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Zeppeline

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AutorBeitrag

waldi44


12.12.01 01:37:42
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Achtung!
Ich sammle hier mal an und versuche dann was draus zu machen ;)! ODER EIN ANDERER !!!

Geschichte der militärischen Zeppeline
Bei Kriegsbeginn verfügte das deutsche Heer über 12 Luftschiffe, die Marine nur über ein einziges. Die militärische Führung erwartete von ihren Zeppelinen ausgedehnte Aufklärungs- und Bombeneinsätze.
Gegenüber dem Flugzeug hatte der Zeppelin für diese Aufgaben einen erheblichen Leistungsvorsprung: er stieg höher und hatte eine größere Reichweite als damalige Flugzeuge. Dazu war er in der Lage, eine erhebliche Bombenlast zu tragen. Für den Einsatz über der Front war er dennoch zu langsam und zu verwundbar.
Ein Einsatz bei der Marine erschien den Militärs lohnender, so daß die Flotte der Marineluftschiffe stetig ausgebaut wurde.

Zerstörte Häuser in England
Die Angriffe gegen England begannen Anfang 1915. Doch trotz technischer Verbesserungen konnte der Zeppelin nicht mit der Evolution des Flugzeuges und der übrigen Waffentechnik Schritt halten.
Schon bald gelang es der britischen Abwehr, angreifende Luftschiffe abzuschießen. Trotz der hohen Verluste hielt die deutsche Führung vor allem aus propagandistischen Gründen an nächtlichen Luftschiffangriffen auf England bis kurz vor Kriegsende 1918 fest.
Der Zeppelin war im Vorkriegsdeutschland ein Lieblingsobjekt der nationalistischen Propaganda. Das Militär war stolz auf seine Luftschifflotte, der das Ausland nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hatte. Da der militärische Zeppelin eine "Geheimwaffe" darstellte, blieben die Vorstellungen der Öffentlichkeit von seiner Leistungsfähigkeit aber vage. Entsprechend abenteuerlich sind die stark übertriebenen Presseberichte über die Kriegseinsätze.

Es wurde ein Bild erzeugt, das den Zeppelin als kriegsentscheidende Waffe als Revanche für die englische Seeblockade darstellte. In den Zeitschriftenartikeln über Luftschiffeinsätze zeigt sich die ganze Erbitterung über den in seinem Heimatland nur schwer faßbaren britischen Feind.

"Die Nacht vom 17. zum 18. August 1915 brachte die erste große Abrechnung. 'Unsere Marineluftschiffer haben den Westteil der City von London mit gutem Erfolg angegriffen.' Die City von London! Die Brutstätte aller englischen Schändlichkeit, den Sitz der Weltbrandstifter, den Klub der unritterlichen Heuchler! Hier wurde England ins Herz getroffen. Von den gewaltigen Sprenggranaten, die auf die Dächer der Bank von England, die Heeresausrüstungsbüros, der großen Vorratsmagazine niederfielen und die in den Stadtteil rings um den Halborn-Viadukt und in die Riesenbahnhöfe klaffende Brandkrater stanzten." (Das Illustrierte Blatt, 12.03.1916)
Auszug aus dem Gedicht von Oskar Braun "Luftschiffe -
'raus":
"Michel steh' auf und reibe die Augen!
Das ewige Zaudern kann nichts mehr taugen.
Zum Teufel mit aller Gefühlsduselei,
Du wirst nur verlacht und verspottet dabei!...
Zeppeline heraus! Alle zugleich
Hinüber aufs giftige Inselreich!
Dort schüttet der Hölle feurigste Glut
Hinunter auf diese Teufelsbrut!
Verbreitet Schrecken, Angst und Grauen,
Damit sie ihr eig'nes Teufelswerk schauen!
Luftschiffe vor! Deutschland empor!
Solang noch ein Luftschiff dein eigen heißt,
führ' es, o deutscher Heldengeist."
Gefahren und Strapazen der Luftschiffeinsätze

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Angriffs- und Aufklärungsfahrten waren für die Luftschiffbesatzungen sehr belastend. Die Einsätze dauerten häufig länger als 20 Stunden.
Dabei bewegten sich die Luftschiffe in großer Höhe, um eine größtmögliche Sicherheit vor der englischen Flugabwehr zu erlangen. In dieser Fahrthöhe wurden allerdings eisige Kälte und Sauerstoffmangel zu unangenehmen Begleiterscheinungen.
Ein solcher Einsatz konnte die gesundheitliche Verfassung einzelner Besatzungsmitglieder derart schwächen, daß sie oft mehrere Tage brauchten, um sich wieder davon zu erholen.
Englische Erinnerungspostkarte: Zeppelin im Scheinwerferlicht

Daneben drohte den Luftschiffen vor allen Dingen bei Angriffsfahrten über England die Gefahr, durch englische Jadgflieger abgeschossen zu werden. Wegen ihrer Größe und mangelnden Wendigkeit, aber auch aufgrund der erschwerten Navigation bei Nacht und Nebel waren die Luftschiffe ein leichtes Ziel für Maschinengewehre und Brandgeschosse.
Wir frieren wie die Affen" (Pit Klein)
In 4000 bis 5000 Metern Fahrthöhe herrschten Temperaturen von –20 bis –30 Grad. Dagegen schützte sich die Besatzung mit doppelten Lagen warmer Unterkleidung, mit dickgefüttertem Lederzeug, mit Lederhauben, Handschuhen, Schutzbrillen und Filzstiefeln.
Die dicken Stiefel dienten allerdings nicht nur zum Schutz vor der Kälte. Die Filzsohlen verhinderten außerdem, daß beim Ausgleiten oder festen Auftreten im Schiff Funken entstanden, die zur Explosion des Luftschiffs führen konnten
[ur]http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Geschichte/MMAG/MMAG_Zeppelin/Gefahren/gefahren1.htm
Sogar die Schweizer:Ein Meilenstein der Schweizer Militäraviatik
Bern, 24. Juli. (ap) Vor 100 Jahren ist die Schweizer Armee erstmals in die Luft gegangen. Rund 100 Mann, die meisten Freiwillige, 66 Pferde und 14 Fuhrwerke rückten nämlich am 25. Juli 1900 zur ersten Luftschiffer-RS ein, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Montag berichtete.
Der Fesselballon wurde als «mächtiges Kriegsmittel» angesehen. Um die angehenden Ballon- Offiziere in die Kunst der «Luftnavigation» einzuführen, wurde ein Franzose verpflichtet, wie das VBS hervorhob. Die eigentlichen Anfänge der Schweizer Militäraviatik gingen allerdings auf 1891 zurück, als der Generalstab die Anschaffung eines Fesselballons in Angriff genommen habe, um die Aufklärung durch die Kavallerie zu ergänzen. Der Bundesrat beantragte dann im Mai 1897 den Räten, eine Luftschiffer-Kompanie zu bilden, und gab der Überzeugung Ausdruck, dass die Schweizer Armee «das mächtige Kriegsmittel des Fesselballons nicht länger entbehren dürfe». Im Dezember 1897 wurde die rechtliche Grundlage für die Ballon-Kompanie geschaffen.
Nachdem die ersten freiwilligen Luftschiffer- Rekruten eingerückt waren, schwebte der Kugelballon am 3. August 1900 erstmals am Fesselseil über dem Exerzierplatz beim heutigen Wankdorfstadion, wo die Gemeinde Bern gratis die erforderlichen 40 Aren Baufläche zur Verfügung gestellt hatte. Bei einer Übung ohne Korb einige Tage später riss das Transportkabel, und der Ballon verschwand in den Wolken. Erst einige Tage später wurde er auf dem Bantiger total zerrissen wiedergefunden. Seine Instandstellung benötigte 14 Tage. Diesem Abenteuer verdankte der Ballon seinen Namen «Vagabund». Der ehemalige Kommandant der Ballontruppe, Major Emil Messner, wurde später der erste Beobachtungsoffizier der Fliegertruppe, die sich 1914 am gleichen Standort aufzubauen begann.
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Unweit der ehemaligen Ossendorfer Mühle am Sandweg lag in einer Talrinne halb verborgen dereinst die Luftschiffhalle von Köln. Sie war 1909 erbaut worden, nachdem ein Vertrag mit der Luftschifffahrt A.-G. in Frankfurt über die Stationierung eines Zeppelinluftschiffes in Köln zustande gekommen war. Noch im gleichen Jahr erlebte sie den triumphalen Einzug des Luftschiffes LZ 5, das Graf Zeppelin persönlich steuerte. 1910 fand eine große Luftschiffübung dort statt, bei der neben den Luftschiffen Zeppelin und Parseval zwei weitere zugegen waren.

Am 1.10.1911 kamen der Stab und die 1. Kompanie des neuerrichteten Luftschiffer-Bataillons Nr.3 nach Köln. Sie bezogen vorläufig das Fort IV bei Bocklemünd.
Damals bedienten sich belagerte Festungen zur Nachrichtenübermittlung nach außen der Freiballons, deren Bedienung Sache der Pioniere war. Daraus entstand 1911 die Luftschiffertruppe, in Köln also das Luftschifferbataillon Nr.3, das von 1911-1918 in Bickendort stationiert war. 1914 rückte die 1. Kompanie des Luftschifferbataillons Nr.3 ins Feld. Die Übungen dienten bis zum Ersten Weltkrieg der Erprobung der Luftschiffsysteme Zeppelin, Groß-Base-nach und Parseval. Hierfür war 1909 die Bickendorfer Halle für 3 Luftschiffe fertiggestellt worden. Später fanden auf der Bickendorfer ,,Emilshöhe", wie sie im Volksmund genannt wurde, auch zahlreiche Freiballonübungen statt.
Noch vor dem Ersten Weltkrieg war die Luftschifferkaserne in Ossendorf, Frohnhofstraße 190, entstanden (1912 bis 1914 erbaut). Sie beherbergte Teile des Luftschifferbataillons Nr.3. Nach der Besatzungszeit von 1919-1926 wurde die Kaserne in Wohnungen umgestaltet. Die Tradition der preußischen Luftschiffertruppe wurde in der Reichswehr von der 2.13. Kf.-Abt. Döberitz fortgeführt. In der Wehrmacht übernahm die Ballonabteilung 16 die Tradition des Luftschifferbataillons Nr.3.


Himmel und Hölle der Luftschiffbesatzungen

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Luftschiffbesatzungen nahmen innerhalb der kämpfenden Einheiten im 1. Weltkrieg in vielfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Ihr Einsatz war einerseits riskant und gefährlich und die Verlustrate war sehr hoch. Andererseits wurden die Luftschiffer jedoch für die Risiken und Strapazen der nächtlichen Angriffsfahrten mit einer Reihe von Privilegien entschädigt.
Das Kriegserleben der Luftschiffer unterschied sich deutlich vom Kriegsalltag der Frontkämpfer. In eigens errichteten Luftschiffhäfen an der Nordseeküste lebten die Luftschiffer weitab von jedem Kampfgeschehen und ununterbrochenem Beschuß. Die Häfen lagen in idyllischer Landschaft nicht weit von den Küstenstädten. Zwischen den Fahrten gab es neben der guten Verpflegung genügend Zeit für Erholung und vielfältige Freizeitaktivitäten.
Luftschiffer wurden für ihre erfolgreichen Einsätze deutlich mehr gefeiert und großzügiger ausgezeichnet als andere Einheiten. Diese besondere Kriegserfahrung der Luftschiffbesatzungen ist ein Grund für die positive, fast wehmütige Erinnerung an die "schöne Dienstzeit in des Kaisers blauem Rock".
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Am 26.05.2001 besuchte der letzte, noch lebende Offizier, der die Hindenburg- Katastrophe am 06. Mai 1937 überlebt hat -der fast 92-jährige Eduard Boetius- auf Einladung der Museums-Freunde Tonder. Nach einem Besuch des Zeppelin- Museums bei dem auch die dänische Presse vor Ort war, folgte eine öffentliche Vortragsveranstaltung mit ca. 150 Teilnehmern im ECCO Center in Tonder. Hier berichtete Eduard Boetius über seine Zeit als Luftschiffer und über seine Erinnerungen an das miterlebte Hindenburg-Unglück.
Kürzlich hat der Sohn von Eduard Boetius, Henning Boetius, ein Buch veröffentlicht, welches in Romanform die Geschichte des Vaters beschreibt. Es trägt den Titel “Phoenix aus Asche”. Die Rechte sind bereits in mehrere Länder verkauft worden.
Besuch im Zeppelin-Museum
Gegen 13.00 Uhr traf Eduard Boetius im Museum ein. Nach der Begrüßung durch die Mitglieder der Zeppelin-Gruppe wurde er von Manfred Petersen, einem der Gründer der Zeppelin-Gruppe, durch das Museum geführt. Er war sehr beeindruckt von dem Ausgestellten, und es war interessant zu hören, was er aus der Zeit der Zeppeline zu berichten hatte. Auf den ausgestellten Fotos erkannte er viele Personen. Unter anderem auch Schiller, zu dem er früher auch einen persönlichen Kontakt pflegte.
http://www.tonder-net.dk/zeppelin/D/german/aktuell/boetius/boetius2a.jpg]

waldi44


12.12.01 01:54:46
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waldi44


14.1.02 16:47:07
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Nix Zeppelin :)!
Will aber nicht immer einen neuen Thread eröffnen, wenn ein ähnlicher schon vorhanden ist!
Mal was zur Luftwaffe des 1.WK
In der Zeit von 1911 bis 1914 wurden:
1178 Motoren und 1954 Flugzeuge gebaut. Bis 1919 waren es dann zusammen:43.686 Motoren und 48.386 Flugzeuge!
Gegen Kriegsende gab es 60(!) Flugzeugwerke und 14 Motorenfabriken in denen bis zu 2.500 Flugzeuge pro Monat hergestellt werden konnten. In der Luftfahrtindustrie waren immerhin 55.000 Menschen beschäftigt.
Tausende Motoren und Flugzeuge mußten abgeliefert und 27.590 Motoren und 14.000 Flugzeuge zerstört werden!
Übrigens besaß Deutschland zu Kriegsende 16 aktive Luftschiffe!
3.340 Offizier und 7.840 Unteroffiziere und Mannschaften sind gefallen.

xmen


14.1.02 17:30:49
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Mensch, sehr interessantes Thema!
hat ich eigentlich schon vermisst aber das ist das Problem der letzten 20:)Da fällt doch einiges durch aber ohne Flatrate ist es leider kaum noch finanzierbar sich ausgiebig rumzutreiben.
Also bei Recherche im Netz kann ich mich aus eben genannten Gründen nicht beteiligen, aber so lange ich arbeitslos bin will ich wohl gerne HP mäßig was tuen, ich habe noch fast 200 MB freien, kostenlosen und werbefreien Webspace und ich spiele ganz gerne mit FP rum also wenn das was ist dann müsste ich nur das Material per CDR bekommen den Rest will ich wohl tuen.
;)

waldi44


14.1.02 17:54:46
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Waaaaaaaaaaaas? Vier Kinder, aber keine Flatrate???????:eek2:
Ich hab nicht mal eines, dafür aber die Flatrate!:biggthumpup:
Naja, vielleicht wären Kinder doch besser...;)?:bussi:
Zum Thema: Boa 200 MB? Watt'n datt? Äh und CDR?

xmen


14.1.02 18:24:01
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Die 4 Kids konnte ich mir aussuchen aber Flatrate gibts seit einiger Zeit ja nicht mehr, ausser über DSL und das hab ich 02.01 bestellt und bekomme ich auch prommt 12.02 geliefert!:) MB sind Megabyte Speicherplatz und ne CDR ist ne CD zum brennen,.....also Waldi,Waldi PC technisch bist Du ja ein Kulturbanause:D
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