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War die Deutsche Schiffsflack eine Fehlkonstrukt.

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waldi44


16.8.04 18:58:03
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Ich meine speziell die 105 mm und nicht das Geschütz selber, sondern eher das Design, so man das so nennen kann, nämlich das Fehlen jeglichen Splitterschutzes.
Auch kleinere Fla- Geschütze sieht man auf deutschen Grosskampfschiffen oft ungeschützt an Deck stehen und ich habe schon mehrmals, zwar nur in Nebensätzen, gelesen bzw in Filmberichten gehört, dass die meisten Personalverluste auf Kriegsschiffen, bei der Flak zu verzeichnen waren und das nicht nur durch direkten Beschuss, sondern auch durch Splitter oder umherfliegende Trümmer!
Auf den kleineren Schiffstypen hingegen sieht es bei den ebenfalls kleineren Flak ganz anders aus. Da hat fast jede Flak einen Schutzschild!
Kennt jemand den Grund dafür oder täusche ich mich?

Übrigens der letzte Hinweis darau kam neulich im WDR, als es um den Untergang der "Scharmhorst" im Nordmeer ging- auch nur ein Nebensatz!

muha


17.8.04 03:32:02
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Ich könnte mir vorstellen, dass das weglassen des Splitterschutzes aufgrund der Gewichtseinsparung vorgenommen wurde. Vorher muss man aber auch sagen, dass so ein Schutz nur gegen Bordwaffenbeschuss eingebaut wird, d.h. wenn ne Bombe oder Rakete direkt trifft gehen sowieso die Lichter aus. Jedoch muss sich ein Großkampfschiff kaum vor so einem Jabo Angriff mit Bordkanonen fürchten da nutzlos, also wird der Splitterschutz entbehrlich. Zum Vergleich waren die Flakkanonen auf deutschen U-Booten (fast)immer damit versehen, da so ein Boot gegen Bordwaffenbeschuss verwundbar war. Außerdem gehen ja die Konstruktionen für die deutschen Dickschiffe mindestens auf die Mitte der 30er Jahre zurück, als die Gefahr vor Flugzeugen konsequent unterschätzt wurde. Und noch was: wenn ich mich nicht stark irre, hatten die Engländer keinen richtigen Sturzkampfbomber, der putzige Torpedobomber Swordfish war das meistgenutzte Kampflugzeug und gegen Torpedos braucht man keinen Splitterschutz.
Nur mal so eine Überlegung, vielleicht weiß ein intelligenter Mensch mehr... ^^

Mfg muha

[ Editiert von muha am: 18.08.2004 1:42 ]

waldi44


17.8.04 15:42:16
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Die Überlegungen sind gut! Dennoch wundert es mich, dass man nicht nachgerüstet hatte, nachdem die Schiffe monatelang in den Häfen lagen und mit ihrer Flak aktiv an der Luftabwehr teilnahmen. Da reichten schon Nahtreffer oder Treffer auf den Hafenanlagen um das Deck leerzufegen!

Petronelli


18.8.04 09:01:20
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Ich glaube nicht, dass die paar Blechplatten dem Schiff Probleme bereitet hätten!
Ich könnte mir vorstellen, dass man einfach mehr Überblick hatte, wenn das Schild fehlt! Denn der Zielende ist von der Zielansprache des Geschützführers abhängig!
Allerdings kann der auch außerhalb des Schutzschilds den Himmel beobachten! Gab es denn überhaupt ein Schutzschild für die 10,5?? Ich kann mich jetzt nicht erinnern!
Vielleicht waren es auch Platzargumente, denn mit Schutzschild ist eine solche Wumme doch wesentlich breiter oder?
Ein Bordwaffenbeschuss zerstört zwar das Schiff nicht, aber die Decksbesatzungen und Frontscheiben der Kommandodecks sind nicht Kugelfest! Und was da so abgeht, bei Beschuss, lieber Himmel!
Stimmt schon, vielleicht hat man da einfach nicht dran gedacht, aber auf die Verluste hätte man reagieren sollen!
Interessante Frage!
Gruß
Peter

muha


21.8.04 03:25:42
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@Petronelli: Klar beschädigt Bordwaffenbeschuss ein Schlachtschiff irgendwie. Aber den Spitfire oder Typhoon Pilot möcht ich kennenlernen, der im Tiefflug ein Großkampfschiff angreift um ein paar Bullaugen und die Decksbeplankung zu beschädigen. Es ist einfach viel gefährlich sich an so ne geballte Ladung Flak heranzuwagen. Um so große Schiffe anzugreifen verwendet man da doch besser Stukas oder Viermots als sie zu beschießen.

Ich hab mir nochmal Bilder der 10,5 cm DoppelFlak der Bismarck angeschaut und scheinbar hab ich mich da doch geirrt. Die Lafette ist auf jeden Fall verkleidet, und ich denke, dass es sich dabei um den Splitterschutz handelt?!
Brauchbare Bilder von anderen Schiffen zum Vergleich hab ich nicht gefunden, also alles sehr mysteriös...
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