Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.
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Balsi14.12.01 16:51:10 Direktverweis | Nabens zusammen, folgendes... habe eine Anfrage bezüglich eines Ringes bekommen... silbener Ring mit fallendem Adler ... Wer hat Hinweise auf eine Auszeichnung???? |
Guenther14.12.01 18:15:14 Direktverweis | Hi Balsi, meines Wissens nach gab es Ringe nicht als Auszeichnung. Selbst der Totenkopfring der Waffen SS war als solcher keine Kriegsauszeichnung. Nach Auskunft von Trägern diverser Ringe, waren dies Privatanfertigungen, die diese sich anfertigen lassen haben um ihre Zugehörigkeit zu speziellen Einheiten zu bekunden. Gruß G. |
waldi4414.12.01 18:44:59 Direktverweis | Ist vielleicht sowas damit gemeint: http://www.bcx-iii.com/M15.htm |
xmen14.12.01 19:16:59 Direktverweis | Hi,hi..der Waldi findet immer was, da hätte ich doch auch mal ne Frage! Bei der Besetzung der Wewelsburg durch die Amerikaner sollen angeblich noch hunderte von den schon oben erwähnten Totenkopfringen verschwundibussi sein,...gibt es da näheres drüber,also in der mir von hier bekannten Literatur steht nix weiter drüber.:) |
Guenther14.12.01 19:31:53 Direktverweis | X-Men, deine Infos sind richtig, ich schreib dir Montag was dazu, Gruß G. |
waldi4414.12.01 19:58:02 Direktverweis | Mal was zu der "SS - Hütte" ;)!Der Mittelpunkt der Welt Wewelsburg: Notizen aus der ostwestfälischen Provinz. Von Hans Daniel »München«, so sinnierte unlängst der mittlerweile auf den öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen offensichtlich Artenschutz genießende Dieter Hildebrandt, »München ist ein bißchen liberaler als Ostwestfalen-Lippe.« Der Ostwestfalener wird es, in Kenntnis der Berichte aus dem »sündigen« München, als Auszeichnung nehmen. Der Münchner Stoiberscher Prägung wird weder mit »liberal« noch mit Ostwestfalen-Lippe etwas anzufangen wissen. Diese Ecke unserer Heimat ist, so sagt es der Leiter des Kreismuseums Wewelsburg, Dr. Wulff Brebeck, mit deutlich vernehmbaren Gänsefüßchen, »deutsche Landschaft«. Er sagte es dieser Tage vor Teilnehmern eines Gedenkstättenseminars mit dem Arbeitstitel »Ostwestfälische Provinz im Spannungsfeld von SS- Ideologie, SS-Mythen und Lageralltag«, ehe diese sich auf die Reise zu drei Stationen durch diese »deutsche Landschaft« aufmachten. 20 Kilometer südwestlich von Paderborn im Landkreis Büren liegt die Ortschaft Wewelsburg. Ein schöner deutscher Ort, der das Schicksal so vieler kleiner, vor sich hindämmernder Orte teilen würde, wäre da nicht die Wewelsburg. Ein mächtiges Weserrenaissance-Schloß, das, so sagen alte Urkunden, 1124 als Befestigung gegen die Hunnen errichtet worden ist, 1301 in das Eigentum der Paderborner Bischöfe überging, im Dreißigjährigen Krieg schwer zerstört und 1924 vom Landkreis Büren gekauft wurde. SS-Kultstätte Wewelsburg Dann kam während des Lippischen Landtagswahlkampfes 1933 aus Berlin ein Prinz und erweckte Schloß und Schloßbewohner aus dem Dornröschenschlaf. Der Prinz hieß Heinrich Himmler. In seinem Oberstübchen entstand die fixe Idee, hier, im »Lande Hermann des Cheruskers«, im Schatten des Teutoburger Waldes, für seine SS-Mannen eine mächtig gewaltige Anlage zu schaffen, um von hier aus nicht nur die deutsche Welt von der Überlegenheit der nordischen Rasse zu überzeugen. Die, die über die geistigen Waffen dazu verfügten, sollten hier auf der Wewelsburg, der zu schaffenden »SS-Reichsführerschule« (RFSS) seiner »nordischen Akademie«, das erforderliche Rüstzeug, die höheren Weihen, erhalten. Im September 1943 mußte die Gemeinde einen Vertrag unterzeichnen, der vorsah, das Schloß auf einhundert Jahre zum symbolischen jährlichen Mietpreis von einer Reichsmark an die NSDAP zu verpachten. Durch die Gründung der »Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e. V.« löste sich Himmler formal von der NSDAP. Durch diese Gesellschaft konnte er nun auch Spenden zur Realisierung seines größenwahnsinnigen Projekts eintreiben, die Wewelsburg zum »Mittelpunkt der Welt« auszubauen. Besonders spendabel zeigte sich die Dresdner Bank, die dem Wirtschaftsverwaltungshauptamt (WVHA) der SS insgesamt rund 30 Millionen Mark an Krediten gewährte. Eine »Garantieerklärung des RFSS« reichte den dem Regime so innig verbundenen Bankern als Sicherheit. 13 Millionen davon investierte die SS in die Wewelsburg und damit auch in den Bau eines Konzentrationslagers, dessen Häftlinge ausschließlich zur Errichtung der SS-Kultstätte eingesetzt wurden. Im Mai 1939 kamen die ersten 100 aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen, »Zuchthäusler, politische Häftlinge und Arbeitsscheue«, wie die örtliche Presse meldete. Viele Zeugen Jehovas waren hier eingesperrt, weil sie dem Regime Gruß und Waffendienst verweigerten. Etwa 3 900 Häftlinge waren insgesamt in diesem KZ zur harten Arbeit gezwungen. Mindestens 1 285 von ihnen, so viele Sterbeurkunden sind erhalten, wurden hier umgebracht, durch die Schinderei, durch Prügel und andere Schikanen. Von den zirka 1 100 russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die in das Lager eingeliefert worden waren, kamen 734 ums Leben. Wenige Konzentrationslager hatten eine so hohe Sterberate. Im Sommer 1942 mußte ein eigenes Krematorium gebaut werden. Das Lager diente zeitweilig auch als Exekutionsstätte der Gestapo für die umliegenden Städte. Mindestens 56 Menschen wurden hier hingerichtet. Günter Ransenburg, 15 Jahre alt, war einer von ihnen. »Hinrichtung auf Anordnung RFSS« steht in der Todesurkunde. Wegen »Rassenschande«. Himmler selbst hatte die Order dazu gegeben. Der Junge, Sohn eines jüdischen Metzgermeisters, hatte aus einer Schar spielender Kinder einen Schneeball auf ein »arisches« Mädchen geworfen. Über das Schicksal einer zwangsverschleppten Russin berichtete nach 1945 ein Bibelforscher, der das Lager überlebt hatte. »Die 18jährige verteidigte in einer Fabrik ihre Ehre gegen einen deutschen Chef. Wegen Widerspenstigkeit wurde sie in Wewelsburg gehängt. 1943 wurde das Lager aufgelöst. Eine kleine Häftlingsgruppe blieb noch zurück. Am 2. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die restlichen Häftlinge. Zwei Tage vorher hatte ein SS-Kommando die Burg gesprengt. Nur der Nordturm und die Außenmauern blieben erhalten. Wallfahrtsort für Neonazis Heute strahlt die Wewelsburg wieder in alter Pracht. Sie ist Sitz des Kreismuseums und der Dokumentations- und Gedenkstätte »Wewelsburg 1933-1945 - Kult- und Terrorstätte der SS«. Der Besuch hinterläßt recht zwiespältige Eindrücke. Hinweise auf das einstige Konzentrationslager im Ort gibt es nicht. Es bedarf schon einer Führung, um diese Stätte zu finden. Das damalige Torhaus wurde umgebaut zu einem schmucken Wohnhaus. Wer genau hinschaut, entdeckt auf dem ehemaligen Appellplatz die Steine, die die Umrisse des Platzes und der Lagerstraße kenntlich machen. Seit dem 2. April 2000 gibt es nun endlich auch ein Bodendenkmal für die Toten des KZ. Junge Leute haben es in Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum durchsetzen können. Es wurde schnell »aufgeräumt« im Ort und in der Burg. Ein Holzkreuz auf dem Lagergelände brach zusammen; es wurde nicht ersetzt. In der Burg wurde die erhalten gebliebene »SS-Gruft«, eine der Himmlerschen Kultstätten, zum Gedenkraum umgestaltet. Im Innenhof erinnerte eine Zeitlang eine auf Initiative ehemaliger Häftlinge angebrachte Tafel an den NS-Terror. Die Behörden der Kreisverwaltung ließen alles entfernen, der Gedenkraum wurde geschlossen. Wer mehr wissen will über die Geschichte des Lagers und der SS-Kultstätte, der findet Auskunft in der Ausstellung, die im einstigen SS-Wachhaus untergebracht ist. Unter der Leitung von Dr. Wulff Brebeck wird in der Dokumentationsstätte verdienstvolle wissenschaftliche Arbeit geleistet. Zahlreiche Veröffentlichungen sprechen dafür. Die Wewelsburg versteht sich nicht als Kranzabwurfstelle, sie soll vielmehr Ort der Aufklärung, der Mahnung und des Gedenkens sein. Das aber geht in dieser »deutschen Landschaft«, und jetzt ist nicht nur die ostwestfälische Provinz gemeint, heute nicht ohne Probleme vonstatten. Die restaurierte Wewelsburg hat sich in den vergangenen Jahren zum Wallfahrtsort für neofaschistische Gruppen, Okkultisten und andere obskure Sekten unterschiedlichster Art entwickelt. Für Rechte hat sie, wie Brebeck sagt, »eine positive Bedeutung« gewonnen. Anziehungspunkte sind vor allem die »Gruft« und der »Obergruppenführersaal« im Nordturm. Weihestätten der SS-Rassenlehre, zentrale Stellen des von Himmler gedachten »Mittelpunkts der Welt«, die nicht zuletzt durch vielfältige sichtbare SS-Symbole und Runen förmlich nach Faschismus stinken. Nachdem es in der »Gruft«, die vermutlich als Ort der Totenehrung für verstorbene SS-Führer dienen sollte, schon zu nächtlichen Einbrüchen und illegalen Versammlungen gekommen ist, ist dieser Teil für Einzelbesucher nicht mehr zugänglich. Der »Obergruppenführersaal«, der als Repräsentationsraum für die höchste SS-Prominenz gedacht war, ist hingegen allgemein zugänglich und für Neo- und Altfaschisten ungebrochener Anziehungspunkt. Nichts verweist in diesem Teil der Burg auf die Auswirkungen der verbrecherischen faschistischen Rassenlehre, auf die Verbrechen der SS oder auf den Zusammenhang mit dem Konzentrationslager. So lassen sich dann schon mal Jungfaschisten an »heiliger« Stätte fotografieren. Als unverdächtige Reisegruppe ist es relativ einfach, in der auf dem Schloßgelände befindlichen Jugendherberge, wenige Meter vom »Obergruppenführersaal« entfernt, oder in einem der Hotels im Ort Quartier zu finden. Im Informationsdienst »blick nach rechts« war im Juli vergangenen Jahres zu lesen, auf der Wewelsburg sei eine »Lehr- und Forschungsgemeinschaft« mit dem Namen »Europa Erbe« von ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS und »engagierten Forschern« aus verschiedenen europäischen Ländern gegründet worden. »Europa Erbe« sei mit einem »ansehnlichen wirtschaftlichen Grundstock« ausgestattet. In dem unlängst im Christoph Links Verlag erschienenen Buch über das geheime Netzwerk alter und neuer Nazis ist ein Foto enthalten, das laut Bildtext führende Neofaschisten, u. a. Christian Worch, den verstorbenen Michael Kühnen sowie den früheren SS-Mann und Chef der Wiking-Jugend Walter Matthai bei einem Gautreffen 1988 auf der Wewelsburg zeigt. Hier ist auch von einer »Wewelsburg Foundation« die Rede, die unter dem Patronat der niederländischen Nazi-Ikone Florentine Rost von Tonningen den Kauf der Wewelsburg betreiben will, um dort ein »Schulungs- und Dokumentationszentrum für junge Nationale« entstehen zu lassen (Schröm/Röpke: Stille Hilfe für braune Kameraden. Das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis. Ch. Links Verlag 2001). Die Externsteine Nicht nur die martialische Wewelsburg hatte es 1933 Heinrich Himmler angetan. Da waren auch in Horn-Bad- Meinberg, am Rande des Teutoburger Waldes, die gewaltigen Externsteine. Eine Gruppe von 13 Sandsteinen, eine Weihestätte wahrscheinlich unserer Vorfahren bis zur gewalttätigen Christianisierung. Himmler erhob den Ort flugs zum »germanischen Heiligtum« und beschäftigte KZ- Häftlinge sowie willfährige »Wissenschaftler«, die seine Intentionen zur absoluten Wahrheit verkündeten und den Ort und seine Geschichte so gewaltsam in die Paßform der faschistischen Staatsräson zwängten, daß das gesamte Gelände ab 1935 »für Juden und Juden Gewesene« gesperrt wurde. Am 9. November 1938 ließ er hier Neuzugänge zur SS vereidigen, die sich danach unmittelbar auf den Weg nach Detmold machten, um die dortige Synagoge in Brand zu setzen. Äußerst weitsichtig erwies sich bei den Forschungsarbeiten der SS jene Frankfurter Firma DEGUSSA, die später durch die Produktion und Lieferung von Zyklon B und die Verwertung von Gold und Silber aus dem Besitztum ermordeter Juden so sehr von der fabrikmäßigen Vernichtung derjenigen profitierte, denen 1935 der Zugang zu den Externsteinen verboten wurde. DEGUSSA finanziert großzügig die Erschließungsarbeiten, die u. a. zu dem Ergebnis geführt hatten, daß eine Kloake aus Zeiten vorheriger Baumaßnahmen zur »urgermanischen Hinterlassenschaft« erhoben wurde. Alljährlich in den Tagen der »Sommersonnenwende« pilgern neudeutsche Germanen zu den Externsteinen. Einige besaufen sich, in wallende Gewänder gehüllt, tagelang mit Met, sprich Bier. Andere holen sich bei Feuerspielen und unter Absingen faschistischen Liedgutes Rat bei Wotan, Freya und Co., um Deutschland wieder rein arisch, sprich ausländerfrei, zu machen. STALAG 326 (VI K) Senne Schloß Holte-Stukenbrock, Lippstädter Weg 26. Eine Landespolizeischule ist heute dort, wo vor 60 Jahren der Aufbau des größten deutschen Lagers für sowjetische Kriegsgefangene begonnen wurde. Im ehemaligen Arrestbau des Mannschaftsstammlagers (STALAG) 326 VI K hat eine kleine Dauerausstellung der Dokumentationsstätte Platz gefunden. Noch sind hier zwei Mitarbeiter beschäftigt, die in enger Zusammenarbeit mit russischen Archiven an der Aufklärung der Schicksale der Kriegsgefangenen arbeiten, die ab Juli 1941 in dieses Lager kamen. Wie lange sie hier noch weiterarbeiten können, vermag keiner zu sagen. Bisher gab es nur Versprechen auf einen Ausbau. Nun steht fast fest, daß es kein Geld mehr für die Einrichtung gibt. An die 35 000 Namen hier umgekommener Kriegsgefangener sind erfaßt. Auf dem unweit in einem Wald gelegenen Friedhof ist auf einer Tafel an einem hohen Obelisken zu lesen, daß es rund 65 000 Soldaten waren, für die das Lager in der Senne Endstation eines für viele sehr jungen Lebens war. Beigesetzt sind sie in 36 Massengräbern. Ihr Schicksal war schon festgeschrieben, ehe die faschistischen Heerscharen an diesem 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfallen hatten. »Wir müssen vom Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken«, war von Hitler am 30. März vor 250 hohen Offizieren der Wehrmacht als Devise verkündet worden. »Der Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad. Es handelt sich um einen Vernichtungskrieg (...) Wir führen nicht Krieg, um den Feind zu konservieren (...)« Entsprechend ging es zu auf dem Transport der Gefangenen und im Lager. Schilderungen über die Bedingungen des Transports und der Ankunft in der Senne sind in einer Veröffentlichung der Dokumentationsstätte nachzulesen. »Die Waggons von deutschem Typ waren ohne Pritschen. Hinlegen konnte sich niemand; wir setzten uns abwechselnd (...) Unsere Notdurft verrichteten wir durch die Türspalten während der Fahrt des Zuges (...) Üblen Geruch, Schwüle, Müdigkeit und Hunger mußten wir die drei Tage während der Fahrt über ertragen.« Vom fünf Kilometer vom Lager entfernten Bahnhof Hövelhof wurden die Kolonnen von den Wachposten durch den Ort getrieben. »Hinter den Kolonnen fuhr ein Wagen, der die, die nicht mehr konnten, aufsammelte« erinnerte sich ein Einwohner. Die ersten Gefangenen fanden nicht einmal Zelte. »Wir mußten uns unter freiem Himmel auf der Erde einrichten.« Die regionale Presse hatte die Bevölkerung durch entsprechende Berichte auf die Ankunft der »bolschewistischen Söldner«, des »ausgewachsenen kommunistischen Gesindels« mit »verbrecherischen Instinkten und gemeinen Gesichtern«, auf »das Primitivste und Niedrigste, das zur weißen Rasse zählt«, eingestimmt. Am 11. Juli 1941, als die ersten sowjetischen Gefangenen im STALAG eintrafen, war dergleichen im Westfälischen Volksblatt Paderborn aus der Feder eines PK-Schreibers zu lesen. Das atmete total den Geist der »Herrenmenschen«, die auf der nahegelegenen »SS-Reichsführerschule« auf der Wewelsburg residierten. Etwa 300 000 sowjetische Soldaten, später auch einige italienische Internierte, Franzosen, Polen, Serben und Belgier, sind durch das Sennelager gegangen. Hunger, Krankheiten und üble Schikanen trieben die Todeszahlen hoch. Vorübergehende Verbesserungen gab es für die Gefangenen, die zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft oder im Ruhrbergbau eingesetzt wurden. Um ihre Arbeitskraft zu erhalten, wurden sie wenigstens einigermaßen ausreichend verpflegt. Wer nicht mehr arbeitsfähig war, kam zur weiteren »Behandlung« zurück ins Lager. Hier war die Gestapo ständiger Gast, um Kommunisten, Kommissare, Intellektuelle und Juden ausfindig zu machen. Sie wurden nach Buchenwald überstellt und in der dortigen Genickschußanlage ermordet. Am 2. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten das Lager. Auf dem Friedhof errichteten Überlebende einen Obelisken. In russischer, deutscher und englischer Sprache verkündet eine Tafel: »Hier ruhen die in faschistischer Kriegsgefangenschaft zu Tode gequälten 65 000 russischen Soldaten. Ruhet in Frieden. Kameraden. 1941-1945.«. »Blumen für Stukenbrock« Die rote Fahne auf dem Obelisken wurde später auf Anordnung der CDU-Landesregierung entfernt und durch ein orthodoxes Kreuz ersetzt. »Ende der 1940er Jahre ging der Antibolschewismus der Nationalsozialisten relativ nahtlos in den Antikommunismus des Kalten Krieges über«, beschreibt eine Publikation der Landesbildstelle Westfalen diese Zeit, in der die Friedhöfe der sowjetischen Kriegsgefangenen in der BRD verfielen und die Denkmäler so baufällig wurden, »daß man laut nicht nur über ihre Beseitigung nachdachte, sondern an einigen Orten, so etwa in Sandbostel, diese Gedanken durch die Sprengung sogar in die Tat umsetzte«. Derartige Pläne für den Friedhof in Stukenbrock verhinderten britische Dienststellen. Wenn die Geschichte des Lagers und des Friedhofs in der Senne heute nicht vergessen ist, der Friedhof, wohl der größte seiner Art in Deutschland, in einem würdigen Zustand ist, dann gebührt Dank vor allem dem 1967 gegründeten Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock«. Entgegen dem »Zeitgeist« rief dieser Arbeitskreis, mißtrauisch beäugt vom Verfassungsschutz, zum alljährlichen Gedenken am 1. September auf. Die Initiatoren wurden als »Fünfte Kolonne Moskaus« ausgegrenzt, Soldaten der Bundeswehr, die in Uniform an den Ehrungen teilnahmen, riskierten Arreststrafen. Bis 1985 fand kein Minister den Weg in die Senne. Auch für den diesjährigen 1. September ruft der Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock« wieder zur Gedenkveranstaltung auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof auf. Im Aufruf wird an das Vermächtnis der Toten - »und sorget ihr, die ihr noch im Leben steht, daß Frieden bleibt« - erinnert und daran, daß Deutschland durch die Teilnahme an der NATO-Aggression gegen Jugoslawien diesem Vermächtnis zuwider handelte. Junge Welt 03.07.2001 |
waldi4414.12.01 20:01:32 Direktverweis | Wewelsburg Die dreitürmige, im Stil der Weserrenaissance auf einer Bergzunge hoch über dem Almetal erbaute Wewelsburg ist in dieser Gestalt seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts das Wahrzeichen des Bürener Landes. Grabungen lassen an dieser Stelle eine ältere sächsische Wallburg vermuten, die von SS-Ideologen in die Zeit der Abwehrkämpfe König Heinrichs I. um 930 gegen die Ungarn und "Hunnen" datiert wurde. Sie befanden sich mit dieser "politischen" Einstufung allerdings in Übereinstimmung mit der ersten schriftlichen Überlieferung über die Wewelsburg aus der Feder des Abtes Arnold zu Berge (1173-1190), des sogenannten "Annalista Saxo". Nach dessen Darstellung hat der gewalttätige Graf Friedrich von Arnsberg den ersten Steinbau im Jahre 1123 als Zwingburg auf dem Gelände der verfallenen Wallburg errichten lassen. Aber bereits unmittelbar nach seinem Tode im folgenden Jahr sei sie von den erbitterten Bauern der Umgebung wieder zerstört worden. Die nächste Nachricht ist aus dem Jahr 1301 - also 177 Jahre nach jener Zerstörung. Sie berichtet vom Kauf der Wewelsburg durch den Paderborner Bischof Otto von Rietberg, der sie von den Grafen von Waldeck erwarb. In den folgenden Jahrhunderten blieb die Burg im Eigentum der Paderborner Kirche. In den Jahren 1604-1607 ließ Fürstbischof Theodor von Fürstenberg die Wewelsburg in ihrer heutigen Gestalt als spitzwinkliges, fast gleichschenkliges Dreieck - angepaßt an das Gelände - errichten. Drei trutzige Türme flankierten das Bauwerk. Die schweren Schäden, die schwedische Geschütze im dreißigjährigen Krieg anrichteten, wurden erst 1658-1661 behoben. Die drei Ecktürme erhielten in diesem Zusammenhang barocke Hauben. Im 18. Jahrhundert hatte die Burg als zweite Residenz der Paderborner Fürstbischöfe neben Schloß Neuhaus kaum noch Bedeutung. 1802 war sie nach einem preußischen Bericht schon "halb verfallen". Am 13. Januar 1815 brannte der gewaltige Nordturm (20,6 m Durchmesser) infolge eines Blitzeinschlags völlig aus. Stehen blieben nur die rund 2 m dicken Außenmauern. 1832 wurde der zum Dorf hin gelegene Südflügel zur Hälfte dem Pfarrer von Wewelsburg als Ersatz für das fehlende Pfarrhaus überlassen. Erst 1924 begann sich neues Leben in der Wewelsburg zu regen. Im Januar 1925 erhielt der Kreis Büren - neben einer Zahlung in Höhe von 10 000 Mark - das Eigentumsrecht an der Burg; hiermit war die Auflage der Instandsetzung und Unterhaltung verbunden. Im Sommer 1924 hatte sich ein 'Verein zur Erhaltung der Wewelsburg' gebildet, der großen Anklang in der Bevölkerung des Kreises Büren fand. So schritten die Arbeiten zügig voran: Am Pfingstsonntag, 31. Mai 1925, konnten bereits Saal und Museum der Bevölkerung übergeben werden; im schmalen Ostflügel wurde gleichzeitig eine Jugendherberge mit zunächst 30 Betten (später auf knapp 100 erhöht) eröffnet! Seit 1930 führte dann die allgemeine Notlage als Folge der Weltwirtschaftskrise zu einem völligen Umschwung in der Stimmung der Kreisbevölkerung. Von einem weiteren Ausbau wurde Abstand genommen. Dann griff der Ungeist des dritten Reiches nach der altehrwürdigen Burg: bereits bei der ersten Besichtigung am 3. November 1933 entschied sich Heinrich Himmler spontan für die Wewelsburg als künftige "Reichsführerschule-SS"! Am Kaminfeuer in der Grevenburg (bei Steinheim) soll Himmler erstmals erwogen haben, im Lande "Herrmanns des Cheruskers" eine Burg für die Zwecke des SS-Rasseamtes zu erwerben. In den Jahren 1934-38 wurden Burg (ohne Nordturm), Burggraben und Brücke ausgebaut. Der Nordturm - als "Mittelpunkt der Welt" postuliert - wurde 1938-43 in Abschnitten erneuert: Ausbau des Kellergeschosses zur "Gruft" - eine pseudoreligiöse Weihehalle. Ausbau des Erdgeschosses zum "Obergruppenführersaal", auch "Säulenhalle" genannt. Dazu kamen diverse Neubauten und Veränderungen im Dorf Wewelsburg und Umfeld, vom "Dorfgemeinschaftshaus" über die "SS-Waldsiedlung" bis zum KZ Wewelsburg (Niederhagen) und dem Schießstand der KZ-Wachmannschaft. Seit 1934 hatte der 'Arbeitsdienst' immer rund 100 Mann als Bauhilfsarbeiter zur Verfügung gestellt. Die Verlegung des RAD Lagers in die Eifel zum Westwallbau im Sommer 1938 muß Himmlers Architekten Bartels sehr getroffen haben. Angesichts dieser Lage hat Anfang 1939 vermutlich Himmler selbst die Verlegung eines Häftlingskommandos aus dem KZ Sachsenhausen nach Wewelsburg veranlaßt. Um den 10. Mai 1939 trafen 100 Häftlinge aus Sachsenhausen in Wewelsburg ein. Die offenkundig gut informierte Gemeindechronik berichtet: "50 Mann der SS-Verfügungstruppe aus dem Totenkopfverband bewachten die Häftlinge. Diese setzten sich aus Zucht-häuslern, politischen Häftlingen und Arbeitsscheuen zusammen." Um die Verbindung zur Wewelsburg zu tarnen, bestimmte Himmler als Namen für das ab 1941 selbständige KZ nach der Gemarkung Niederhagen, in der es lag, "KL Niederhagen". Es war nicht als Vernichtungs-, sondern als Arbeitslager angelegt. Berichte und Zahlen belegen jedoch, daß im KZ Wewelsburg Vernichtung durch Arbeit betrieben wurde! Später änderte sich das. Erstmals am 15. April 1942 ist im Sterbebuch des Standesamtes Wewelsburg die folgende Todesursache aufgezeichnet: "Erhängen auf Anordnung des Reichsführers-SS". Es ging um den fünfzehnjährigen jüdischenn Arbeiter Günter Ransenberg. Er war kein Häftling des Lagers, sondern wurde von der Gestapo zur Exekution in das KL Niederhagen gebracht; ähnlich erging es 55 Leidensgefährten und -gefährtinnen. Unter bewußter Aufnahme mittelalterlicher Traditionen suchte Himmler die Bedeutung seines SS-Ordens ideologisch zu begründen. Die Wewelsburg sollte hierbei eine nicht unbedeutende Rolle spielen: "Die Vereidigung der Gruppenführer ... werde ich in Zukunft ... auf der Wewelsburg vornehmen. Ich werde dann dazu die Gruppenführer, die in ihre Verpflichtung als Gruppenführer zeitlebens für die Rassen- und Blutgesetze eintreten, ... auf die Wewelsburg einladen." Offenkundig sollte eine Aufgabe der Wewelsburg darin bestehen, den SS-Gruppenführern das Selbstverständnis einer auserwählten Elite zu geben. Zum Zwecke einer solchen ideologischen Überhöhung ließ Himmler von Wiligut-Weisthor den SS-Totenkopfring als das eigentliche Ordenssymbol der SS entwerfen. Nach dem Tode des Trägers mußte der Totenkopfring an den Reichsführer-SS zurückgegeben werden. Schon 1938 hatte Himmler als Aufbewahrungsort für die Ringe die Wewelsburg bestimmt. "Warum ich die Dinge zurückverlange, hat seinen besonderen Grund: als Erinnerung an jeden einzelnen SS-Führer und SS-Mann. Es ist da (= auf der Wewelsburg) ein Schrein da, da werden diese Ringe aufgehoben, und ich glaube, es wird für alle kommenden Generationen ein unerhört schönes Erinnern sein ...". (Quelle: Karl Hüser, Wewelsburg 1933-1945 - Kult- und Terrorstätte der SS, Paderborn 1987) ![]() |
waldi4414.12.01 20:25:21 Direktverweis | |
xmen15.12.01 09:19:49 Direktverweis | @Waldi Da haste ja wieder mal viel gefunden,das Buch hatte ich auch mal ist mir aber vor vielen Jahren von netten grünen Männchen weggebeamt worden (hi,hi..)Kann man heute nicht mehr kaufen,wahr gar nicht schlecht. Zu der Recherche muß ich sagen,..(mir)fallen da ich hier wohne natürlich die ganzen Fehler auf! Aber das Schärfste find ich immer das Ding mit der Zentralen Anlaufstelle für Neonazis,..Im Gebäude des ehem.Wachhauses habe ich 6 Jahre lang gewohnt wir betrieben unter anderem das Burgcafe dort, als Kind wohnte ich in der Burg selbst, wir hatten dort das damalige Burgrestaurant,nix von dem stimmt das könnt ihr mir glauben. Natürlich laufen hier von Zeit zur Zeit mal nen paar Glatzen rum aber die seht ihr hier weniger als bei euch auf der Straße,in wieweit das gelogen ist erkennt man schon an der Aussage(wohnen in den Ortsansässigen Hotels)welche? hier gibt es gar keine, durchsucht auf meiner Seite mal die Gastronomie da ist als einziges Evers Alte Mühle (gibts erst nen paar Jahre)seit glaube 2 Jahren die Möglichkeit 2 Zimmer zur Übernachtung,Ottens Hof hatte früher mal Fremdenzimmer ist aber ständiger Pächterwechsel und längstens zu. In den Gruppensaal kommt keine Sau rein,..der Eingang liegt im Hof und ist nach einen Meter vergittert,nur für Führungen des Museums wird er geöffnet! Auch die sogenannte Walhalla (Gruft) ist solange ich denken kann vergittert. Die Übertriebene Panikmache ist in meinen Augen Geschäft fürs Museum,..um im Gespräch zu bleiben. Weiter sind noch viele kleine Fehler in dem Text (Jahreszahlen)Auch im Gesammten die Bedeutung der Burg für die SS stelle ich mal in Frage denn so Bedeutend waren die Umbauten gar nicht die sogenannte Waldsiedlung bestand z.B. aus nen paar Häuschen, an der Burg selbst wurden ausser einer kleinen Brücke nur der Nordturm abgerissen und lediglich besagte 2 Räume geschaffen.Um die Burg selbst gibt es noch das Wachhaus und das Steinkistengrab im Burggarten.Also alles in allen für einige Jahre Bautätigkeit doch eher magere Ergebnisse!Die Ausgedachten Planungen waren Gigantisch aber davon war Himmler soweit weg wie nur denkbar! Seit ewigkeiten versucht ne Gruppe wohl am 5.1.02 ne Demo zur Ruhm und Ehre der Waffen SS an der Burg zu Veranstalten aber dagegen wehrt sich der Kreis Paderborn mit Händen und Füßen so das auch das mit Sicherheit nix wird. ;) |
waldi4415.12.01 15:55:26 Direktverweis | Ja, man sollte es kaum für möglich halten, wie manche Dinge in nur 50 Jahren in Vergessenheit geraten, verdreht (absichtlich oder unabsichtlich), verfälscht oder mißbraucht bzw falsch gedeutet werden! Da sehe ich auch eine gewisse Gefahr aus dem Internet. Da können sich falsche Daten und Angaben rasend schnell verbreiten und verschickt/kopiert ist gleich und unwiderruflich! Hab's bei meinem "Doggerbank" Beitrag gemerkt und mußte zur Konntrolle auf eigene Quellen zurückgreifen! Aber so im Großen und ganzen denke ich kommen die Beiträge so hin. |
xmen15.12.01 16:05:16 Direktverweis | Jo,im großen und ganzen aber das ist doch wirklich gefährlich,...also mir ist es hier echt das erste mal aufgefallen. In Zukunft werde ich meine Infos aus dem web ein bisserl besser begutachten.(leider sind wohl viele Quellen nicht sehr Seriös);) |
Guenther17.12.01 14:12:20 Direktverweis | Hi X-Men Der SS Totenkopfring wurde von Wiligut-Weisthor entworfen. ( hieß anders, wurde so genannt) Er war das eigentliche Ordenssymbol der SS. Arbeitsbericht SS von Anfang 1945 Teilauszug Die Ringe von gefallenen und verstorbenen SS-Angehörigen werden an einem würdigen Ort zur Mahnung kommender Geschlechter vom jeweiligen Reichsführer SS auf der Burg " Haus Wewelsburg " aufbewahrt, während die Ringe der auf andere Art Ausgeschiedenen eingeschmolzen werden. Von bisher 2431 ausgeschiedenen SS Führern, sind 1562 Totenkopfringe an das SS Personalhauptamt zurückgegeben worden. In 236 Fällen wurde durch Nachforschung festgestellt, dass die Ringe in Verlust geraten sind. Eine Verweigerung der Rückgabe ist bei entsprechenden Nachdruck kaum zu verzeichnen gewesen. Ende Auszug Welche hohe Bedeutung der RFSS dem Ring beigemessen hat zeigt schon der Text der Verleihungsurkunde. Diese Ringe sind am Kriegsende amerikanischen Soldaten in die Hände gefallen, die diese als Souvenir mitnahmen. Mehrere Hundert entsprechen hierbei meiner Meinung nach der Anzahl der zurückgegebenen Ringe. Gruß G. |
xmen17.12.01 14:42:27 Direktverweis | Hi,..hab was in Erinnerung von etwas über 700 die die Amis aus der Wewelsburg haben mitgehen lassen.Allerdings darf man eine Sache nicht vergessen,so weit ich weiß war die SS abgerückt und die freundlichen Einwohner plünderten die Burg! Hierbei sind nachweislich Teppiche, Geschirr und unmengen an Wein verschütt gegangen,die Große Frage ist ob nicht die Ringe und wer weiß was noch alles im Besitz des ein oder anderen Einheimischen geblieben sind,selbst eine Eingangstür soll hierbei zweckentfremdet sein! Ich schätze den Sammlerwert solcher Stücke sehr hoch ein weshalb ich auch denke sie wären sicher in Amerika wieder aufgetaucht.:) |
Guenther17.12.01 15:24:29 Direktverweis | Wie viele es wirklich waren wird sich wohl nie feststellen lassen. Die Dinger haben tatsächlich einen relativ hohen Sammlerwert. Mit 700 Stück kannste beruhigt in Rente gehen. Guck doch einfach mal bei deinen Nachbarn, vielleicht hat einer noch was. Fragen kostet nix. Gruß |
xmen17.12.01 17:17:37 Direktverweis | In Rente,ich hol sofort den Spaten raus und grab das Dorf um. Nein mal ohne Scheiß wenn einer was hat und bereit wäre etwas rauszurücken wäre auch schon etwas davon aufgetaucht! Kannte jemanden hier (verst.)der war unheimlich beliebt und kannte jeden hier und er war Sammler solcher Dinge und ausser Dolche und Bestecke hat er hier auch nix gekriegt.:) |