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Deutsches Kreuz

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AutorBeitrag

Mastercloser


17.9.05 01:10:38
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Hi,

ich habe mal folgende Fragen dazu:

1. Gab es das Teil auch in Silber? Nie von gehört, heisst ja immer nur DK in Gold

2. Nach meinen Infos wurde das DK ja sozusagen als "Ersatz" an Soldaten verliehen, die zwar beide EK hatten, die Kriterien für das RK aber nicht erfüllt haben. Ist dies so richtig?

3. Wie war denn die Akzeptanz der Auszeichnung, der Name "Spiegelei" spricht ja nicht gerade dafür. Gab es für das RK
eigentlich auch so eine "Landserbezeichnung" ? "Halsschmerzen" ist mir in diesem Zusammenhang ein Begriff :-)

mfg

Mc

Niwre


17.9.05 01:59:59
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Kriegsorden des Deutschen Kreuzes

Das gab es auch in Silber. Es wurde aber viel seltener verliehen. Die Zahlen schwanken da zwischen 900-1200...

Hauptmann Fuchs


17.9.05 12:50:40
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Gepostet von Mastercloser
3. Wie war denn die Akzeptanz der Auszeichnung, der Name "Spiegelei" spricht ja nicht gerade dafür. Gab es für das RK
eigentlich auch so eine "Landserbezeichnung" ? "Halsschmerzen" ist mir in diesem Zusammenhang ein Begriff :-)

Ich glaube nicht, dass unter den deutschen Landsern verächtlich über Kriegsauszeichnungen gesprochen wurde. Ich habe auch keinen von den Veteranen von "Spiegelei" oder "Halsschmerzen" sprechen hören. Zu gross war der Respekt vor den Trägern dieser Auszeichnungen, weil man wusste, was dahinter steckte.
Der Begriff "Halsschmerzen wurde meiner Erkenntnis nach nicht für das Ritterkreuz verwendet, sondern damit wurde jemand gefrozzelt, der besonders riskante Unternehmungen ausführte, um es zu bekommen.
Zum Glück standen aber zwischen dem Träger und dem Verleiher verantwortungsvolle Offiziere, die den wahren Einsatz des Kandidaten bewerteten und z.Bsp. sinnlose Opfer nicht gut fanden.
Vielmehr glaube ich, dass die verächtlichen Bezeichnungen aus der alliierten Propagandaküche und ihren subversiven Helfern stammen.
Die Bezeichnung "Blauer Max" für den "Pour le Merite" stammen zum Beispiel aus Hollywood.

Niwre


17.9.05 13:20:02
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Gepostet von Hauptmann Fuchs
Ich glaube nicht, dass unter den deutschen Landsern verächtlich über Kriegsauszeichnungen gesprochen wurde. Ich habe auch keinen von den Veteranen von "Spiegelei" oder "Halsschmerzen" sprechen hören. Zu gross war der Respekt vor den Trägern dieser Auszeichnungen, weil man wusste, was dahinter steckte.

[...]

Vielmehr glaube ich, dass die verächtlichen Bezeichnungen aus der alliierten Propagandaküche und ihren subversiven Helfern stammen.

Jaja, die boese, boese Propaganda... Stimmt aber leider nicht. In der Natur des Soldaten liegt es nunmal, fuer alle moeglichen und unmoeglichen Dinge andere Bezeichnungen zu finden. Mit Missachtung der Traeger hat es aber nichts zu tun. Halseisen, Blechkrawatte (RK), Spiegelei (DK), Gefrierfleischorden (VMWO) etc. sind nur einige Beispiele.

"Halsschmerzen" als Bezeichnung fuer jmd. der waghalsige Manoever etc. durchfuehrt um das RK zu bekommen, stimmt.

[ Editiert von Administrator Niwre am 17.09.05 13:21 ]

Hauptmann Fuchs


17.9.05 15:39:46
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Gepostet von Niwre
Jaja, die boese, boese Propaganda... Stimmt aber leider nicht. In der Natur des Soldaten liegt es nunmal, fuer alle moeglichen und unmoeglichen Dinge andere Bezeichnungen zu finden. Mit Missachtung der Traeger hat es aber nichts zu tun. Halseisen, Blechkrawatte (RK), Spiegelei (DK), Gefrierfleischorden (VMWO) etc. sind nur einige Beispiele.

Wenn es mit Missachtung des Trägers nichts zu tun hat, womit denn dann?

Niwre


17.9.05 15:46:33
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Spass? Die meisten der Landserausdruecke sind doch eher lustig/liebevoll gemeint. Wenn man ueber etwas herzog, gab es ganz andere Ausdruecke...

Hauptmann Fuchs


17.9.05 16:08:49
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Das mag sein.
Aber die Propaganda, sei es von aussen, sei es von denen, die es immer besser wissen - aber nie können - ist auch nicht so abwegig.
In der NVA kannte ich nur für das "Bestenabzeichen" eine abwertende Bezeichnung (Kratzerplatte). Für die Schützenschnur mit zwei Eicheln, Militär-Sportabzeichen, Qualispange und einige andere, habe ich nie eine abfällige Bemerkung gehört. Weil man dafür was tun/leisten musste.
Und ich kann Dir sagen, als OS III, mit Springerabzeichen und den drei oben genannten, nebst Leistungsabzeichen, war ich ganz schön stolz. Und ich bin nicht einmal blöd angemacht worden, auch wenn ich stets in Uniform nach Hause fuhr.
Das macht es nämlich auch! Eine Auszeichnung oder Uniform ist meist dann lächerlich, wenn es der Träger ist.

Mastercloser


17.9.05 16:09:03
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Gepostet von Hauptmann Fuchs

Der Begriff "Halsschmerzen wurde meiner Erkenntnis nach nicht für das Ritterkreuz verwendet, sondern damit wurde jemand gefrozzelt, der besonders riskante Unternehmungen ausführte, um es zu bekommen.


Das habe ich damit gemeint


Vielmehr glaube ich, dass die verächtlichen Bezeichnungen aus der alliierten Propagandaküche und ihren subversiven Helfern stammen.


Na das glaube ich weniger, wurde nicht über viele Offizere, die besonders forsch befehligten oder offensichtlich verlustreiche Aktionen befahlen, gesagt sie hätten Halsschmerzen? Gemeint war damit, durch ihr Verhalten die Verleihung des RK zu beschleunigen.
mfg

Mc

Mastercloser


17.9.05 16:11:56
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Gepostet von Niwre
Kriegsorden des Deutschen Kreuzes

Das gab es auch in Silber. Es wurde aber viel seltener verliehen. Die Zahlen schwanken da zwischen 900-1200...


Gibt es für die geringe Anzahl der Verleihungen einen Grund?

mfg

Mc

Hoth


17.9.05 16:19:49
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Gepostet von Hauptmann Fuchs
Das mag sein.
Aber die Propaganda, sei es von aussen, sei es von denen, die es immer besser wissen - aber nie können - ist auch nicht so abwegig.
In der NVA kannte ich nur für das "Bestenabzeichen" eine abwertende Bezeichnung (Kratzerplatte). Für die Schützenschnur mit zwei Eicheln, Militär-Sportabzeichen, Qualispange und einige andere, habe ich nie eine abfällige Bemerkung gehört. Weil man dafür was tun/leisten musste.
Und ich kann Dir sagen, als OS III, mit Springerabzeichen und den drei oben genannten, nebst Leistungsabzeichen, war ich ganz schön stolz. Und ich bin nicht einmal blöd angemacht worden, auch wenn ich stets in Uniform nach Hause fuhr.
Das macht es nämlich auch! Eine Auszeichnung oder Uniform ist meist dann lächerlich, wenn es der Träger ist.


Nur am Rande, HF, für das Bestenabzeichen mußten meiner Erinnerung nach auch Qualispange und Sportabzeichen vorliegen, da genügte nicht nur das Abzeichen für Gutes Wissen in Gold.

Hauptmann Fuchs


17.9.05 16:23:33
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Das ist richtig.
Für das Bestenabzeichen, ich hatte es auch mit Anhänger;)
brauchtest Du alles oben von mir genannte, inklusive "Abzeichen für Gutes Wissen" :)
Tja, kannste glauben, manchmal hatte ich schwer zu tragen :D

AK 74 ZF


17.9.05 17:28:16
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Die Bezeichnungen "Spiegelei", "Gefrierfleischorden" u.ä. verbreitete Begriffe stammen nicht unbedingt aus der Propaganda oder sind immer "abwertend" gemeint. Der sogenannte "Landserjargon" oder auch die Umgangssprache haben sehr viele Begriffe hervorgebracht welche teilweise manchmal bis heute gebraucht werden ohne das "Otto-Normalbürger weiß wo sie herstammen.Zumindest wußte im III.Reich jeder wer mit "Reichsheini", "Meier" oder "Gröfaz" gemeint war. Auch wenn sich jeder hütete diese Wörter in der breiteren Öffentlichkeit laut auszusprechen. Gab aber auch viele mehr oder weniger scherzhafte Alltagsbegriffe welche nicht immer ideologischen Hintergrund hatten, auch wenn sie bestimmte Mängel oder Besonderheiten karikierten. Von "Hitlerstahl" (Bakelit) bis "Goebbelsschnauze"(Volksempfänger=Radiotyp).

"Spiegelei" stammt mit Sicherheit von der Größe und Form dieser Auszeichnung und stammt eindeutig aus der Zeit des III.Reiches. Ist übrigens im Gegensatz zum EK oder RK vielen eher unbekannte Auszeichnung.

Irgendwo gab es mal eine Liste mit Begriffen aus der Landsersprache bzw. Alltagssprache des dt. Reiches. Müßte man mal Google bemühen.Da findet man Sachen von denen man heute schon vieles nicht mehr kennt.

AK 74 ZF

P.S Fuchs -> "Bonbon" am Revers (Parteiabzeichen)- ist älter als wir in der DDR dachten !

hec801


23.9.05 15:29:51
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"2. Nach meinen Infos wurde das DK ja sozusagen als "Ersatz" an Soldaten verliehen, die zwar beide EK hatten, die Kriterien für das RK aber nicht erfüllt haben. Ist dies so richtig?"

Das ist so nicht richtig! Die Ehrenblattspange wurde in so einem Falle verliehen! RK oder EBS bekam man für eine einzelne herausragende Tat!

Das DKiG wurde für eine Anzahl von EK I würdigen Taten verliehen, um dies mal so plump zu formulieren...

Gruss

Hannes

Westwall


23.9.05 18:11:55
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Das das RK nur für eine einzelne herausragende Tat an einen Soldaten verliehen wurde stimmt so nicht ganz, „Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel“.

Zum Beispiel wird in der Divisionschronik der 98. ID von Martin Gareis eine Weisung des OKW an den Divisionsstab erwähnt, wo die vorgesetzten Dienststellungen der Grenadierregimenter einen Feldwebel oder Unteroffizier aus ihren Reihen zum Ritterkreuz vorzuschlagen haben der, ersten EK I Träger ist und zweitens an dem monatelangen Kampf seines Regimentes vom 22.06.41 bis Dato Mitte 1943 beteiligt gewesen war und überlebt hatte.
Diese Weisung ergab sich daraus weil die 98. ID pausenlos über Jahre hinweg überaus aufopferungsvoll und erfolgreich im Südabschnitt der Ostfront tätig war, mehrmals lobend an oberster Stelle erwähnt wurde und an vielen entscheidenden Schlachten teilgenommen hatte, jedoch kaum RKT in ihren Reihen hatte.
Jedoch wurde laut Autor nach dieser Weisung kein RK verliehen, da kein Unterführer der zermürbten Grenadierregimenter diese Kriterien erfüllen konnte, da dieser Zeitraum KEINER lebend oder heil überstanden hatte.
Und die Moral der Geschichte war dann noch das der Führer Adolf Hitler nur wenige Monate später die Division wegen angeblicher Feigheit im Endkampf um Sewastopol 1944 mit einer Verleihungssperre von Orden und Ehrenzeichen abstrafte.
Kaum zu Glauben, was für ein ehrloses Volk damals Deutschland geführt hat!

Grüße ...

IM


24.9.05 23:10:02
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An dieser Stelle sei einmal darauf hingewiesen, daß es einen Unterschied zwischen dem Deutschen Kreuz in Gold und dem Deutschen Kreuz in Silber gab. Zu vergleichen ist dies mit dem Eisernen Kreuz auf der einen Seite und dem Kriegsverdienstkreuz auf der anderen Seite.

Das Deutsche Kreuz in Gold war vorgesehen "für vielfach bewiesene außergewöhnliche Tapferkeit oder für vielfach hervorragende Verdienste in der Truppenführung."

Das Deutsche Kreuz in Silber wurde verliehen "für vielfache außergewöhnliche Verdienste in der militärischen Kriegführung."

Übrigens war für das Deutsche Kreuz in Gold eine weitere Stufe geplant. Ähnlich den Stufen für das Ritterkreuz, also Eichenlaub, Schwerter und Brillanten, war eine Ausführung "Deutsches Kreuz in Gold mit Brillanten" vorgesehen. Aufgrund der sich ständig verschlechternden Kriegslage verzichtete man dann jedoch auf eine offizielle Stiftung dieser Auszeichung.

hec801


25.9.05 14:16:18
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Hallo Westwall,

ich meinte das natürlich stiftungsgemäß! Ausserdem wurde das RK in Deinem Fall ja nicht verliehen, also entstand auch keine Ausnahme! :P

Spass bei Seite, ich glaube, dass es sich dabei um vernachlässigbar wenig Ausnahmen handeln müsste, wenngleich Dir im Prinzip natürlich Recht zu geben ist!

Das auf diesen Punkt aber dennoch sehr viel Wert gelegt wurde, zeigen die durchgängigen Formulierungen in den Verleihungsvorschlägen! Grob gesehen alle gleichlautend bzw. von gleichem Inhalt, weil man bei bestimmten Formulierungen relativ sicher gehen konnte, dass eine Verleihung zumindest nicht abgelehnt wurde, weil der Inhalt des Vorschlages nicht stimmte.

Gruss und einen schönen Sonntag

Hannes
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