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Was ist ein Portepee...

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AutorBeitrag

waldi44


22.2.04 17:02:35
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..und worin unterscheiden sich Uffz. und Offz. mit und ohne Portepee?

Hoover


22.2.04 17:51:55
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Portepee:
aus dem französischen porte-épée, wörtlich Degentrage oder Degengehenk. Enstanden aus dem Riemchen, der, am Bügel der Hiebwaffe befestigt, das Verlieren des Degens verhindern sollte. Auch das Bajonetttroddel hatte diesen Zweck. Später, ab dem 18.Jhr, war es nur noch Zierde und diente als Dienstgradabzeichen solange Epauletten oder Achselstücke noch nicht bekannt waren. Ab 1789 trugen in Preußen die Feldwebel und Offizeirsdiensttuer auch Portepees, um ihre Dienststellung zu zeigen. Ab etwa 1860 wurden die Troddeln und Portepees farblich gestaltet, um eine Kompaniezugehörigkeit zu zeigen.
Es gab also Uffz ohne Portepee (die Korporale und Uffz-Diensttuer) und die Uffz m.P., also Feldwebel, Vizefeldwebel, und die Offz-Diensttuer. Da heute keiner mehr Blankwaffen trägt, ist die Unterscheidung der Dienstgradgruppe nur noch im Namen erhalten.

TiKi111


22.2.04 19:56:28
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Welchen Vorteil hatte es nun als Unteroffizier in der Wehrmacht,
wenn man Portopee-Träger war??
Beim Wegtreten mussten die Portopee-Träger extra genannt werden, wars das dann schon?:Schulter:

[ Editiert von TiKi111 am: 22.02.2004 19:59 ]

hec801


23.2.04 14:20:17
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Die Portepee-Uffz.e hielten damals und auch noch heute bei der BW die rechte Hand an der Mütze zum militärischen Gruss, wenn sie Meldung machten/machen!
Untere Dienstgrade machen den milit. Gruss, nehmen die Hand wieder runter und machen dann erst Meldung...
Welchen Grund dies hat und ob es sich möglicherweise nur um eine Art Tradition handelt, kann ich leider nicht sagen...
Gruss
Hannes

Niwre


23.2.04 15:41:24
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Ist/war es nicht so, dass die ohne Portepee iA die waren, die sich nur fuer 4Jahre und die mit Portepee fuer >8Jahre verpflichtet hatten? Portepee-Traeger konnten sich dann doch abkuerzenderweise zum Offz ausbilden lassen und nach 17Jahren max. Stabshauptmann werden. Aber mein Gedaechtnis ist momentan leider etwas anderweitig beschaeftigt... *sch.... Pruefungen.

waldi44


23.2.04 15:54:17
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Ist schon etwas "blöd":D! Überall wird zwar beschrieben, WAS ein Portepee ist, aber nirgends wozu es eigentlich dem Träger nützt:Schulter:?
Sind das "bessere" Unteroffiziere oder doch längerdienendeSmiley mit Hammer auf dem Kopf?

hec801


23.2.04 18:08:19
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In aller Regel ist es halt so, dass ein Uffz. weniger lang dabei ist als ein Feldwebel!
Bis zum Uffz./SU wird man maximal als Gruppenführer eingesetzt, ab Feldwebel werden/können schon Zugfhr.lehrgänge besucht werden...
Ein Offz. hingegen wird wenigstens einen Zug führen und keine Gruppe mehr! Somit ist dies vielleicht eine Herausstellung der Portepee-Uffz.e(Feld, Oberfeld usw.)!
Historisch gesehen, war wohl zwischen dem Uffz. und dem Feldwebel ein relativ "großer Sprung" und man hat diese somit abgrenzen(äußerlich kenntlich machen) wollen, da es eben alle Uffz.e sind, jedoch die einen P.Uffz.e und die anderen ohne Portepee ...

Niwre


23.2.04 19:19:45
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Gepostet von waldi44
Sind das "bessere" Unteroffiziere oder doch längerdienende

Die dienstgradhoeheren:
ohne Portepee:
Uffz, StUffz, FJ
mit Portepee:
Feldwebel, Faehnrich, Oberfeld-, Hauptfeldwebel, Oberfaehnrich, Stabs- und Oberstabsfeldwebel.
Und somit iA auch die laengerdienenden.

ralph


25.2.04 16:15:08
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is doch ganze einfach, damit hat man einfach bescheid gewusst um was für eine gruppe von unteroffizieren es sich handelt !
wenn man gehört hat es sind uffze ohne porteppee wußte man gleich a da kommen nur unteroffiziere oder stabsunteroffiziere !
wenn von uffzen mit p. gesprochen wurde wußte man gleich das sind feldwebel !

Hoover


25.2.04 18:38:50
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Ralph hat schon recht, man konnte bei Aufstellungen, Stärkemeldungen sehen, was Feldwebel oder Uffze sind.
Es stimmt aber nicht, dass Uffz m.P. länger bei der Truppe sind als Uffz o.P. Es gibt genug Mannschaftsdienstgrade oder Unteroffiziere, die sich länger verpflichten als Feldwebel. Feldwebel können (jedenfalls beim Bund) 8 Jahre machen, Uffz o.P. bis 12 Jahre. Danach geht es also nicht.
Vielmehr sind die Feldwebel usw. ganz anders ausgebildet. Die militärischen wie zivilen Verwendungen sind eher die eines Meisters als die eines Gesellen, um einen Vergleich zu ziehen.
Die Ausbildung eines Feldwebels umfasst Lehrgänge, die einem Uffz o.P. verschlossen sind. Auch ist ein Feldwebel als Zugführer ausgebildet (oder soll es zumindest sein, da er der Stelvertreter ist).

[76]Chavez


1.3.04 18:34:44
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Horrido!
Das ist einfach nur die Aufteilung der Unteroffiziere. Früher war es noch ein Statussymbol.
Vorteile m.P.:
- Mehr zu sagen
- Mehr Geld
- Mehr Verantwortung

Das isses im Grunde auch schon.
Offz o.P. gibt es nicht.

Gruß
Chavez *derWoMitPortepee* ;)

Hoover


27.3.04 13:15:15
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Naja, mehr zu sagen?
In der Bw ist der Uffz "abgewertet" und der Feldwebel darf Tätigkeiten des Uffzes noch mit übernehmen.

Als ich mein "Portepee" bekam hatte ich erstmal die A-Karte am Hacken und durfte alles machen, wozu der Offz nicht in der Lage war oder er keine Lust zu hatte.

In der heutigen Zeit ist der Uffz mP ein kleiner Altgeselle und der Uffz oP ein besserer Geselle.
UNd wenn ich mir jetzt die "Neckermann"-Feldwebel und -Stuffze ansehe (Einstellungsdienstgrad StUffz oder gar Feldwebel), da freue ich mich, fertig zu sein.
Auf Pbungen musste ich erst fragen: "Sind Sie ein bormaler oder ein neuer Uffz?".
Begründung: Die "neuen" Uffze hatten natürlich nicht die Erfahrung/Fähigkeiten, eine Gruppe zu führen bzw. einen Auftrag zu erfüllen, tragen aber dieselben Abzeichen.

Da wünsche ich mir einen "Specialist"-Rang wie bei der US-Army.

sauriasl


11.4.04 23:11:52
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Warum lassen die bei der Meldung die Hand oben?

Hat historische Gründe:
Ab einem gewissen Rang hatte man das Geld sich einen Helm fertigen zu lassen. Um zu verhindern, dass einem jedesmal, wenn man mit einem Vorgesetzten sprach, das Visier herunterfiel, musste man es festhalten.

An dieser "Tradition" hält man eben heute auch noch fest.
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