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Deutsche Flieger bombardierten Freiburg 1940

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Quintus


27.5.02 05:35:59
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Deutsche Flieger bombardierten 1940 Freiburg
Am 10. Mai 1940, dem Tag des Beginns der deutschen Offensive im Westen, stießen am Nachmittag gegen 16 Uhr drei zweimotorige Bomber durch die etwa 2.000 Meter hoch liegende Wolkendecke über der Stadt Freiburg, nahmen direkt Kurs auf die Innenstadt, warfen 69 Bomben ab und verschwanden.
57 Tote und 101 Verletzte. Unter den Toten befanden sich 22 Kinder, von denen 21 auf einem Spielplatz an der Kolmerer Strasse von einem Volltreffer zerrissen wurden.
Der Völkische Beobachter: "Zur Vergeltung dieses Völkerrechtswidrigen Vergehen wird die deutsche Luftwaffe in derselben Weise antworten."
Zunächst sollte dieser für Propagandazwecken zur Hassverbreitung von der deutschen Luftwaffe durchgeführte Angriff ein "Verbrechen französischer Flugzeuge" sein. Später aber wurden aus Zweckmäßigkeitsgründen britische Flugzeuge daraus gemacht.
Es waren deutsche Fliegeroffiziere des 51. Kampfgeschwader, das unter dem Kommando von Josef Kammhuber (der nach dem Krieg Inspekteur der Luftwaffe der Bundeswehr und als Viersternegeneral einer der vier höchsten Generale der Bundeswehr war) stand, die aus drei Fluzeugen vom Typ He 111 die Bomben auf Freiburg abwarfen. Es waren natürlich englische Bomben.
Von der Flugwache Freiburg wurden die drei Flugzeuge einwandfrei als He 111 identifiziert, was jedoch erst nach dem Kriege bekannt und bewiesen wurde.
Die Hitlerclique bediente sich bei allen wichtigen Aktionen der Provokation. Mit dem Reichstagsbrannt suchte sie ihre Macht zu konsolidieren und gleichzeitig eine Legitimation für die physische Vernichtung ihrer politischen Gegner zu erhalten.
Der Krieg gegen Polen wurde mit einem Scheinangriff gegen den deutschen Rundfunksender Gleiwitz begonnen. Die SS hatte zu schweren Strafen verurteilte kriminelle Gefangene in polnische Uniformen gesteckt und mit ihnen einen polnischen Angriff auf den Sender Gleiwitz vorgetäuscht.
Es wurden sogar Tote hinterlassen, damit sie am Ort der Provokation gefunden würden. In der gleichen Nacht gab es noch zehn ähnliche Provokationen, - Scheinangriffe auf Zollhäuser und anderes.
Hitler sagte dann in einer Rede am nächsten Tag, dem 1. September 1939, die berüchtigten Worte, dass nunmehr "zurückgeschossen" werde.
Den Kindermord von Freiburg brauchte Hitler, um die Bombenangriffe auf Rotterdam, Coventry, Birmingham, Liverpool und anderen westeuropäischen Städte als sogenannte "Vergeltungsangriffe" zu rechtfertigen. Hitler fühlte sich "nun mehr an keine Rücksicht gegenüber feindlichen Städten gebunden", er prägte den Satz vom "ausradieren englischer Städte".

Yankee


27.5.02 12:44:38
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Am 10. Mai 1940 starten vom Fliegerhorst Landsberg bei Augsburg 45 He 111 der KG 51 (oberst Kammhuber), um den Flugplatz Dijon-Longvic in Frankreich zu bombardieren. Ein Teil von ihnen ist durch schlechte Sicht vom kurs abgekommen und greift angeblich den Jägerplatz Dôle-Tavaux an, das vereinbarte Ausweichziel bei Dijon. Um 19.59 Uhr stoßen 3 dieser Maschinen (Kettenführer Lt. Seidel) aus einer Höhe von etwa 100 Metern durch die Gewitterwolken auf Freiburg im Breisgau. Jeder Bomber wirft seine Last ab und verschwindet schnell wieder. Das Ergebnis: 57 Tote, darunter 22 Kinder. Da die 3 ominösen Bomber, die sich in folge Fehlnavigation über Freiburg veriirt haben, von der Bodenabwehr nicht als deutsche Maschinen erkannt werden, bezichtigt die NS-Propaganda sofort die Alliierten der Schuld für diesen Angriff. Seitdem bezeichnet Goebbels den Freiburger Zwischenfall als Beginn der Terrorluftangriffe.
Quelle: Luftkrieg 1939 - 1945, Janusz Piekalkiewicz
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