Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Legende um U-166

zurück zur Themenübersicht
AutorBeitrag

Quintus


20.5.02 03:48:58
Direktverweis
Die Legende um U-166 beginnt, als zwei Piloten der US-Küstenwache am 1. August 1942 im Mississippi-Delta eine Bombe auf ein deutsches U-Boot werfen: angeblich auf U-166. Coast Guard-Pilot Boggs ist heute noch sicher, das fast hundert Meter lange U-Boot versenkt zu haben. Doch wird das Wrack an der Abwurfstelle nie gefunden.
200 Kilometer von der Stelle entfernt, wo das U-Boot gesunken sein soll, fanden im Frühjahr 2001 Vermessungsarbeiten für eine Tiefsee-Pipeline statt. In 1.500 Metern Tiefe waren plötzlich die Konturen eines deutschen U-Boots aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.
Von der Expedition zum Meeresgrund gibt es gespenstische
Filmaufnahmen. Es handelt sich in der Tat um U-166, das einzige deutsche U-Boot, das aus dem Golf von Mexiko nie zurück kehrte. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor hatte Hitler Amerika den Krieg erklärt. Er gab den Befehl für die U-Boot-Offensive "Paukenschlag".
Bei den Recherchen machte das Filmteam eine bemerkenswerte Entdeckung: Der gesamte Nachlass des U-Boot-Kommandanten Hans-Günther Kuhlmann lag bislang unberührt bei Familienangehörigen, darunter auch detaillierte Abbildungen und private Schmalfilmaufnahmen des U-166, die einzigen bewegten Bilder, die es davon gibt. Briefe, die Kuhlmann noch Stunden vor dem Auslaufen geschrieben hatte, geben Aufschluss über die Mission von U-166.
http://www.phoenix.de/dokus/10332/index.html
Neues zur U-166 von Dr. Onno Gross
Eine Dokumentation über das Schicksal der U-166: Fast 60 Jahre war das U- Boot im Golf von Mexiko verschollen. Letztes Jahr wurde das Wrack gefunden.
Oliver Halmburger, Florian Beierl und Stefan Brauburger haben sich für "History" auf die Spurensuche einer mysteriösen U-Boot- Geschichte begeben. Die Legende um U- 166 beginnt, als zwei Piloten der US- Küstenwache am 1. August 1942 im Mississippi-Delta eine Bombe auf ein deutsches U-Boot werfen: angeblich U-166. Coast Guard-Pilot Boggs ist sich heute noch sicher, das fast hundert Meter lange U-Boot versenkt zu haben. Doch wird das Wrack an der Abwurfstelle nie gefunden.
Shrimp-Fischer in der Region raunten immer wieder einander zu, ein U-Boot sei den Mississippi hinaufgefahren, bis nach New Orleans.
Versunken im tiefen Grund
200 Kilometer von der Stelle entfernt, wo das Boot gesunken sein soll, fanden im Frühjahr 2001 Vermessungsarbeiten für eine Tiefsee-Pipeline statt. In 1500 Metern Tiefe waren plötzlich die Konturen eines deutschen U-Boots aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Von der Expedition zum Meeresgrund gibt es gespenstische Filmaufnahmen. Es
handelt sich in der Tat um U-166, das einzige deutsche Boot, das aus dem Golf von Mexiko nicht zurückkehrte.
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 hatte Hitler Amerika den Krieg erklärt. Er gab den Befehl für die U-Boot Offensive "Paukenschlag". Admiral Karl Dönitz schickte die von der Propaganda vollmundig gepriesenen "Grauen Wölfe" auf Jagd vor die Küste der USA.
Die USA verloren eine große Zahl von Schiffen; mehr, als sie nachbauen konnten. Eine kritische Situation, von der die amerikanische Öffentlichkeit nicht unterrichtet wurde. Der Golf von Mexiko war im Mai 1942 das gefährlichste Gewässer der Welt. 19 deutsche U-Boote jagten von April bis September fast ungehindert Tanker, Frachter und Versorgungskonvois. Mehr als 60 Schiffe wurden versenkt. Fischer im Mississippi-Delta erinnern sich noch heute an die brennenden Tanker und das Elend der Schiffbrüchigen und die Toten, die an die Strände gespült wurden.
U-166 operierte im Sommer 1942 im Delta. Am 30. Juli war der
Passagierdampfer Robert E. Lee im Periskop zu sehen. U-Boot-Kommandant Hans-Günther Kuhlmann gab sofort den Feuerbefehl. An Bord des Schiffes sah man den weißen Strahl an der Wasseroberfläche, dann detonierte der Torpedo. Die Robert E. Lee sank binnen weniger Minuten. Die meisten
der vierhundert Passagiere konnten gerettet werden.
Eine Begleiteskorte der US Navy entdeckte das feindliche U-Boot und warf Wasserbomben. U-166 wurde schwer beschädigt. 52 Besatzungsmitglieder waren eingeschlossen. Das Boot sank fast 1500 Meter tief auf den Grund des "Mississippi Canyon". Wenige hundert Meter entfernt schlug die Robert E. Lee auf.
Historisches Filmmaterial
Es sollte fast 60 Jahre dauern, bis die beiden Wracks bei den Bodenuntersuchungen mit dem Tauchroboter entdeckt wurden. Bei weiteren Recherchen machte das ZDF-Team eine bemerkenswerte Entdeckung: Der gesamte Nachlass des U-Boot-Kommandanten lag bislang unberührt bei
Familienangehörigen, darunter auch detaillierte Abbildungen und private Schmalfilmaufnahmen des U-166; die einzigen bewegten Bilder, die es davon gibt. Briefe, die Kommandant Kuhlmann noch Stunden vor dem Auslaufen geschrieben hatte, geben Aufschluss über die Mission von U-166. Auch Angehörige anderer Besatzungsmitglieder leben noch. Die
Witwe des 1. Offiziers ist heute 83 Jahre alt. Sie erinnert sich an den schmerzlichen Abschied. Ihr Mann war damals 25 Jahre alt, zeigte ihr heimlich und stolz das neue Langstrecken-U-Boot. Jetzt, wo sie die Ruhestätte ihres Mannes kennt, ist für sie ein traumatisches Kapitel ihres Lebens abgeschlossen.
Die Bilder des U-Boot-Wracks und der gesunkenen "Robert E. Lee" sind beklemmend. Seite an Seite bilden heute Jäger und Gejagte ein Seemannsgrab, ein Mahnmal gegen den Krieg.

Quintus


20.5.02 04:06:01
Direktverweis
Kurzer Nachtrag zu U-166 (laut meiner U-Boot-Liste):
U-166 (Typ IXC) Oblt. Hans Günther Kuhlmann, verlustig am 01.08.1942 im Golf von Mexiko ohne Überlebende!
zurück zur Themenübersicht