff überging und seine Bomben in den Pulk warf, die die Kommandanten-Maschine nur knapp verfehlten!

Ist diese Geschichte irgendwie belegt? Kann sich der Co-Pilot bei der Identifizierung der Maschine geirrt haben? Wenn ja mit welcher Maschine könnte das passiert sein?

Falls es Belege für diese Geschichte gibt, weiß jemand woher der Stuka kam und wer ihn flog???

Klingt für mich eher nach einer Phantasie des Autors....aber man weiß ja nie. :)

Auch werden Ju-88 erwähnt die den Pulk mit Raketen angegriffen haben!? Ist darüber etwas bekannt? Dachte bis jetzt nur das 2 motorige Nachtjäger zum Einsatz kamen, aber die waren doch nicht mit Raketen bewaffnet, oder?

[ Editiert von Ronny22 am 26.11.05 10:29 ]

bani


26.11.05 12:04:45
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Gepostet von Ronny22
...

Ein Turmschütze sichtete auf 2 Uhr oben einen einzelnen Ju-87 Stuka, der dann zum Angriff überging und seine Bomben in den Pulk warf, die die Kommandanten-Maschine nur knapp verfehlten!

...



Über eigenem Gebiet Bomben auf angreifende Flugzeuge werfen??? am Kopf kratzender Smiley
Ist doch irgendwie unlogisch ...
Kommt ja der Bombardierung des eigenen Landes gleich da man nie sicher sein kann, die Flugzeuge auch zu treffen!

Abgesehen davon hab ich von so einer "Angriffsvariante" noch nie etwas gehört ...

waldi44


26.11.05 12:18:25
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Glaube ich nicht. Eher kann es gewesen sein, dass er zwar ein oder sogar besagtes Flugzeug sichtete, aber die Bombe eine amerikanische von einem höher fliegenden Bomber war!
DAS kam öfter vor als man glauben sollte!

bani


26.11.05 12:33:11
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Was ich mir allerdings vorstellen könnte:

Das der Kollege zufällig in den Angriff geriet und einen Notabwurf der Bomben machte, um schneller weg zu kommen!

Wobei sich mir jetzt wieder die Frage stellt:

Was machte 1943 ein einzelner Stuka mit Bomben über Deutschland!? am Kopf kratzender Smiley

Also ich gehe mal davon aus, daß der Kollege sich verguckt hat und die Bomben - wie von Waldi erwähnt - eigene waren.
Vielleicht flog ein angreifender Jäger gerade so, daß es so aussah, als seien die Bomben von ihm geworfen ...
Und daher dachte er, es handele sich um einen Stuka.

[ Editiert von bani am 26.11.05 12:34 ]

[ Editiert von bani am 26.11.05 12:34 ]

Merlin61


26.11.05 12:45:09
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Ein Turmschütze sichtete auf 2 Uhr oben einen einzelnen Ju-87 Stuka (...)

Eine StuKa, die (noch) höher flog als ein amerikanischer Bomberverband ? am Kopf kratzender Smiley

# Höchstgeschwindigkeit: 380 km/h
# Dienstgipfelhöhe: 8.000 m

Bewaffnung:
# zwei 7,92 mm MG 17 vorne in den Flügelknicks
# ein 7,92 mm MG 15 beweglich im hinteren Cockpit
# eine einzelne Bombe von bis zu 500 kg unter dem Rumpf oder
# eine 250 kg Bombe und vier 50 kg Bomben unter den Tragflächen

Na ja - das hört sich für mich eher nach: Smart vs. Truck an Respekt-Smiley



Wenn es überhaupt einen einzelnen Jäger beim Angriff auf Schweinfurt gab, dann tippe ich eher mal auf eine BF 109

Höchstgeschwindigkeit: 685 km/h in 7400 m Höhe
Dienstgipfelhöhe: 12 500 m

Bewaffung:
Zwei 13 mm-MG MG 131 (je 300 Schuss) und eine 20 mm-MK MG 151/20 (150-200 Schuss)
oder eine 30 mm-MK MK 108 (60-65 Schuss) durch die Propellernabe feuernd.
Dazu verschiedene Rüstsätze für Unterflügelrohrwaffen (MG 151/20, MK 108),
Raketen und Bombenträger (50, 250, oder 500kg Bomben)

struan30


26.11.05 13:21:28
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Gepostet von bani
Über eigenem Gebiet Bomben auf angreifende Flugzeuge werfen??? am Kopf kratzender Smiley
Ist doch irgendwie unlogisch ...
Kommt ja der Bombardierung des eigenen Landes gleich da man nie sicher sein kann, die Flugzeuge auch zu treffen!

Abgesehen davon hab ich von so einer "Angriffsvariante" noch nie etwas gehört ...


Soweit ich mich erinnere, gabs da mal ein paar 109 von einer Einheit, die dieses angriffsverfahren kurze Zeit praktizierten.
Die haben erst die Bombe abgeschmissen und sind dann so an den feind ran.
Natürlich musste beim Bombenabwurf die Höhe stimmen , damit die Bombe auch im Bomberpulk explodiert.
Aber das ein Stuka das auch so gemacht haben soll, ist mir neu.Smiley mit LoooL-Schild

waldi44


26.11.05 13:36:29
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"Nicht bekannt" heisst ja nich gleich: "nicht passiert"!

Wie gross wäre aber die Chance gewesen, dass so eine einzelne Bombe, selbst bei einer dreifach übereinander Staffelung der Bomber, was getroffen hätte?

Wenn sie getroffen hätte und womöglich explodiert wäre, müsste die Wirkung allerdings eine verheerende gewesen sein.
Für den umgekehrten Fall, nämlich einer Rakete von unten nach oben, die dann im Pulk explodieren sollte, gab es ja Versuche.

Niwre


26.11.05 13:49:58
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Ihr zweifelt doch jetzt nicht wirklich an der Zeugenaussage, oder? Es "tut schon weh daß dieser Mensch als Lügner dargestellt wird." Viele junge Bomberpiloten verloren ihr Leben durch dt. Piloten und gerade hier soll es nicht moeglich gewesen sein, dass ein einzelner Stukapilot sich in seinem jugendl. Leichtsinn von seinem Verband mal eben verabschiedete und sich kurzerhand auf die Bomber stuerzte? Aber 60 Jahre danach kann man ja leicht alles wegdiskutieren, was nicht sein kann etc.!!!11eins

Gardes du Corps


26.11.05 14:12:49
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Ja, es ist vorgekommen, dass Stukapiloten im Luftkampf Sieger blieben. Belege gibts dafür aus Russland und aus dem Westen.
Es gab auch andere Bewaffnungsvarianten für den Stuka, als oben aufgeführt, so z.Bsp. mit 3,7 cm oder 5 cm Kanonen.
Es gab auch Versuche, Bomben von oben in einen Bomberverband zu werfen - mit Zeitzünder. Technich möglich wäre auch die Variante Auslösung mittels Höhenmesser.
Dennoch bleibe ich skeptisch bei der Meldung, dass eine einzelne Stuka einen Angriff auf eine Bomberformation flog.

Und im übrigen habe ich mit amerikanischen Bomberpiloten nicht das mindeste Mitgefühl. Sie hätten wissen müssen, dass sie mit ihrem Einsatz den Tod von Frauen und Kindern, von Wehrlosen verursachen. Sie haben es zumindest billigend in Kauf genommen. Wenn nicht sogar mit Vorsatz und das unterscheidet sich in nichts von jemandem, der den Gashahn aufdreht!

bani


26.11.05 14:25:56
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Gepostet von Niwre
Ihr zweifelt doch jetzt nicht wirklich an der Zeugenaussage, oder? Es "tut schon weh daß dieser Mensch als Lügner dargestellt wird." Viele junge Bomberpiloten verloren ihr Leben durch dt. Piloten und gerade hier soll es nicht moeglich gewesen sein, dass ein einzelner Stukapilot sich in seinem jugendl. Leichtsinn von seinem Verband mal eben verabschiedete und sich kurzerhand auf die Bomber stuerzte? Aber 60 Jahre danach kann man ja leicht alles wegdiskutieren, was nicht sein kann etc.!!!11eins




Ach - und deswegen MUß es also stimmen??? am Kopf kratzender Smiley


Es sagt ja keiner das er lügt.
Man kann aber auch von einem Irrtum ausgehen.

Ich wüßte jetzt nicht, ob ich, wenn ich in einem Bomberverband Bordschütze wäre und mich mitten im Angriff auf das Ziel befinde, dabei noch von feindlichen Jägern umschwirrt werde, die einen abschießen wollen - ob ich dann noch in der Lage wäre, ganz klar jede kleine Feindmaschine eindeutig zu identifizieren, die einen da umschwirrt!
Da hat gerade der Bordschütze KEINE Zeit für.
Was dem Bomber zu nahe kommt ist ein Gegner!
Ein eigener Jäger KANN es nicht sein, da die ja die feindlichen Jäger auf Abstand halten sollen - also gar nicht rankommen können.

Aber da es ja ein Amerikaner ist, KANN er natürlich keine Fehler machen - ich vergaß ...

Niwre


26.11.05 14:40:08
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Gepostet von bani
Ach - und deswegen MUß es also stimmen??? am Kopf kratzender Smiley

Es sagt ja keiner das er lügt.
Man kann aber auch von einem Irrtum ausgehen.

Erst stuerzt sich dieser Terrorstuka auf die nahezu schutzlosen Bomber, dann soll er sich an dieses einpraegende Ereignis nicht richtig erinnern und sich "irren"? Ein alliert. Luftwaffenmitglied, das sich genau mit dem Luftkampf auskennt? Das ist hoechst unwahrsch.. Wahrsch. soll bloss wieder die Geschichte in pc Geschichtsbuechern umgeschrieben werden!!11eins

Felix S


26.11.05 14:45:04
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@Niwre:

Falls Du referierst an Diskussionen m.B. auf Augenzeuge-Aussagen der Tieffliegerangriffe bei Dresden, ist Deine Ironie hier wirklich Fehl am Platz. Denn es ist schon ein großer Unterschied ob man als Zivilist von Amis aus der Luft beschoßen wird oder das Erkennen eines Flugzeuges von einem Ami-Bordschützen in einem Bomberverband.
Denn die Amis bezeichneten die Deutschen ja alle als Nazis, egal ob Kind, Bauer, alter Greis. So waren ja auch alle Flugzeuge "Stukas", und alle Panzer waren "Tiger".

[ Editiert von Felix S am 26.11.05 21:41 ]

Gardes du Corps


26.11.05 14:51:40
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Gepostet von Niwre

Erst stuerzt sich dieser Terrorstuka auf die nahezu schutzlosen Bomber, ...

Mir kommen die Tränen! Die armen Bomber!
Es hätte keiner wieder nach Hause kommen dürfen!

uwys


26.11.05 21:52:37
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diese diskussion gleitet hier in ein niveau ab, an dem ich mich eigentlich nicht beteiligen möchte!

bleibt mal alle ganz ruhig und sachlich!

AK 74 ZF


27.11.05 10:05:57
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Niwre ... was soll das ?Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Aber mal zu Bomberbesatzungen auf Feindflug. Da lagen, insbesondere bei Beobachtern/Bordschützen, teilweise die Nerven ziemlich blank. Und es kam häufig vor das bestimmte Lichtreflexe (Mond, Sterne oder Spiegelungen des Sonnenlichts) oder gesichtete "unbekannte Flugobjekte" beschossen wurden. Gibt beim Militär einen etwas älteren Witz. -> Warum hat der Mond so viele Löcher und Krater ? - Weil er die größte und am besten beleuchtete Zielscheibe der Welt ist.

Das ein Stuka 1943 über dt. Hoheitsgebiet per Sturzflug Bomber angriff halte ich für eigentlich unlogisch und nicht unbedingt glaubhaft. Denke mal daß der Bordschütze des Bombers sich da geirrt hat und evtl. den Flugzeugtyp nicht richtig identifiziert hat. Und Niwre .. bevor das wieder losgeht ... ein auf Angriffskurs, noch dazu im Sturzflug beim Angriff auf das eigene Flugzeug bzw. den Verband befindliches Flugzeug innerhalb von Sekundenbruchteilen sicher zu identifizieren ist sicher nicht einfach. Auch wenn der Stuka sehr markannt war ... angehängte Bomben u.ä. verzerren auch die Silhouette anderer Typen.

Sollte es wirklich eine Ju 87 gewesen sein ... was machte der Vogel über eigenen Territorium, noch dazu in solcher Höhe. Und bei Überführungsflügen wird ja wohl keine Bombe mitgeführt. Zu der Zeit sollten die Stukas eher an der Front gewesen sein. Falls ein flugschüler einen solchen Angriff versucht hat , möglich ist es ja durchaus, so war es zumindest ein eher verzweifelter Versuch. Aber Flieger sind teilweise auch ein bissel "Verrückte".

AK 74 ZF - dessen Großvater väterlicherseits als Bordschütze einer Ju 87 kurz vor Kriegsende bei Liegnitz gefallen ist -

P.S. Möglich ist alles ... im Krieg sind die unglaublichsten Sachen passiert.

[ Editiert von AK 74 ZF am 27.11.05 10:07 ]

waldi44


27.11.05 12:51:55
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Gepostet von Gardes du Corps
Und im übrigen habe ich mit amerikanischen Bomberpiloten nicht das mindeste Mitgefühl. Sie hätten wissen müssen, dass sie mit ihrem Einsatz den Tod von Frauen und Kindern, von Wehrlosen verursachen. Sie haben es zumindest billigend in Kauf genommen. Wenn nicht sogar mit Vorsatz und das unterscheidet sich in nichts von jemandem, der den Gashahn aufdreht!


Naja, von dir ist man ja schon einiges gewohnt....

Was waren das für Leute, die da in den Bombern sassen? Monster die auszogen deutsche Fraue und Kinder zu ermorden und bei jedem Angriff einen "Abgang" hatten?
Und dann dieser hirnrissige Vergleich. Die Menschen in den Gaskammern hatten Null Chance und Null Schuld auf sich geladen, während die deutsche Zivilbevölkerung immerhin in der Rüstungsindustrie arbeitete, Reservisten stellte.....
Komm jetzt nicht mit den unschuldigen Babys und alten Leuten. Es war Krieg und kein Kaffekränzchen und wer den "Totalen Krieg" bejat, darf sich dann über die totalen Folgen nicht wundern!
So wehrlos waren die Deutschen auch nicht! Das waren keine Spazierflüge an deren Ende ein grausiges Feuerwerk stand, sondern tödliche Kampfeinsätze auf höheren Befehl.
Darauf beruft ihr euch doch auch immer, wenn es um Schandtaten deutscher Soldaten geht!
Und noch was; ich denke schon, dass es ein gewaltiger Unterschied ist, ob jemand in 3.000 Meter Höhe einen Schalter betätigt und dann so gut wie nichts mehr von den Folgen sieht, oder ob jemand Menschen in Gaskammern treibt und durch Gucklöcher beobachten kann, wie seine Opfer elend verrecken!
Das nenn ich Mord an Wehrlosen und zwar millionenfach!
Übrigens war der Angriff auf Schweinfurt einer der Verlustreichsten der Luftkriegsgeschichte mit zahlreichen Flugzeug- und Mannschaftsverlusten.
Wieviele KZ Henker sind beim Aufdrehen der Gashähne (Gashahn symbolisch gemeint) "gefallen"?

[ Editiert von Administrator waldi44 am 27.11.05 12:53 ]

Gardes du Corps


27.11.05 13:11:27
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Gepostet von waldi44... Leute, die da in den Bombern sassen? Monster die auszogen deutsche Fraue und Kinder zu ermorden und bei jedem Angriff einen "Abgang" hatten?

Nicht unbedingt, aber sie hatten Vorgesetzte, die genau wussten, was sie taten/befahlen. Aber auch! Und ob ich den Auslöser an einem fernen Pult (Raketenabschußsilo) oder an einer Schußwaffe betätige - das Ergebnis ist das Gleiche! Derjenige, der es tut, tut es, um zu TÖTEN! Und es gibt keine guten und keine bösen Toten.
Und eins sollte man auch nie vergessen: Die Amerikaner haben nicht gebombt, um die Juden zu retten! Es ist kein einziger Angriff bekannt, der Gaskammern oder Krematorien galt! Obwohl das ja schon seit Chaplins Film, spätestens seit den Meldungen der polnischen Untergrundbewegung oder der Luftaufklärung bekannt war.
Die Amerikaner sind nicht in den Krieg gezogen um den Nationalsozialismus zu bekämpfen - sie wollten Deutschland vernichten. Dieses ganze Demkratiegeseiere kam erst nach dem Krieg auf, als man Deutschland brauchte als Bollwerk gegen den Bolschewismus/Kommunismus!
Man sollte nicht vergessen die Plünderungen, die Behandlung der Gefangenen und das Fraternisierungsverbot!

bani


27.11.05 13:16:09
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Gepostet von waldi44
...Und noch was; ich denke schon, dass es ein gewaltiger Unterschied ist, ob jemand in 3.000 Meter Höhe einen Schalter betätigt und dann so gut wie nichts mehr von den Folgen sieht, oder ob jemand Menschen in Gaskammern treibt und durch Gucklöcher beobachten kann, wie seine Opfer elend verrecken!
...



Naja Waldi, im Grunde gebe ich Dir schon.
Obwohl man solche Sachen eigentlich überhaupt nicht vergleichen kann!
Aber gerade das von Dir gebrachte Bspl. ist vielleicht nicht so ganz passend.
Denn gerade das auslösen der Bomben in vielen tausend Meter Höhe "vereinfacht" ( so man überhaupt von sowas reden kann! ) das töten doch ungemein.
Es ist schon etwas anderes, ob ich meinem Gegner Auge in Auge gegenüberstehe ( egal ob Infanterist oder auch Jagdflieger ) - oder ob ich in einer Höhe wo nix mehr zu unterscheiden ist, einfach auf's Knöpfchen drücke und auch nicht sehe, was ich damit auslöse.

Ich kann da zum Glück (!) nicht aus eigener Erfahrung reden - aber es dürfte IMMER schwieriger zu sein, jemanden zu töten, den ich direkt sehen kann ( und der mich dabei vielleicht sogar noch selbst ansieht! )!
Das ist ja die normale Hemmschwelle, die es zum Glück üblicherweise beim Menschen gibt.

Dummerweise gibt es immer wieder ein paar Exemplare, wo die Hemmschwelle gegen Null tendiert ...

waldi44


27.11.05 14:17:29
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@GdC:
DU hast von den Bomberpiloten gesprochen, nicht von den Vorgesetzten. Im Übrigen muss man Harris etwas "zugute halten": er versuchte etwas, was vorher noch niemand versucht hatte. Er wollte den Krieg aus der Luft gewinnen.
Allerdings hätte er aus den Erfahrungen seiner Landsleute lernen können, was passiert, nämlich genau das Gegenteil von dem was man erreichen wollte!

@Bani:
DAS Beispiel hat GdC gewählt, ich hab es nur aufgegriffen!
Er brach den moralischen Stab über die Bomberpiloten und ich wollte nur klarstellen, wer bzw was wohl moralisch verwerflicher ist, anonym zu töten, so wie es Bombenschützen oder Artilleristen meistens tun, oder bewusst sehenden Auges die Menschen zu vergiften!
Wer ist unmenschlicher, moralloser, der Bombenschütze oder der SS Mann an der Gaskammer? Der Bombenschütze tat seinen "Job" unter Einsatz seines Lebens und konnte davon ausgehen, eine militärische Aktion durchgeführt zu haben.
Es oblag nicht ihm, über Sinn oder Unsinn dieser Aktion zu urteilen- konnte er ja wohl auch kaum.
Was aber war mit dem SS Mann...??? Wessen konnte er sich rühmen?

uwys


27.11.05 15:36:15
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waldi
da finde ich es doch moralischer wenn man seinem gegenüber in die augen sieht, als anonym aus der ferne!
wer war "moralischer" der henker oder der "schreibtischtäter"

ich möchte damit jedoch auf keinen fall irgendwelche verbrechen gut heissen!

Merlin61


27.11.05 16:27:57
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Waldi hat u.a. geschrieben:

(...) Es war Krieg und kein Kaffekränzchen und wer den "Totalen Krieg" bejat, darf sich dann über die totalen Folgen nicht wundern! (...)

Gegenfrage: Wann genau wurde denn und aus welchem Anlass "der totale Krieg" und von wem ausgerufen bzw. bejubelt ?

Goebbels appellierte mit der Rede an den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung.
Unter dem Eindruck des desaströsen Ausgangs der Schlacht um Stalingrad stimmten die anwesenden 3000
ausgewählten Besucher
der Frage Goebbels: "Wollt ihr den totalen Krieg?" begeistert und unter frenetischem Jubel zu.
Die Versammlung schloß mit dem Singen der ersten Strophe des Deutschlandliedes.

Die Rede legte den Grundstein für die Möglichkeit des Einsatzes aller männlichen Deutschen zwischen 16 und
65 Jahren sowie für den Einsatz von Frauen zwischen 17 und 45 Jahren in der sogenannten Reichsverteidigung.

Nur zur Info:
"Die Bezeichnung wird heute meist mit der am 18. Februar 1943 von Reichsmininster Joseph Goebbels während einer
Propangandaveranstaltung der Nationalsozialisten im Berliner Sportpalast gehaltenen Rede in Verbindung gebracht,
die unter dem Namen Sportpalastrede Geschichte machte."


Entschuldige mal, aber ich kann bei den "3000 ausgewählten Besuchern" keinen der Millionen von betroffenen Zivilisten erkennen,
die den "totalen Krieg" bejaht haben sollen und sich, vor allem erst ab diesem Zeitpunkt, über "den Tod aus den Wolken" wunderten.

=> Gerade von dir Waldi, hätte ich solch eine (Standard-Floskel-)Antwort zu diesem Thema eigentlich eher NICHT erwartet - na ja am Kopf kratzender Smiley


Innerhalb der Menschheitsgeschichte gab es NOCH NIE NUR ein Täter- / ein Opfer-VOLK - auch NICHT vor, während oder nach dem WKII.

Auch wenn es in der Zeit zu Unmenschlichkeiten kam, die dort erstmalig oder auch nur in diesem Umfang zuerst stattgefunden haben.
Was aber wohl eine Einmaligkeit bleiben dürfte ist die Tatsache, dass weder davor noch jemals danach, so viele Zivilisten betroffen waren.

Gerade dies ist (für mich) ein entscheidender Punkt, dieses Thema NICHT mit Aussagen von Politikern / Taten von Militärs zu verharmlosen.

Ronny22


27.11.05 17:46:05
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Meine Güte was hier schon wieder abgeht...

Bleibt doch bitte beim Thema, für die anderen Diskussionen haben wir doch noch andere Rubriken.

Zurück zum Thema...

Ich bin mir auch sicher einmal gelesen zu haben, das es Versuche gab von Me-109 aus eine Bombe von oben in den Pulk fallen zu lassen, die dann mittels Höhenmesser in Höhe des Pulks detonieren sollte.

Als Zusatz zu meinem Anfangsbeitrag, der Stuka soll über ihnen gesichtet worden sein, ehe er dann zum Sturzflug überging.
Also es war wohl keine 2-Sekunden Sichtung während eines Angriffs.

bani


27.11.05 18:31:45
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Also ich muß sagen, daß ich darüber noch nie was gehört habe.

Klingt aber nach einer interessanten Angriffsvariante.
Ist etwas über Erfolge in diesem Zusammenhang bekannt?

uwys


27.11.05 19:17:50
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habe darüber mal etwas gelesen!
eine rotte Me109 flog dabei angriffe mit jeweils einer 250KG bombe!
beim ersten angriff wurde dabei ein kompletter wing an bombern zerstört!
habe aber nur von einer handvoll einsätzen etwas gelesen, warum diese variante dann eingestellt wurde weiss ich allerdings nicht!

Gardes du Corps


27.11.05 20:06:21
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dazu hatte ich im Beitrag #9 schon was geschrieben.

Die Bomber flogen ja nur wenige Meter voneinander getrennt, und wenn da eine 250 kg Sprengbombe* in der Mitte explodiert, dann reisst die schon was auseinander.

In einem Flak-Geschoß sind ja auch nur wenige hundert Gramm Sprengstoff enthalten und die Wirkung kann schon gewaltig sein, wenn es < 25 m neben einem Flugzeug explodiert. Es sind nicht nur die Splitter, die das Flugzeug beschädigen oder Besatzungsmitglieder töten können. Durch die Druckwelle kann das Flugzeug auch in eine instabile Lage - bis zum Strömungsabriss - kommen. Und aus dem Trudeln kommt so ein schwerer Bomber nicht mehr raus.

Das größte Problem dürfte sein, den Höhenmesser korrekt einzustellen, denn eine Abweichung um nur 100 m liesse die Bombe wirkungslos verpuffen. Die Bombe konnte auch nicht mehr gesteuert werden und es wurde vorausgesetzt, dass das abwerfende Flugzeug auch in einer idealen Abwurflage über dem Pulk sich befand. Und das war ein weiteres Problem (Selbstschutz und Begleitschutz).

Da ja mit den Ofenrohren und ungelenkten Raketen eine wirkungsvollere Waffe schon zur Verfügung stand, wird man wohl die Versuche eingestellt haben.

*Sprengombe ca 50 % Sprengstoffanteil
Splitterbombe ca 25 - 35 % Sprengstoffanteil
Flak-Geschoß - vielleicht kann mal jemand nachschauen, ich denke mal, bei einem Geschossgewicht von 15 kg etwa 3 kg Sprengstoff

waldi44


28.11.05 15:07:51
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Ein abschliessendes Wort an Merlin61.
Der "Totale Krieg" begann ja nicht erst mit seiner offiziellen Propagierung, so man das so bezeichnen kann und sicher waren im Sportpalast ausgewählte und geladene Gäste, Klackeure eben.
Das ganze hat sich ja nur an der Behauptung entzündet, die Alliierten hätten feige wehrlose Frauen und Kinder ermordet und das bezog sich dann auch noch auf die Befehlsempfänger.
Für mich waren die alliierten Bomberbesatzungen weder feige noch mordlüsternd und das Reichsgebiet war mitnichten wehrlos, wenn wohl das einzelne ziviele Individuum dem Bombenhagel wehrlos ausgesetzt war, so man die entsprechenden Schutzbauten, die oft nicht rechtzeitig erreicht werden konnten oder nicht ausreichend waren, unberücksichtigt lässt.
Im übrigen gebiert Terror Gegenterror ob man will oder nicht und welche Möglichkeit hatten denn die Alliierten VOR Errichtung der zweiten Front, Deutschland aktiv zu bekämpfen?
Man kann sich gerade über dieses Thema bis zum Umfallen streiten. DAS will ich aber nicht. Diesbezüglich denke ich haben wir unsere Meinung kundgetan und ob man das vom anderen nun gerade so oder anders erwartet hätte bleibt dahingestellt!
Sollte jemand dazu noch eine andere Meinung haben und denkt sie loswerden zu müssen, schlage ich einen neuen Thread vor!

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28.11.05 17:00:47
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Dann eröffne ihn bitte mal den neuen thread, ich hätte da auch noch was zum Terror und Gegenterror zu sagen und zu den alliierten Piloten die trotz New Times von 1942 scheinbar immer noch nichts wußten , was sie eigentlich bombardierten, nämlich in erster Linie Zivilisten. Das war und iost ein verbrechen und als soches zu benennen, weil vor dem Krieg geplant und beim Krieg ausgeführt (Nürnberger Urteil für Deutsche). Oder für was haben die Engländer und US Amerikaner denn die vielen 4 motorigen Flieger gebaut? Lies mal das Buch B-29, dann weißt Du es !
P.S.Der Stukaangriff ist mir auch nicht bekannt.
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