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Prien

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AutorBeitrag

waldi44


11.12.01 00:40:44
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FÜR DEN "ALTEN"!

U-47 war ein modernes U-Boot und brauchte auch jemanden der das zu schätzen wusste und damit umgehen konnte. Die Wahl fiel auf Kapitänleutnant Günter Prien.
Geboren wurde Prien am 16.01.1908 in Osterfeld in Thüringen. Er war der älteste der drei Kinder. Mit 15 entschied er sich zur Handelsmarine zu gehen und erlernte dort das Seehandwerk von der Pike auf an. Er wohnte in Kiel und verdiente gerade soviel, dass er sich eine kleine Wohnung mieten konnte. 1932 kam die Weltwirtschaftskrise und auch die Marine war davon sehr stark betroffen. Im selben Jahr wurde Günter Prien zum "Kapitän auf Großer Fahrt" ernannt. 1933 kam en die Nationalsozialisten an die Macht und Prien trat als freiwilliger in die 'Kriegsmarine' ein. In den nächsten Jahren fuhr er als Wachoffizier auf verschiedenen Schiffen wie auf dem Kreuzer Königsberg oder auf Segelschiffen. Dann entschied er sich zur U-Bootwaffe zu gehen. Der diente auf U-3 und Kapitän zur See a.D. Hans Meckel brachte ihm das U-Boothandwerk bei. Meckel war von 1935-1939 U-Bootkommandant. Endlich 1938 erhielt Prien sein eigenes Kommando auf einen Unterseeboot. Er wurde in die Flottille Wedding eingeteilt. Prien war zu dieser Zeit Oberleutnant. Am 1.08.1938 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. 1938 wurde das U-Boot 47 in der Germania-Werft in Kiel gebaut und Prien erhielt es als "sein" U-Boot. Er sollte in den nächsten Kriegsjahren zu den gefürchtetsten U-Bootmännern der deutschen Kriegsmarine gehören.
Bis heute ist das Schicksal von U-47 ungeklärt als es am 7.03.1941 mit Kapitänleutnant Otto Kretschmer auf U-99, Joachim Schepke mit U-100 und weiteren U-Booten auf einen Geleitzug bei Irland etwa 60°00'N/19°00'W lauerten. War es nun ein Zerstörer oder eine Mine. Das Wrack wurde nie gefunden. U-99 wurde wenige Tage später zur Selbstversenkung gezwungen.
http://people.freenet.de/U47/prien.htm

Autogrammpostkarte von Günter Prien am Bord von U 47
http://people.freenet.de/HOW/uboot_dt.htm
Der erfolgreiche Einbruch von U 47 unter KptLt. Günter Prien in den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow gehört zu den spektakulärsten Einzelaktionen des 2. Weltkrieges. Dieser Einbruch gehört aber gleichzeitig zu einem der am meisten von den verschiedenen Propaganda-Apparaten verdrehten Aktionen dieses Krieges. Selbst bis heute ist es noch nicht gelungen, die zahlreichen sich widersprechenden Behauptungen wissenschaftlich zu ordnen und ein objektives Bild des Geschehens zu zeichnen. Einen nicht gerade kleinen Anteil an dem Fortbestand dieser Unklarheiten hat aber auch das britische Verteidigungsministerium, daß immer noch nicht die britischen Unterlagen zu diesem Ereignis freigegeben hat, obwohl diese schon seit 1964 nicht mehr als geheim eingestuft sind.
http://www.pickelhaube.de/2wk/prien.htm

waldi44


11.12.01 00:58:23
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http://uboat.net/men/prien.htm

The battleship HMS Royal Oak at anchor

U-47 leaves Kiel for Scapa Flow on Oct 8, 1939.
Note the old emblem which the famous Snorting Bull replaced on the way home.

Prien and the crew of U-47 dines with Hitler.

waldi44


11.12.01 01:10:10
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U_47Daten:
Typ:
VII B

Bauwerft:
Krupp Germaniawerft, Kiel

Serie:
U 45 - U 55

Bauauftrag:
21.11.1936

Baunummer:
583

Kiellegung:
25.02.1937

Stapellauf:
29.10.1938

Indienststellung:
17.12.1938

Indienststellungskommandant:
K
Günther Prien

Feldpostnummer:
18 837
Kommandanten:
11.1938 - 05.1940
KK
Günther Prien

U-Flotillen:

12.1938 - 12.1939
7. U-Flotille "Wegener" (Kiel) als Frontboot

01.1940 - 03.1941
7. U-Flotille (Kiel/St. Nazaire) als Frontboot
Feindfahrten:
Anzahl Feindfahrten:
10
Versenkte Schiffe:
31
Versenkte Tonnage:
194.103 BRT
Beschädigte Schiffe:
5
Beschädigte Tonnage:
36.656 BRT
http://meineseite.i-one.at/u-47/geschichte.htm

http://people.freenet.de/U47/
Geheime Komandosache
Anzahl Feindfahrten: 10
Versenkte Schiffe: 31
Versenkte Tonnage: 194.103 BRT
Beschädigte Schiffe: 5
Beschädigte Tonnage: 36.656 BRT
Details der gesamten Fahrten:

1. Feindfahrt: 19.08.1939 - 14.09.1939 27 Seetage
3 Schiffe mit insgesamt 8.270 BRT versenkt.
2. Feindfahrt: 08.10.1939 - 17.10.1939 10 Seetage
U 47 versenkt das brt. Schlachtschiff "HMS Royal Oak" in Scapa Flow
3. Feindfahrt: 16.11.1939 - 14.12.1939 32 Seetage
3 Schiffe mit insgesamt 23.168 BRT versenkt.
4. Feindfahrt: 11.03.1940 - 29.03.1940 19 Seetage
1 Schiff mit 1.146 BRT versenkt.
5. Feindfahrt: 03.04.1940 - 26.04.1940 24 Seetage
keine Erfolge
6. Feindfahrt: 04.06.1940 - 06.07.1940 24 Seetage
8 Schiffe mit insgesamt 51.483 BRT versenkt.
7. Feindfahrt: 26.08.1940 - 25.09.1940 33 Seetage
7 Schiffe mit insgesamt 35.007 BRT versenkt
8. Feindfahrt: 14.10.1940 - 23.10.1940 10 Seetage
4 Schiffe mit insgesamt 22.014 BRT versenkt.
9. Feindfahrt: 03.11.1940 - 06.12.1940 34 Seetage
1 Schiff mit 7.555 BRT versenkt.
10. Feindfahrt: 20.02.1941 - ~ 07.03.1941 ~ 17 Seetage
4 Schiffe mit insgesamt 16.310 BRT versenkt.
Datum: Vermisst seit 07/08.03.1941
Letzter Kommandant: Günther Prien
Ort: Nordatlantik s. Island in der nähe der Rockall Banks
Ungefähre Position: 60°00'N/19°00'W
Versenkt durch: Zerstörer " HMS Wolverine" oder Wasserminen
Tote: alle 44 Mann
Überlebende: 0

Detailangaben:

Am 05.09.1940 ging während einer Feindfahrt ein Mann der Besatzung über Bord.
Zur Zeit gibt es keinerlei genaue Informationen, wie U 47 verloren gegangen ist. Vor einigen Jahren wurde angenommen, dass der brt. Zerstörer "HMS Wolverine" U 47 am 08.03.1941 mit Wasserbomben versenkt hat aber er attackierte am 08.03.1941 U A unter FK Hans Eckermann.
Mögliche Gründe, wie U 47 verloren gegangen sind eventuell durch Wasserminen oder Selbstzerstörung beim Abschießen des eigenen Torpedos.

waldi44


11.12.01 01:18:21
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Scapa Flow
Scapa Flow war schon während des 1. Weltkrieges mehrfach von U-Booten angegriffen worden. Alle Angriffe waren aber fehlgeschlagen und die Boote kehrten nicht zurück. Neben möglichen militärisch wertvollen Versenkungen würde ein erfolgreicher Einbruch vor allem für die Propaganda gut sein. Ein Angriff auf Scapa Flow war also schon lange eine geistige Spielerei von Dönitz gewesen. Am 1. Oktober 1939 tat er den ersten Schritt um den Plan nun auch in die Tat umzusetzen. Korvettenkapitän Sobe, die Kapitänleutnant Wellner und Günter Prien hatte sich bei Führer der U-Boote (FdU) Karl Dönitz zu melden. Dort unterbreitete Dönitz Prien seinen Plan und ließ Wellner und Sobe ihre bei Feindfahrten gesammelten Informationen zu Scapa Flow vortragen. Die Entscheidung, ob Prien den Angriff auf Scapa Flow führen wollte hatte Dönitz Prien selber überlassen. Prien arbeitete sich zu Hause auf seinen Fußboden mit den gesammelten Karten und Informationen durch. Er kam zu dem Entschluß dass es zwar möglich sei hinein zu kommen, Schiffe zu versenken aber wieder heraus zu kommen schien ihm nicht für möglich. Trotzdem wollte er das Unternehmen durchführen.


Unter größter Geheimhaltung begann nun die Ausrüstung von U 47 für diese Feindfahrt. Statt der an Bord befindlichen Druckluft-Torpedos wurden Elektro-Torpedos eingeladen, da diese keine Blasenspuren hinterließen und so schlechter zu identifizieren waren. Am 6. Oktober war U 47 einsatzklar. Noch immer wusste keiner an Bord, wohin die Fahrt gehen sollte. Erst ein unerwartete Zwischenfall mit KptLt. Barten, dem Kommandanten von U 40, führte dazu, daß er sich entschloss seinem 1. Wachoffizier (1 WO) Oberleutnant z.S. Engelbert Endrass und seinem Obersteuermann Wilhelm Spahr reinen Wein einzuschenken. Barten war bei seiner Rückkehr nach Kiel an U 47 vorbeigelaufen und hatte Prien über Megaphon scherzhaft gefragt, ob der denn nach Scapa Flow auslaufen würde. Prien war wie vom Donner gerührt gewesen. Alle Mann an Bord und entlang des Kais hatten die Bemerkung von Barten gehört. Andererseits war der Angriff auf Scapa Flow ein gern gemachter Scherz, da alle U-Boot-Fahrer von dieser Möglichkeit fasziniert waren. Selbst wenn ein englischer Agent anwesend gewesen sein sollte, hätte er dieser Bemerkung doch wohl kaum irgendwelche Bedeutung beigemessen. Prien antwortete ihm und machte auch noch einen Spaß. Innerlich hoffte er aber, das Barten endlich wegging.


Am nächsten Tag lief U 47 aus. In den frühen Morgenstunden des 13. Oktobers, einem Freitag (für die stets abergläubischen Seeleute ein durchaus in beide Richtungen zu deutendes Omen) bezieht U 47 seine Warteposition vor den Orkneyinseln. Das Wetter ist fast zu gut über einen Einbruch. Der Himmel ist nur schwach bewölkt und es weht nur ein schwacher Nordostwind. Prien legt das Boot auf Grund und schickt die entbehrlichen Mannschaften in ihre Kojen. Er selber schläft nur wenig und denkt an den Einbruch, der am Abend stattfinden soll.

Der Einbruch
In der folgenden Nacht ist es dann soweit. Prien bringt U 47 in die nördliche Zufahrt nach Scapa Flow. Der Himmel ist von einem Nordlicht hell erleuchtet. U 47, daß aufgetaucht seinen Einbruch versuchen muss wäre also ohne weiteres zu entdecken. Aber Prien lässt sich davon nicht sonderlich beeindrucken, schließlich wird ihn die unerwartete Helligkeit auch helfen das Boot sicher durch die Sperrschiffe zu lotsen. Prien wollte durch den am östlichsten gelegenen Zugang, dem Kirk Sound nach Scapa Flow eindringen. Der Kirk Sound ging wie der Skerry Sound vom Holm Sound ab und führte nordöstlich um die kleine Inseln namens Lamb Holm und war nur mit drei Speerschiffen blockiert. Der Skerry Sound führte zwischen der größeren Burray Insel und dem beiden kleineren Inseln Lamb Holm und Glims Holm durch, war aber im Bereich zwischen Glims Holm und Burray durch Untiefen für ein U-Boot nicht schiffbar und der Durchgang zwischen Glims Holm und Lamb Holm war durch vier Speerschiffe unpassierbar gemacht worden.
Durch ein eiliges Tauchmanöver vor einem nicht näher bestimmbaren Frachter in seiner Navigation gestört drehte Prien das Boot versehentlich zu früh auf Westkurs und fuhr dabei in den Skerry Sound ein, statt in den Kirk Sound. Es gelang aber noch gerade rechtzeitig den Fehler zu bemerken und durch eine schnelle Kurskorrektur doch noch planmäßig in den Kirk Sound einzulaufen. Nun musste sich U 47 durch die dort verankerten Sperrschiffe durchschlängeln. Dabei kam es gleich zweimal zu einer beinahe Katastrophe. Zum einen wurde das aufgetaucht fahrende U-Boot von einem Autofahrer entdeckt, der unverzüglich wendete um nach Scapa zurückzufahren und zum anderen lief das Boot während der Durchfahrt zwischen den Speerschiffen auf Grund. Beide Ereignisse blieben aber trotz ihres Potentials zur Katastrophe ohne jede Folge.
Der weitere Weg in die Hauptbucht nach Scapa Flow war nun frei und man machte sich zum Angriff auf die von der Luftwaffe gemeldeten Schlachtschiffe bereit. Aber die Suche blieb zunächst erfolglos. Beide Hauptankerplätze waren völlig verlassen. Erst in der Nordbucht entdeckte man einige dunkle Silhouetten von Kampfschiffen. Prien und die übrigen Männer im Ausguck glaubten zwei Schlachtschiffe erkennen zu können, die leicht gestaffelt hintereinander lagen. Prien, Endrass (1 WO) und v. Varendorff (2 WO) identifizierten die Schiffe als Repulse und ein weiteren Schlachtkreuzer. Nachdem U 47 bis auf 3.000 Meter an die beiden Ziele ran war, gab Prien um 0.58 Uhr den Befehl vier Torpedos abzufeuern. Doch durch einen sog. Rohläufer, also einem Torpedo der im Abschussrohr stecken geblieben war, waren nur drei Torpedos zu ihren Zielen unterwegs. Aber lediglich einer der drei Torpedos traf und verursachte eine gedämpfte Explosion auf dem weiter hinten gelegene Ziel. Frustriert über diesen Fehlschlag ließ Prien das Boot auf Gegenkurs wenden und die freien Rohre nachladen. Auch der aus dem Heckabschussrohr abgefeuerte Torpedo brachte keinen Erfolg.
Ob die Fehlschüsse auf ein Versagen der doch recht anfälligen Elektro-Torpedos zurückzuführen war oder es daran lag, daß Prien auf ein Geisterschiff gezielt hatte ist nicht zu klären. Tatsächlich fanden britische Taucher einige Tage später die beiden Blindgänger. Die Identität des zweiten Schiffes, das Prien und seine Leute als Repulse identifiziert hatten und auf das die drei Torpedos gezielt hatten ist bis heute unbekannt. Die Briten behaupten die Repulse wäre zur Zeit des Angriffes auf See gewesen und die HMS Pegasus, ein altes Flugzeugmutterschiff, bzw. das Ankertau bzw. ein Lagerraum der HMS Royal Oak wären getroffen worden. Die Unklarheit, was der einzelne Torpedo nun genau getroffen hatte spricht dafür, daß hier die Gerüchte schneller in Kraut schossen als es die Wahrheit konnte, oder das man die Wahrheit nicht ganz geglückt hatte verändern wollen. Die Repulse, ausgerechnet jenes Schiff, daß Prien ganz sicher zu erkennen glaubte, sollte nicht dagewesene sein.

Es gab zu dieser Zeit nur vier größere Kampfschiffe mit zwei Schornsteinen, die HMS Repulse, die HMS Renown, die HMS Hood (durch die Bismarck am 25.05.1941 versenkt, nur 3 Überlebende) und die HMS Iron Duke. Die HMS Renown war bereits in See um die Graf Spee im Südatlantik zu jagen und lag in Freetown. Von der HMS Repulse hieß es bei der britischen Admiralität nur knapp, sie wäre ebenfalls in See gewesen, später hieß es sie hätte zu dieser Zeit in Rosyth gelegen. Die HMS Hood, die zur Angriffszeit im Loch Ewe gelegen haben soll, wurde am 21. Oktober, also nur eine Woche später, beobachtet, wie sie sich nur mühsam und mit stark verminderter Fahrt durch die See schob. Ein Grund für einen solchen Schaden lässt sich ihrem Logbuch nicht entnehmen. Bliebe noch die HMS Iron Duke, die auch nach amtlichen Angaben in Scapa Flow lag, allerdings im Marinestützpunkt an der Ostküste von Hoy, gegenüber dem Switha Sound. Dort wurde sie drei Tage später von vier Ju-88 Bombern der I/KG 30 unter dem Kommando von Hpt. dennoch angegriffen und getroffen. Offiziell wurde sie durch die dicht neben ihr explodierten 500 kg Bombe versenkt. Eine solche Versenkung durch einen Nahtreffer macht aber nur dann einen Sinn, wenn das Schiff zuvor schon beschädigt gewesen wäre. Die Verlegung eines beschädigten Schiffe auf einen anderen Ankerplatz wäre durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich gewesen. Was von all diesen Vermutungen bleibt, ist, daß es eine Explosion gegeben hat. Diese hat sich nach meiner Sicht der Dinge im Bugbereich der HMS Royal Oak ereignet, da anders die von mehren Stellen gemeldete interne Explosion genau zu diesem Zeitpunkt nicht zu erklären ist. Eine dieser Meldungen stammt von dem Kapitän des Schiffes Capt. Benn, der noch nichts vom einem U-Boot-Angriff ahnte und der daher wohl kaum ein Interesse daran gehabt haben dürfte, zu diesem Zeitpunkt irgend etwas zu verschleiern. Wenn noch ein weiteres Schiff hinter der HMS Royal Oak lag, so ist es nicht getroffen worden. Prien und seine Wachoffiziere sind zweifelsfrei erfahrene Seeleute gewesen, die ein Schiff von einer häufig vorkommenden Schattenspiegelung zu unterscheiden wussten. Die britische Admiralität war dafür bekannt, daß sie nur ungern log und statt dessen lieber nur ein Teil der Wahrheit sagte. Sie hat den Treffer auf der HMS Royal Oak zugegeben. Von einem zweiten Schiff, zwischen der Royal Oak und der Pegasus hat sie aber nie etwas gesagt, allerdings auch nie bestritten, daß sich dort ein weiteres Schiff aufgehalten haben könnte.


Im Hafen blieb es ungewöhnlich ruhig. Man hatte die einzelne Explosion wohl nicht als Torpedoangriff erkannt. Lediglich am Ufer wurden einige Suchscheinwerfer eingeschaltet. Scapa Flow war in den vergangenen Tagen gleich zweimal von Maschinen der Luftwaffe überflogen worden, ein Luftangriff war also nicht unwahrscheinlich. Als die vorderen Rohre nachgeladen waren, wendete Prien U 47 erneut und griff ein zweites mal an. Noch immer gab es keine nennenswerten Reaktion auf die Präsenz von U 47. Diesmal ging Prien dichter ran um einen erneuten Fehlschuss zu vermeiden. Hinter den beiden Schiffen war nun noch ein weiteres Schiff in Sicht gekommen. Ein Tanker oder das Flugzeugmutterschiff Pegasus, vermutete man auf U 47. Aus weniger als 1.500 m Entfernung gab Prien um 1.22 Uhr den Befehl die Rohre, 1, 2 und 4 abzufeuern. Diesmal trafen alle drei Torpedos. Das Ziel, daß Schiff das Prien bei der Dunkelheit nicht hatte identifizieren können, war die HMS Royal Oak gewesen. Den drei durch die Einschläge der Torpedos verursachten Explosionen folgten mehrere weitere Explosion im Inneren des Schiffes. Eine dieser inneren Explosionen ereignete sich in einer der Munitionskammern und zerriss das ganze Schiff, das binnen kürzester Zeit kenterte.

Die Royal Oak
An Bord der HMS Royal Oak war man nicht im geringsten auf einen Torpedoangriff vorbereitet gewesen. Die erste Explosion um 1.02 Uhr Ortszeit (0.02 Uhr Deutscher Zeit) hatte man nach britischen Angaben für eine kleinere interne Explosion in einem der Vorratsräume des Schiffes gehalten. Der Schaden war offensichtlich nur gering. Als dann um 1.24 Uhr die nächsten drei Torpedos einschlugen war man völlig überrascht. Nun war zwar klar, was hinter der ersten Explosion steckte, aber es blieb keine Zeit mehr die Mannschaft zu alarmieren und schnell genug von Bord zu bringen. Erst jetzt begann man auch an anderer Stelle zu begreifen, daß sich ein Eindringling in Scapa Flow befand. Eiligst wurden die zur Sicherung eingesetzten Zerstörer und Wachboote ausgesandt um das feindliche U-Boote zu finden und zu versenken. Wie groß die Ungläubigkeit und Verwirrung war zeigte sich auch daran, daß ein Zerstörer nach Angaben der Besatzung von U 47 sie zwar auffasste, aber wohl für ein eigenes Depotschiff gehalten hatte, da er trotz unbeantwortet gebliebener Blinkkennung wieder abdrehte. U 47 entkam so fast unbehelligt auf dem gleichen Weg, wie es gekommen war. Ein Grund dafür mag auch sein, daß die Briten aus menschlich nur allzu verständlichen Gründen lieber ihren Kameraden in Not zur Hilfen kommen wollten, als einen abziehenden Feind zu versenken. In dieser Nacht fanden 833 Seeleute der HMS Royal Oak (29.000 BRT) den Tod.


Die Rückkehr
Nachdem auch der Ausbruch gelungen war, brachte Prien U 47 auf Heimatkurs.
Auf der Heimkehr wurde U-47 das berühmte Turmsymbol gegeben :

"Der Stier von Scapa Flow"
Endrass bastelte eine Vorlage und eine Schablone aus einer alten Seekarte. Varendorff und Spahr hielten die Schablone fest und Endrass malte den Stier auf der Steuerbordseite an den Turm. Nach ein paar Verfeinerungen kletterte er wieder mit dem Farbtopf auf den Turm und im selben Augenblick kam Prien. Die Offiziere mußten sich ein Grinsen unterbinden und Prien fragte: "Warum haben Sie denn einen Farbtopf in der Hand ?"
Endrass wollte nun dem Kaleun sein Werk zeigen und antwortete: "Gehen Sie mal zum Geschütz vorne. Und dann drehen Sie sich um !" Prien ging zum 8.8 cm Flak und drehte sich um. Nun konnte auch er sich das Lachen nicht mehr verkneifen.
Seitdem hatte die 7. U-Flotille den Stier von Scapa Flow auf ihren Turm.
Prien entschied sich zum Tauchte um nicht unnötigerweise auf dem Heimweg von der nun ohne Zweifel aufgeschreckten RN entdeckt du versenkt zu werden. Den Nachrichten der BBC entnahm Prien später, daß das gesunkene Schiff die HMS Royal Oak gewesen war. Von dem zweiten Schiff wurde nichts gemeldet. Trotzdem meldete er seine Beschädigung in seinem Kampfbericht über Funk an den BdU. Hitler war inzwischen informiert worden und hatte die gesamte Mannschaft in Abwesenheit mit dem Eisernen Kreuz bzw. Prien mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Als U 47 am 17.Oktober um 11.44 Uhr wieder wohlbehalten in Kiel festmachte, wurde Prien und seine gesamte Besatzung begeistert gefeiert.
Er wurde nach Berlin geflogen und bekam da von Hitler das Ritterkreuz verliehen.
Bei diesem Unternehmen starben über 833 Englische Soldaten.
http://people.freenet.de/U47/




http://www.history.navy.mil/photos/sh-fornv/germany/gersh-u/u47-2.htm

waldi44


11.12.01 01:37:11
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U 47


Return of patrol in July 1940
http://www.chez.com/u47/page2ang.htm

http://www.leisuregalleries.com/uboat.html
L’U47 dans le port de Kiel le 24 octobre 1939 10 jours après le raid sur scapa flow.
Le Korvetten Kapitän Prien se tient en haut de la baignoire sur la gauche.

L’u47 quitte le port de saint nazaire en janvier 1941 pour effectuer une nouvelle mission de combat.
Prien et son équipage n’ont plus que 2 mois a vivre avant leur rendez vous tragique avec
le destroyer britannique HMS Wolverine à l’ouest de l’Irlande.
Le korvetten kapitän Prien se tient en haut à droite.
http://maquettesplastiques.free.fr/images/christine/u_boat2/u47.htm

waldi44


11.12.01 01:50:34
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Technische Daten:
Zweihüllen-Hochsee-Boot
Werft Kaiserliche Werft Danzig
Verdrängung über / unter Wasser 725 / 940 t
Länge 65 m
Antrieb Dieselmotoren 2 x 1000 PS
E-Maschinen 2 x 600 PS
Geschwindigkeit über / unter Wasser 15,2 / 9,7 kn
Bewaffnung / Torpedos
Artillerie 2 Bugrohre / 2 Heckrohre / 6 Torpedos
1 x 8,8 cm
Besatzung Offiziere / Mannschaft 4 / 32
Tja, auch unter "U- 47" gefunden
.http://www.ispras.ru/~kos/Pictures/97-Ural/images/U-47_jpg.jpghttp://www.ispras.ru/~kos/Pictures/97-Ural/pages/U-47_jpg.htm
ACHTUNG!
Scheint eine "Naziseite" zu sein! Obwohl da 'Spartacus' und School steht.
http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/GERprien.htm
Guenther Prien was born in Osterfeld, Germany, on 16th January, 1908. He became a sailor at the age of fifteen and by 1925 he was an officer on the Hamburg Amerika Line.
In 1933 Prien joined the German Navy. He became commander of U-47 and on 14th October 1939 managed to sink the Royal Oak with the loss of 833 lives. He later published his memoirs I Sank the Royal Oak.
Over the next two years Prien is credited with destroying 28 merchant ships. While leading a wolfpack attack on an Allied convoy, he was killed when the U-47 was sunk on 6th March 1941.

xmen


11.12.01 08:11:55
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Das wahr mal wieder Klasse Arbeit Waldi!
Die Grobe Geschichte von U-47 kannte ich zwar aber so sieht es doch alles anders aus, so riesig wie ich es in Erinnerung hatte war denn der Erfolg wohl doch nicht gewesen, man sieht immer wieder das bei genauer Betrachtung alles etwas anders ist,sehr schön und verlier ja net das Interesse an Deinen Posts!:D

waldi44


11.12.01 23:01:45
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Das kann dann "Der Alte" etwas in "Form" bringen und vielleicht noch ergänzen! Gibt einen schönen Beitrag über Prien!
Nein, nein! Mir macht das einfach Spaß. Das Problem ist nur: Wo finde ich was wirklich neues?

Quintus


17.5.02 03:56:01
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Die Idee des geglückten Unternehmens war von Dönitz schon lange vor dem Krieg, noch in Friedenszeiten, geboren worden. Das beweist die Eintragung ins Kriegstagebuch der U-Boot-Führung, das später, nach dem Krieg, in Nürnberg dem Internationalen Militärgerichtshof als Beweisstück vorgelegen worden war:
"l. Von Kriegsbeginn an ist die Möglichkeit, mit einem U-Boot in die Bucht von Scapa Flow einzudringen, untersucht worden. Die Bedeutung eines Erfolges lag auf der Hand.
2. Als erste Unterlage ging von der Seekriegsführung auf Anforderung die Ausarbeitung Scapa Flow mit eingezeichneten vermuteten Sperren ein. Für die Richtigkeit dieser Vermutungen musste aber erst eine Bestätigung geschaffen werden, da so noch nicht zu erkennen war, wo ein Eindringen möglich sein werde.
3. Am 8. September erhielt ich davon Kenntnis, dass ein Wetterflugzeug der Luftflotte II am 6. 9. eine Aufnahme von Scapa, Flow gemacht habe. Diese wurde uns am 11.9. übersandt und zeigte schwere und leichte Streitkräfte nördlich Flotta und im Sund zwischen Switha und Risa.
4. U-14 wird vom 13. bis 29.9. bei den Orkneys eingesetzt und bringt von dieser Unternehmung wertvolles E-Material über Bewachung, Befeuerung, Stromverhältnisse usw. mit. Der Kommandant hält ein Eindringen in Scapa Flow durch den Hoxa Sund bei offener Sperre für möglich.
5. Auf Anforderung werden am 26.9., 15.00 Uhr, von der Luftflotte II ganz vorzügliche Luftaufnahmen gemacht, die ein genaues Bild von dem Clestrum Sund über Risa bis Switha, dem Hoxa Sund (teilweise) und dem Holm Sund, der Bucht vor Scapa und Kirkwal geben. Bei der Auswertung kam ich zu folgendem Entschluss:
a) Ich halte das Eindringen durch die Sperre im Hoxa Sund für kaum möglich, durch den Switha Sund und den Clestrum Sund wegen der dortigen Sperren für aussichtslos.
b) Der Holm Sund ist ausschließlich durch zwei quer im Fahrwasser des Kirk Sund liegende, anscheinend versenkte Dampfer und einen weiteren an der Nordseite liegenden gesperrt. Südlich der Sperrschiffe bis zum Lamb Holm ist auf 7 m Tiefe eine Lücke von 170 m Breite bis zum flachen Wasser. Auch nördlich der Dampfer ist eine kleine Lücke. Das Ufer ist an beiden Seiten fast unbewohnt. Hier halte ich ein Eindringen nachts über Wasser bei Stauwasser ohne weiteres für möglich. Die Hauptschwierigkeit liegt auf navigatorischem Gebiet.
6. Eine neue Aufnahme des Hoxa Sundes bekräftigt die Ansicht, dass ein Eindringen dort unzweckmäßig ist.
7. Ich entschließe mich, die Unternehmung durchführen zu lassen und erhalte hierfür nach persönlichem Vortrag von der Seekriegsleitung das Einverständnis des Ob. d. M. Es wird festgestellt, dass die Unternehmung zweckmäßigerweise in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober durchgeführt wird, da an diesem Datum beide Stauwasserzeiten in die Dunkelheit fallen und Neumond ist. Das vorgesehene Boot läuft hierzu am 8. Oktober aus Kiel aus. Das Boot wird nur mit G 7e Torpedos (mit elektrischem Antrieb) ausgerüstet. Die Frage, ob Minen oder Torpedoausrüstung, ist zugunsten der Torpedos entschieden worden, da hiermit bei Schiffszielen ein sicherer Erfolg zu erwarten ist.
8. Die A-Gruppe, Ob. d. Luft, Werder erhält Anweisung, kurz vor dem Unternehmen am 12. 10. durch Aufklärung und Bilderkundung die Lage in Scapa Flow zu klären, um sie dem Boot rechtzeitig übermitteln zu können.
9. Die in der Nachbarschaft der Orkneys aufgestellten Boote U-10, U-18, U-20, U-23 werden am 4. 10. zurückgezogen werden, um keine Beunruhigung im Seegebiet der Orkneys zu schaffen und die Engländer unter Umständen zu warnen. Es muss alles auf die eine Karte gesetzt werden.
10. Am 11. 10. sieht ein Flugzeug der Luftflotte 1 Scapa bei niedriger Wolkenhöhe ein, ohne Auftrag dazu zu haben. Sehr ärgerlich.
Am 12.10., 15.00 Uhr, wird eine vorzügliche Erkundung von einem Flugzeug der Aufklärungsgruppe, Ob. d. Luft, Besatzung
Leutnant Newe
Feldwebel Böhme und
Feldwebel Wolff
durchgeführt, die die genaue Lage eines Flugzeugträgers, fünf schwerer Schiffe und von zehn Kreuzern meldet und die mündlich in der Nacht durch den Leutnant Newe in Wilhelmshaven erläutert wird."
Zum Anfang des zweiten Weltkrieges wurde - genau wie im ersten Weltkrieg - die taktische Schlagkraft der U-Boote sowohl von deutscher, als auch von britischer Seite weit unterschätzt. Dazu zwei Beispiele:
Erster Weltkrieg:
Zunächst glaubte man, U-Boote nur für Aufklärungsaufgaben einsetzen zu können und war um so erstaunter, als es U-9 gelang, 3 britische Panzerkreuzer zu versenken: Am 22. September 1914 stieß U-9 unter Kapitänleutnant Weddigen vor Hoek van Holland auf das britische Aufklärungsgeschwader mit den Panzerkreuzern "Aboukir", "Hogue" und "Cressy". Als erstes wurde "Aboukir" torpediert, sie legte sich auf die Seite und sank schnell. Die beiden anderen Panzerkreuzer stoppten und nahmen die im Wasser treibenden Seeleute auf. Offensichtlich glaubte man, die "Aboukir" sei auf eine Mine gelaufen. Nach einer Stunde wurde die immer noch gestoppte "Hogue" torpediert. Obwohl sich die Katastrophe wiederholte, geschah nichts auf der "Cressy", das deutsche U-Boot wurde nicht erkannt und angegriffen. Anscheinend glaubte man, auch die "Hogue" sei auf eine Mine gelaufen. So bot sich für Weddigen, den Kommandanten von U-9, die Gelegenheit, auch noch den dritten Panzerkreuzer zu torpedieren. Die "Cressy" wurde mittschiffs getroffen. Nur wenige Überlebten diese Katastrophe, über 2000 Seeleute zahlten mit ihrem Leben dafür, dass die britische Admiralität unterschätzt hatte, was für eine Gefahr von der U-Boot-Waffe ausging. Später, nach der Versenkung des britischen Kreuzers "Hawke", erhielt der Kommandant von U-9, Weddigen, vom Kaiser den "Pour le mérite", - die höchste preußische Auszeichnung. Er wurde zum Held und Idol hoch stilisiert.

Zweiter Weltkrieg:
Als am 17.09.1939 Kapitänleutnant Schuhar 200 Seemeilen westlich der irischen Küste den Flugzeugträger "Courageous" versenkte, schien das ein Beweis zu sein, dass der Einsatz der U-Boote erfolgreicher werden würde, als man bisher annahm.
Um die nötige Geltung für seine U-Boote zu erreichen, wollte der Oberbefehlshaber der U-Boote Dönitz, eine Operation, die Schlagzeilen machte und die taktische Stärke der U-Boote auf effektvolle Weise deutlicher denn je zeigte. In Kapitänleutnant Prien fand Dönitz einen Mann, der kaltblütig genug war, ein solches gewagtes Unternehmen durchzuführen. Und so bekam Prien den Auftrag, in die Bucht von Scapa Flow, wo sich einst die kaiserliche Flotte selbst versank und wo die Heimatbasis der britischen "Home Fleet" war, einzudringen und britische Schiffe zu versenken. Am 13. Oktober 1939 gelang es Prien mit U-47 tatsächlich in die Bucht einzudringen. Allerdings waren fast alle britischen Schiffe Stunden vorher ausgelaufen. Prien versenkte lediglich das Schlachtschiff "Royal Oak". Der Untergang kostete 824 Matrosen das Leben. Für die britische Flotte bedeutete dieser Schlag blutiges Lehrgeld für die Unterschätzung der U-Boot-Gefahr.
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