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Flugzeugträger

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AutorBeitrag

Math21


31.1.04 15:39:24
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Mal angenomen der Marine wäre es gelungen die 2 Flugzeugträger in Dienst zu stellen und auch lange genung in Dienst halten zu können. Wären dann später strahlen angetriebene Flugzeuge an Bord gekommen, ich meine hätte es im späteren Verlauf des Kreiges die Technischen möglichkeiten dazu gegeben?

waldi44


31.1.04 15:41:00
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Tja, wann ist SPÄTERSmiley mit verdrehten Augen?

Math21


31.1.04 15:41:58
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Ab 1943

Germania


31.1.04 17:07:02
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2 Flugzeugträger? Du kennst einen mehr als ich kläre mich bitte auf, ich muss das wissen!Smiley mit Danke-Schild

Math21


31.1.04 17:15:32
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Ohne jetzt auf die Broschüre zurück zu greifen es war neben
der Graf Zeppelin ein Schwesterschiff geplant oder schon im Bau Name Peter Stasser.

Axel43


31.1.04 18:20:20
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Auf dem Stand der damaligen Technik waren Düsenflugzeuge noch nicht trägerreif.

Germania


31.1.04 19:32:22
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Gut da schau ich mal im Netz!Smiley mit Danke-Schild

waldi44


31.1.04 20:10:40
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Insgesamt waren drei Flugzeugträger geplant, sowie fünf Hilfsträger, also umgebaute Kriegs- oder Handelsschiffe!
Im Marinearchiv stehen zwar nur zwei echte Träger, ich habe aber irgendwo von drei gelesen!
Katapultanlage und technische Daten
Bei der Konzeption des Trägers waren die Konstrukteure davon ausgegangen, dass die Flugzeuge im Notfall schnell vom Deck des Schiffes abheben mussten. Dazu wurden am Bugende des Flugdecks zwei druckluftbetriebene Schnellstartkatapulte mit Startschlitten installiert. Die Startfolge sollte (theoretisch ermittelt) bei 27 Sekunden liegen. Über eine Rücklaufbahn gelangten die Startwagen wieder an ihren Ausgangspunkt zurück. Die Landestrecke sollte, wie auch international bis heute üblich, mittels über das Deck gespannte Drahtseile verkürzt werden. Für die "Graf Zeppelin" waren vier Seile vorgesehen. Drei Aufzüge sollten den Transport der Flugzeuge aus den zwei Flugdecks auf die Startfläche ermöglichen.
Die Trägerflugzeuge
Nicht nur die Entwicklung eines Flugzeugträgers, sondern auch spezieller Flugzeuge mit geeigneten Start- und Landeverfahren gehörte dazu. Bereits bei der Besprechung im C-Amt am 11. Mai 1934 über "Taktische Forderungen und Dringlichkeit der Flugzeug- Entwicklungsaufgaben" wurde auch der Flugzeugträger erwähnt. Man hatte jedoch noch keine konkrete Vorstellung von dem dafür zu entwickelnden Flugzeugtyp. Die Forderung lief auf ein "Träger-Jagdstuka-Flugzeug" hinaus. Am 5. Dezember 1934 erschienen die ersten "Verwendungsrichtlinien für Trägerflugzeuge" (Chef der Mtl.A.I. L 4753/34 g.Kdos. vom 5. Dezember 1934). Darauf folgten mit Datum vom 7. Februar 1936 neue "Verwendungsrichtlinien und taktische Forderungen für Trägerflugzeuge" (Protokoll LC II 205/36 g.Kdos. vom 11. Januar 1936). Darin wurden, gestützt auf die Erfahrungen der deutschen "Japan Kommission 1935" die Richtlinien von 1934 geändert. Die Forderung (im Auszug) lautete nun: das Land-Jagdflugzeug als Träger-Jagdflugzeug gesondert herzurichten, ebenso das Land-Sturzkampfflugzeug als Träger-Sturzkampfflugzeug. Als Endzielforderung blieb jedoch das Träger-Jagd-stuka-Flugzeug bestehen und war als Studie weiter zu bearbeiten. Das Trägerjagdflugzeug sollte über eine Vmax von 400 km/h in 6 km Höhe und eine Landegeschwindigkeit unter 100 km/h verfügen. Ferner verlangte man einen Vollgasflug von 1 1/2 Stunden in 6 km. Für die Steigzeit auf 6 km wurden 7 Minuten angesetzt, die Dienstgipfelhöhe auf 10 km festgelegt. Desgleichen mußte das Flugzeug mit Auftriebszerstörern (Spoiler), Landehaken, Radbremsen und Beschlägen für die Katapultfähigkeit ausgerüstet sein. Im Februar 1936 wurden an die Entwicklungsgruppe LC 11/1d Bearbeitungs-Unterlagen für ein trägergestütztes Landflugzeug (Mehrzwecke) ausgegeben, die ihren Niederschlag in den Entwicklungsaufträgen fanden, die im März 1936 an die beiden Firmen Arado und Fieseler gingen. Die Aufträge beinhalteten die Weisungen für das "Träger-Mehrzwecke-Flugzeug 36" (Ar 195, Fi 167). Die Trägerjagdflugzeuge sollten aus dem Verfolgungs-Jäger entwickelt werden, welcher für die Jäger-Beschaffung vorgesehen wurde. Das führte dann zur Bf 109 T. Gleiches gilt für den Träger-Stuka, der aus der Ju 87 entstand. Für Katapult- und Bremslandungs-Versuche standen der E-Stelle Travemünde von 1938 bis zur Einstellung der Trägerentwicklung Anfang 1943 folgende Versuchsflugzeuge zur Verfügung (siehe Tabelle unten).
Versuchsflugzeuge
Bf 109 E und T...... Träger- Jagdflugzeug
Ju 87 C Träger-Stuka und Torpedoflugzeug.... |.... Mit beiklappbaren Flächen wegen der
Größe der Fahrstuhl-Plattform im Träger
Fi 167 Torpedo-Aufklärer (Mehrzwecke) |-
Ar 195 Torpedo-Aufklärer (Mehrzwecke) |
Ar 197 Träger-Schulflugzeug für Jäger
Ar 96 B Träger-Schulflugzeug
He 50 Versuche für Bremslandungen
Avia 534 Versuche für Bremslandungen (erwies sich strukturell als ungeeignet)
Flugdecklänge 244 m / Flugdeckbreite max. 30 m
Für den Aufgabenbereich "Trägerflugzeuge" war bei der E-Stelle eine Vielzahl von Erprobungen erforderlich: nicht nur die übliche Flugerprobung (Leistung, Eigenschaften, Reichweite) wurde durchgeführt, sondern auch die Überprüfung der gesamten Träger-Spezialausrüstung, sowie eingehende Katapultstarts und Bremslandnngen. Für die Bremslandungen war auf dem Landflugplatz zunächst eine kombinierte elektrisch-mechanische Trägerbremsanlage der Firma Atlas Werke, Bremen, installiert, die dann 1939 durch eine DEMAG- Anlage ersetzt wurde. Die Landung verlangte von dem Flugzeugführer eine auf wenige Meter präzise Dreipunkt-Landung, damit der Fanghaken - fast senkrecht vom Rumpfende hängend - das Fangseil erfassen und das Flugzeug von der Bremsanlage abgebremst werden konnte. Der Landeplatz war in etwa so groß wie die auf dem Träger zur Verfüging stehende Landefläche markiert ("Decksattrappe"), ca. 22 m breit. Der Bremsweg betrug zwischen 20 und 30 Metern. Auf der Travemünder Bremsanlage wurden insgesamt mit allen Versuchs-Trägerflugzeugen rund 1800 Landungen gebremst, ohne daß es zu tödlichen Unfällen gekommen wäre. Die Katapultstarts erfolgten von dem F-Stellen Dock-Katapult, wobei das Flugzeug zunächst mittels Kran auf den Katapult-Schlitten gehievt wurde, auf dem es die vier Katapultbeschläge fixierten. Dann erfolgte die Umsetzung auf das Katapult.

Marinearchiv

Hoover


31.1.04 21:28:38
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Oha, die Alliierten hätten fein Jagd auf die Pötte gemacht!
Ob sie lange überlebt hätten?

Math21


1.2.04 11:28:25
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Also hab die Broschüre gefunden, darin enthalten eine der wenigen Aufnahmen des im Bau befindlichen Flugzeugträgers B.
Der Name Peter Strasser, nach dem Kommandeur der Luftschiffflotte im 1 Weltkrieg, war zwar forgesehen aber
man war sich später nicht mehr sicher (wegen Hitler).

Germania


1.2.04 11:32:46
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Was? Ich weiß nur von der Graf Zeppelin die im Bau war!

Math21


1.2.04 11:56:26
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Ohne scheiß wenn ich einen Scaner hätte würde ich es posten,
gebaut wurde sie auf der Germania Krupp Werft war schon ziemlich weit fortgeschritten.

waldi44


1.2.04 12:09:44
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Stimmt, Flugzeugträger "B" war zu 30 % oder um den Dreh rum "fertig" und auch der Dritte war schon auf Kiel gelegt, kam aber über dieses Baustadium nicht hinaus!

Germania


1.2.04 19:36:48
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Habe durch die Hilfe einiger Leute die Antwort gefunden es waren Graf Zeppelin; der leichte Träger Seydlitz;Unterstützungsträger DeCrasse; der leichte Träger Europa; Unterstützungsträger Potsdam;Unterstützungsträger Gneisenau. Gneisenau und Seydlitz waren natürlich Schlachtschiff und Kreuzer waren aber zum Umbau vorgesehen!

waldi44


1.2.04 20:03:04
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Achtung:"Europa", "Potsdam" und auch "Gneisenau" waren Fahrgastschiffe, die zu Flugzeugträgern umgebaut werden sollten. "Seydlitz" ein schwerer Kreuzer und "de Grasse" ein französischer Kreuzer, der sich noch im Bau befand.
Wie die Schiffe dann entgültig heissen würden, stand noch nicht fest und ob Träger "B" "Peter Strasser" geheissen hätte ist fraglich.

The Real Blaze


4.2.04 20:47:48
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Das ist alles ziemlich lückenhaft aufgelistet:D
Zu dem erwähnten Trägern und Hilfsträgern gab es noch folgende Pläne:
Großflugzeugkreuzer und Flugdeckkreuzer . Versionen von AII ,AIII,AIV,AIIa,EIV und EV.
Für einem Großflugzeugkreuzer AII(40000t) waren folgendes vorgesehen:
Bewaffnung:4 x 20,3 cm; 16 x 15 cm; 16 x 10,5 cm; 14 x 3,7 cm;
24 Flugzeuge
Antrieb:210000 shp, 34 kn, Range 18000 sm at 19 kn
Flugdeckkreuzer waren viel kleiner (12750t)
EIV:
Bewaffnung:4 x 15 cm; 8 x 8,8 cm; 12 x 3,7 cm; 8 x 2 cm
10 Flugzeuge
Antrieb:120000 shp, 34 kn
Die Feuerkraft der Großflugzeugträger,besonders des AIV (70000t) hatte fast Schlachtkreuzerniveau:
4 x 28 cm; 16 x 15 cm; 16 x 10,5 cm; 14 x 3,7 cm;
6 x 53,3 cm torpedo werfer; 32 Flugzeuge
Antrieb: 280000 shp, 34 kn, Range 20000 sm at 19 kn


Quellenlink:http://www.german-navy.de/kriegsmarine/zplan/flugdeckkreuzer/index.html
mfg The Real Blaze

waldi44


4.2.04 20:56:39
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Jup, DAS ist der "Z- Plan", die oben genannten Schiffe hingegen waren fast realistisch ;)!!

waldi44


5.2.04 16:39:57
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Übrigens, die zT. doch recht schwere Bewaffnung der älteren Flugzeugträger und, wie man sieht auch der des "Z- Planes", resultier weitestgehend aus den Anfängen der Flugzeugträger, als sich zum einen die Fraktion der Träger, gegen die der Schlachtschiffe durchsetzen musste und die Trägerfraktion selbst, noch keine richtige Vorstellung vom Einsatz der Träger hatte.
Die Deutschen hatten den Trägerbau in Japan studiert und dort war der Kampf der Fraktionen besonders stark entbrannt. Daher auch die starke artilleristische Bewaffnung!
Die schwere Bewaffnung war einfach nur ein Kompromiss, bzw. ein Zugeständniss. Daher fiehl sie später auch zugunsten einer verstärkten Fla- Bewaffnung fast ganz weg!
In den 60er Jahren wurde sogar diese fast ganz abgeschafft(ein, zwei Starter für Schiff- Luftraketen blieben) und man verliess sich "nur" auf die Begleitschiffe. Dieses Konzept wurde aber auch bald verworfen und die Träger wieder bewaffnet!
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