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V-1 auf U-Boot

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AutorBeitrag

indy


8.9.02 19:44:24
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Hi , hab ne Frage besonders an diejenigen die F. Georgs "Siegeswaffen" gelesen haben. Und zwar geht es darum das V-1 (nicht die V-2 !!)mit U-Booten (Typ XXI) an die US Küste herangeführt werden sollten , um dort gegen US Städte zum Einsatz kommen sollten ! Im Hinterstübchen hab ich da noch sowas das kurz vor Kriegsende 3 Boote mit solcher Bestückung ausgelaufen sind. Denkbar eher Phantasie oder ?

Guenther


8.9.02 22:51:01
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Hi,
ich sage mal, nicht unmöglich, aber nicht nachweisbar.
Einen guten Einblick gewährt Clay Blair in Der U-Boot Krieg
1942-1945 Die Gejagten, seine Beweisführung schließt dies aus.
Gruß Guenther
PS: Blair ist vor allem glaubwürdig.

waldi44


9.9.02 15:34:10
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Die Raketen, und zwar V-2, sollten in Containern von den U- Booten in Schußposition gefahren werden und zwar unter Wasser, dann auftauchen und zB auf New York abgefeuert werden.
Wie weit diese Pläne damals gediehen waren weiß ich nicht, aber immerhin galt es als so realistisch, daß man zu Kriegsende auf amerikanischer Seite einen solchen Angriff befürchtete.
Womöglich aber war es auch nur so wie mit "Alpenfestung"!
Äh ihr Englischkünstler ;)! Seht mal hier:

The U-Boat Rocket Program

Hoffentlich steht nachher nicht der Verfassungsschutz vor der Tür! Hab beim Suchen Rakete und Bomben eingeben müssen und dann noch New York.
Bei der Gelegenheit:
German Secret Weapons

Quintus


10.9.02 06:29:29
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Nun, die V1 und besonders die V2 waren nicht gerade klein, wie Torpedos etwa. Ich bezweifle, dass die in ein U-Boot passten, ganz zu schweigen davon, wie sie hätten starten sollen???
Das wäre allenfalls gegangen, wenn man die Raketen ausserhalb des U-Boots in einer eigens dafür konstruierten Halterung transportiert hätte, z.B. Container, sofern das U-Boot dann noch tauch- und manövrierfähig war. Aber wie starten? Auf der U-Boot-Oberfläche ist ja nicht gerade viel Platz.

waldi44


10.9.02 10:03:03
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Ich habs doch gesagt: Im Container abgetaucht ins Startgebiet. Auftauchen, klappe auf und ab das Ding! Die Pläne dafür gab es schon, ich weiß aber nicht, ob auch bei den Deutschen oder nur in den Köpfen der Amis ;)!

jeannen


10.9.02 11:06:00
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V-1 ist völlig unmöglich. Wie soll man auf einem U-Boot diese tierisch lange Rampe aufbauen. V-2 wäre wohl denkbar, so wie geschildert.
Ein andere Rakete aus Peenemünde, und zwar das Aggregat 3, wenn ich nicht irre (V-2=Aggregat 4), sollte in der Lage sein, von Europa bis an die amerikanische Ostküste durchzufliegen (die erste Interkontinentalrakete?). A-3 war aber etwa 4mal so groß (schätzungsweise, wenn ich mich mal an die nebeneinander stehenden Modelle erinnere) wie A-4. Das Projekt A-3 war eigentlich schon recht fortgeschritten, jedoch kam das Kriegsende dazwischen.

Gast


5.10.02 23:13:05
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Mit der V2 gab es Versuche diese von U-Booten aus zu starten. Dafür wurde ein spezieller Behälter hinter dem U-Boot mitgeführt. Zum Start der Rakete wurden die hinteren Tauchzellen des Behälters geflutet um diesen aufzurichten.
Es gab auch Versuche mit Nebelwerfern, diese konnten glaube ich sogar unter Wasser gestartet werden.

indy


5.10.02 23:30:43
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Ja danke,aber die V-2 und die "Do-Werfer" meint ich nicht.
Ich meine hier die V-1!
Josef Miranda und Paul Mercado schreiben in "Die geheimen Wunderwaffen des 3. Reich":
"Die Fi-103E/F sind Weiterentwicklungen die von den neuen U-Boottyp XXI und frei in der Luft gestartet werden können".
Hat denn keiner ein Buch über die V-1?

Gruss Phillip

Deichgraf


22.10.02 11:13:51
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Doch, ich.
Aber von Fi-103/F steht da nichts drin.
Die Amerikaner wurden allerdings von ihren Alliierten mit erbeuteten bzw. aufgefundenen V-1 Teilen beliefert und bauten die V-1 fast zeitgleich mit den Deutschen. Natürlich nicht in Massen, sondern nur um die Waffe kennenzulernen und ihre Eigenschaften zu studieren.
Und die haben die V-1 tatsächlich auch von einem U-Boot aus gestartet. Auf dem Vorschiff war eine Rampe aufgebaut von der die V-1 abflog. Mal sehen, ob ich die Bilder bei Gelegenheit einscannen kann.
Deichgraf

geo-tec


22.10.02 11:59:58
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Denkbar wäre höchstens ein Startkatapult. Die V 1 benötigte ja eine Startrampe, dafür wäre das Boot zu kurz gewesen. uwe

Deichgraf


23.10.02 10:03:59
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Hallo Uwe,
glaub es ruhig. Irgendwo in den Weiten des Netzes geistert ein Bild von einem amerikanischen U-Boot rum, das auf dem Vorschiff eine Startrampe hatte und dahinter einen Transportbehälter für die Maschine.
Allerdings hieß der V1-Nachbau in den USA JB2 oder auch LOON.
Anbei ein Link (leider ohne U-Boot)http://www.space.edu/LibraryResearch/swanson/Exhibits/JB2.htm
Jürgen

indy


23.10.02 23:16:38
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N`Abend Kameraden,
@(SDE?)Deichgraf
Es soll aber auch der Einsatz deutscher V-1 von U-Botten (XXI-Klasse) geplant worden sein (Fi-103D/F)
Quelle ist D.Mercado,P.Miranda "Die geheimen Wunderwaffen des 3.Reichs".
Soweit ich weiß (hab das Buch leider nich) schreibt F. Georg bereits über eine Feindfahrt eines solchen "Gespanns".

Gruß Phillip

waldi44


24.10.02 19:35:57
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Wollte mal das Bild eines englichen U- Bootes Poste, bin aber zu faul zum einscannen. Das war M-1 bis M-4! Diese Boote waren mit einer 305 mm Kanone bestückt, die später aus M-1 wieder ausgebaut und durch ein Fluzeugkatapult erstzt wurde.
Nun kann man sich gut vorstellen, dass das Boot statt des Bordflugzeuges einige V-1 hätte transportieren können, wäre es ein deutschen gewesen.
Aber was 1918 möglich war, dürfte 1944 nichts unmögliches gewesen sein!!

Quintus


2.11.02 03:57:59
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Und doch!!!
Habe mir mal das Buch "Peenemünde - Die Geschichte der V-Waffen" von Walter Dornberger kommen lassen. Und dieser Walter Dornberger ist kein geringerer als Generalleutnant Walter Dornberger (1895-1980), der nicht nur Dr. ing. e. h. der technischen Hochschule Berlin war, sondern auch von 1936 an verantwortlicher Leiter der Raketenentwicklung des Heeres und der Luftwaffe, und später (hier wird's interessant) von 1943 an Kommandeur von Peenemünde!
Er schrieb 1958 das Buch "V2 - Der Schuß ins Weltall".
Das von mir oben genannte Buch "Peenemünde..." ist lediglich eine Neuauflage von 1981 seines 1958 geschriebenen Buches.
Diese Tests, Raketen von einem U-Boot aus zu starten, gabs tatsächlich. Es war allerdings nicht direkt die V2, sondern ein Vorläufermodell, die A4, aus der später die V2 wurde (V1 definitiv NICHT!).
U-511* führte unter Kapitänleutnant Steinhoff vor Peenemünde am 4. Juni 1942 den ersten Do-Werfer-Unterwasserstart durch - also der erste Raketenschuß vom GETAUCHTEN U-Boot!
Für die A4 wurde auf U-511 ein Startgestell montiert.
Fotos dazu gib's in dem Buch auch (bei Gelegenheit scann' ich mal welche ein). Aber auf der von waldi oben genannten Internetseite sind gleiche Fotos (hier noch mal der Link: Raketentest mit U-511). Man sieht die Montage des Startgestells für die A4 auf U-511 und den Unterwasserstart.
*U-511 (Typ IX C) wurde im Juli 1943 unter Kplt. Fritz Schneewind an Japan übergeben.
Hier noch einige Links zum V1-Nachbau in den USA: JB2 oder auch LOON
V1 - 'Buzz bomb'
V1 Buzz Bomb
V-1 "Buzz Bomb"/JB-2 Flying Bomb
Fighter Factory V1 Buzz Bomb
Cradle of Aviation Museum
American Buzz Bomb Markings
Peenemunde
Links zu Peenemünde:
Raumfahrtgeschichte.de
Größtes U-Boot-Museum der Welt
Peenemünde

Gepostet von waldi44
Hoffentlich steht nachher nicht der Verfassungsschutz vor der Tür! Hab beim Suchen Rakete und Bomben eingeben müssen und dann noch New York.

Und? Kam da noch was? ;-) :tank:

indy


21.11.02 20:28:49
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Hi, hab was zum Thema im Buch 'Geheime Reichssache- Geheime Kommandosache' gefunden:
Anfang 1945 wurde beschlossen erneut mit PQ-Angriffen vor der US-Ostküste zu starten. Ziel war die aufsplitterung der gegn. U-Abwehr, die ums Europäische Festland besonders stark war.
Dafür vorgesehen war die Gruppe 'Seewolf' mit fünf U-Booten.
Ein von dem US-Geheimdienst entschlüsselter aber falsch gedeuteter Funkspruch beinhaltete, dass diese U-Boote V-1 an Bord hätten,um Vergeltung an US-Städten zu üben.
Die dt. hatten so ihr 'Ziel' ohne etwas zu tun(versenken) schon erreicht: unverzüglich setzte die US-Navy starke Verbände ein um die angeblichen 'Raketenboote' zu versenken.


Gruß indy
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