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Polnischer Drache gegen deutschen Neger!

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AutorBeitrag

waldi44


22.11.02 18:50:26
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SMS Dragon(Drache) war ein leichter britischer Kreuzer der "D"- Klasse.
"D"- Klasse, weil alle 8 Typenschiffe mit "D" anfingen. Die Kiellegung erfolgte noch während des Krieges 1917, seine Indienststellung aber erst im August 1919.
Er hatte ein Deplacement von 4650 ts, fuhr 29 Knoten, besass als Hauptbewaffnung sechs 152 mmm Geschütze und 8 Torpedorohre.
Nichts besonderes also, bis das Schiff von der Royal Navy am 25. Januar 1943 an die polnische Exilmarine übergeben wurde. Es behielt seinen Namen und nahm an der Invasion teil.
In der Nacht zum 8. Juli 1944 wurde das Schiff in der Seinebucht durch einen Torpedo so schwer beschädigt, dass es nahe eines der künstlichen alliierten Häfen ("Mulberry") auf den Strand gesetzt werden musste. Dort blieb es dann als Wellenbrecher liegen, da es unretabel war das alte und schwer beschädigte Schiff zu bergen. Nach Kriegsende wurde es verschrottet!
Tja und was ist nun mit dem "Neger"?
Der Torpedo, der die "Dragon" traf, stammte von einem der erstmals eingesetzten Kleinkampfmittel, einem "Ein- Mann- Torpedo", bekannt als "Neger" unter dem Befehl von Oberfähnrich z.S. Karl-Heinz Potthast.



Nerger

indy


23.11.02 13:57:34
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Moin, der Neger war ja erst der Anfang.
Angestachelt von den erfolgen italienischer und britischer Kleinst-U-Boote (X-7 gegen die Tirpitz) versuchte man Deutscherseits das (See)Kriegsglück mit dieser neuen Waffengattung zu wenden.
Daraufhin wurde der 'Kleinkampfverband' unter Vizeadmiral Hellmuth Heye aufgestellt. Dazu gehörten 1-Mann Torpedos (Neger, Marder), Sprengboote und Kleinst-U-Boote.
Zur letzeren Gattung gehörten Hecht, Molch, Biber, und dem wohl besten einsatzfähigen Gerät, der Seehund.
Da diese Boote aber allesamt mit reichlich Mängel behaftet waren, wurde das Versuchskommando 456 in unmittelbarer Nähe des Walter-Werkes (HWK) aufgestellt.
Ziel war es ein dem Feind überlegenes Kleinst-U-Boot zu schaffen, dass bei geringst möglichen Materiellen und Menschlichen Einsatz eine größtmögliche Waffenwirkung an den Feind bringt.
Zusammen mit der HWK entwickelte man das Projekt Schwertwal und dessen Nachvolger, das 'optimale' Kleinst U-Boot, den Manta.
Beide wurden mittels 'Walterturbine' angetrieben und sollten unter Wasser 30kn!!! fahren können, bei einer Reichweite von 100-500sm. Die Entwürfe wurden auch als U-Jäger bezeichnet, wegen der zu erwartenden hohen Agilität.
U.a. sollte ein Einsatz auch gegen getauchte feind U-Boote mittels der neuentwickelten 'Rückstosstorpedos' möglich sein.
Der Katamaran ähnliche Manta war noch schneller (getaucht=30kn,^50kn), besaß eine größere Reichweite (320sm-1180sm) und eine stärkere Bewaffnung (4 Torpedorohre).
Weiterhin war auch der Einsatz von zielsuchenden Seezielraketen möglich

Gruß Phillip

waldi44


23.11.02 20:55:34
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Ist schon komisch mit der Rüstung im 3. Reich :D! Auf der einen Seite wurde unter anderem wegen chronischem und gegen Kriegsende permanenten Rohstoffmangels an solchen Sparmodellen wie "Neger" und "Volksjäger" gebastelt und gleichzeitig an solchen Rohstoffverschwendern wie den "Maus"!

indy


23.11.02 23:42:16
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Das die 'Maus' uberhaupt entstanden ist, geht wohl auf Hitler und seinen Kumpel Ferdi zurück (für die Maus gab es keine offizielle Forderung o.ä.).

Gruß Phillip

bani


28.11.04 03:20:50
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Gepostet von waldi44
SMS Dragon(Drache) war ein leichter britischer Kreuzer der "D"- Klasse.
"D"- Klasse, weil alle 8 Typenschiffe mit "D" anfingen. Die Kiellegung erfolgte noch während des Krieges 1917, seine Indienststellung aber erst im August 1919.
Er hatte ein Deplacement von 4650 ts, fuhr 29 Knoten, besass als Hauptbewaffnung sechs 152 mmm Geschütze und 8 Torpedorohre.
Nichts besonderes also, bis das Schiff von der Royal Navy am 25. Januar 1943 an die polnische Exilmarine übergeben wurde. Es behielt seinen Namen und nam an der Invasion teil...
In der Nacht zum 8. Juli 1944 wurde das Schiff in der Seinebucht durch einen Torpedo so schwer beschädigt, dass es nahe eines der künstlichen alliierten Häfen ("Mulberry") auf den Strand gesetzt werden musste. Dort blieb es dann als Wellenbrecher liegen, da es unretabel war das alte und schwer beschädigte Schiff zu bergen. Nach Kriegsende wurde es verschrottet!
Tja und was ist nun mit dem "Neger"?
Der Torpedo, der die "Dragon" traf, stammte von einem der erstmals eingesetzten Kleinkampfmittel, einem "Ein- Mann- Torpedo", bekannt als "Neger" unter dem Befehl von Oberfähnrich z.S. Karl-Heinz Potthast...



@ Waldi:
Hm, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob wir vom selben Schiff reden - aber da ich es für noch unwahrscheinlicher halte, daß am selben Tag in der selben Gegend zwei Kreuzer mit dem selben Namen versenkt wurden, gehe ich mal davon aus.

Bist Du Dir mit Potthast sicher?
Die "Dragon" von Walther Gerhold versenkt, der für diese Tat auch das RK erhielt.

Der Angriff selbst erfolgte bereits am 06.07.1944.
Erst zwei Tage später, am von Dir erwähnten 08.07. sank die "Dragon" dann.

Und wenn ich richtig informiert bin, war die "Dragon" ein Kreuzer der Aurora-Klasse ...

Er hat mir selbst eine Kopie eines PK-Fotos signiert, dessen Text lautet:

"Der erste Einzelkämpfer der Kriegsmarine mit dem Ritterkreuz.
Der 23 Jahre alte Schreiber-Obergefreite Walther Gerhold wurde als erster Einzelkämpfer der Kriegsmarine für die unter schwierigsten Bedingungen erzielte Versenkung eines britischen Kreuzers der Aurora-Klasse vom Führer mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet: Admiral Heye überreicht dem tapferen Einmann-Torpedofahrer die hohe Auszeichnung."

Auf dem Bild gratuliert ihm Heye gerade, während 2 Offiziere seiner Einheit ihm das RK umbinden.



Aber - das mit dem "Neger" ist richtig... klatschender Smiley
Damit fuhr er seinen Angriff.

[ Editiert von bani am 28.11.04 3:26 ]

Dracula


28.11.04 07:11:13
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Hallo,
Vor ein paar Monaten ist ein Artikel über Walther Gerhold erschienen in “Militärische Persönlichkeiten” (Landser-Magazin, Dr.Gerd Heuer):

Zitat:
<< .....Gerhold war damit der 233. RKT der Kriegsmarine. Die offizielle Übergabe der hohen Auszeichnung durch Vizeadmiral Heye erfolgte am 14. Juli 1944 auf dem Hof der Lübecker Pionier-Kaserne…….
Erste Meldungen, wonach es sich bei dem durch Gerholds Torpedo versenkten Kriegsschiff um den Kreuzer “Dragon” gehandelt hätte, mußten allerdings später revidiert werden, als bekannt wurde, daß “Dragon” erst in der frühe des 8. Juli versenkt wurde.
Wahrscheinlich hatte Gerholds Torpedo den in der Nacht zum 6.7.1944 vernichteten Minensucher “Cato” getroffen. In der gleichen Nacht verloren die Briten übrigens auch noch das Minensuchboot “Magic”. >>

Gruß.

bani


28.11.04 14:44:40
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Gepostet von Dracula
Hallo,
Vor ein paar Monaten ist ein Artikel über Walther Gerhold erschienen in “Militärische Persönlichkeiten” (Landser-Magazin, Dr.Gerd Heuer):

Zitat:
<< ....., daß “Dragon” erst in der frühe des 8. Juli versenkt wurde.
.... >>

Gruß.



Nun ja, was anderes habe ich ja auch nicht geschrieben.
Der Angriff erfolgte am 06.07., wobei die "Dragon" getroffen wurde und gesunken ist sie dann am 08.07.

Hat er mir zum einem bestätigt und steht auch so in dem Buch über die RK-TRÄGER DER KRIEGSMARINE ( richtiger Titel? ), ich glaube von M. Dörr.
Ich hab aber nur die Kopie der Seite ( S. 200 ), die die Daten Gerhold's behandelt.

waldi44


28.11.04 15:16:30
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Der obige Beitrag basiert auf einen Artikel aus dem "Marine-Arsenal" Band 47 letzte Seite!
Erbauerin waren Scotts Shipbuilding&Iron Works, Ltd.,Newcastle. Kiellegung 1917, Indienststellung August 1919.
Tja, im Heft steht "Potthast" HIER aber Obergefreiten Gerhold (361.Kleinkampfflottille)!

Dracula


28.11.04 16:27:59
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Zitat Bani:
<< Nun ja, was anderes habe ich ja auch nicht geschrieben.
Der Angriff erfolgte am 06.07., wobei die "Dragon" getroffen wurde und gesunken ist sie dann am 08.07. >>

Hallo Bani,

Wenn ich den zitierten Text in meinem Beitrag richtig verstehe, wurde nicht “Dragon” von Gerhold versenkt, sondern wahrscheinlich “Cato”.

Der Author gibt folgende Quellen an:
- Privates Ritterkreuzträgerarchiv
- Cajus Bekker: “Verdammte See” und “Die erregenden Abenteuer deutscher Torpedoreiter”
- Authorenkollektiv: “Einzelkämpfer, Porträts hochausgezeichneter Soldaten”
- Janusz Piekalkiewicz: “Der Zweite Weltkrieg”

Aber wenn der Veteran Gerhold Dir erzählt hat, daß es den Kreuzer “Dragon” war, wird das schon eher stimmen.

Gruß.

bani


28.11.04 19:26:03
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Also ich bin mir ziehmlich sicher, daß der Pott auf das Konto von Gerhold geht.

Schließlich bekam er für eben diese Tat das RK!
Und wir wissen ja, wir pingelich der deutsche Beamte sein kann.
Von daher gehe ich mal davon aus, daß die Sache gut recherchiert wurde.


Ein anderer Punkt:
In den aktuellen letzten 4 Ausgaben der IMM findet sich eine Artikelserie von Manfred Dörr unter dem Titel Die hochdekorierten Soldaten der Marinekleinkampfverbände.
Im aktuellen Heft ( Nr. 114 ) bringt er auch diverse Kopien der Zeitschrift DIE KRIEGSMARINE, verschiedene Ausgaben vom August / September 1944.
Darin wird u.a. auch Gerholds Angriff beschrieben.

Und Dörr ist ja in Sachen RK nun nicht gerade ein Unbekannter.
ich gehe mal davon aus, daß er - wenn er Zweifel daran hätte - dies auch deutlich gemacht hätte!

Aber ich werde sicherheitshalber bei Herrn Dörr noch mal nachfragen.
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