Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Frontenwechsel einer Ju 88

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AutorBeitrag

Sunderland


14.7.02 00:22:54
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Es ist ja eine ziemlich bekannte Geschichte:
Am 9. Januar 1943 startete eine nagelneue Ju 88R-1 von ihrem Stützpunkt in Norwegen. Über dem Meer wurde sie dann von drei britischen Spitfires in Empfang genommen und zum Flugplatz Dyce in Schottland eskortiert.
Später flog man die Maschine zur genaueren Begutachtung und Auswertung nach Farnborough.
Was haltet ihr denn von dieser Aktion???

jeannen


15.7.02 11:22:59
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Was soll man davon halten? Komische Sache halt...

Quintus


16.7.02 05:38:46
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Ist 'ne interessante Geschichte! Die Frage ist zunächst, nach deren Wahrheitsgehalt zusuchen, sprich: Die Quelle! Somit geht die Frage erst mal an DICH [Sunderland]!!!
Woher stammt diese Information, oder wo hast Du es gelesen etc. ???

Guenther


16.7.02 10:49:39
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möchte mich Quintus anschließen, mich interessiert auch die Quelle, denn ich habe noch nichts von dieser Geschichte gehört, wobei mich hier der Zusammenhang interessiert. Norwegen ist im Zusammenhang mit der Geschichte des 2. Weltkrieges, gerade auch in Bezug auf Geheimprojekte bisher wenig beachtet worden und ich denke, hier wird es noch die eine oder andere Überraschung geben.
Gruß Guenther
PS: Übrigens haben wir gute Kontakte zu dortigen norwegischen und deutschsprechenden Historikern, die uns sicher helfen könnten einige Fragen zu beantworten.
Werde nach dem Urlaub und bei Angabe der Quelle bei Bedarf gleich mal ne Mail dorthin senden.

Balsi


16.7.02 11:00:16
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also ich habe was zu einer Ju 88-Nachjäger die nach England rüber ist.. das Flugzeug hatte das nagelneue Funkmessgerät "Flensburg" an Bord gehabt...

jeannen


16.7.02 14:05:37
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Ich hab auch schonmal sowas in der Art gehört, ein gewisser Wahrheitsgehalt ist auf jeden Fall da.

Sunderland


16.7.02 16:46:22
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Also, die Information habe ich aus
"Die großen Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs"
(Kaiser - Verlag)
Viel mehr als ich schon gesagt habe steht nicht da.
Wichtig ist nur noch, dass die Maschine voll ausgerüstet
war (Radar) und diese Aktion von langer Hand geplant
sein musste, da sie wie gesagt von Spitfire's eskortiert
wurde.
Übrigens steht die Maschine heute in "Battle of Britain Museum" in Hendon.
Über die Besatzung habe ich nichts gefunden.

Sunderland


16.7.02 17:32:24
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Das obere Bild zeigt die Ju noch mit dem Luftwaffenanstrich, Bild 2 schon umlackiert

Quintus


29.7.02 07:59:24
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Gepostet von Gast Sunderland
Also, die Information habe ich aus
"Die großen Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs"
(Kaiser - Verlag)

Das Buch habe ich bestellt und jetzt vor mir liegend! Äusserst interessantes Buch! Kann man nur weiter empfehlen...
Entsprechende Info muss ich noch finden...

Corsair


15.9.02 17:56:02
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Die Engländer hatten in einen Punkt aber Pech: Die heiß gesuchte "Schräge Musik" war nicht an Board.

indy


15.9.02 18:49:48
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Die Geschichte stimmt schon , bis auf die Spitfire Eskorte .Ich glaub un E. Browns "Berühmte Flugzeuge der Luftwaffe steht was drin, werd gleich mal nachguicken.

Sunderland


24.9.02 17:16:37
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Prost!
Was mich nur interessiert ist, was aus der Besatzung geworden ist. Die ganze Aktion scheint ja von England unterstützt worden sein, also nehm ich an, die Besatzung hat aus Schutzgründen eine neue Identität bekommen.
Kann das sein?
Ist auf jeden Fall ziemlich merkwürdig.
Smiley mit verdrehten Augen

indy


24.9.02 20:26:45
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Sorry Sunderland,hab dich vergessen.
Erstmal was zur Ju :
Es handelte sich um die Ju-88R-1 (Werksnr. 360043,takt. Kennz. D5+EV) der 10/NJG 3. Die Besonderheit war das FuG 202 Lichtnstein BC Radar ,das den Brit. Geräten damals überlegen war (wegen der schärferen Bündelung des Radarstrahls).
Über den Piloten schrieb 1976 die "Bild am Sonntag",das es sich um Olt Heinrich Schmitt gehandelt habe.Dieser war der Sohn des Sekretärs des ehemaligen Aussenministers G. Stresemann. Schmitt soll nun ab 1940 als Spion für die Brit. gearbeitet haben und über seinen Vater geheime Informationen weiter gegeben haben.
Weiters schreibt die BamS das Schmitt vom "British High Command" 1941 ausgewählt worden sei ein Versiegeltes Päckchen nach England zu überführen. Hirzu landete er am 20/21.5.1942 mit einer Do217 in Lincoln wo Schmitt angeblich einen warteten Offz. das "Päckchen" übergab.
Der Flug Schmitts Ju 88R-1 startete am 21.5.1943 in Christiansand(Norwegen). Mit an Bord waren die Ofw Erich Kantwell und paul Rosenbauer.
Als Schmitt sich ausserhalb der Radarreichweite der Luftwaffe befand ,meldete er einen MotorenBrand und habe notwassern müssen (daraufhin warf er zur Täuschung der dt. LW Rettungsflöße aus der JU).Daraufhin wurden seitens der dt. Dienstellen die vorgeschriebenen Such und Rettungsmaßnahmen eingeleitet was natürlich erfolglos enden musste .
Schmitt nahm Kurs auf die schottische Küste bis er von einigen Spitfire direkt nach Dyce eskortiert wurde .
Angekommen wurde die "Beute" direkt durch MP`s abgeschirmt.
In England meldete Schmitt die erfolgreiche Fahnenflucht sogleich seinem Vater über den brit. Geheim u. Propaganda Sender "Gustav Siegfried" mit dem Code "Der Mai ist gekommen".
Die deutschen erfuhren später von dem Unternehmen, als Schmitt über selbigen Sender im Reich zum Widerstand aufrief.
Q:E. Brown "Berühmte Flugzeuge der dt. Luftwaffe"

Sunderland


25.9.02 21:19:43
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Tja, dann mal Danke für die ausfürliche Information. Hatte eigentlich damit gerechnet, noch was rausfinden zu können.
:)
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