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"Admiral Hipper" und anderes

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AutorBeitrag

The Real Blaze


31.1.05 17:42:47
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Heute hab ich eine Kriegsgeschichte der "Admiral Hipper" gehört, wonach sie beim Einsatz 39/40 im Nordmeer, von einem Versorger/Tanker unterstützt wurde, der als russisches Schiff getarnt war. Auch die Besatzung beherrschte fließend die russische Sprache. Wie hieß dieser Versorger und welchen russischen Tarnnamen hat er gehabt?

Stimmt es das es keine lebenden Kommandanten von Einheiten der Kriegsmarine mehr gibt? Auf Treffen von Marineveteranen, sind keine ehemaligen Kommandanten mehr vertreten.

The Real Blaze

Balsi


31.1.05 17:56:11
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also bei den U-Booten kenne ich einige

Mandalay


31.1.05 18:11:22
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Betrifft die Frage die Fahrt vom 25.07.1940 - 09.08.1940 zum Handelskrieg im Nordmeer, oder den Durchbruchsversuch in den Nordatlantik ab 30.11.1940 über Bergen, Jan Mayen und dann durch die Dänemark-Straße?

The Real Blaze


31.1.05 18:22:38
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@Mandalay Ich weiß es nicht so genau, hat mir der Sohn eines Hipperveteranen erzählt. Aber über den "russischen" Versorger, muß doch was erwähnt sein irgendwo. Wenn man noch extra eine russisch sprechende deutsche Besatzung sammeln mußte, waren das doch auch immense Vorbereitungen. Und weil der "russisch" getarnt war, liegt doch die Grage nahe, ob er nicht auch Murmansk einlief, schließlich sind dort auch deutsche Hilfskreuzer, von russischen Eisbrechern in den Pazifik gelotst worden.


@Balsi sind das bekannte Kommandanten?
Vielleicht muß an das auch eingrenzen,daß es keine lebenden Kommandanten der Überwasser Einheiten mehr gibt?(bis zum Zerstörer herunter...)

The Real Blaze

The Real Blaze


31.1.05 18:25:15
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"die Grage" ---> der Gedanke,

The Real Blaze

Mandalay


31.1.05 18:44:57
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Also der Juli/August-Einsatz lief zwischen Spitzbergen und Nordkap ab. Da ist mir von einem Versorger, der als Russe getarnt war nichts bekannt. Obwohl hier die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, als Russe getarnt aufzutreten.

Der November-Einsatz umfasste u.a. 3 Versorgungen durch Tanker: bei Bergen mit dem Tanker "Wollin" und dann bei Jan Mayen mit dem Tanker "Adria", das dritte Treffen mit einem Tanker, war dann aber erst wieder am 11.12.1940 östlich der Azoren und scheidet als Möglichkeit aus. Aber auch bei den anderen beiden, scheint mir ein Tarnung bei den Treffen bei Bergen und Jan Mayen als russischer Tanker fehl am Platz, Norweger hätte sich besser geeignet.

Ansonsten war die Hipper 39/40 nicht im Nordmeer im Einsatz, zumindest meines Wissens nach. Suche jetzt mal in den Fahrten in den Jahren 41/42 im Nordmeer vielleicht finde ich da etwas.

The Real Blaze


1.2.05 16:46:44
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Hab heute nochmal nachgefragt. Also das als Russe getarnte Transportschiff/Tanker hat Hipper auf der Südamerika Mission getroffen,um Brennstoff/Munition zu ergänzen.Also auf der Fahrt Richtung Argentinien war das. Jetzt lässt es sich wohl besser eingrenzen, oder?

The Real Blaze

Mandalay


1.2.05 17:30:29
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Bin jetzt etwas irritiert: erst sagst du Nordmeer und jetzt Südamerika. Wobei auch das nicht stimmen kann:

1.Hatte die Hipper gar nicht die Möglichkeit eine so langen Unternehmung durchzuführen allein schon wegen dem großen Brennstoffverbrauch, die Schweren Kreuzer der "Hipper"-Klasse waren generell nicht für längere Hochseeunternehmen geeignet.

2.Hatte die Hipper nur 2 Einsätze im Nord- bzw. Mittelatlantik und das auch nur bis auf die Höhe des Seegebietes um die Azoren, weiter südlich bzw. westlich war die Hipper nicht im Einsatz.

Hier liste ich mal die Einsätze der Hipper auf:

18. Februar 1940
Auslaufen mit GNEISENAU, SCHARNORST und Zerstörern zum Einsatz gegen Geleitverkehr zwischen England und Skandinavien.

07. bis 12. April 1940
Teilnahme an der Weserübung. Marsch mit GNEISENAU, SCHARNHORST und der Narvik-Zerstörergruppe nach Norden. 08.04 Gefecht mit brit. Zerstörer GLOWWORM, welcher versenkt wurde. Dabei mit Wrack des Zerstörers kollidiert. Am 09.04 Einlaufen in Drontheim und Ausschiffung der transportierten Gebirgsjäger. Rücklauf nach Kiel am 10.04.

04. bis 10. Juni 1940
Unternehmen "Juno". Einsatz mit SCHARNHORST, GNEISENAU und 4 Zerstörern gegen Harstad. Versenkung eines Truppentransporters, eines Tankers und eines Trawlers.

25. Juli bis 09. August 1940
Mehrere Handelskriegsunternehmungen zwischen Tromsö und Spitzbergen.

20. November bis 27. Dezember 1940
Handelskrieg im Atlantik. Ein Angriff auf den Konvoi WS 5A blieb ohne wesentlichen Erfolg, da der Geleitzug durch Kreuzer und Flugzeugträger gedeckt war. Auf der Rückfahrt nach Brest gelang die Versenkung eines Frachters mit 6078 BRT.

01. bis 14. Februar 1941
Zweiter Atlantikeinsatz. ADMIRAL HIPPER konnte aus dem Konvoi SLS 64 sieben Schiffe mit 32806 BRT versenken.

15. bis 28. März 1941
Rückverlegung von Brest nach Kiel mit Durchbruch durch die Dänemarkstraße.

bis November 1941
Werftliegezeit in Kiel mit Umbau von Trinkwasserzellen in Ölzellen um die Reichweite des Kreuzers zu erhöhen. Die geringe Reichweite der ADMIRAL HIPPER Klasse war das große Manko dieser Schiffe im Bezug auf Raidereinsätze im Atlantik.

19. bis 21. März 1942
Verlegung nach Drontheim/Norwegen

05. bis 08. Juli 1942
Unternehmen "Rösselsprung". TIRPITZ, ADMIRAL SCHEER, ADMIRAL HIPPER und 7 Zerstörer laufen zum Angriff auf Konvoy PQ 17. Das Auslaufen dieser Kampfgruppe veranlasste die britische Führung den Konvoy aufzulösen. Nach der Auflösung wurde der deutsche Verband zurückbeordert und die nun einzelfahrenden Schiffe des Geleitzuges von U-Booten und Flugzeugen angegriffen.

24. bis 28. September 1942
Mit vier Zerstörern Minenunternehmung vor Novaja Semlja durchgeführt.

28. Oktober bis 09. November 1942
Unternehmen "Hoffnung". Zusammen mit vier Zerstörern Einsatz vom Altafjord aus. Während der Unternehmung konnten ein russischer Tanker und ein russischer U-Jäger versenkt werden.

30. Dezember 1942
Unternehmen "Regenbogen". Auslaufen mit LÜTZOW und sechs Zerstörern zum Angriff auf den Konvoi JW 51 B. Gefecht mit Geleitzugsicherung (31.12.)

ab 28. März 1943 außer Dienst gestellt

The Real Blaze


1.2.05 17:50:17
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Mußt nicht irritiert sein. Die Story kommt ja aus "zweiter Hand", vom Sohn eines "Hipper" Veteranen. Der Kern dieser Story, war dieser als Russe getarnte Versoger. Und wie bereits erwähnt von dir: dieser kreuzer hatte nur einen engen Aktionsradius.
Also es war wohl eine Einzelmission, von anderen Begleitschiffen, wie etwa bei Rösselsprung, wurde nichts erwähnt. Kuck doch mal nach der 2.Atlantikmission im Februar 1941, ob da ein Versorger mit einbezogen wurde. Zu dieser Zeit funktionierte das Versorgersystem ja noch.

The Real Blaze

bani


1.2.05 18:45:23
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Gepostet von The Real Blaze
...@Balsi sind das bekannte Kommandanten?
Vielleicht muß an das auch eingrenzen,daß es keine lebenden Kommandanten der Überwasser Einheiten mehr gibt?(bis zum Zerstörer herunter...)

The Real Blaze



Zum Beispiel Erich Topp!

Oder auch KK Helmut Witte, Kommandant U 159.
Später bei den K-Verbänden.

Bei Überwasserkräften weis ich nicht bescheid - ist nicht so meine Richtung.

Mandalay


2.2.05 22:17:03
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Hallo Real,

leider konnte ich nichts über einen Versorger in Erfahrung bringen, der als Russe getarnt im Einsatz war und mit der "Hipper" zusammengetroffen ist. Muss aber auch zugeben, dass die Marinegeschichte nicht gerade mein Spezialgebiet ist. Deshalb habe ich deine Frage mal einem guten Freund von mir weitergegeben, der ist Spezialist für Marinegeschichte. Er hat mir versprochen, dass gleich in Angriff zu nehmen. Wenn ich von ihm Bescheid kriege melde ich mich nochmal.

Balsi


2.2.05 22:21:32
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also da wäre auch noch Hardegen als U-Boot-Mann.. bei den Überwasserleuten muss ich mich mal schlau machen...

The Real Blaze


2.2.05 22:56:36
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Ok es war also definitiv eine Einzelmission. Der Sohn des Hipperveteranen, will jetzt am WE seinen Vater nochmal aushorchen,was da so alles war und vorallen wann. Tonband will er auch einsetzen,um die spannende Lebensgeschichte festzuhalten.Und das was er bisher erzählt hat, ist buchreif. Zumal er auch ein fettes Fotoalbum hat, mit unveröffentlichten,privaten Kriegsfotos, von Hipperzeit bis zum Schluß.RK Träger ist er ja auch, soll auf dem Hochzeitsfoto mit drauf sein.

The Real Blaze

Mandalay


6.2.05 11:52:27
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Hallo Real,

also bis jetzt konnte ich keine Informationen finden, die diese Aussage mit dem Versorger stützen würden. Mein Bekannter hat bisher auch noch nichts gefunden, aber der hat erst ein Dutzend seiner Bücher gewälzt, bis er die anderen 20 durch hat, dauerts noch ein bisschen. Habe die Frage auch in speziellen Marine-Foren eingestellt, aber auch dort noch keine Infos erhalten. Wenn du neue Infos zu dem Thema von dem Veteranen bekommen hast, kannst du sie ja mitteilen, vielleicht finden wir dann doch noch etwas heraus.

The Real Blaze


6.2.05 17:38:56
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Ja das mache ich. Wie schon erwähnt befragt der Sohn dieses WE noch mal seinen Vater danach. Dann wirds sicher ganz konkret.

The Real Blaze

Illuminatus


6.3.05 14:08:05
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Gepostet von The Real Blaze
Heute hab ich eine Kriegsgeschichte der "Admiral Hipper" gehört, wonach sie beim Einsatz 39/40 im Nordmeer, von einem Versorger/Tanker unterstützt wurde, der als russisches Schiff getarnt war. Auch die Besatzung beherrschte fließend die russische Sprache. Wie hieß dieser Versorger und welchen russischen Tarnnamen hat er gehabt?


So weit mir bekannt, müsste es sich hier um den Versorger Dithmarschen handeln, der die Hipper im Rahmen des Unternehmen "Juno" im Juni 1940 und später nochmal, im Juli, versorgte und als Russe getarnt war. Allerdings ist mir der Tarn-Namen nicht bekannt und ob die Besatzung fließend russisch gesprochen hat, weiß ich auch nicht!

The Real Blaze


7.3.05 00:41:18
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Das ist interessant! Die Abfolge des unternehmens ging von Frankreich aus und "Hipper" traf vor Freetown auf einen Konvoi ohne Bewachung, versenkte sieben Schiffe.Zuvor mußte er auftanken. Nur steht im Buch von "Tirpitz bis zur Emden" ein anderer Name drin.Werde den morgen mal posten.

Weiß du näheres über den Versorger, oder kannst du was in Erfahrung bringen?

The Real Blaze

Illuminatus


7.3.05 02:15:55
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Du beziehst dich in deinem Post auf den zweiten Atlantikeinsatz in der Zeit vom 01. bis 14. Februar 1941.

Ich meinte aber den Einsatz gegen Harstad/Norwegen (04. bis 10. Juni 1940) während des Abzuges der Briten aus Norwegen, den die "Hipper" mit "Scharnhorst" und "Gneisenau" durchführte.

Nach weiteren Infos zur "Dithmarschen" muss ich nachsehen.

Balsi


7.3.05 09:47:42
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The Real Blaze


7.3.05 16:46:43
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Ja der zweite Einsatz, weil ausdrücklich das auf einer Alleinfahrt passiert sein soll.
Bei der ersten Atlantikfahrt, wo es durch die Dänemarkstraße ging, wurde "Hipper" in der Nähe der Azoren vom Tanker "Friedrich Breme" nachgetankt.
Beim zweiten Atlantikeinsatz von Brest aus war es der Tanker "Spichern" in der Biscaya noch, was für den Einsatz selbst viel zu früh kam,weil "Hipper" später die komplette Vernichtung des Konvois vor Freetown wegen Brennstoffmangels abbrechen mußte.Statt 19 waren es nur 7 und zwei beschädigte Schiffe.

Also einer von den beiden Tankern ist wohl mit kompletter russischer Volltarnung gefahren. Fragt sich eben wer es war.Da bei Angabe eben erzählt wurde es ging Richtung Süden Richtung Südamerika, muß es eben diese Februaroperation gewesen sein.
Also entweder, es war der Tanker "Spichern", oder es war noch ein zweiter Versorger unterwegs, der wegen Geheimhaltungsgründen nie offiziell geführt wurde. Wenn zweiteres stimmen würde, wäre das eine kleine Sensation, weil nirgend wo was geschrieben steht.

Die Geschichte stammt vom Obermaat Helmut Schreiber(RKT).Er erzählte sie seinem Sohn und er sie mir.Also eine Story aus zweiter Hand.Leider hat sich der Sohn noch nicht wieder bei mir gemeldet:buhu:...Müßte mal nach seiner Telefonnummer fahnden...

The Real Blaze

Illuminatus


7.3.05 16:52:27
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Also mir ist davon nichts bekannt. Bezüglich Herrn Helmut Schreiber ist mir aber keine Ritterkreuzverleihung bekannt. Weißt du wann, in welcher Dienststellung und wofür er das Ritterkreuz bekam? Sicher das es sich um ein Ritterkreuz handelt oder nicht vielleicht doch nur um ein Eisernes Kreuz?

The Real Blaze


7.3.05 18:56:12
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Er hat es so behauptet,daß das RK auf dem Hochzeitsfoto zu sehen ist.Er weiß was ein EK ist und ich hab schon genau ausgefragt, ob er sich in den Orden auskennt. Er hat es für seine Verdienste auf der Hipper bekommen.Mehr weiß ich auch nicht mehr.

The Real Blaze

Illuminatus


7.3.05 19:19:00
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Also mir sind nur zwei Ritterkreuzträger bekannt, die es sich auf der "Hipper" verdient haben. Und zwar handelt es sich um die Kommandanten Wilhelm Meisel und Hellmuth Heye.

Und ein Obermaat der sich auf einem Schweren Kreuzer, das Ritterkreuz verdient hat, müsste schon einigen bekannt sein.

So leid es mir tut, aber ich ziehe die Aussagen dieses Herrn arg in Zweifel.
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