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Schlacht um Kreta

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AutorBeitrag

waldi44


21.11.01 23:43:17
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Na, wer hat den Beitrag in N3 gesehen?
"Hitler, Churchill und die Fallschirmjäger"?
Wie ist eure Meinung dazu und vor allem aus den Schlüßßen, die beide zogen?

xmen


22.11.01 08:04:54
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Habe ich leider nicht gesehen,...;)

Balsi


22.11.01 08:38:14
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ahhh...herrlich habe leider nur ein teil gesehen, war dann echt schon zu müde ... aber das waren echt tolle interessante Bilder... habe selten solche Aufnahmen gesehen...schon garnicht von Fallschirmjägern....
meine Schlussfolgerung ... es war nicht gut genug geplant meine ich...wenn an einem Abschnitt schon 300 tot runterkommen war das auch nicht geplant... die Frage ist wozu brauchten die Kreta... einerseits haben sie so wenigstens das östl. Mittelmeer unter Kontrolle und die Allieirten hatten keine Flufbasis in Richtung rum. Ölfelder...

jeannen


22.11.01 08:51:15
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Immer, wenn ich von der Invasion von Kreta höre, frage ich mich dasselbe. Was wollten die mit Kreta? Hätten sie lieber Malta nehmen sollen, eine viel kleinere aber weitaus wichtigere Insel. Dann hätte vielleicht das Afrikakorps viel größere Chancen gehabt... Stattdessen haben sie bei Kreta, einer Insel, die ihnen keinen Nutzen gebracht hat, ihre besten Fallschirmjäger verheizt. Von den Verlusten haben sich die deutschen Fallschirmjäger nie mehr erholen können. Und niemand hat sich dann mehr getraut, eine großangelegte Fallschirmjägeroperation durchzuführen (außer 44 bei Cassino - aber war die groß?). Naja, ein weiterer fataler Fehler der deutschen Führung, der in meinen Augen auch einen Anteil an der Niederlage hatte.

waldi44


22.11.01 11:50:55
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In dem Beitrag ging es auch darum, daß beide Kriegsherren absolut verschiedene Konsequenzen aus den Ereignissen zogen!
Hitler lehnt größere Einsätze der Fallschirmjäger für die Zukunft ab! Ihn schreckten die hohen Verluste (Angesichts Stalingrads?) und Churchill war über den Erfolg der Landung erstaunt, zumal die Briten ja wußten, daß die Fallschirmjäger kamen!
Von Seiten der Alliierten gab es dann ja in der Folgezeit auch einige gewaltige Luftlandeunternehmen, so zB Arnheim, wo deutsche Fallschirmjäger zu Fuß gegen die Alliierten kämpften!
Die Eroberung Kretas wäre schon ok gewesen, aber nur mit Malta zusammen! Denn dann wäre das Mittelmeer zu sperren gewesen und die Briten hätten auf nutzlos auf ihren Felsen gesessen!
Ich denke, die Verluste waren auch deshalb so groß, weil die Fallschirmjäger keinerlei Unterstützung hatten! Keine Artillerie von See her und keine vorbereitenden Bombenangriffe. Sie sprangen aus ihren Fliegern vor die Gewehrläufe der schon wartenden Briten!
http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/kreta/
Trotz erheblicher Verluste von neun versenkten Kriegsschiffen gelang es der britischen Royal Navy, noch etwa 17.000 Soldaten nach Ägypten zu verschiffen. Die Wehrmacht verlor über 6.500 Gefallene oder Vermißte, zumeist Fallschirmjäger. Nach der Einnahme Kretas hatte die einheimische Bevölkerung schwer an ihrer aktiven Verteidigung der Insel zu leiden. Den von Student als Exempel angeordneten Vergeltungsmaßnahmen fielen Hunderte von Zivilisten zum Opfer.
Für die NS-Propaganda galt die Eroberung von Kreta durch die dem Gegner zahlenmäßig unterlegenen deutschen Fallschirmjäger als Beweis eines unerhörten Kampfwillens der Fallschirmtruppen. Besungen wurde ihr mythisierter Ruhm in dem "Lied der Fallschirmjäger" oder in dem nach der Operation "Merkur" eigens komponierten Lied "Auf Kreta im Sturm und im Regen".
http://members.tripod.de/dropzone/page2f.htm

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xmen


22.11.01 13:44:58
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Nun ,die Verluste waren jawohl echt gewaltig aber Fallschirmspringer sind immer Schutzlos solange Sie am Himmel baumeln,die Frage was wollten die mit Kreta denn nun
wirklich ist schon interesant.Wenn keiner ne Antwort weiß
bliebe immer noch die Möglichkeit das es ein Test war!
Frei dem Motto ,ist sowas möglich.

Balsi


22.11.01 14:01:16
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nun also wie Fallschirmjäger wirkten zeigten sie ja schon 1940 bei Eben Emael, das war dann jedem klar was die konnten...dennoch wusste man nicht ob man mit denen eine ganze Insel ohne Unterstützung erobern kann ... die ital. Marine... kam mit ihren "Ruderbooten" nicht weit...allein schon die Überfahrt der Gebirgsjäger mit Schiffen lässt einem an den kopf fassen... die JFallschmjäger fielen vom Himmel in die Kugeln der Briten ...traurig... die Elite der Deutschen hängt an Seilen und schaut zu wie die Kameraden abgeschossen werden...die Entscheidung hitlers solche unternehmen zu unterlassen ist logisch... Luftlandeunternehmen in dieser grösse waren kaum mir erfolg gekrönt...lokale Unternehmen wie Gran Sasso, Eben Emael waren machbar aber Operationen im Stile Kreta, Arnheim und Normandie waren nicht erfolgreich... was den Alliierten Fallsch.j. rettete war einzig und allein die Nacht, ein grossteil fiel in die aufegstauten wassergebiete und ertrank...wären dazu noch die helligkeit gekommen... hätte sich das auch erledigt... bei Arnehim stürzten die Fallis in die Truppen Bittrichs... ein Fiasko... Luftlandeunternehmen...lokal durchgeführt waren mit Sicherheit erfolgreicher...

Kübelfan


22.11.01 15:09:24
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kleiner strategisch unbedeutender Einwurf. Bei den dt. Fallschirmjägern in Kreta war auch Max Schmeling dabei. Bei diesem Einsatz wurde auch er verwundet.

jeannen


22.11.01 15:48:29
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Ich denke, wenn man eine gute Unterstützung hätte geben können, wären auch große Operationen machbar gewesen. Aber die deutsche Mittelmeerflotte (*lach*) und die bereits erwähnten italienischen "Ruderboote" konnten wegen ihrer technischen (Italien) und zahlenmäßigen (Deutschl.) Unterlegenheit kaum frei operieren. Und die Luftwaffe ... naja ... hatte sich wohl wieder mal überschätzt. Und die schwach gepanzerten JU52-Transportmaschinen waren selbst für die 4cm Bofors-Flak kein wirkliches Problem. So ein bisschen Wellblech bietet halt keinen wirklichen Schutz.
Aber bei Eben Emael waren sie echt gut. Absprung in der Nacht, damit keine Chance für eventuelle Flaks oder Jäger und auch die Fallschirmjäger konnten nicht in der Luft beschossen werden. Und dabei entstanden ja normalerweise immer die größten Verluste.

waldi44


23.11.01 00:54:51
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Also, da ich den Beitrag ganz gesehen habe, kann ich sagen: Es sollte ein Beweiß der Tüchtigkeit der Fallschirmjäger werden. Gen.(?) Student, Chef und Initiator des Ganzen, wollte "seine" Truppe und deren Qualitäten dem Führer vorführen. Daß es kein Fiasco wurde war einerseits Zufall, andererseits den elitären Fallschirmjägern und zu einem gweissen Teil der Unfähigkeit der Briten mit den gelandeten Fallschirmjägern "richtig" umgehen zu können, zu verdanken!
ALSO: GLÜCK!!!!
Dennoch meine ich, der "Verzicht" auf diese Waffengattung war ein ganz krasser Fehler, den andere eben nicht machten und das Arnheim in die "Hosen" ging, war eben so ein Zufall der geschichte, wie Kreta gelang!!!
Übrigens: Italien hatte mehr als nur "Ruderboote" zu bieten, aber dieser Krieg war schon lange nicht mehr der Krieg der Italiener, sondern nur noch der Faschisten!!!!

~Rainer


22.2.02 23:59:58
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Aber bei Eben Emael waren sie echt gut. Absprung in der Nacht, damit keine Chance für eventuelle Flaks oder Jäger und auch die Fallschirmjäger konnten nicht in der Luft beschossen
Hallo,
in Eben-Emaël und an den Maasbrücken
ist niemand abgesprungen. Alle deutschen fallschirmjäger landeten mit Lastenseglern.
Gruss
Rainer

~Rainer


23.2.02 00:20:50
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. Was wollten die mit Kreta? Hätten sie lieber Malta nehmen sollen, eine viel kleinere aber weitaus wichtigere Insel. Dann hätte vielleicht das Afrikakorps viel größere Chancen gehabt... Stattdessen haben sie bei Kreta, einer Insel, die ihnen keinen Nutzen gebracht hat, ihre besten Fallschirmjäger verheizt. Von den Verlusten haben sich die deutschen Fallschirmjäger nie mehr erholen können. Und niemand hat sich dann mehr getraut, eine großangelegte Fallschirmjägeroperation durchzuführen (außer 44 bei Cassino - aber war die groß?). Naja, ein weiterer fataler Fehler der deutschen Führung, der in meinen Augen auch einen Anteil an der Niederlage hatte.
Hallo,
Kreta war ein britischer Flugzeugträger gegen die von den deutschbesetzten Gebieten in Südosteuropa, auch das Erdöl von Ploesti mag eine Rolle gespielt haben. "Malta beherrschte als wichtigster, heute wirkungslos gewordener Stützpunkt Englands ..." zitiert nach Soldatenatlas, 1941, Tornisterschrift des OKW, Abt. Inland, Heft 39.
Dass die Fallschirmjâger auf Kreta verheizt wurden, entstand durch organisatorische Pannen bei der Vorbereitung und bei der Durchführung des Angriffs. Ungenügende Aufklärung spielte auch ein wichtige Rolle. Was den Maltaangriff 42 anging, so hatte Hitler Angst vor der Courage der italienischen Flotte.
Grossangelegter Fallschirmjägeroperation bei Monte Cassino? Da sind keine Fallschirmjäger abgesprungen, das war 43 auf Sizilien. In Cassino wurden die Fallschirmjâger im Erdeinsatz, so wie in Russland und anderswo, verheizt.
Fehler der deutschen Führung, es hat einer geführt, der bestimmte sogar manchmal wo ein MG aufzustellen war, leider gab es dann ja noch Lakeitel und andere.
Gruss
Rainer
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