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Heinkel 162 Salamander

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AutorBeitrag

jeannen


23.11.01 08:56:22
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Was haltet ihr eigentlich vom "Volksjäger"-Projekt? Ich finde, es war eine sinnvolle Idee, ein Jagdflugzeug größtenteils aus leichten und kriegsunwichtigen Rohstoffen zu bauen. Auf diese Idee hätte man natürlich wieder früher kommen können...
Hätte dieser "zusammengeschusterte" Jäger Erfolg haben können, wenn man ihm eine längere Entwicklungszeit gegeben hätte?
http://www.unsere-luftwaffe.de/flugzeuge/he162.htm

xmen


23.11.01 09:42:22
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die gesammte entwicklung der düsenbetriebenen flugzeuge hätte einfach 5-7 jahre früher stattfinden müssen dann wäre der luftkrieg entscheidend anders verlaufen.:)

Balsi


23.11.01 09:58:06
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hmm...also ich meine eine Salamander oder eine Me262...hätte gegen 1000 fliegende Festungen auch nix geholfen ... ich denke das einzige Problem der Luftwaffe bestand darin einfach zu wenig Flugzeuge gehabt zu haben für einen langen krieg... bei den Blitzkriegen in polen und Frankreich reichte das aus... nicht aber in Afrika, England und Russland... dazu war sie zu klein...nach 1941 war die dt. ostfront derart schwach, das sie nur noch an einer Stelle offensiv werden konnte nciht mehr an der gesamten Front... so war es auch bei der Luftwaffe, sicherlich technisch ein Supervogel wie auch die Me 262... aber gebracht hätten die früher auch nicht viel mehr als das was vollbracht wurde....

Knut


23.11.01 11:44:37
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Man bedenke auch den Pilotenmangel. Gegen Ende des Krieges gab es dank Speer Flugzeuge im Überfluss, aber keine Piloten mehr. Von daher brauchte man diesen flugzeugbilligverschnitt garnciht. Und so wie das Ding aussieht, war es im Luftkampf wohl nicht sehr toll. Ein einziger Treffer in die Turbine, und schon wird der Pilot mit brennenden Treibstoff übergossen.

waldi44


23.11.01 12:31:25
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Tja, und mit Rapsöl floge die Dinger ja auch nicht gerade ;)!
...aber keine Piloten mehr. und denen, die man hatte, traute man anscheinend nicht viel zu, so daß man ihnen sogar einen roten Pfeil aufmalte, damit sie auch wußten wo vorne ist ;):D;D!

jeannen


23.11.01 12:33:28
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Aber den Salamander hätte man natürlich viel leichter und in wesentlich größeren Mengen herstellen können als sonstige Flugzeuge, da es genug der benötigten Rohstoffe gab. Sicher gab es 44/45 keine fähigen Piloten mehr, zumal wohl gerade dieses Flugzeug sehr tückisch war. Aber hätte man den vielleicht so 42/43 gehabt, als die 1000-Bomber-Angriffe gerade anfingen und dann in entsprechenden Mengen (was dann auch möglich gewesen wäre).
Zu der Turbine: das mit dem Treffer in die Turbine war bei allen Düsen- und Raketenflugzeugen problematisch. Wenn man z. B. mal an die fetten Turbinen der Me262 denkt. Ich denke, da hat ein Treffer auch erheblichen Schaden angerichtet. Oder stell dir mal einen MG-Treffer in das Raketentriebwerk der Me163 vor. Da wäre das ganze Ding sofort explodiert, wegen dieser Methanol-Wasserstoffsuperoxyd-Mischung (oder wie das Zeug hieß).

Micha1971


1.6.04 15:08:49
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Die Salamander war imho bei weitem nicht ausgereift. Ein Schnellschuß und für den Piloten gefährlicher als für den Feind.

Vom Grundsatz her nicht so sehr limitierte Materialien zu verwenden erst einmal eine gute Idee. Aber es gab somit auch keine Panzerung und somit auch keinen irgendwie gearteten Schutz für den Piloten (Panzerung etc.)

Desweiteren ist es sicher schwieriger, einem Newbie das Fliegen eines Düsenflugzeugs (was damals ein Novum war) beizubringen, anstatt eine Kolbenmotor-Maschine zu fliegen (mal abgesehen von der doch etwas zickigeren 109).

Hier wäre es imho günstiger gewesen, eine Maschine mit gutmütigen Flugeigenschaften, aber akzeptablen Flugwerten als Jäger zu entwickeln und zu produzieren.

Vielleicht wäre aber aus der Salamander etwas geworden, wenn genügend Zeit für die Entwicklung dagewesen wäre. Es kann aber ebenso ein "Fehlschuß" alá Me-210/Me-410 gewesen sein. Die Zeit konnte es nicht erweisen, was hier eher gepaßt hätte.

Axel43


1.6.04 16:29:30
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Die Grundkonzeption war wohl richtig, das Baumaterial sehr problematisch (auch die Italiener haben es versucht, mit zweifelhaftem Ergebnis), die Konstruktion noch lange nicht ausgereift, und sowohl Maschinen als auch Piloten wurden als Verbrauchmaterial betrachtet.

Micha1971


2.6.04 06:48:48
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Das ist schon klar. Nur was nützt mir ein Pilot, der es nicht mal zur Kampfzone packt ? Dann verliere ich Pilot und Maschine, ohne daß er in den Kampf eingegriffen hat. Und das ist nicht gerade Sinn und Zweck der Sache.

Richtschuetze


2.6.04 07:34:00
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Galland und auch Dahl sagten aus,das die HE-162 ein durchaus gutes Flugzeug ist,aber man kann es nicht von nur halbausgebildeten Piloten(Hitlerjungen)fliegen lassen!
Diese Aussage wurde von Testpiloten der USA nach dem Krieg bestätigt!
Das die Turbinen Ärger machten war ja bekannt von der ME-262 her!Das ist halt bei allem neuen so!(Wie oft rufen Hersteller Ihre Autos in die Werkstatt zurück,heute noch!)
Die Bewaffnung mit zwei MK-108(geplannt war die Ausrüstung mit R4M Raketen) sowie eine Vmax die über die 800km kommt ist doch kein schlechtes Argument!(auch hatte die HE-162 einen Schleudersitz)
Desweitern hat eine HE-162 einen Abschuß erzielen können Unteroffizier Rechenbach schoss eine Typhon ab!

Gruss
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