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Deutsches Kriegsschiff 1940 vor Henderson Island

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Bountixx


11.10.04 21:10:58
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Im Dezember 1940 sichtete ein englisches Kriegsschiff auf der zur Inselgruppe Pitcairn (=englisches Protektorat und Heimat der Nachfahren der Bounty-Meuterer) gehörenden unbewohnten Insel Henderson die Nazikriegsflagge und eine nicht unterschriebene Botschaft an King George VI, dass "diese Insel nunmehr dem Großdeutschen Reich untersteht". Da ich das ominöse Auftauchen der Nazikriegsflagge an diesem entlegenen Punkt des Südpazifiks klären möchte, suche ich Informationen über die 1940 in dieser Region operierenden deutschen Hilfskreuzer "Orion", "Komet" und "Kulmerland". Gibt es eine Chance, die Logbücher dieser Schiffe, die der Seekriegsleitung unterstanden, zu finden? Wenn ja, wo? Wie sucht man ehemalige Besatzungsmitglieder dieser Schiffe?

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Bountixx aus Berlin

Quintus


12.10.04 06:24:50
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Gepostet von Bountixx
Im Dezember 1940 sichtete ein englisches Kriegsschiff auf der zur Inselgruppe Pitcairn (=englisches Protektorat und Heimat der Nachfahren der Bounty-Meuterer

Sorry, auch wenn's nicht zum Thema passt, möchte ich mir erlauben, etwas zu den Nachfahren der Meuterer der Bounty ergänzend richtig zu stellen :D :

Nämlich auf der Insel Pitcairn leben Heute lediglich 44 Menschen, und diese sind nur ein geringer Teil der Nachkommen der ehemaligen Meuterer der "Bounty":

Die von Fletcher Christian angezettelte Meuterei geschah im Jahre 1789. Fünf Monate hatte die Mannschaft der "Bounty" zuvor auf Tahiti verbracht, und niemals zuvor erlebten die britischen Matrosen eine schönere Zeit: Palmen und Sonne, freundliche Männer, wunderschöne Frauen.
Bald schon schliefen viele der Seeleute nicht mehr auf der "Bounty", sondern in Hütten an Land. Fletcher Christian nahm sich eine Eingeborene zur Frau.
Aber sie mussten zurück auf die "Bounty", weitersegeln. Bligh, der Kapitän, disziplinversessen, ungerecht, streitsüchtig, kürzte seinen Männern Essen und Rum. Es folgte die allseits bekannte Meuterei.

Nach der Meuterei, als Bligh und 18 Männer in einem Beiboot ausgesetzt worden waren, segelte Fletcher Christian seine Leute zurück zur Paradiesinsel Tahiti, um die eingeborenen Frauen und einige Männer an Bord zu nehmen. In Blighs Unterlagen hatte er einen Hinweis auf die Insel Pitcairn gefunden, einsam und weit draußen im Pazifik gelegen.
Die Insel war fruchtbar, schwer zugänglich und unbewohnt - eine Miniaturausgabe von Tahiti.

Im Januar 1790 erreichte die "Bounty" Pitcairn, an Bord neun Meuterer, sechs polynesische Männer und zwölf Frauen. Christian setzte die "Bounty" auf einen Felsen und teilte das Land auf: Die neun Weißen erhielten je eine Parzelle, die Tahitianer nichts. Jeder Meuterer nahm eine der Frauen, die drei übrigen wurden den sechs tahitianischen Männern überlassen. Zwei Jahre lang ging das gut.
Dann aber brach Streit aus. Die Männer begannen, einander umzubringen. Eines der ersten Opfer war Fletcher Christian. Erst der vorletzte Meuterer starb auf natürlichem Wege, an einem Asthmaanfall.

Zehn Jahre nach der Meuterei lebten auf Pitcairn 9 Frauen, 20 Kinder sowie der Matrose John Adams - und der war die meiste Zeit sturzbetrunken. Die "Bounty"-Leute hatten herausgefunden, wie sich aus der Wurzel des Drachenbaumes ein furchtbarer Schnaps brennen ließ. Eines Tages erschien Adams im Delirium der Erzengel Gabriel: Der Matrose versprach, sich zu bessern.

Als im Jahr 1808 ein amerikanischer Walfänger das Versteck der Meuterer entdeckte, traf er auf eine kleine, gottesfürchtige Gemeinde, mit John Adams als Patriarchen.

Etwa 1850 wurde Pitcairn zu klein für die inzwischen rund 200 Einwohner. Queen Victoria, die an dem exotisch-frommen Inselvölkchen Gefallen gefunden hatte und sich einmal im Jahr Bericht erstatten ließ, bot den Pitcairnern an, nach Norfolk zu ziehen, rund 4800 Kilometer nach Westen.
Norfolk war größer, grüner und fruchtbarer: 1.500 Kilometer vor Australien im Pazifischen Ozean gelegen, zwar mit fünf mal sieben Kilometer Größe auch klein, aber zum Verrücktwerden schön. Grün und hügelig wie eine südenglische Grafschaft, nur mit besserem Wetter.
Die meisten der Übersiedler blieben, sie fühlten sich endlich angekommen im Paradies.
Aber ein paar Heimweh-Kranke kehrten zurück nach Pitcairn. Die Heute dort lebenden 44 Einwohner sind deren Nachkommen.


Saludos!

Petronelli


12.10.04 07:30:24
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Hallo,
vielleicht kann ich einen kleinen Anstoß geben,
gibt es nich vielleicht über die Suchdienste für Wehrmachtsangehörige auch eine Art Marineverzeichnis?
Da Schiffe ja nun nicht so eine Massenware wie Panzer oder so sind, müsste sich doch auch in Namensregistern was finden lassen, kann mir nicht vorstellen, dass sowas verloren geht oder verschwindet, war doch alles relativ zentral gesteuert!
Ich würde es mal bei einer Suchstelle versuchen! Direkt nach den Schiffen fragen, gibt es sowas nicht in Hamburg oder Bremen oder so...??!
Bin leider nicht so versiert in Marinedingen!
Aber hier im Forum muss es doch irgendwo einen Leichtmarosen geben.....Panik....wo...Hilfe...!!!!
Gruß
Peter
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